Karina Verlag

11011228_982427738454317_592621212321639109_nVerlagsinterview – Karina Verlag am 19.04.2015

Gegründet wurde der Karina-Verlag im August 2014 von der Autorin Karin Pfolz. In Anlehnung den Verein „Respekt für Dich – AutorInnen gegen Gewalt“, dessen Vorstandsvorsitzende sie ist. Jedes publizierte Buch des Verlages, jede CD, jedes Kunstwerk, unterstützt die Gewaltopferhilfe in Österreich. Außerdem veranstaltet „Respekt für Dich“ und der Karina-Verlag laufend Workshops an Schulen, zu den Themen Gewaltvermeidung, Mobbin, Mentortraining bei Lernproblemen usw.
Jährlich erscheinen einige Anthologien unter dem Titel „Jedes Wort ein Atemzug“, wo das gesamte Honorar an GewaltfreiLeben geht. Daran beteiligen sich inzwischen über 1.200 AutorInnen weltweit. Für den Karina-Verlag und alle unsere Künstlerinnen und Künstler gilt immer: „Jedes Buch ist eine Träne weniger“.

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Der Verlag wurde im August 2014 gegründet. Und zwar, weil der von mir gegründete Verein „Respekt für Dich“ Autoren gegen Gewalt, immer mehr Anthologien erstellte. Es machte mehr Sinn, das als eigener Verlag zu machen. Natürlich ist der Verlag noch winzig, aber ich will einfach Autoren, die wirklich gut schreiben, Chancen geben. Derzeit habe ich bereits mehr Manuskripte eingereicht, als ich verarbeiten kann. Es gibt leider bereits Wartezeiten von 2-3 Monaten. Wer sich für meinen Verlag entscheidet, der sollte aber auch wissen, dass alle meine Autoren zusammenhalten. Gegenseitig posten und bewerben. Ich dulde keinen Neid. Denn am Anfang verkaufen wir einfach keine großen Stückzahlen, aber gemeinsam geht einfach alles. Ein Buch beim Karina Verlag, geht immer mehrmals durch meine Hände. Ich prüfe den Text zuerst, ob er flüssig ist gut geschrieben und „Esprit“ hat. Wenn das der Fall ist, dann kommt das Manuskript zu Lektorin. Und danach überarbeite ich selbst alles noch mal. Mach das Layout Cover usw. Warum ihr zu uns kommen sollt? Nun, das muss jeder selbst entscheiden. Wer
Zusammenhalt und Fairness möchte, der ist willkommen. Ich halte nichts von den Arbeitseinstellungen großer Verlage. Das ist mir zu unpersönlich. Ich bin grundsätzlich mit allen Autoren in Kontakt. Das ist wichtig und auch Lektorin und Autor arbeiten zusammen. Aber ich erwarte auch Einsatz. Von Autor. Zurücklehnen und auf die
Millionen warten, dafür sind wir die Falschen. Warum diese doppel Bearbeitung?
Warum doppelte Überarbeitung? Nun, wollt ihr ein gutes Buch? Das macht nach dem Lektorat schon sinn. Bei uns wird „sanft“ lektoriert. Dh. es wird nichts grundlegendes verändert. Aber auch eine Lektorin kann was übersehen. Außerdem gibt es vielleicht Zeilenhüpfer und der gleichen. Ein großes Problem ist zB das „Open-Office“. Es
zerstört jedes Layout und ich bin schon bald so weit, dass ich keine Manuskripte mehr in Open Office annehme. Das Schreibprogramm ist euer Handwerkszeug, das sollte gut sein. Also Word oder Papyrus.

Thema Cover – wie viel Mitspracherecht hat der Autor/die Autorin?
Jedes Mitspracherecht. Beim Cover. Ich bespreche immer, was der Autor sich vorstellt. Dann gibt es Entwürfe und letztendlich entscheidet der Autor.
Ich finde nirgendwo auf der Website was den Autor genau erwartet, wenn er sich mit seinem Manuskript bei euch bewirbt. Sprich Vertrag bzw. finanzielles?
Ich denke, dass Konditionen für Autoren auf einer Verlagsseite nichts verloren haben. Das handeln wir persönlich aus. Aber wir sind sicher kein Abzockerverlag. Ich nehme sicher ein unbekanntes Manuskript an.
Gerade wir Selfpublisher machen ja schon alles selber, wenn es um Marketing geht, wir ruhen uns so oder so nicht aus und warten auf Millionen. Aber mich interessiert, was macht der Verlag für mich als Autorin?
Das Lektorat ist mal wichtig, denn es kommt viel Fehlerhaftes auf den Markt. In Zukunft wird das ein Problem werden. Und natürlich steht ein Netzwerk von über 1000 AutorInnen hinter Dir, die mit bewerben. Das kann kaum einer alleine. Auch Layout und Cover sollten professionell sein. Immer diese „Selbstbestrickten“ – also ehrlich – das
wird nix. Auch wenn das Buch noch so toll ist. Ein Verlagsbuch ist halt ein Verlagsbuch. Und das weiß auch ein Leser.
Wie soll ich das verstehen, ein Netzwerk von Autoren steht hinter mir, die mit bewerben? Bewerben die Autoren den Verlag oder bewerben die Bücher ihrer Verlagskollegen? Wie darf ich mir das konkret vorstellen?
Die Bücher natürlich.
Genre ist egal?
Ja, Genre egal… wenn es gut ist, ist es gut. Nur keine Erotik. Das passt einfach nicht.
Wie sieht es mit den Rechten aus? Wie lange bin ich gebunden?
2 Jahre mindestens. Dann verlängert es sich automatisch, oder Einer kündigt. Allerdings kann der Verlag bei schweren Verstößen gegen die Rechte jederzeit kündigen. Z. B. bei geheimer Selfpublikation eines Werkes, das beim Verlag liegt.
Läuft ein Vertrag für das jeweilige Buch, oder für den Autoren?
Für das Buch natürlich. Aber eines sei gesagt, ich dulde auch keine Autoren bei mir, die gratis E-Books anbieten.
Ich versuche seit diesem Jahr auch als Illustratorin Fuß zu fassen. Macht es Sinn euch ein Portfolio zu schicken?
Das ist eine Frage der Kosten. Ich finanziere alles selbst. Aber die meisten Illustratoren arbeiten auf Tantiemen, das geht und fördert natürlich den Buchverkauf.
Gut, das wäre auch eine annehmbare Option für mich. Darf ich euch etwas zukommen lassen?
Natürlich. Ich hab eh kaum mehr Zeit alles selbst zu zeichnen.
Sind die Bücher auch im Handel erhältlich oder nur über Amazon und über die Verlagsseite?
Die Bücher sind auch im Handel erhältlich.
Was ist mit Büchern die bereits im Self-Verfahren rausgekommen sind?
Das ist heikel, weil die Bücher oft schlecht eingestellt wurden. Das Buch hat also keinen guten Ruf. Aber wir haben das schon gemacht. Überarbeitet und neuen Namen, neues Cover. Manchmal geht es noch.
Hört sich das hier an, als wenn kein Selfpublisher etwas auf die Reihe kriegt?
Du weißt selbst, wie es ist. Man sieht die eigenen Fehler nicht. Das ist keine Schande. Aber es ist einfach so, dass ein Großteil nicht gut vorbereitet wurde. Zu schnell publiziert. Bei einem Buch braucht die Überarbeitung fast die selbe Zeit wie das Schreiben. Das vergessen viele. Alle glauben, wenn das Wort „ENDE“ dasteht, ist es fertig. Aber das ist es eben nicht.
Du kennst doch unsere Arbeitsweise überhaupt nicht!
Auch ich habe mein erstes Buch selbst publiziert. Bin ja auch nicht als Profi vom Himmel gepurzelt.
Angenommen ich hätte einen Coverdesigner den ich bevorzuge. Wärst Du da gesprächsbereit?
Sicher, einige machen das. Warum nicht! Nur eines muss klar sein, ein Coverdesign aus fremder Hand bezahlt der Verlag nicht. Das geht einfach nicht. Aus Kostengründen.
Das verstehe ich jetzt nicht. Einen Profidesigner musst Du doch auch zahlen?
Warum? Ich kann es ja, warum sollte ich das? Die verlangen einige hundert Euro. Ich habe einen neuen kleinen Verlag, keine Bank. Du musst ja nicht, wenn du einen Verlag findest, der dich nicht abzockt, und dein Buch will, und das zahlen kann, dann steht dir das ja frei.
Aber das Cover ist doch das Erste, was der Leser sieht. Und das Eine, was gezeigt wurde, fand ich jetzt – sorry – nicht so wirklich prickelnd! Ich zeige dir gerne mal meins!
Na danke, das ist mein eigenes Buch. Es ist übrigens seit weiten Tagen am Markt und bereits 110 Exemplare verkauft. Ich glaube, du willst den Text in dem Buch auch nicht. Also passt das Cover, weil es einfach nicht dein Lesestoff ist. Ganz gut dein Cover, aber die Schrift sieht man schlecht. Und ich schätze mal Phantasie. dann geht das. Aber
mein erwähntes Buch ist ein „Gedankenbuch“, also ein ganz anderes Genre.
Du kannst gar nicht beurteilen, was ich lese!
Du kannst es lesen und mir gerne deine Rezension schicken, würde mich freuen. Es ist ein anderes Buch, normal schreibe ich Thriller und Kinderbücher. Da wäre ich gespannt.

 

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