SadWolf Verlag

11351279_961824843847940_2643592028584984280_nVerlagsinterview – SadWolf Verlag am 14.04.2015

Ein junger Verlag, der Talente fördert und etablierten Autoren ein zuverlässiges Zuhause bietet. Unsere Bücher stehen alle unter dem Motto: The Noir Side Of Life
Um 1866 entwickelte Werner von Siemens das dynamoelektrische Prinzip und nutzte es bei der Entwicklung des ersten elektrischen Generators. Die Welt entwickelte sich so, wie wir sie alle kennen. 1878 stellte der Franzose Augustin Mouchot auf der Pariser Weltausstellung eine Solar-Dampfmaschine vor. Er schlug vor, mit Hilfe dieser
Dampfmaschine die Sonnenenergie in Elektrizität umzuwandeln. Dies führte zu der Idee der heutigen nachhaltigen Energien, nachdem die Welt die negativen Auswirkungen fossiler Energien bemerkten.
Mit der Buchbranche verhielt und verhält es sich ähnlich. Große Verlage veröffentlichten ihre Bücher in großer Masse und wie der Strom aus nicht erneuerbaren Energien hat dies zu vielen negativen Effekten geführt. Bücher werden in den Handel geworfen und überschwemmen den Markt. Dies führt einerseits zu einer großen Auswahl verschiedener Genres und Autoren, doch gleichzeitig auch zu einem Qualitätsverlust. Der kleine Buchladen um die Ecke verschwindet immer mehr und große Buchcenter entstehen. Bücher werden in Massenproduktion hergestellt und als bloße Ware betrachtet, viele gute Geschichten werden dadurch übersehen, denn es fehlt einfach die Zeit, sich auf jedes Buch einzeln zu konzentrieren. Doch wir als Verlag sehen jedes einzelne Buch als ein Kunstwerk an, das es verdient, nicht wie ein austauschbarer Gegenstand behandelt zu werden, sondern für sich gesehen und gepflegt zu werden.
Aus diesen Entwicklungen hat sich ebenfalls eine Revolution formiert, es kamen immer mehr Autoren auf die Idee, Ihr Buch selbst zu veröffentlichen, weil sie sich von großen Verlagen alleingelassen fühlten. Als junger Mann hatte ich auch eine Idee für eine Geschichte. Doch wie sollte ich diese beginnen? Ich sah zu großen Schriftstellern wie
Hemingway und Poe auf, aber gleichzeitig erfasste mich eine Lähmung, nicht zu wissen, womit ich anfangen musste. Daher machte ich mich auf der Suche nach dem ersten Wort. Gleichzeitig kam Johannes Wolfers als junger Mann ebenfalls in Berührung mit der Kunst und der Schriftstellerei. Unsere Zukunft entwickelte sich ähnlich und unabhängig voneinander erweiterten wir unser Wissen um das Thema „Schreiben“. Eines Tages trafen sich unsere Pfade, wir tauschten uns intensiv aus, wurden zu engen Freunden und Brüdern im Geiste.
Gemeinsam begannen wir an einem Buch zu schreiben, das bald veröffentlicht wird. Uns beiden wurde immer mehr bewusst, dass diese Angst vor der leeren Seite viele talentierte Autoren dazu bringt, mit dem Schreiben aufzuhören. Doch auch wenn sie den ersten Schritt getan haben, stehen sie immer noch vor der Frage, wie sie an
einem Verlag herankommen. Es wird ihnen schnell bewusst, dass die meisten Verlage kein Interesse an der Kunst haben, sondern in erster Linie an schnell verkäufliche Produkte.
Viele Autoren veröffentlichen heutzutage ihr Buch selbst, doch viele von ihnen werden von der großen Verantwortung niedergedrückt, alles selbst erstellen oder sehr viel Geld investieren zu müssen, um das Buch marktgerecht aufbereiten zu können. Dies war der Startpunkt einer gemeinsamen Idee, einen Verlag zu eröffnen.
Unsere Philosophie bestand darin wie Schriftsteller und nicht wie Verleger zu denken. Ein Buch nicht nur als Ware zu sehen, sondern als das Baby eines Menschen hinter dem Buch. Unser Ziel ist es, talentierten Autoren den Eintritt in den Buchmarkt zu ermöglichen und jungen Talenten das Handwerk des Schreibens beizubringen. Dies
führte letztendlich zu der Gründung des SadWolf Verlages. Unsere Ziele und Motive sind es, jedes einzelne Buch für sich als ein Kunstwerk zu sehen und auch so zu behandeln und den Autoren die Chance zu geben, sich selbst zu entfalten, ohne von der Sorge eines gutes Lektorats, Korrektorats und der Erstellung eines Covers daran gehindert zu werden. Da wir wissen, dass Qualität ihre Käufer findet, geben wir unseren Autoren auch ein faires Autorenhonorar, damit sie wissen, dass sie nicht nur etwas Einzigartiges erschaffen haben, sondern auch finanziell davon profitieren können.

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Wie finanziert ihr euch?
Wir haben ein Startkapital und refinanzieren uns nun durch die Buchverkäufe!
Unter „junge“ Talente versteht ihr hoffentlich nicht das Alter?
Nein, wir sehen jeden Autoren als jung an, der gerade anfängt sich mit der Schriftstellerei und der Erschaffung neuer Welten zu beschäftigen. Bei uns ist jeder willkommen, auch etablierte Autoren natürlich.
Ich war gerade mal auf eurer Seite. Scheint sich alles nur um ein Buch zu drehen und um eine Autorin zu handeln?
Diese Fragen haben wir natürlich erwartet. Wir sind erst im November 2014 gestartet und konnten gleich mit einem erfolgreichen Buch von Silke M. Meyer in die Verlagswelt einsteigen. Unser Plan ist es ab jetzt, alle drei Monate ein neues Buch zu veröffentlichen, damit wir uns vollkommen auf das Marketing des Buches konzentrieren können. Qualität vor Quantität. Die nächsten Bücher sind bereits geplant und die Verträge mit unseren Autoren unterschrieben. Das Programm für 2015 steht.
Wo verkauft ihr die Bücher? Seid ihr im Buchhandel vertreten? Können die Händler eure Bücher über den Großhandel bestellen?
Wir arbeiten mit Libreka, Umbreit und Libri zusammen, um unsere Bücher (Print sowie E-Books) überall im Internet verfügbar zu machen. Stationäre Buchhandlungen können unsere Bücher selbstverständlich ebenfalls bei den Barsortimenten bestellen.
„Noir“ bezieht sich auf menschliche Abgründe?
Noir bezeichnet eher eine Grundatmosphäre, wir verlegen Geschichten, die einen ernsten Grundton haben und/oder der Literatur etwas Besonderes gibt, das andere Verlage ablehnen würden, weil sie nicht den Massengeschmack treffen.
Muss ich mir „Noir“ mehr wie diese fanzösische Schiene vorstellen oder das was gemeinhin auch als „Dark“ bezeichnet wird?
Noir haben wir deswegen ausgewählt, da „Noir“ ein Genre ist, das selten verlegt wird. Was sehr schade ist, da ich es damals bereits in Frankreich sehr anziehend empfand.
Kannst Du ein Beispiel nennen? Einen Film z.B.?
Ich persönlich bin ein sehr großer Fan des Filmes Blade Runner, da dieser viele sehr gute Ideen aufgreift. Jedoch ist die nachdenkliche Stimmung von Midnight in Paris ebenfalls ein Ziel nachdem wir streben.
Betrifft Euer „Noir“ auch Horror Indy? Oder ist das „too much“?
Wir verlegen insbesondere Bücher in den Genres Science-Fiction, Fantasy, Thriller/Crime, Gesellschaftsroman und Historischer Roman. Ebenfalls für uns interessant sind Road Movie Romane. Bei einem herausragenden Manuskript, sind wir auch gerne bereit unser Sortiment für andere Genres zu erweitern. Wichtiger ist für uns das Verlagsmotto. Dies bedeutet, dass wir primär Bücher verlegen, die einen ernsten, erwachsenen, moralischen und/oder einen etwas düsteren Aspekt besitzen. Das heißt übrigens nicht, dass Ihr Manuskript nicht auch humorvoll sein darf. Im Gegenteil.
Wo werden die Bücher beworben?
Wir werben digital in sozialen Netzwerken und veranstalten dort Leserunden. Des Weiteren organisieren wir Interviews mit Radio- und Fernsehsendern und versuchen uns in Plakatwerbung in Bussen und Bahnen. Letzteres jedoch eher geringfügig. In der Werbungsplanung ist es immer wichtig, dass jede Ausgabe einen nennenswerten
Ertrag in Form von Verkäufen oder eine größer werdende Reichweite erzielt. Ansonsten sollte man davon absehen. Um eine nächste Frage vielleicht bereits vorweg zu nehmen, werden wir auch versuchen, auf größeren und lokaleren Messen anwesend zu sein und ebenfalls zu werben. Wir haben Kontaktdaten zu 3000 Buchhandlungen und senden diesen selbstverständlich zwei Mal im Jahr unser Frühlings- und Herbstprogramm zu.
Wie viele Autoren könnt ihr aufnehmen?
In unserem Verlagshaus stehen bisher sieben Autoren unter Vertrag. Wir möchten uns mit jedem Jahr steigern, was die Kapazität der Autoren und Bücher angeht. Wir können also noch nicht genau sagen, wie viele Autoren es irgendwann mal sein werden. Gute Manuskripte und interessante Autoren sind natürlich immer willkommen.
Was verlangt ihr für Unterlagen, wenn Autoren ihre Werke einreichen wollen?
Wir verlangen nicht mehr als andere Verlagen an Unterlagen. Ein Exposé und bestenfalls eine Autorenvita. Jedoch noch nicht das ganze Manuskript. Dieses fordern wir dann eigenhändig bei Interesse an.
Zahlt ihr grundsätzlich gleiche Autorenhonorare oder geht ihr danach, wie ihr die Wertigkeit des Buches aus eurer Sicht einschätzt?
Eine berechtigte Frage, da wir selbst Autoren sind, wissen wir, wie Hart es ist einer zu sein. Leider können selbst sehr gute Autoren kaum davon leben, daher haben wir uns entschieden, jedem unserer Autoren 15% zu geben, da wir nur Bücher annehmen, wenn wir wirklich dahinter stehen
Ein Part an eurer Philosophie hat mein Augenmerk auf sich gezogen. Und zwar, dass ihr ausgewählte Bücher übersetzt. Ich finde dieses ist ein positiver Aspekt, denn der englisch Sprachige Raum ist ja wesentlich größer als der Deutsche. Ab wann ist ein Buch für euch ein ‚ausgewähltes‘ Buch?
Ja, dieser Punkt ist einer der wichtigsten, womit wir uns von anderen Verlagen absetzen wollen. Es ist in naher Zukunft geplant, unsere Bücher ins Englische und Französische zu übersetzen, um somit in anderen europäischen Ländern Fuß zu fassen. Vielleicht gelingt uns dies ja auch auf dem amerikanischen Markt. Bücher, die sich bereits im Deutschen sehr gut verkauft haben oder generell einfach meisterlich sind, möchten wir auch in die jeweiligen Sprachen übersetzen.
Wenn ein Autor auch bereits mit einem gekauften Cover zu euch kommt oder mit einem Coverdesigner, den/die er/sie gerne dabei hätte – lasst ihr euch auf solche Wünsche ein?
Eine sehr gute Frage. Dies ist tatsächlich einer der Gründe, weswegen wir den Verlag gegründet haben. Wir wollten einen Verlag erschaffen, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Wünsche der Autoren zu ihrer vollsten Zufriedenheit zu erfüllen. Denn schließlich geht es in einem Verlag nicht um die Verleger, sondern um die Autoren, die uns mit ihren kreativen Werken beglücken. Das heißt also, dass wir alles tun werden, um unsere Autoren glücklich zu machen. Das fängt an bei dem hohen Autorenhonorar (15% sind bei Weitem nicht üblich, bei E-Books sind es sogar 25 %) an und geht weiter mit dem Mitspracherecht bei jedem Arbeitsschritt. Der Autor arbeitet eng mit unseren Lektoren zusammen und niemals wird etwas entschieden, ohne die Zustimmung des Urhebers.
Genauso beim Titel oder dem Buchumschlag. Der Autor hat immer das letzte Wort. Unsere Verträge sind sehr auf die Wünsche der Autoren zugeschnitten. Zum Beispiel gibt es keine festgesetzte Vertragslaufzeit, sondern der Vertrag kann jederzeit mit einer Frist von sechs Monaten gekündigt werden. Außerdem gehen die Rechte des
Manuskripts nur für die Dauer der Vertragslaufzeit an uns über und nicht für die Dauer des gesetzlichen Urheberrechts, was uns auch deutlich von den meisten anderen Verlagen abhebt. Um die Frage direkt zu beantworten: Ja, wir lassen uns auf solche Wünsche ein! Wir freuen uns sogar, wenn unsere Autoren sich so
leidenschaftlich einbringen

Kling alles toll und wo ist der Haken?
Ja, der Haken wäre wohl unsere bisherige Reichweite. Wir sind erst ganz neu gestartet, doch ich denke, wir werden es noch steigern können in den nächsten Monaten und Jahren. Wir benötigen ein größeres Netzwerk an direkten Partnern wie zuverlässige Druckereien, Buchhandlungen etc. Wir müssen uns im Grunde auf allen Gebieten weiterentwickeln. Dies sollte zumindest unser Anspruch sein. Ein weiterer Punkt wäre, dass wir noch keine Vorschüsse zahlen können.
Werden Vorschüsse gewährleistet?
Vorschüsse für den Autor, bevor das Buch gedruckt wurde, können wir leider nicht anbieten. Jedoch erhalten dies ohnehin nur die großen Schriftsteller in unserer Autorenlandschaft. In Amerika ist es sogar noch üblicher.
Woran macht Ihr es fest, ob ein Manuskript gut ist? Muss es bereits ein Cover haben und lektoriert sein?
Nein, es sollte eine spezielle Atmosphäre haben, im Team beraten wir dann alle gemeinsam, wenn wir merken, dass das Buch zu unserem Verlag passt, dann übernehmen wir alle Kosten für die Erstellung eines Covers sowie Lektorat sowie Korrektorat.
Wie lange dauert es in der Regel, bis ihr eure Entscheidung mittteilt, ob ihr das Manuskript in euer Programm aufnehmen könnt?
In der Regel dauert es drei Wochen, bis wir uns auf jeden Fall gemeldet haben.
Ihr habt ein Buch am Start und wie ihr sagt, ist Startkapital vorhanden. Ich frage mich aber, wenn ihr alle Autoren veröffentlichen wollt, wie das genau funktioniert?
Also unser Plan ist es wie gesagt weniger Bücher zu veröffentlichen, uns aber dafür besonders auf die Qualität und das Marketing zu konzentrieren. Wir möchten uns natürlich mit jedem Jahr vergrößern, aber alles kommt mit der Zeit. Zuerst möchten wir wachsen mit guter Qualität. Außerdem zahlen wir uns selbst kein Gehalt aus.

Brainstorming nach dem Interview…
Mitglied: Meiner Meinung nach, war es die beste Vorstellung, die wir bisher hatten. Mir gefällt das Konzept.
Mitglied: Dieses „Noir“ kann ich noch nicht wirklich einordnen, aber ich bin davon überzeugt, dass man sich als Autor bei diesem Verlag gut aufgehoben fühlt.
Mitglied: Wunderbar! Hat sich echt gelohnt. War stark!
Mitglied: Hat mir auch gefallen … aber ich bin leider nicht noir.
Mitglied: Mir schien das Ganze auch Hand und Fuß zu haben. Jetzt muss ich nur noch was „Dunkles“ schreiben. Na ja, schauen wir mal!
Mitglied: Dieses NOIR ist ziemlich toll, weil es auf so viele Genres passt, sobald der Hintergrund der Geschichte stimmt. Geh mal auf die Homepage schnüffeln, da ist das gut erklärt.
Mitglied: Gut … ich schnüffel morgen auch mal.
Mitglied: Hat mir gut gefallen!
Mitglied: Ich denke es lohnt sich ein Auge darauf zu haben.11351279_961824843847940_2643592028584984280_n

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