Mirjam Wyser

11807151_998647340165690_2072617701115309555_oAutoreninterview Mirjam Wyser am 25.7.2015

Das Licht der Welt erblickte ich an einem Sonntag frühmorgens, als der Tag erwachte.
Aufgewachsen bin ich in Zürich, wohlbehütet als etwas verträumtes Kind. Mit 20 Jahren packte ich meinen Koffer und zog nach Basel. Als freischaffende Stylistin arbeitete ich fortan in der Werbebranche. Es waren meine Lehrund Wanderjahre ¬ ein innerer Aufbruch, Suche nach dem tieferen Sinn des Lebens. So stieß ich auf die
Lebensphilosophie von Rudolf Steiner. Sein ganzheitliches Denken beantwortete mir Lebensfragen für die Zukunft.
Meine innere Bilderwelt öffnete sich wie eine Blume. Diese Bilder fasste ich in Worte. Bald ergaben sich daraus zusammen hängende Geschichten.
Inzwischen sind vier Bücher erschienen. “Seelenreise durch den Kosmos“ und „Nadelspitzen im Samt“, als Erwachsenen-Bücher und zwei Kinder-Bücher,“ Traumreise durch den Kosmos“ und “ Traumreise ins Zauberland“.

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Hallo Mirjam, sind alle Deine Bücher von Rudolf Steiner beeinflußt oder war das nur der Einstieg?
Ich befasse mich seit ich 28 bin mit Rudolf Steiner. Die Bücher sind die Früchte meiner inneren Schulung. Jedoch stammen die Geschichten aus meinen eigenen geistigen Erfahrungen.
Du bist also nicht durch eine Waldorfschule gegangen?
Nein, ich bin erst mit 25 Jahren – durch Zufall – auf Rudolf Steiner gestoßen. Vorher habe ich gar nichts von ihm und der Waldorfschule gewusst. Durch glückliche Schicksalsfügung ging ich an einen Vortrag über Rudolf Steiner und habe anschließend voll Begeisterung einen 2-jährigen Einführungskurs gemacht.
Wie geht dein Umfeld damit um, dass du schreibst?
Anfänglich war mein Umfeld sehr erstaunt und auch etwas kritisch. Es war eigentlich auch nie mein Ziel Schriftstellerin zu werden, jedoch hatte ich so viele Ideen, die ich einfach niederschreiben musste. Nun ist das Umfeld erfreut über meine Bücher und bewundert meinen Ideenreichtum.
Deine Familie liest demnach deine Bücher? Sind sie auch Testleser? Oder suchst du die im weiteren Umfeld?
Ja, meine Familiemitglieder sind die kritischen Testleser. Vor allem mein Ehemann…
Und du kannst alles gut miteinander vereinbaren? Umfeld, Alltag und Schreiben?

Das Aufgelegtsein zum Schreiben ist ja kein Job, den man in der Regel von acht bis fünf erledigt hat. Nun sind meine Kinder erwachsen – und ich habe vermehrt Zeit für mich. Ich setze mich an den Computer, wenn ich Zeit und Ideen habe – nach Lust und Laune.
Warst du unsicher, bevor du dein erstes Buch veröffentlicht hast?
Unsicher an sich nicht. Die Frage war mehr: teile ich der Umwelt etwas mit, was von Interesse ist?
Und wie ist das Feedback der Umwelt?
Das Feedback ist durchmischt. Teilweise sind die Leute erstaunt über die Vielfalt und Ideen der Bücher. Einige Leute können aber auch nicht viel mit meinen „grenzwissenschaftlichen“ Ideen anfangen. Und nicht alle Leser sind Anthroposophen. Das ist auch nicht nötig, da es nicht mein Zielpublikum ist. Mein Ziel ist es ein Buch aus eigenen inneren Erkenntissen zu schreiben, ohne den Leuten eine anthroposphische Doktrin aufzuzwingen.
Wie muss ich mir deine Bücher vorstellen? Ich gebe zu, ich habe noch keines gelesen, und wusste bisher auch noch nichts über Rudolf Steiner. Sind sie Romane, in denen du seine Gedanken und Ideen einfließen lässt?
Bevor ich ein Buch herausgebe, mache ich mir immer viele Gedanken, dass ich voll hinter meinen Büchern stehen kann und es nicht nur eine Phantasiegespinst ist.
Also beinhalten deine Bücher eine Lehre, eine Botschaft?
Meine Bücher sind Romane mit tiefsinnigen Erkenntnissen, auch die Kinderbücher. Unter http://kinder-buch.ch/ findest du mehr Infos. Das Ziel ist nicht die Leute zu belehren. Die Idee ist, den Leute Anstöße zu geben, selber ihren geistigen Weg zu finden. Und wer dies nicht möchte, für den bieten die Bücher einfach eine gute Unterhaltung. Bei meinem Buch „Nadelspitzen im schwarzen Samt“ war es mir ein Anliegen, gerade Leute mit Suizidgefahr/-gedanken zu animieren, ihre Stimmungen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
Das bedeutet, dass deine Leser für sich positive Erkenntnisse aus deinen Büchern ziehen können?
Die Garantie bekommt niemand, dass nach einem Selbstmord alle Probleme gelöst sind. Der Körper ist weg – die Seele lebt weiter. Ich hoffe, dass die Leser positive Erkenntnisse aus den Büchern ziehen können. Dies soll auch das Ziel eines Buches sein. Ich habe früher immer zur richtigen Zeit das richtige Buch gefunden.
Wie ist die Resonanz auf deine Botschaften?
Die Resonanz ist durchzogen. Jeder muss sein eigenes Urteil bilden.
Eine Frage bzgl. Suizidgefahr. Hast du da persönliche Erfahrungen oder woher nimmst du das Wissen, was du vermitteln möchtest?
Ich habe persönliche Erfahrungen aus meinem Umfeld. Aus diesen Erfahrungen ist dieses Buch „Nadelspitzen im schwarzen Samt“ entstanden.
Also gehst du von einer Unsterblichkeit der Seele aus? Was machst du diesebezüglich mit der zunehmenden Menge an Menschen? Wo kommen die Seelen für diese „Hüllen “ her?
Ein persönliches Todeserlebnis hat mir gezeigt, dass Seele und Körper zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Zur Zeit sind viele Seelen inkarniert, da es momentan auch viel zu lernen gibt. Gewisse Dinge muss man einfach zur Kenntis nehmen, darüber nachdenken, und nicht einfach sagen: „Das gibt es nicht.“ Diesen Gedanken muss man
in sich ruhen lassen, ohne zu werten.
Hast du überlegt, auch einmal andere Bücher zu schreiben?
Nein, ich kann nur diese Art Bücher schreiben. Jedoch bietet mir diese Art Bücher viel Reichtum – so kommen nächstens auch wieder zwei Kinderbücher raus.
Das sind natürlich „schwere“ Themen, zu denen die unterschiedlichsten Meinungen kommen können … bekommst du manchmal Probleme mit „blöden“ Kommentaren?
Ich will nur Anstöße zur individuellen geistigen Entwicklung geben, aber niemanden belehren. Zum Glück haben sich die „blöden“ Kommentare in Grenzen gehalten.
Welchen Kosmosgedanken legst du in Seelenreise durch den Kosmos zu Grunde?
Es geht mir in diesem Buch „Seelenreise durch den Kosmos“ nicht um Kosmologie – darüber gibt es genügend Bücher. Es geht um Gefühle zweier Menschen, die ich in Bilder schreibe als Versuch einer Erklärung, wie man sich die geistige Welt vorstellen könnte.
Hast du jemals so etwas wie eine Schreibblockade erlebt? Und wenn ja, wie gehst du damit um?
Da ich keinen Druck habe beim Schreiben, habe ich keine Erwartungen an mich – und somit bisher auch keine Schreibblockaden gehabt.
Wieviel Wert legst du auf Rezensionen?
Man freut sich natürlich immer über positives Feedback – aber auch negatives Feedback kann einen weiterbringen. Rezensionen regen immer zum Nachdenken an.
Beendest du erst ein Projekt, oder schreibst du an mehreren Skripten gleichzeitig?
Ich habe so viele Ideen und Bilder im Kopf, dass ich zuerst alles auf Notizpapier schreibe. So gibt es gleichzeitig Manuskripte für mehrere Bücher.
Hast du ein Buch, oder eine Stelle in einem deiner Bücher, die du ganz besonders liebst? Oder mit der du
ganz besondere Erinnerungen/Erlebnisse verbindest?
„Gift und Honig sind in der gleichen Blüte vorhanden. Wo sich geistiges Wissen auftut, lässt es sich leider auch nicht vermeiden, missverstanden zu werden.“ Aus Nadelspitzen im schwarzen Samt, S. 72.
Gibt es eine Autorin oder einen Autor die oder der dich ganz besonders geprägt und/oder inspiriert hat?
Speziell inspiriert hat mich Christian Rosenkreuz’s „Die chymische Hochzeit“, sowie „Brücke über den Strom“. Zwei Must-Reads für jeden geistig Suchenden.
Welche Tipps würdest du anderen Autoren mit auf den Weg geben, die mit dem Gedanken spielen, ein Buch zu veröffentlichen?
Zuerst muss man einfach seine Ideen auf Papier bringen – ohne große Erwartungen. Wenn man nach einiger Zeit immer noch voll hinter dem Manuskript stehen kann, kann man versuchen es zu veröffentlichen. Dann braucht es halt auch etwas Mut, sowie Durchhaltewillen. Manchmal muss man auch Rückschläge einstecken können.
Hattest du Rückschläge? Und wenn ja, wie gehst du damit um?
Ich hatte Frust mit dem ersten Verlag (Wagner Verlag). Aber nun bin ich glücklich mit den beiden neuen Verlagen: Telegonos und Franzius.
Vielen Dank für das interessante Interview, Mirjam, und weiterhin viel Erfolg für dich und deine Bücher. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast.

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