Alegra Cassano

11900112_1016145971749160_6535557302114652084_oAutoreninterview Alegra Cassano am 26.8.2015

Das Autoren_Netzwerk freut sich, die Autorin Alegra Cassano vorstellen zu dürfen…
Alegra Cassano wurde 1970 in der ehemals größten Bergbaustadt Europas geboren.
Bereits in ihrer Schulzeit schrieb sie Geschichten, die ihre Mitschüler begeistert – manchmal auch während des Unterrichts – lasen. Ihre Deutschlehrer waren stets entzückt, wie viele Seiten sie in einer Schulstunde Klausur vollschreiben konnte.
Ihre größte Leidenschaft gilt dem Schreiben von Kriminalromanen und Thrillern, wobei sie Ausflügen in andere Genres nicht abgeneigt ist. So sind auch ihre erotischen Geschichten oft durch spannende Elemente aus dem Krimibereich gewürzt.
Zusammen mit ihrem Mann, zwei Kindern und ihrem Hund lebt die Autorin im Ruhrgebiet. Sie hat in verschiedenen online – Foren geschrieben, wozu ihr jetzt leider die Zeit fehlt. Außerdem liest sie viel und gerne.
Alegra absolvierte eine Ausbildung zur Krankenschwester und übte diesen Beruf bis zur Geburt ihres ersten Kindes aus. Aus zeitlichen und organisatorischen Gründen arbeitet sie nun in der Steuerberaterkanzlei ihres Mannes. Mit 40 Jahren erfüllte sie sich einen großen Wunsch und begann ein drei jähriges Fernstudium an der „Schule des
Schreibens“ in Hamburg, das sie 2013 erfolgreich abschloss.
Die meisten ihrer Werke sind im Selfpublishing erschienen. Am 10.08.2015 wird ihr erster Verlagsroman „Blutzoll der Wölfe“ im Deadsoft-Verlag herauskommen. Erste Gehversuche im MAIN-Verlag hat sie im Juli 2015 mit der Anthologie „Summerline“ gemacht. Demnächst wird in diesem Verlag ein dreiteiliger Thriller von ihr erscheinen.
Hier findet ihr die Autorin auf Facebook

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Hallo Alegra, schön, dass wir Dich interviewen dürfen. Du hast ja schon einige Bücher geschrieben. Wann hast Du denn Dein erstes Buch herausgebracht?
Mein erstes Buch ist 2012 raus gekommen. „Die Sünde in mir“ hieß vorher „Der Tod der Unschuld“.
Hast Du Dich auf ein bestimmtest Genre spezialisiert?
Nein, leider ist mir das nie gelungen. Ich lese alles und ich versuche auch alles zu schreiben. Jedes Genre werde ich wohl nicht schaffen.
Erzählst Du uns etwas über Deinen Werdegang? Damit meine ich jetzt weniger, wann Du angefangen hast
zu schreiben, sondern vielmehr Deinen Weg zur ersten Veröffentlichung.
Ich habe bei keinverlag angefangen meine Werke ins Internet zu stellen. Dann bin ich zu neobooks gekommen und in den dortigen Wettbewerb. Leider wollte man mich dort nicht haben, bzw. sind wir uns nicht einig geworden. So habe ich mich auf zum Selfpublishing gemacht.
Hast Du schon einen Bestseller?
Mein derzeitiger Bestseller ist „Blutzoll der Wölfe“ Band 1 und 2. Die sind beide am 10.8. rausgekommen.
Du lebst im Ruhrgebiet. Spielen Deine Bücher auch dort?
Eins meiner Bücher spielt tatsächlich dort. „Die Sünde in mir“ spielt im Ruhrgebiet der 70er Jahre bis heute.
Wann gibt es denn mal wieder Heidegger-Geschichten?
Von Herrn Heidecker ist zur Zeit nichts neues geplant.
Warum willst Du unbedingt veröffentlichen?
Welcher Autor möchte nicht veröffentlichen? Es geht ums gelesen werden und nicht für die Schublade schreiben. Eigentlich wollte ich Euch heute eine frohe Mitteilung machen. Leider hat sich der Verlag doch nicht wie versprochen gemeldet.
Soll heißen, Du begibst Dich in den Schoß eines Verlages? Darf man fragen welchen?
Ich bin schon bei deadsoft und dem MAIN Verlag und liebäugele nun noch mit zwei Verlagen für meinen Hardcore Horror Roman.
Die Wölfe wurden bei einem Verlag verlegt. Bist Du zufrieden mit der Zusammenarbeit?
Jein. Ich bin schon zufrieden, hatte es mir aber etwas anders vorgestellt. Besonders loben muss ich meine Lektorin. Die war super und wird hoffentlich auch Band 3 mit mir zusammen rocken.
Was gefällt Dir persönlich besser? Veröffentlichung über einen Verlag oder SP?
Es ist alles spannend! Ich wollte das unbedingt auch mal mit einem Verlag probieren. Es ist vollkommen anders, als ich mir das gedacht hatte. Bei SP regt mich immer wieder CS auf, weil ich damit nicht zurecht komme.
In wiefern anders?
Ich war ja total aufgeregt! Mein erster Roman und gleich zwei Verlage haben sich quasi drauf geschmissen. Ich hatte es gerade eingesendet und mich auf eine monatelange Wartezeit eingerichtet, da kamen schon die Antworten und sie wollten es beide haben! Ich konnte es gar nicht glauben.
Woher nimmst Du Deine Inspiration? Was ist Dein Geheimrezept, das deine Fantasie beflügelt?
Alles. Bei einem öden Fußballspiel fällt mir z.B. ein, dass man doch einen der Fußballer entführen könnte. Sie sind ja alle reich und schwupps habe ich einen Thriller. Das mit dem Fußball war ja nur ein Beispiel. Ich langweile mich nie, weil ich mich immer wegträumen kann. Manchmal ist das natürlich problematisch, z.B. auf Elternabenden.
Hast Du neue Projekte im Visier, außer Bd. 3 zu dem Wölfen?
Ich schreibe für den MAIN Verlag gerade den Master in einen dreibändigen Roman um. Außerdem will ich meinen Kannibalen unterbringen und der Weg für Band 2 wäre auch schon geebnet. Dann noch die KG für die Winteranthologie des MAIN Verlages und ein Geheimprojekt. Im Moment denke ich darüber nach ein lustiges Buch über unseren Opa zu schreiben. Opas KGs kommen ja hier ganz gut an. Ich habe immer ganz viel im Kopf und keinen Plan. Aber am Ende passt es immer.
Wieso bist Du mit Deinen Büchern bei soviel unterschiedlichen Verlagen und machst auch noch SP? Liegt es an den Genre? Würdest Du, wenn das Angebot käme…mit allen Werken auch in einen einzigen Verlag gehen?
Ich bin in unterschiedlichen Genres unterwegs. Deshalb ist es auch so schwer eine Fanbase aufzubauen. Die einen lieben die eine Story, hassen aber die nächste. Bei „Fleischeslust“ haben sehr viele aufgegeben, obwohl sie meinen Schreibstil mögen. Manchen waren ja schon die Wölfe zu hart. Gay Verlage verlegen keinen Horror, außer
es käme Gay Love drin vor. Die Wölfe bleiben bei deadsoft, auch der dritte Teil. Den Rest werde ich beim MAIN Verlag raus bringen (wenn die es wollen). Alles andere, was nicht gay ist, muss ich woanders unterbringen. Der MAIN Verlag hätte damals auch die Wölfe genommen, aber da kannte ich von dort noch niemanden und bin einfach nach dem Bekanntheitsgrad des Verlages gegangen. Ob das immer so richtig ist, was man macht, erfährt man ja oft erst hinterher. Erst mal habe ich mich gefreut, dass sich überhaupt ein Verlag für mein Werk interessiert hat. Oder gleich zwei Verlage!
Du sagst, manchen waren die Wölfe zu hart. Bekommst Du denn keine Albträume von Deinen eigenen Büchern?
Albträume würde ich dann in einen Horror Roman verarbeiten. Ich bin da sehr abgehärtet und durch meine Anatomiekenntnisse kann ich da ganz gut schöne Sachen beschreiben, die andere zum Würgen bringen. Und ich liebe Psychologie, weshalb meine fiesen Charaktere oft super Psychopathen sind. Manchmal würde ich mich freuen, wenn ich was von denen hätte, vor allem, dass sie alles so analytisch betrachten können.
Schreibst Du jeden Tag? Oder hast Du ein festes „Ritual“? Oder schreibst Du einfach, wenn es grade passt?
Ich schreibe immer wenn ich kann, leider habe ich viele Pflichten und eine Familie, die es nicht so oft zulässt, wie ich gerne möchte.
Steht denn Deine Familie im Allgemeinen hinter Dir? Hast Du schon Kritik aus Deinem direkten Umfeld wegstecken müssen? Wenn ja, wie gehst Du damit um?
Meine Familie äußert ständig Kritik an meiner Schreibe, obwohl sie nie etwas von meinen Werken gelesen haben.
Ich höre das schon gar nicht mehr.
Schreibst Du auf Papier oder am PC?
Ich schreibe am PC. Früher natürlich nur auf Papier mit Kuli.

Bevorzugst Du Musik oder Stille beim Schreiben?
Stille beim Schreiben ist besser für mich.
Spielen Deine Geschichte in einer fiktiven Stadt oder in einer existierenden?
Das kommt drauf an. Oft fiktiv, aber „Die Sünde in mir“ spielt dort, wo ich aufgewachsen bin.
Wo ist das? Nennst Du die Stadt bei Namen oder erkennt man sie, wenn man die Stadt kennt?
Es spielt in meiner Heimat, also in Herten im Ruhrgebiet. Ich nenne sie nicht beim Namen, aber die meisten Leser haben es bisher erkannt.
Ruhrgebiet heißt? Spezielle Orte die Dich reizen oder was Dir gerade einfällt? So wie Silvia Kaffke ihre Krimis immer in und um Duisburg spielen lässt.
Der Roman ist schon sehr autobiographisch, deshalb spielt der rund um Herten und die dortige Psychiatrie und die Kindheit in den 70ern. Es war eine Freude das zu recherchieren.
Gibt es eine Autorin oder einen Autor, die oder der Dich ganz besonders inspiriert und/oder geprägt hat?
Ich habe viele Horroromane gelesen. King und Koontz haben mich sicher inspiriert. Im Gay Bereich waren es Sandra Busch und Chris P. Rolls, die mir spontan einfallen.
Wie sieht es denn aus mit öffentlichen Lesungen, wäre dies nicht auch eine Möglichkeit für Dich bekannter zu werden. Bei Deinen Themen finden sich sicherlich viele aus der Gothic-Szene angesprochen. Ist das so ein wenig Deine Welt?
Ich hatte eine Lesung, bei der ich fast gestorben wäre vor Nervosität. Dennoch mache ich am 12.9. mit einer Kollegin wieder eine. Heute haben wir lesen geübt. Für die Gothic Szene käme wohl nur „Carnivore – Fleischeslust“ in Frage, aber das ist ja noch nicht verlegt.
Am 12.9. am Tag der offenen Tür im Gertrudishospital in Westerholt, in der dortigen Bücherei. Ich habe dort übrigens mal gearbeitet.
Wie bereitest Du eine Lesung vor? Suchst Du bestimmte Stellen aus? Nimmst Du ein Buch oder ein Manuskript mit großer Schrift und Hilfszeichen für die Betonung?
Ich bestelle die Bücher. Und ich übe lesen, aber das bringt nicht viel, weil ich zu Hause ja nicht nervös bin. Ich lese ja meist aus der Sünde und da kann ich den Anfang schon rückwärts singen, dafür habe ich das Ende vergessen.
Ich nehme einfach das Buch und lese. Einmal habe ich eine Stelle weiter hinten rausgesucht, weil es thematisch zu der Einrichtung passte, in der ich gelesen habe. Heute zum Üben hatte ich nur lose Zettel, weil die Bücher noch
nicht da sind. War auch nicht schlecht.
Was ist Dein Lieblinsbuch, Alegra? (Deine eigenen mal außen vorgelassen, obwohl mich auch das interessieren würde).
Oh, eine schwierige Frage. Es gibt ja so viele Bücher, die einen begleiten. Spontan würde ich „Intensity“ von Koonts nennen. Als Lieblingsbuch von meinen eigenen muss ich „Die Sünde in mir“ nennen, halt weil es ein wenig autobiographisch ist.
Wie bist Du vorgegangen, als Du Verlage angeschrieben hast?
Ich habe nach Verlagen gesucht, die Bücher in dem Genre verlegen und habe erst mal versucht über FB Kontakt aufzunehmen. Da fielen schon einige raus, weil die erst 2018 wieder was frei hatten. Da ich zu ungeduldig bin, bringe ich es dann lieber selbst raus.
Wie viele Verlage hast Du denn für Deine Wölfe angeschrieben?? Bzw. hast Du eine Empfehlung, wie viele Verlage man anschreiben sollte?
Für die Wölfe habe ich drei Verlage angeschrieben. Im Gay Bereich gibt es nicht so viele. Für den Horroroman habe ich vier angeschrieben. Horror ist wirklich schwer.
Sieht man Dich auf der Gay Book Fair in Frankfurt?
Nein. Aber ich versuche es nach Berlin zu schaffen. Sonst hoffe ich auf Leipzig.
Wie lange brauchst Du bis ein Buch fix und fertig ist?
Das ist ganz unterschiedlich. Die Sünde war in wenigen Monaten fertig, für „Endora“ habe ich drei Jahre gebraucht. Das kommt immer drauf an, wie viel Lust ich gerade habe.
Was ist das Projekt „13 gegen …“?
13 ehemalige Neobooks Autoren haben je eine KG für die kostenlose Sammlung gespendet. Es dient dazu, die Autoren und ihre Schreibeweise kennen zu lernen.
Wie sieht es bei Dir mit Lektorat und Coverdesign aus? Hast Du da Leute? Läuft das über die Verlage?
Bei den Verlagsbüchern machen das die Verlage. Wenn man Glück hat, hat man etwas Mitspracherecht. Im SP habe ich liebe Betaleser und auch Coverdesigner, die mich schon kennen.
Wie gehst Du mit Rezensionen um?
Oh, ein heikles Thema. Ich versuche schlechte Rezis nicht persönlich zu nehmen, aber in Wahrheit heule ich.
Vielen Dank für das interessante Interview und weiterhin viel Erfolg, Alegra.

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