O’Connell Press

11350447_982426771787747_1449000723582530645_nVerlagsinterview – O’Connell Press am 31.03.2015

O’Connell Press ist ein neuer, phantastischer Verlag, der sich zunächst auf eBooks spezialisiert hat, ab 2015 aber auch Printtitel produzieren wird, die überall im deutschen Buchhandel bestellbar sein werden.
Alte und neue Stimmen der deutschen Phantastik – wie auch der Thrillerszene finden bei O’Connell Press ein Zuhause und wir freuen uns, Ihnen in Zukunft viele spannende und neuartige Romane zu präsentieren.

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Also, wir haben den Verlag im Herbst 2013 gegründet, im April 2014 kam das erste Werk, eine Anthologie auf den Markt. Zuerst wollten wir nur einen reinen eBook-Verlag gründen, jetzt bringen wir aber auch Printwerke heraus.
Für 2015 und 2016 steht allerdings unser Programm, daher könnten wir frühestens für 2017 Manuskripte annehmen. Das mal vorab. Wir sind nicht nur Verleger, sondern auch beide Autoren. Da wir heute Abend daher keine „Akquise“ machen wollen, können wir sehr gerne allgemein Nötiges etc. darstellen. Und wir bewegen uns im „phantastischen Bereich“, wie ihr vielleicht unter dem Link schon gesehen habt.
Das heißt: Es gibt ein relativ weites Spektrum. Wir erfinden uns da auch immer wieder neu. Es reicht also von SF über Fantasy, Romantasy bis hin zu Horror etc.
Nun, allgemein zum Verlag: wir sind ein Kleinverlag. Wir machen neben Phantastischer Literatur auch Thriller (Landhauskrimi, Mystery, mystische Thriller) und tasten uns auch vorsichtig im Bereich Young Adult Roman vor (aber mit Phantastischem Background).
Historical Fantasy, da steht bei euch 9. bis 16, Jahrhundert.

Ist das bindend?
Nein. Es würde dann evtl. in eine andere Rubrik eingeordnet werden.
Ich habe auf eurer HP gesehen, dass ihr auch Roma Belletrisik in das Programm aufnehmen wollt.

Gibt es da auch eine bestimmte Richtung?
Ja, Romane auch, alles im phantastischen Bereich. Es muss eben für uns immer noch ein Anknüpfungspunkt zur Phantastik gegeben sein. (wir verwenden übrigens absichtlich das „Ph“ bei Phantastik…) Wir sehen das alles nicht so eng, aber es ist nötig, dass es über das, sagen wir mal „Jetzt und Hier“ hinausgeht, lapidar gesprochen.
So nun mal zum wesentlichen Lektorat/Korrektorat/Cover bietet ihr so etwas an?
Natürlich, das ist für uns die wesentliche Verlagsarbeit und ist das, was einen Verlag ausmacht. Sonst brauchst du keinen. Wir machen: Lektorat, Korrektorat, Satz, Cover.
Wie ist das mit Lektorat, Werbung, Tantiemen etc.?
Ja, wie gesagt, machen wir natürlich Lektorat, Werbung etc. Tantiemen: 8 % Taschenbuch, 10 % Hardcover (bieten wir mittlerweile auch über Verlagsshop an) und 25 % eBook.
Wie handhabt ihr das bei steigenden Verkäufen? Steigt dann auch die Provision des Autors?
Die sind fix geregelt.
Erwartet ihr bei Einreichungen ein komplettes Manuskript oder zunächst nur ein Expose und einige Probeseiten?
Exposé und Probekapitel reichen erst mal. Daraus lässt sich in der Regel erkennen, ob das Manuskript was taugt, oder nicht. Am liebsten ist es uns – wie auf der HP – wenn man vom Anfang und aus der Mitte was schickt … zusätzlich zum Exposé.
Es wäre eben schön, wenn das Manuskript schon in einem recht guten Zustand vorliegen könnte. Unser Lektorat/Korrektorat ist ziemlich genau, würde ich mal sagen. Da finden wir es natürlich toll, wenn ein Autor gerne mit uns zusammenarbeitet und es auch als Bereicherung annimmt, wenn wir nochmal nachhaken etc. Wir haben ja
alle den Wunsch, das Werk so gut wie möglich zu machen. Da wir nicht mehr alles allein stemmen konnten, haben wir aber auch schon ein Werk nach außen vergeben (Lektorat), dann bleiben wir aber auch immer mit unseren Autoren im Kontakt. Lesungen sind natürlich schön und sonstige Veranstaltungen. Da freuen wir uns immer, wenn ein Autor aktiv ist, haben hier aber keine vertraglichen Voraussetzungen oder so etwas in der Art, das ist ja klar.
Was ist mit unfertigen Manuskripten. Könnte man da schon eine Leseprobe einsenden? Ihr meintet ja auch, vor 2017 ist eh nichts. Da wäre ja dann noch genug Zeit, um fertig zu werden.
Ja, klar. Aber das Probekapitel sollte schon ziemlich gut sein. Die Messlatte liegt nicht gerade niedrig, denn unsere bisherigen Autorinnen und Autoren haben schon einige Erfahrung im Publizieren. Ihre Texte sind in der Regel schon recht gut entwickelt (Struktur, Story und Stil).
Wenn man in eurem Verlag unterkommt, besteht dann die Möglichkeit, einen Roman, der noch anderweitig gebunden ist, nach Vertragsablauf bei euch erneut raus zubringen?
Nein, wir nehmen nur bislang Unveröffentlichtes an.
Wo und wie läuft bei euch die Werbung für die Autoren?
Werbung läuft bislang schwerpunktmäßig im Internet und in Phantastischen Fachpublikationen, aber es ändert sich evtl. in Zukunft, da wir mit Thriller und Young Adult Titeln neue Zielgruppen erreichen wollen. Wir machen bezahlte Anzeigen, FB, auch Google Ad Words und weitere bezahlte Maßnahmen. Aber es ist auch wichtig, Rezensenten ausfindig zu machen, die Empfehlungen abgeben. Je mehr diese gelesen werden, umso wichtiger.
Eure Ebooks liegen um die 10 € habe ich gesehen. Könnt ihr schon absehen bei welchem Preis dann Print liegt? Sorry, vertan, das sind Print-Bücher. Die Preise sind echt human.
Nein, unsere eBooks liegen bislang zwischen 99 Cent (in der Einführungszeit, nur 1-2 Wochen), später gestaffelt, derzeit bis 3,99 €. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich teurere eBooks von bislang unbekannten Autoren nicht verkaufen.
Wie und wo bietet ihr Ebooks und Hardcover an?
Hardcover werden wir ausschließlich über den Verlagsshop als „Sonderedition“ anbieten, ab sofort. Drachenbrüder wird hier der erste Roman sein. eBooks momentan ausschließlich über Amazon, was aber allein damit zusammenhängt, dass wir DERZEIT gesehen haben, dass sich das mehr gelohnt hat mit der Ausleihmöglichkeit
etc., wenn man exklusiv bei Amazon ist. Wenn sich der Markt ändert, werden wir jederzeit reagieren.
Aber, wenn es nur bei Amazon pupliziert wird, dann entgehen dem Verlag doch so um die 40-45% Leser . Und das mit dem Ausleihen verstehe ich nicht, was hat der Verlag davon?
Wir haben eben die Erfahrung gemacht, mehr Verkäufe plus Verleihungen. Man kann nur, wenn man KDP Select (also exklusiv Amazon macht) dies wählen mit Ausleihmöglichkeit für die Leser. Allgemein zu Kindle- vs. ePub-Versionen: der Schwerpunkt liegt ganz deutlich bei Kindle. Zudem erschweren Distributionshindernisse (keine einheitliche Plattformen, bzw. nur über „raubritternde“ Zwischenhändler) die Sache außerhalb von Amazon. Wir haben schon ein paar Sachen ausprobiert und haben noch nicht die Lösung gefunden. Das Thema ePub ist nicht vom Tisch, aber mit KDP Select kann wesentlich flexibler auf den Markt reagieren.
Aber ein Verlag kann doch mehr als nur Amazon?
KÖNNEN, ja. Wir hatten das ja alles. Ist aber aus unserer Sicht doch einfach nicht zielführend, weniger zu verdienen. Wir haben das ganz klar auf den Abrechnungen gesehen …
Ich frage mich gerade, was sind für den Verlag die Nutzen des Ausleihens? Und was bekommt der Autor von dem Verlag an Tantiemen für das Ausleihen?
Für Verlag und Autor ist der Nutzen genau wie bei einem Verkauf … Eine Ausleihe zählt wie ein Verkauf (man verdient etwas weniger, aber mehr, als würde man es eben nicht über Ausleihe anbieten), das ist unsere Erfahrung.
Welchem Umfang darf ein Roman bei euch haben? Gibt es da eine Beschränkung was die Seitenzahl anbelangt?
Es gibt erst mal keine Beschränkung nach oben. Das ist abhängig vom Projekt. Wenn uns ein zweiter „Wüstenplanet“ über den Weg läuft, dann machen wir auch 700 Seiten.
Hat man beim Cover Mitbestimmungsrecht?
Man kann hier jederzeit Vorschläge einbringen. Aber normalerweise haben wir schon Erfahrung, was ankommen könnte. Das Cover fällt in das Resort des Verlags. Aber wir stimmen uns z. T. mit den Autoren ab. Allerdings nicht immer.
Zu welchen Bedingungen kann ich mein eigenes Buch bei euch bekommen? Muss ich eine feste Stückzahl abnehmen?
Der Autor bekommt, wie bei Verlagen allgemein üblich, vertraglich vereinbarte Exemplare für die er nix bezahlen muss. Weitere Werke (das betrifft natürlich Print) kann er zu einem ermäßigten Preis (VK -40%) beim Verlag erwerben. Er bekommt dann die „enhanced“ (also hochwertigere) Version.
Aber ich muss dann nicht gleich mindestens 10 Exemplare abnehmen, oder?
Nein, alles ganz ohne Zwang, wie man möchte.
Habt ihr zukünftig vor, auch den Buchhandel zu bedienen?
Unsere ab 2015 erschienenen Titel sind über den dt. Buchhandel bestellbar (über die Barsortimenter LIBRI und Umbreit). Unsere neuen Titel sind im Verzeichnis lieferbarer Bücher eingetragen. Ein hoffentlich bald erscheinender Verlagsprospekt geht für das Sommer-/Herbst-Programm an ausgewählte Buchhandlungen. In dem Verlagsprospekt werden aber alle bislang erschienenen Werke beworben.

Brainstorming nach der Veranstaltung—
Mitglied: Super, gefiel mir gut. Alle restlichen Fragen die ich habe stellen sich eh erst, wenn sie ein MS von mir nehmen.
Mitglied: Mir hat es auch sehr gut gefallen.
Mitglied: Es war super!
Mitglied: Also ich fand es auch sehr angenehm .. . aber nicht meines.
Mitglied: Meins auch nicht.
Mitglied: Super Veranstaltung, auch wenn ich leider so spät kam.
Mitglied: Ist auch wieder so eine Geschichte – klar bieten sie Lektorat an. Nur Amazon und die Werbung findet auf FB statt . .. und so viele Autoren haben sie nicht, aber egal, sie fangen ja erst an und wer weiß was in 2 Jahren ist.
Mitglied: UND: Sie bieten Print!
Mitglied: Also mein Resüme, wenn ihr es denn hören wollt. Ich denke für alle die im Bereich Fantasy/Mystik zu Hause sind, werden sich bestimmt wohl fühlen … aber auch hier, schaut euch auf der HP um, sind nicht viele Autoren und schaut euch diese Autoren bei Amazon an, wo stehen sie. .. Also nicht gleich jubeln, fragt noch einmal
genau nach, lest euch noch einmal die Posts durch … und lest auch zwischen den Zeilen. Aber wie gesagt, es sind ja noch 2 Jahre, bis sie jemanden aufnehmen.
Mitglied: Hätte ich nicht besser ausdrücken können.
Mitglied: Also ich fand die Veranstaltung recht informativ. Ich muss mich jedoch auch der Meinung anschließen, da der Verlag aber über 2 Jahre ausgebucht ist, werden wir ja sehen, wie er sich entwickelt. Und in den zwei Jahren kann sich ja noch allerhand verändern.
Mitglied: Verstehe mich nicht falsch, es kommt natürlich nicht auf die Masse an … und ich glaube auch, dass die beiden mit Herzblut dabei sind …
Mitglied: Das was wir bisher hatten, können wir auch selber machen, vielleicht, bis auf das Lektorat.
Mitglied: Das habe ich bisher auch gedacht.
Mitglied: Bei 0,99 € am Anfang habe ich 24 Cent pro ebook …
Mitglied: „Und schaut euch diese Autoren bei Amazon an, wo stehen sie“ – Wo sie stehen? Meist am Anfang. Ist ja auch ganz normal. Ich denke kein großer Autor verlegt einen Roman bei einem Kleinverlag. Doch Kleinverlage sind für „Frischlinge“ eine  wunderbare Möglichkeit Fußzufassen in der Branche. Und wie schon erwähnt wurde, bei
einem Großverlag unter zu kommen ist … Tja. Ich arbeite auch daran irgendwann bei einem Großverlag zu landen und vom Schreiben leben zu können. Bis dahin genieße ich die tolle Atmosphäre in familiären Klein- und Mittelverlagen.
Mitglied: Ja, das sehe ich auch so. Mir fehlt eigentlich nur die Reichweite, also dass man seine Bücher (eBooks und Prints) überall (nicht nur bei Amazon) hat … Na ja, die Werbung verschlingt auch sehr viel Zeit, in der man auch schreiben könnte!
Mitglied: Das Schöne ist doch, dass man Verträge eigentlich immer nur für EIN Werk abschließt, damit hat man die Chance sowohl verlagstechnisch wie auch als Selfpublisher zu arbeiten.
Mitglied: Ich weiß, ich würde auch viel lieber schreiben als mich stundenlang um die Werbung für das Buch zu kümmern. Aber bevor ich zu ein Verlag gehe der nicht mehr macht als ich (bzüglich Werbung) dann mache ich es lieber slbst und verdiene die vollen Tantime um das nächste Lektorat zu bezahlen. Und schreibe wie auch schon vorher Nachts.

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