Jens Mertens

11196269_953666611330430_3459740509483271164_nAutorenvorstellung Jens Mertens am 28.03.2015

Ich wurde am 15. Juli 1968 in Lüdenscheid geboren. Schon als Kind fragte ich meinen Eltern Löcher in den Bauch, und es handelte sich dabei zumeist um Themen, die sie kaum beantworten konnten, weil es sich dabei um die Natur der Dinge hinter dem für uns sichtbaren Schleier handelte. Ein Schlüsselerlebnis war der Tod meiner
Großmutter mütterlicherseits, die nach Aussagen meiner Eltern und nahen Verwandten „in den Himmel geflogen“ war. Dies konnte ich mir nicht vorstellen, und so begann ich, mich intensiv mit dem Thema Tod auseinanderzusetzen. Es war der Auftakt zu einem lebhaften Interesse für Parapsychologie und Okkultismus. Dabei entwickelte ich eine eigenbrötlerische Ader, die zuweilen schizotypische Züge (nicht im klinischen Sinne)
annahm, und bis heute ist eine Hypersensibilität erhalten geblieben, die mir Erinnerungen an die frühesten Tage meiner Kindheit ermöglicht; es ist Gabe und Fluch zugleich.
Meine Schulzeit verlief eher schlecht als recht. Zum einen, weil ich, mit Ausnahme einer Handvoll Freunde, allgemein als komischer Kauz galt, zum anderen, weil mein Lernwille von oben genannten Interessen überlagert wurde. Schon gegen Ende meiner Grundschulzeit begann ich mit dem Schreiben von Gruselgeschichten, und ein
paar davon befinden sich noch heute in meinem „Giftschrank“ unter Verschluss. Es waren Kürzestgeschichten um Vampire, Werwölfe und Zombies. Inspirationen bezog ich zum einen aus den zu dieser Zeit (Ende der 70er Jahre) populären Zombiefilmen; die Kontrollen in den Kinos waren damals noch derart lasch, dass ich mit meinen
lächerlichen zehn Jahren problemlos in alle Horrorstreifen eingelassen wurde, die heute wegen ihrer Brutalität auf dem Index stehen. Das andere Element bestand in meinem Interesse für klassischen Grusel, und sehr früh wurde ich mit schriftstellerischen Größen wie Edgar Allan Poe, Nathaniel Hawthorne und H. P. Lovecraft konfrontiert.
Beides fand sich in meinen Geschichten wieder, und daher rührt es, dass ich noch heute in meinen Stories unterschiedliche Stilmittel anwende – der Leser kann nie wirklich sicher sein, auf was er sich einlässt. Insbesondere er Kurzgeschichtenband „Psychotische Episoden“, dessen Folgeband derzeit in der Mache ist, wechselt sich bezüglich Schauergeschichten und Splatter/Gore ab.
Arbeitstechnisch war ich ebenfalls mein Leben lang auf einer scheinbaren Reise ohne Ziel: Nach einer kaufmännischen Ausbildung wechselte ich zum Fabrikarbeiter, war tätig als Journalist, Alltagsbegleiter, Zeitungsbote, Versicherungsvertreter, Lagerist, Texter und anderes. Eine Selbstständigkeit als K?nstler und Autor schlug fehl. Dennoch gab ich meinen Traum niemals auf. Die eigentliche Aktivität begann jedoch erst nach meinem
Umzug in meine Nachbarstadt Altena, wo ich mich, von meiner Fabrikarbeit einmal abgesehen, fast vollständig von der Gesellschaft abschottete, mich in ein wirklich unheimliches altes Haus einmietete und dort intensive okkult-esoterische und psychologische Studien betrieb. Zwei Sachbücher zum Thema waren die Folge, die heute
nicht mehr erhältlich sind. Zu dieser Zeit (1999) startete ich mit meinem Projekt „Mobilus Moonworks“, das bis heute Bestand hat und auch als Eigenverlag dient.
Dem breiten Pool der Öffentlichkeit widmete ich mich erst wieder gegen Ende des Jahres 2005, als ich meine Frau kennenlernte. Die Möglichkeiten für Autoren waren inzwischen gewachsen, und ich wurde erstmals auf das PoD-Verfahren aufmerksam. Kurzgeschichten, die ich seit 1988 geschrieben hatte, fasste ich zusammen und fügte
die eine oder andere hinzu, und 2007 erschien schließlich die Urversion meiner „Psychotische(n) Episoden“. Nach einem Beinahezusammenbruch, hervorgerufen durch erheblichen berufsbedingten Stress, folgte 2009 der Mystery-Thriller „Geh nicht durch diese Kellertür“. Mich an eine Idee aus den 90ern erinnernd, in der ein krankes
Individuum erfolgreich eine Leiche schwängert, setzte ich auch diese um, und es entstand 2011 „Genius Vacui“, welches meine persönliche Lieblingsstory ist. Gedichte mit provokativem und morbidem Inhalt veröffentlichte ich 2012 unter dem Titel „Zerfall“. Und schließlich wurde im Herbst letzten Jahres auch mein aktuelles Buch „Mondo
Criminale“ fertig – ein recht gewalttätiger Parapsychologie-Thriller.
Was jedoch auch immer das Thema sein mag: In so ziemlich jeder Geschichte baue ich einen winzigen Teil meiner Persönlichkeit ein. Doch nur jemand, der mich sehr gut kennt, wird herausfinden können, was es genau ist.
Andererseits wird mich nur derjenige wirklich kennenlernen können, der auch meine Geschichten kennt – er muss dafür aber aufmerksam zwischen den Zeilen lesen …
Schablonen und Tabus sind mir ein Gräuel, und der Zeitgeist ist mir beim Verfassen von Stories völlig gleichgültig.
Eine gute Idee richtet sich meiner Meinung nach nicht nach vorgegebenen Mustern – sie muss lediglich RAUS! Und mein derzeitiges Notizbuch bietet bereits jetzt eine Fülle an Stoff, die für einige Jahre reichen dürfte.
Bei denen, die es tatsächlich bis hierher ausgehalten haben, darf ich mich recht herzlich für die Aufmerksamkeit bedanken, und wer neugierig geworden ist, darf mich gern auf meinen Seiten besuchen.

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