Farina de Waard

11722160_994489020581522_6450705715149209385_oAutoreninterview Farina de Waard am 17.7.2015

Das Autoren_Netzwerk freut sich, die Gewinnerin des Indie Autor Preises 2015 der Leipziger Buchmesse in einem Interview präsentieren zu dürfen…
Farina de Waard wurde 1991 in Freiburg geboren und wuchs im Markgräfler Land auf. Mit 16 verließ sie Deutschland für ein Jahr, ging in Ohio, USA, auf eine High School und machte dort ihren Schulabschluss. Direkt darauf folgte das Studium in Freiburg, zuerst in Mikrosystemtechnik, danach in Umweltnaturwissenschaften. Den Bachelor hat Farina de Waard in der Tasche, ein Master soll folgen, sobald es wieder mit dem Schreiben vereinbar ist, auf das sie sich zur Zeit voll konzentriert.
Mit 14 kam ihr die Idee für die Vermächtnis der Wölfe-Reihe, auch weitere Ideen für Bücher schwirren ihr im Kopf herum, aber die Entwicklung der Welt Tyarul, in der die Fantasyreihe spielt, war ihr am wichtigsten. So feilte sie viele Jahre an der Welt, den Charakteren und der Story und veröffentlichte im Dezember 2013 den ersten Teil der
Reihe namens „Zähmung“ in Eigenregie, im Fanowa Verlag. Teil 2 erscheint jetzt in Zusammenarbeit mit der Verlagsgruppe Droemer Knaur als „Knaur eRiginal“ ebook und wird von de Waard als Taschenbuch wieder selbst verlegt. Da die Nachfrage mit der Zeit gestiegen ist, sind die neuen Auflagen größer und sogar mit Prägungen auf
Cover, Buchrücken und Rückseite.
Mit verantwortlich für diese Entwicklung war Farina de Waard das Gewinnen des „Indie Autor Preises“ auf der Leipziger Buchmesse – dort wählte die 6-köpfige Jury das Buch „Zähmung“ und die Autorin für den 1. Platz aus.
Unter den 250 Bewerbungen landete Zähmung erst unter den 25 besten in der „Shortlist“ und gewann dann den 1. von 3 Plätzen. Der Preis war mit einem Preisgeld und geschenkten Werbemaßnahmen dotiert. Die Begründung der
Jury lobte Farina de Waard Kreativität und Engagement im Marketing, aber auch die hohe Qualität des Textes.
Jurybegründung:
Es ist High-Fantasy, die Raum für die Fantasie der Leserin oder des Lesers lässt. Die goldene Regel: »Show, don’t tell!« wurde von Farina de Waard gekonnt beherzigt. Spannung durchzieht den Text ab der ersten Seite und macht die Leser neugierig auf das, was da kommt und was der Hauptperson alles widerfahren wird.
Inhalt, Gestaltung und nachhaltiges Marketing – bei »Zähmung« von Farina de Waard lesen und erleben wir ein stimmiges und spannendes Gesamtkonzept.
Mit Zorn erscheint jetzt der zweite Teil der geplant 6-teiligen Reihe, in der das Schicksal von der jungen Magierin Zenay erzählt wird, die in die mittelalterliche Parallelwelt Tyarul entführt und dort mit ihren Kräften konfrontiert wird.
Zenay muss sich entscheiden, die Gefahr auf sich zu nehmen, die Magie für sie bedeutet, und sich gegen die schwarzmagische Tyrannin der Welt wenden.

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Hallo, Farina. Schön, dass du dich den Fragen stellst.
Ich freue mich sehr über diese Runde hier und dass ihr teilnehmt, noch eine kurze Info zu mir und meinem Tag heute: ich habe den ganzen Tag Bücher signiert und verpackt und bin dementsprechend aufgedreht
Wie kommst du als Frau auf dein Genre – magst du darüber was verraten?
Ich habe schon immer sehr gerne Fantasy gelesen und mir schon als Kind immer eine Welt voller fantastischer Wesen vorgestellt – dann kam die Startidee zu meiner Reihe und ich habe sie weiter ausgebaut
Wie war es Gewinnerin zu sein und auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt zu werden?
Es war UNGLAUBLICH! Ich habe erst gar nicht geglaubt und dann war ich furchtbar aufgeregt
Kannst du dir vorstellen, in einem anderen Genre Fuß zu fassen?

Ich habe auch noch Ideen für einige andere Bücher, ein paar im Mystery-Bereich, andere Sci-Fi oder Krimis. Aber so ganz trau ich mich an die Krimis noch nicht dran, ich habe z.B. noch keinen Kommissar oder so dafür, nur die Mord-Idee und wie die Ermittlung ablaufen soll
Sind das nur Ideen, oder ist da schon was konkretes in Planung?
Eines schreibe ich schon parallel zum Vermächtnis, die anderen sind noch sehr roh
Was ist seit der Preisverleihung alles passiert? Kannst du uns darüber etwas erzählen?
Also die Nachfrage stieg danach enorm und ich konnte es mir leisten, meine 5. Auflage drucken zu lassen, dann sogar mit Prägung und viel mehr auf einmal. Und Zeitungen kamen von selbst auf mich zu! Das war eine sehr spannende Zeit
Und wie hat sich dein Leben seitdem verändert?
Nun… ich komme seitdem weniger zum schreiben und muss mehr andres machen, das finde ich fast schade, aber beschweren würde ich mich nie. Ich habe ein bisschen das Gefühl, nicht genug zu leisten und nicht genug zu erreichen
Vermisst du diesen ersten Sturm oder bist du eher erleichtert, dass du jetzt nicht mehr so viele Befragungen über dich ergehen lassen musst?
Ein bisschen vermisse ich es schon… es ist aber glaube ich eher, dass ich es vermisse, dass etwas von selbst passiert ist und Leute mein Buch „von selbst“ gekauft haben, denn das ebbte nach und nach wieder ab Ich habe keine konkrete Vorstellung davon, wie sich dein Leben nach der Preisverleihung verändert hat,
deswegen frage ich ganz einfach mal. Ist es so, dass dich die Leute auf der Straße erkennen? Ist dir aufgefallen, dass sich dir gegenüber jemand anders verhält als vorher?
Ich bin tatsächlich schon auf der Strasse erkannt worden! Das war total aufregend und das Mädchen hat total gezittert vor Aufregung, da habe ich kurz gefühlt wie Rowling! Aber das war nur einmal – ich habe also noch einen ziemlich normalen Alltag – ? Meine Nachbarn wissen es z.B. alle und finden es cool und sagen immer, hey da ist
die berühmte Autorin, aber ich bin ja gar nicht berühmt

Wünschst du dir, auf der Straße erkannt zu werden, oder ziehst du es eher vor, dein Leben auf diese Weise weiterzuleben?
Ich glaube ich fände es schon sehr witzig, wenn es noch öfter passieren würde – und sei es nur, weil die Leute sich dann vielleicht freuen und etwas Schönes zu erzählen haben. So wie das Mädchen, wir habe ein Foto zusammen gemacht und sie hatte mein Buch sogar dabei und ich habe es ihr signieren dürfen, das war auch für mich ein
Highlight ?
Die Frage ist vielleicht etwas merkwürdig, also einfach ignorieren, falls es zu intim ist.
Hast du ein bestimmtes Ziel im Leben? Gibt es irgendetwas, auf was du wartest, oder wo du drauf hin arbeitest? Als Autorin hast du ja bereits Erfolg.
Das ist doch nicht soooo intim. Also ich würde mir wünschen sorgenfrei vom Autor sein leben zu können und eigentlich will ich auch aktiv viel Umweltschutz betreiben und in dem Bereich arbeiten, wie ich das unter einen Hut kriegen soll, weiß ich aber noch nicht. Und ich wünsche mir einen Partner, der mein Schreiben mag und unterstützt.
Wann ist es für dich die beste Zeit zum Schreiben? Und hast du einen bestimmten Ort an dem du besonders kreativ bist, oder inspiriert wirst?
Eigentlich schreibe ich am liebsten abends oder früh morgens, wenn es ruhig ist und die Welt noch ganz still scheint – Nebel bringt mich unglaublich in Schreibstimmung und die passende Musik

Hast du eigentlich Autoren, die du dir als Vorbilder genommen hast?
Das habe ich seltsamerweise nicht… also ich habe viel Fantasy gelesen, aber bei vielem gedacht: das hätte ich jetzt anders gemacht. Und ich habe nie einen speziellen Autor total gehypet und ihm nachgeeifert
Welche Tipps würdest du anderen Autoren mit auf den Weg geben, die mit dem Gedanken spielen, ein Buch zu veröffentlichen?
Also ich glaube am allerwichtigsten ist es, selbstkritisch zu sein – nicht total selbst zweifelnd, aber eben doch kritisch. Ich habe einen relativ hohen Anspruch an mich selbst, dadurch überarbeite ich den Text oft und nehme aber auch sehr gerne das Feedback meiner Testleser und Lektoren an – die sind auch super wichtig, wenn sie
ehrlich und konstruktiv sind
Liest du privat auch am liebsten Fantasy? Oder bist du auf kein Genre festgelegt?
Ich lese viel Fantasy ja, z.B. weil ich wissen will, warum manch andere so gehypet werden, aber ich lese auch sehr viel andere Genre
Wie gehst du vor, wenn du ein Buch schreibst? Plottest du alles komplett durch? Schreibst du kontinuierlich oder schreibst du Kapitel wild durcheinander? Wie gehst du mit Schreibblockaden um, oder hattest du noch keine?
Es ist so eine bunte Mischung. Einerseits plotte ich viel vorher, aber dann schreibe ich da, wo es grade von der Stimmung her passt und wo es „fließt“, dabei kommen mir dann oft neue Ideen und Konsequenzen in den Sinn und dadurch plotte ich wieder parallel. Schreibblockaden hatte ich bisher zum Glück selten, wenn es an einer Stelle
nicht laufen wollte, mache ich meist woanders weiter oder spiele Ideen und Szenarien im Kopf durch – dabei kommt es dann oft dazu, dass mir eine Szene plötzlich ganz klar vor Augen steht und dann geht das schreiben auch wieder
Wie hast du deine Zeit in Ohio erlebt?
Also es war sehr lehrreich, nicht unbedingt das Erlebnis vom amerikanischen Traum, aber es war interessant viel selbständiger sein zu müssen als daheim und ich habe viel über mich selbst gelernt – z.B. habe ich mich unbewusst stark angepasst und das getan, was meine Gastfamilie erwartete, dabei war ich nicht mehr ich selbst. Das im Nachhinein zu erkennen, war sehr wertvoll und ich glaube, deshalb achte ich heute mehr darauf, natürlich zu bleiben und mich zu reflektieren
Hast du dort auch schon geschrieben? Oder war das eher nicht möglich, wegen deiner Gastfamilie, oder weil du nicht so sein konntest wie du bist?
Ich habe dort nur geplottet, meine Gasteltern fanden das cool und sie waren auch nett, versteht mich da nicht falsch ^^ ihre Welt war mir nur zu moralisch und irgendwie heuchlerisch … Außerdem war das englische so invasiv, dass ich nur noch Kauderwelsch geschrieben habe
Warst du unsicher, bevor du dein erstes Buch veröffentlicht hast?
Oh ja! Und jetzt vor dem Zweiten auch, da ich mich frage, wie die Fortsetzung ankommen wird. Aber beim ersten war die Hürde größer. Ich hatte Angst dass es keinem gefallen würde oder jemand direkt ankommt und sagt: He das ist ja alles voll Klischeehaft und lahm. Aber meine Lektoren, die während diesem Prozess auch meine sehr guten Freunde geworden sind, haben mir dabei sehr geholfen, mich bestärkt und waren sehr ehrlich. Das war mir das allerwichtigste, ich wollte keinen Honig ums Maul haben und konnte Ihnen dann auch glauben, als sie sagten es gefiele gut
Vielen Dank, dass du uns das tolle Interview gegeben hast, Farina. Weiterhin viel Erfolg für dich und deine Projekte.

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