Leseratten Verlag

11169475_989882367708854_1749414775305136917_nVerlagsinterview – Leseratten Verlag am 06.07.2015

Der Leseratten Verlag wurde im Herbst 2013 von Marc Hamacher in Backnang gegründet. Eines der Hauptziele ist es, die Literatur in der Region zu unterstützen und attraktiver zu gestalten. So entstand die Idee für die „Backnang Stories“, einem Schreibwettbewerb zur Förderung von neuen Autoren.
Selbstverständlich wird der Leseratten Verlag auch überregional tätig sein. Dabei sind wir nicht auf ein bestimmtes Genre festgelegt. Die Geschichte muss überzeugend und spannend sein, egal ob Krimi, Fantasy, SF oder sonst eine Schublade.
Da wir in dem Bereich Erfahrungen haben, würden wir auch gerne Werke von Autoren mit Rechtschreibschwäche oder Legasthenie fördern, welche bei manch anderem Verlag alleine wegen der Form selten eine Chance erhalten.

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Viel gibt es zu meinem kleinen Verlag nicht zu sagen…. wir sind NEU, wir lernen noch viel. Gegründet haben wir uns Herbst 2013, die ersten Bücher kamen 2014. Von Haus aus komme ich eher aus der Fantasy/SF Schiene… wir versuchen aber auch, mit den „Backnang Stories“ den Nachwuchs hier in der Kleinstadt zu fördern … Dieses regionale Buch kam sehr gut an, dass wird nun jährlich erschienen … Ansonsten gibt es die große Tybay-Saga und eine eBook Reihe mit dem Namen Jakob Wolff … da sind 2 Bände erschienen, 2 fast fertig. Meine Hauptautorin Tanja Kummer ist Legasthenikerin und ich denke, als Verlag MUSS man solchen Menschen eine Chance geben, denn die Geschichten sind toll, nur die Arbeit ist halt mühsamer. Als kleiner Verlag kann man sowas leisten, da bin ich sehr sozial und offen eingestellt.
Ich hatte neulich eine Anfrage von einem Legastheniker. Darf ich den an dich verweisen?
Ja, Chance kriegt jeder, Garantie keiner.
Was ist eine Hauptautorin? Wo die meisten Publikationen erscheinen bzw. erschienen sind?
Hauptautorin, weil die meisten Werke von ihr sind – bisher.
Nun sie ist die einzige, soweit ich das gesehen habe?
Bin mit ihr verheiratet und darf deswegen laut Ehevertrag nur gut über sie reden. In den Backnang Stories sind noch andere Autoren und bei Jakob Wolff gibt es auch schon mehrere Autoren. Im Herbst erscheint der erste Teil von Dominik Schmeller.
Welche Genre bevorzugt ihr?
Fantasy/SF kennen wir uns am besten aus, aber wir sind da flexibel im Genre. Es darf nicht langweilig sein. Im Moment gibt es viele Skripte, die sind Twilight sehr ähnlich, fast FanFiction, sowas braucht man inzwischen nicht mehr, also bitte keine glitzernden Vampire.
„Es darf nicht langweilig werden“ ist ja sehr subjektiv. Habt ihr denn Genre-Gattungen außerhalb von Fantasy/SF wo ihr den Fokus drauf legen wollt? Liebesroman, Erotik, Abenteuer usw. Oder nehmt ihr jedes Manuskript an und prüft es?
Keine weiteren Genrevorgaben. Nur keine Lyrik.
Warum sollte ich zu deinem Verlag gehen?
3 Gründe:. Hmmm, wir geben der Story eine Chance, wir sind noch motiviert, wir nehmen uns Zeit für alle Einsendungen und haben noch keinen Automatischen Müllschlucker.
Wie sieht es bei euch mit einem Lektorat/Korrektorat aus?
Lektorat/Korrektorat machen wir.
Nochmal Lektorat/Korrektorat: extern / intern; einfach oder korrespondierend?
Wir haben einen externen Lektor. Können uns noch nicht leisten, einen fest anzustellen.
Ist dieser Lektor spezialisiert?
Der Lektor hat eine Germanistikausbildung, arbeitet derzeit frei, sucht aber gerne eine Verlagsstelle, wenn einer eine hat. Lektorat: Zusammen mit dem Autor. Wir wollen ZUSAMMENARBEIT und keinem was aufdrängen.
Sind schon Bücher herausgekommen und seid ihr schon ausgelastet mit Manuskripten?
Noch nicht ausgelastet, aber wir antworten auch nicht innerhalb von 3 Tagen. Wir tun unser bestes.
Also kann ich da einfach mal eine Probe zu euch schicken und du würdest mir da was zu sagen können?
Einsendungen, wie auf der Webseite geschrieben. Expose und Leseprobe. Wenn das Expose und die Leseprobe passt, dann fordern wir das ganze Skript. Expose lesen geht schnell – unter einem Monat. Ich ahne FLUTEN an Exposes ab morgen, dann sitze ich in der versprochenen Terminkacke.
Wie ist das, wenn man eine Geschichte auf einer Online Plattform schon stehen hat, nehmt ihr diese dann auch oder muss das etwas sein, was noch niemals jemand gesehen hat?
Wichtig ist, dass sie nicht schon mal gedruckt wurde. Wenn du willst, dass wir sie drucken, dann darf sie nicht AUCH frei im Netz sein.
Reicht es erstmal eine Leseprobe mit Handlungsverlauf einzuschicken und wenn ja, wie umfangreich soll die „Probe“ sein? (sozusagen Das „GO“ um die Geschichte zu Ende zu schreiben)
Expose einreichen. Leseprobe ca. 20 Seiten. Es kommt auf das Projekt an, bei Jakob Wolff reicht ein Expose. Und das Skript kann dann geschrieben werden, wenn der Vertrag unterschrieben ist. Also bei der eBooks Serie: Erst fertig schreiben, wenn Vertrag. Bei Einzelromanen kann das anders sein. Bei Anthologie: erst Story, dann
abwarten, ob es genommen wird.

Ihr veröffentlicht, auch wenn ein Roman bereits Online ist/war, Hauptsache nicht gedruckt. Heißt das, wenn es die Geschichte über Amazons CS gibt, würde ich bei euch durchfallen?
Wie lange online? Wie waren die Downloadzahlen? Wenn du schon 10000 mal die Geschichte verschenkt hast, dann drucke ich eher nicht.
Wie sieht es mit Tantiemen aus?
Tantiemen und Autorenvertrag richten sich nach Verdi-Standard. Wir sind als Verlag auch Mitglied des Börsenvereins des Buchhandels, also wir meinen es ernst, auch wenn es kostet. Auf unserer Webseite ist eine Ausschreibung zu „Funtastische Geschichten“. Da steht z. B. was über Tantiemen drin. Bitte da nachlesen. Unsere Prozente, z. B. bei der FUNTASTIK Ausschreibung, beziehen sich auf den Verkaufspreis.
Kannst du kurz Verdi-Standard ausführen, bitte?
Unsere Autorenverträge sind die von Verdi/Börsenverein – minimal angepasst. Konkrete Zahlen sind sicher immer Verhandlungssache.
Was ist Verdi-Standard? Normvertrag ist klar, aber was ist Verdi-Standard bei den Tantiemen? Kannst du die Grundlage nennen. Für eBook und Taschenbuch. Du sagst, du änderst den Normvertrag geringfügig. Das ist normal, wie lange sind eure Vertragslaufzeiten?
Ich meinte mit Verdi-Standard den Vertrag, nicht die Tantiemen – hab ich doof geschrieben. Konkrete Zahlen sag ich hier nicht, aber es ist der übliche Rahmen in der Branche. Wie gesagt, schau in die Ausschreibung. eBooks ist natürlich mehr. Achja, eBooks werden bei uns auch professionell von Bookwire vertrieben, also alle Shops
weltweit. Kostet ein paar Prozente, aber dafür ist der Vertrieb garantiert professionell und nicht nur über Amazon.
Wie sieht Marketing bei euch aus?
Werbemittel stellen wir her und die kann man dann haben.Flyer, Leseproben etc. – geht auf unsere Kosten. Wir schalten auch Anzeigen, wenn sie nicht direkt 3000 Euro kosten Wir sind 2016 auch wieder auf mind. 5 Fachmessen, leider können wir uns Frankfurt und Leipzig noch nicht leisten. Was wir nicht machen ist, 5 Mal täglich in allen Werbegruppen des Internets immer die gleichen Texte posten, denn dann fällt man unangenehm
auf.
Macht Ihr auch Übersetzungen in das Englische??
Englisch? Noch nicht angefragt worden. Würden wir Lizenzen freigeben, die kosten ja UNS nichts, sondern dann dem englischen Verlag.
Wie gut verkaufen sich bei euch Ebooks, gegenüber Büchern?
Ebooksverkauf ist derzeit besser als Print… liegt aber auch daran, dass Jakob Wolff zB. nur als eBooks zu haben ist. Da gibt es vielleicht mal Print-Sammelausgaben, abhängig von dem Skriptstapel auf meinem Schreibtisch und der Seitenzahl.
Öffentliche Zahlen nennst du hier nicht? War das auf die Tantieme bezogen? Wenn ja, frage ich mich, warum du dich da so bedeckt hältst? Es wäre schon wichtig zu wissen, was der Autor letztlich davon hat, es ist immerhin auch mit ein Entscheidungsgrund, ob ich deinen Verlag wählen würde oder nicht!
Schau in die Ausschreibung der Funtastik, da stehen Beispielzahlen.
Wir hatten beide ja schon einmal die Diskussion um die Formulierung: „Sexuell orientierte oder Gewalt verherrlichende Texte“. Würden Textproben reichen, bevor man sich an ein ausgefeiltes Exposé setzt, um diese Frage „ob es passt“ im Vorfeld zu klären?
Es kommt auf das Projekt an. Die Funtastik sind eben auch als Jugendbuch geplant. Es gibt in unseren Büchern auch Sexszenen, aber keine Pornografie. Eine schwammige Grenze. Muss man von Fall zu Fall entscheiden.
Organisiert ihr auch Lesungen?
Ja, zu den Bk Stories gab es Lesungen. Ansonsten suchen wir derzeit Räumlichkeiten im Stuttgarter Raum. Als wir noch in Köln waren, da gab es eine Lesungsreihe – 3 mal im Jahr mit Gästen. So hat Christoph Hardebusch schon bei uns gelesen oder Bernard Crow, auch wenn sie nicht bei unserem Verlag waren – Fantasylesungen in einem
Rollenspielladen.
Wie lange ist die Vertragslaufzeit?
Was meinst du mit Vertragslaufzeit? Verramschung ist abhängig von den Verkaufszahlen.
Verramschung? Das will ich als Autor aber nicht hören! Du hast doch im Normvertrag eine Vertragslaufzeit. Das ist gemeint.
Wieso sollte ein Autor kündigen? Wir machen für jedes Buch einen Vertrag und dann sind die Rechte natürlich erstmal bei uns. Anthologie als Ausnahme.
Ich fasse mal zusammen, ihr macht das was ein SPler macht außer das ihr das Lekto/Korrektorat von einem jungen Germanistik-Studierten übernehmt. Der sich aber nicht in allen Genres zu Hause fühlt.
Werbung muss ich auch selber machen, Lesungen auch selber organisieren. Und für all das soll ich auch noch weniger an Tantiemen bekommen. Sag mir doch bitte einen guten Grund warum ich zu euch kommen soll, außer das Du ein netter Mensch bist.
Die Ausschreibung sagt: 5% Gesamthonorar je Buch und 25% Gesamthonorar je eBook – aufgeteilt nach einem Seitenschlüssel für jeden beteiligten Autor.

Das beantwortet meine Frage leider nicht und mag für diese Ausschreibung so sein, aber was ist, wenn du mich unter Vertrag nimmst? Das hört sich noch alles
ziemlich schwammig und ausweichend an. Wo ist der Haken?
Wenn du alleinige Autorin bist, dann sind diese Zahlen Verhandlungsbasis. Es gibt z. B. KEINE Verpflichtung, weitere Werke erst bei uns anzubieten. Ich weiß, dass machen andere Verlage, wir nicht. Dennoch gibt es in der Regel eine Vertragslaufzeit. Andernfalls tritt man die Rechte ja auf Lebzeiten ab.
Gut, ich bin dann mal raus, ist mir leider noch etwas schwammig alles.
Vertragslaufzeit gibt es keine. Wer eine haben will, muss mir erklären, wieso. Mitsprache ja, mitbringen kannst du das auch, aber dann hab ICH ein Mitspracherecht.

Du solltest, denke ich, noch mal auf die Punkte Tantieme und Vertragslaufzeit eingehen – beides ist wichtig für Autoren. Bisher gab es zu diesen Themen genaue Auskünfte von den anderen Verlagen

Tantiemen zwischen 5-10% bei Print, zwischen 25-30% beim eBook- konkreter muss man dann sehen. Wir fesseln a keine Autoren an uns. Gibt keine Verträge für „alle Bücher der nächsten 3 Jahre“ oder sowas. Prozente oben, sind berechnet vom Ladenverkaufspreis. Nicht, dass diese Diskussion wieder anfängt
Für das eine, gerade angenommene Werk muss es ja einen Vertrag geben?
Ach ihr meint Fristen, bis das Skript fertig sein muss? Oder Frist, bis wann der Druck fertig sein muss?
Das heißt, dass der Verlag das Recht am Werk 70 Jahre nach dem Tod des Autoren behält. Außer es wurde etwas anderes vereinbart. Deshalb meine Frage. Man weiß das ja in der heutigen Zeit nie. Wenn man den Normvertrag von der Verdi nicht abändert ist es so.
Genau so. 70 Jahre – wer es anders haben will, kann es anders haben, aber eigentlich ist das nicht vorgesehen. Wenn einer VORHER die Rechte zurück haben will, dann kann man das auch regeln.
Wer bitte bindet sich heute noch für 70 Jahre?
Dafür gibt es dann Auflösungsverträge.
Kompliziert alles, ein klein wenig undurchsichtig. Dann bleibe ich doch lieber bei mir – kleine Brötchen backen!
Wieso ist das undurchsichtig, wenn ich über konkrete Zahlen nicht öffentlich rede? Setzt ihr eure Gehaltsabrechnung ins Internet? Sorry, ich hab einen Rahmen genannt und alles andere kann man dann intern besprechen..
Marc Hamacher auch wenn Du gerne unkompliziert sein möchtest mit Deinem Verlag, so rate ich doch dringend ein paar Grundlegende Dinge wie Vertrag und Fristen einzubeziehen. Ich habe eine Firma und weiß wovon ich spreche, auch wenn man immer cool ist irgendwann kommt es dicke und dann??
Ich würde dir maximal drei Jahre anbieten. Akzeptabel?
3 Jahre, wenn es gut läuft? Nein, wäre ich ja dumm.
Ich finde dich auch sehr sympathisch. Trotzdem geht das mit den rechtlichen Dingen für mich gar nicht. Hier muss eine Rechtsberatung und ein transparenter Umgang her, gerade wen es um Verträge geht. Das ist nicht böse gemeint. Ist nur hilfreich für beide Seiten. Es kann immer mal was sein. Sowas muss schriftlich fixiert werden. Solange man sich gut versteht, lässt sich sicher alles regeln, aber wenn das nicht mehr so ist, kann der Schaden am Ende groß werden. Das ist nur ein Tipp von mir. Alles Liebe und Gute für dich und deinen Verlag.
Transparenten Umgang gibt es unter 4 Augen.
Danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Für mich ist das leider alles ein bisschen zu schwammig und undurchsichtig – einige Fragen wurde leider nicht vernünftig beantwortet, was ich sehr schade finde, die Stunde hätte intensiver genutzt werden können. Evtl. kann man das Ganze ja irgendwann mal wiederholen!

Na, dann denk doch mal darüber nach, ob ein Autor nicht dumm wäre sich mit seinem Werk auf Dauer an
einen Verlag zu binden, bei dem es nicht gut läuft. Verlängern (auch automatisch) kann man doch immer.
Rechte kann man zurück kriegen, aber das VORHER schon festzulegen ist meiner Meinung nach ein Zeichen mangelnden Vertrauens. Ein Verlag hat auch Kosten – wir zahlen Druck, Werbung, Lektorat/Korrektorat, Verwaltung und Vertrieb usw., da kann ich gerade nicht verstehen, wieso ich freiwillig nach 3 Jahren auf Rechte verzichten soll, und das im VORHINEIN. Aber vielleicht sehe ich das auch falsch. Bin ja Anfänger und lasse mich gerne belehren.
Wenn es schlecht läuft, weiß ich nicht, warum ich an jemanden gebunden sein soll, der von Verramschung spricht. Aber vielleicht bin ich da zu sensibel. Bin Wirtschaftspsychologin und Kauffrau. Hört sich für mich eher gruselig an.
Verramschung ist ein Fachbegriff. Das heißt, dass ein Buch, wenn es irgendwann nicht mehr/kaum noch gekauft wird, von der Laderpreisbindung befreit wird. Dann kann der Autor die Rechte und Restauflage kaufen.
Gerade als Kleinverlag kann man nur vom Vertrauen leben, da sollte man mit offenen Karten und Visier spielen. Konkurrenz gibt es viel, bei jedem Distributor kann ich alle Infos runterladen. Dazu ist die Zeit schnelllebiger geworden. Mehr als 5 Jahre sind doch für beide Seiten kein Vorteil. Hier gehts ja kaum um
Millionenauflagen.
Würdest du deine Frau (wenn eine vorhanden) nur für 5 Jahre heiraten und dann Schluss, weil es „nicht gut gehen könnte“?
Das ist so eine unprofessionelle Antwort. Mein Mann bezahlt mich auch nicht.

Aber ganz ehrlich…würdest du deine Hauptautorin aus dem Vertrag lassen, wenn sie unzufrieden ist und keine Lust mehr auf deinen Verlag hat? Ich glaube kaum. Das wäre nicht wirtschaftlich für einen Verlag. Soetwas „großes“ aufzuziehen ist nicht mal eben mit einem Handschlag erledigt und mit dem versprechen, dass man einander Vertrauen kann. Wie oft im Leben ist es eben nicht so und man fällt auf die Nase. Dann lieber vorher einen gewissen Vertragsrahmen aufsetzen und wenn alles gut läuft verlängern, als hinterher
tief zu fallen.Ist zumindest meine Ansicht.
Ich finde, ihr geht zu negativ an die Sache

Negativ finde ich nicht, sondern mit einer gesunden Skepsis und die ist für kleine Autorinnen und Autoren, die noch am Anfang sind und sich durch den Dreck wühlen und winden um nach oben zu kommen, überlebenswichtig. Besonders wenn man schon Erfahrungen gemacht hat, die einen fast zerschmettert haben und Gefühle die, die Seele zerfressen – da wird man vorsichtig.

Wer garantiert mir denn, dass der Verlag auch Wort hält und einen aus dem Vertrag lässt, wenn es in Augen des Autors schlecht läuft? Ich habe bei meinem Arbeitsvertrag Kündigungsfristen und binde mich auch nicht „fest bis an mein Lebensende und über den Tod hinaus“. Das hat auch nicht wirklich was mit
„negativ an die Sache“ gehen zu tun. Ich bin neuen Verlagen sehr aufgeschlossen. Jeder fängt mal klein an und muss sich erst hoch arbeiten. Dennoch sollte eine gewisse „Grundsituation“ herrschen. Ich kann nicht
blauäugig darauf vertrauen, dass alles sich zum Guten fügt. Dafür bin ich schon zu oft auf die Nase gefallen, sorry. Wenn das andere Autoren nicht so sehen ist es schön. Wie gesagt, ich wünsche dir von Herzen alles Gute und viel Erfolg mit deinem Verlag. Du wirst deine Erfahrungen machen und deinen Weg
gehen.
Alle Welt jammert, dass Verträge in der Berufswelt befristet sind und ihr wollt es andersrum. Ich versteh nicht, wieso? Bei einem Autorenvertrag bindest du dich ja nicht mit deinem ganzen Leben an den Verlag. Ich glaube, ich mache da mal einen eigenen Thread zu auf, denn das sollte man allgemeiner diskutieren. Ich bin der Meinung,
wenn Du so wenig Vertrauen in den Verlag hast, dann solltest du da gar nicht unterschreiben.
Ich habe auch nicht vor zu unterschreiben. Wir haben da einfach verschiedene Ansichten und werden wohl auch auf keinen grünen Zweig kommen. Aber das ist in Ordnung.

Brainstorming nach dem Interview…

Mitglied: Nein, danke. Nichts gegen den Marc, aber was soll das denn für ein Verlag sein. Entschuldigung geht gar nicht.
Verlag: Vielleicht klären wir das einfach mal in einer Email, was Dir stört. Ich hab eher das Gefühl, wir reden aneinander vorbei.
Mitglied: Nein, wir reden nicht aneinander vorbei. Du hast Deine Sichtweise der Dinge dargestellt und die passen nicht mit meiner zusammen. Aber es gibt bestimmt den ein oder anderen da passt es.
Mitglied: Der Mann ist mir sympatisch, doch ich merke hier, wie bei vielen neu startenden Kleinverlagen, dass es ein mangelndes Bewusstsein für Professionalität gibt. Wer mit Profi-Autoren arbeiten möchte, sollte dies auf Augenhöhe tun. „Schick mal, was du hast“, ist eher etwas für Hobby-Schreiber, die froh über irgendwelche Veröffentlichungen sind. Dementsprechende Beiträge werden sie dann auch erhalten. Erfolg – fraglich.
Mitglied: Zwischen Verlag und Autor braucht es eine Vertrauensbasis. Frage: Ist die für euch hier gegeben?
Mitglied: Für mich nicht.
Mitglied: Fand es schade, wie schon gesagt wurde, man hätte da mehr rausholen können. Und bisher hat jeder
Verlag der sich vorgestellt hatte einfach transparent geantwortet. Mir ging es im Übrigen nicht darum, den Kollegen zu diskreditieren. Auch wenn wir beide im Verlagsgeschäft sind, haben wir andere Ansätze. Deshalb kommen wir uns sowieso nicht ins Gehege. Mit Heinz hab ich ja damals in der Vorstellung auch diskutiert. Wir sind inzwischen vernetzt. Darum ging es nicht. Nur wenn ich Werbung für mich mache und dann geheimnisvoll anmute, wird da kein Schuh draus. Das hat auch nichts mit Erfahrung als Verleger zu tun. Wenn man sich selbständig macht, bringt man ja in der Regel betriebswirtschaftliche Kenntnisse mit, egal aus welchem Bereich man kommt.
Mitglied: Mich stört das mit der Kündigungsfrist. Für mich also auch keine Vertrauensbasis.
Mitglied: Wer meint keine Fehler machen zu können, weiß noch zu wenig über sein Geschäft. Das hat nichts mit Vertrauen zu tun, sondern ist blauäugig.
Mitglied: Für mich schon! Hat was mit Menschenkenntnis zu tun. Die scheint mir hier in letzter Zeit etwas verloren zu gehen, da fast nur noch von professionellen Dingen gequatscht wird. Bitte mal auf den Teppich zurückkehren.
Mitglied: Ich bin absolut auf dem Teppich. Nur wenn ich ein Skript einem Verlag übergebe, erwarte ich, dass dort professionell damit umgegangen wird. Sonst könnte ich das Ding in die Schublade legen. In dem Moment, wo ich veröffentliche, muss ich auch professionell agieren.
Mitglied: Menschenkenntnis ist ja schön, Vertrauen noch besser, Professionalität immer gern gesehen. Hier geht es nicht um ein Stück Kuchen sondern um Geld, Ruf und Spaß. Ich frage lieber dreimal nach bevor ich mich später in den Hintern beiße und mich frage „Warum hast du nur nur…“ Also es ist ein Geschäft und kein Kaffee trinken.
Mitglied: Hab da eher was allgemeineres, da ich meisten Teil der Veranstaltung leider verpasst habe. Aber ich muss mal sagen, wäre ich Verleger, würde ich mich dem hier nicht aussetzen. Manchmal kommts mir so bissel vor wie eine Inquisition. Natürlich nicht alle Leute hier. Aber ich finde es einfach mal unangebracht, dass da manche
Leute sich genötigt fühlen nur zu meckern und zu schimpfen, was sie denn so alles schlecht finden, anstatt Fragen zu stellen Finde das persönlich dem der sich da vorstellt bissel unfair.
Mitglied: Hast du mal ein Beispiel, damit ich folgen kann? Es geht ansonsten doch um geschäftliche Dinge, bei denen Samthandschuhe fehl am Platz sind. Der Geschäftsmann Verleger, wird dies verstehen.
Verlag: Welche Frage war nicht transparent beantwortet? Bitte PN an mich.
Mitglied: Für mich ist es leider nichts. Mir fehlen auch die Kündigungsfristen. Ich würde nie die Rechte unbefristet abgeben …
Verlag: Also, in dem Wust eben sind vielleicht auch einige Sachen übersehen worden, aber ich bin doch bei Vertragslaufzeit und Prozenten transparent gewesen.
Mitglied: Wie handhaben denn andere, also große, Verlage das mit den Rechten? Was ist der Unterschied zwischen ihnen und euch?
Verlag: Ich bin kein großer Verlag, ich halte mich an den Normvertrag und da sind keine Fristen drin. Wenn einer sowas haben will, dann muss er mich überzeugen. Dann kann man es ändern, aber Standard wird immer sein, dass es keine frühzeitige Frist gibt. Ist das konkret genug?
Mitglied: Danke!
Mitglied: Ein Autor in unser Position (wir sind kleine Autoren und keine Bestseller Autoren) muss auch in der heutigen Zeit das Handwerk und Geschick eines Geschäftsmannes/Frau haben. Ich sehe das jedenfalls so. Es wäre toll einen Verlag zu finden der mir das Geschäftliche abnimmt auf den ich mich hundretprozentig verlassen
kann. Aber bis dahin und darüber hinaus werde ich den Verlag löchern bis er rot, grün und schwarz wird. Denn es geht um mich und um mein Werk was ich abgebe nd darauf hoffe das der Verlag eine gute Ernte einfährt, für uns beide. Ich wäre dumm würde ich nur weil mit die Nase des Verlegers passt ja sage und dann auf die selbige falle.
Mitglied: Ich denke, es wird immer gerne vergessen, dass nicht wir uns die Verlage aussuchen sondern eher sie uns. Niemand wird gezwungen, seine Sachen Marcs Verlag einzureichen. Und was ist daran so schlimm, wenn er dazu neigt, manches unter vier Augen zu regeln. Aber vielleicht bin ich da auch etwas dumm.
Mitglied: Ich suche mir meine Verlage aus und warte nicht auf gönnerhaftes Verhalten dererseits. Partner auf Augenhöhe – sonst wird das nichts mit dem gemeinsamen Erfolg.
Mitglied: Aber ja doch! Ich meinte ja auch nicht, dass man sich jeden x- beliebigen Verlag „aussuchen“ sollte und wie ein Schaf zu Schlachtbank schleichen. Aber du wirst mir doch wohl recht geben … die Oberhand behält immer noch er, ob er einen nimmt oder nicht. Sehe ich das sooo falsch?!
Mitglied: Wenn Marc noch da ist, Frage: Wie stehst du dazu, dass es Probleme geben kann, die du jetzt noch nicht siehst. Z.B. unterschiedliche Vorstellungen im Marketing, der Darstellung, der Preisgestaltung usw. Das sind meine Erfahrungen, deshalb halte ich drei Jahre für einen sehr weitgehenden Vertrauensvorschuss. Der Autor wird nicht kündigen, erst recht nicht wenn es gut läuft, falls er sich beim Verlag gut aufgehoben fühlt.
Mitglied: Also, ich habe mich ja sehr zurückgehalten. Meine ganz ehrliche Meinung: ich würde als Autor nicht zu dem Verlag gehen. Ich konnte keine Funken und keine Wärme spüren, in den Kommentaren von dem Verlag – es war in meinen Augen eher einem Winden gleich, es kam so gezwungen rüber. Ist aber nur meine kleine unbescheidene Meinung.
Mitglied: Das könnte man auch als Intuition bezeichnen. Die ließe sich nur in einem offenen Gespräch widerlegen.
Mitglied: Aber ich glaube nicht, dass sich mein Gefühl in einem offenen Gespräch wiederlegen ließe. Ich spüre sowas irgendwie.
Mitglied: Ich glaube es liegt daran, dass der Verlag noch nicht viel Erfahrung hat.
Mitglied: So, ich habe jetzt alles nachgelesen. Ich stelle es mir sehr schwierig vor, all die Fragen, in dieser kurzen Zeit und in dieser „Schussgeschwindigkeit“ zu beantworten. Respekt! Bei jedem Verlag wird ein Geschäftsvertrag geschlossen, bei dem jeder, also sowohl Verlag, als auch Autor, versucht, so gut wie möglich dazustehen. Es ist nun mal ein hartes Geschäft. Es wurde auch mal was von Künstlern erwähnt. Die machen in der Regel erst Geld, wenn sie tot sind. Fällt also für mich also komplett weg. Grundsätzlich gilt, dass eine solche Vorstellung lediglich gegenseitig Interesse wecken kann. Alles Geschäftliche wird hinterher am Tisch geregelt. Ich glaube nicht, dass bei Verlagen jeder Autor gleich behandelt wird. Es ist alles Verhandlungssache.
Mitglied: Vielleicht war es ja auch gut für den Verlag sich hier vorzustellen und er sieht vielleicht seine Schwächen.
Mitglied: Da hatte ich auf ein Feedback gehofft. Kam leider nicht.
Mitglied: Ein „muss ich mal drüber nachdenken“ hätte gereicht.
Mitglied: Ja, aber wenn ich ein Verlag wäre und mich vorstellen würde, dann um Autoren zu gewinnen. Klar ist das Vertragliche eine Seite, die Finanzielle die andere, aber das was dazwischen liegt, das hat mir gefehlt.
Mitglied: Ich weiß, was du meinst. Aber ich hab es nicht so empfunden.
Mitglied: Bei einem Verlag geht es nicht ums „Rundumwohlfühlpaket“. Es geht ums Geschäft.
Mitglied: Aber auch beim Geschäft muss man sich doch wohlfühlen?
Mitglied: Natürlich geht es um ein Geschäft für den Verlag, aber für den Autoren geht es ja auch um mehr. Ich habe da einiges durch und weiß wovon ich rede.
Mitglied: Ihr habt recht! Aber ich kann nicht so recht daran glauben, dass es Verlage letztendlich auch so sehen. Aber wir haben den Vorteil, dass wir Self Publisher sind. Wir können auch nein sagen, wenn es uns nicht zusagt. In der Zwischenzeit machen wir unser eigenes Ding. Ich für mein Teil genieße diese Freiheit.
Verlag: So, ein wenig Senf von mir. Es hat Spaß gemacht, aber es ist extrem anstrengend, wenn 15 gegen einen reden. Es scrollt hier nur und man kommt nicht nach. Beim Tippen einer Antwort kommen 3 neue Fragen. Geht bei FB aber nicht anders. Wenn ich das so hart sagen darf: erst zu spät kommen, dann dreimal eine Frage stellen, die ich in den ersten 5 Minuten schon einmal beantwortet habe. Ich hab geschrieben, dass die Antworten weiter oben stehen. Ist dann also nicht mein Problem. Ich hätte auch gerne andere Fragen beantwortet, auch was emotionales oder persönliches, aber ich hatte das Gefühl, dass ich in den letzten 30 Minuten von 3-4 immer gleichen Leuten ca. 234mal nach GELD und Vertragslaufzeit gefragt wurde. Ich hab mehrfach gesagt, dass Details für mich da IMMER interne Vertrauenssache
ist. Keiner, in keinem Geschäftsfeld dieser Welt macht seine Zahlen einfach öffentlich. Klar, kriegt ein Autor mit einem Namen oder gutem Geschick mehr als ein Newbie.
Mir geht es darum, dass ich als neuer Verlag nur Sachen versprechen will, die ich auch halten kann. Dazu gehört Zusammenarbeit und Vertrauen auf beiden Seiten. Eine Frist in einen Vertrag zu setzen ist für mich kein Vertrauen.
Mitglied: So wie ich es verstanden habe ging es nicht ausschließlich darum eine Frist in einen Vertrag zu setzen, sondern eine Kündigungsfrist festzulegen. Wenn Du das nicht gewährst, weil man dir vertrauen soll, frage ich mich, warum nicht du vertrauen kannst, dass der Autor unter vernünftigen Umständen bleiben würde. Das Vertrauen wird hier sehr groß geschrieben, vor allem, wenn es darum geht im Zweifelsfall bei dir Bittsteller zu sein. Dann so Kommentare wie „Ich bin ja nicht dumm“ mit verlaub… ich auch nicht.
Ich freue mich, wenn deine Geschäfte laufen, aber wirtschaftlich SOWIE persönlich ist das bei mir nicht gut rüber gekommen. Ich habe auch schon andere Verlage sich vorstellen sehen. Wenn du sagst, das Vertrauen muss da sein, dann ist das ja genau der Punkt. Ich geh da nach Intuition und wissenschaftlichem Fachwissen. Hätte Null Vertrauen. Ich mag ja komplett falsch liegen. Ist aber auch einfach mal ein Feedback.
Stelle es mir allerdings auch schwer vor, so vielen Menschen so schnell zu antworten. Also alles Gute mit dem Verlag. Es werden sich schon genügend Autoren finden bei denen die gemeinsame Chemie stimmt!
Mitglied: Sorry, aber man merkt, dass du kein Autor bist, erst recht keiner mit Verlagserfahrungen. Wenn dann solche Autoren zu dir kommen, dann sollte der Verleger für deren Bedenken, die aus Erfahrungswerten erwachsen sind, ein offenes Ohr haben. Ähm, der Ehevergleich war komplett daneben. Ich will nicht unbedingt meinen Verleger lieben. Betrachten wir es als „Zugewinngemeinschaft“ kann ich auch diesen Vertrag lösen, ohne eines meiner Organe beim geschiedenen Partner zu lassen. Ich bin zwar Katholik, aber ein „bis dass der Tod uns scheidet“ hab ich im Geschäftsleben noch nie gehört.
Mitglied: Vertrauenssache? Darum hat man ja einen Vertrag, um Grauzonen klarzustellen. Ich hatte 2 Verträge mit (englischen) Verlagen, die meine Anwältin immer genau studiert hat. Bin übrigens auch Vizepräsidentin einer Industrie- und Handelskammer gewesen. Da ist nichts flauschiges an einem Vertrag und ein Vertrag ist so gut wie die Parteien, die ihn abschliessen. Knallhart. Auf der anderen Seite nervt es natürlich, wenn diesselben Leute in so einem Forum immer die gleichen Fragen stellen, die man meint schon beantwortet zu haben. In diesem Falle zu einer separaten Diskussion einladen und mit anderen Themen weitermachen. Ich war bei der Verlagsvorstellung nicht dabei, aber das ist meine Einstellung.

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