Elsa Rieger

11930933_1016146548415769_298525355652468694_oAutorenvorstellung Elsa Rieger
26.8.2015

Hallo in die Runde, schön, dass ich ein wenig über mich erzählen darf. Ich bin 1950 in Wien geboren, lebe ebenda und arbeite als Atemtrainerin, Autorin und Lektorin.
Ich schreibe seit vielen Jahren über Licht und Schatten im Leben, in Form von Lyrik, Erzählungen und Romanen. Zumeist verlege ich als Independent Autorin, ebenso wie ich vorwiegend für SelbstverlegerInnen lektoriere. Ab und zu auch für Verlage, aber das ist nicht so „frei“ und „frisch“ im Umgang mit meinen Schäfc hen.
Am besten beschreibt mich dieses Vorwort in einem meiner Bücher, von denen es 20 gibt:
mein tag ist wie viele tage
schreibend – neben den tasten
der blaue becher kaffee
heute herbstlicht mit schräg
fallender sonne
morgen vielleicht sturm
und dann ringe ich durchs
zimmer ein wort
nur ein wort mir ab –
tobend augen – hände
ein seltsam wofür:
anders kein leben
Dass ich ohne zu schreiben nicht mehr leben kann, begann 1987, bedingt durch eine heftige Krise, für die ich heute noch dankbar bin. Damals gab mir meine Mutter, die zugleich der Mensch ist, der mich am besten kennt, den Rat: Schreibe, mein Kind, schreibe. Danke, Mama!
Einzutauchen in Geschichten, in denen ich über das schreibe, was ich nicht sehen kann, ist mir großes Glück geworden in den Jahrzehnten.
Ich spaziere durch Städte, bevorzugt durch meine Geburtsstadt Wien, und sehe zwischen den flanierenden Menschen eine Gestalt, die sonst keiner erblickt.
Ich entdecke in diesem rothaarigen Mädchen eine Geschichte. Ihre Geschichte von Liebe und Qual, in der sie sich einem Mann ausliefert, sich seiner Obsession hingibt, die letzten Endes ihr Tod sein wird. Nein, ich denke, sie wird es überleben und fortan als wahre Königin durch das Leben wandeln. Warum? Weil sie zu reizend ist, um sie
sterben zu lassen.
Oder ich sitze im Kaffeehaus nahe der Hofburg und sehe nicht, dass der alte, magere Mann seine Adlernase in einen Cognacschwenker senkt, um den Duft des Weinbrands aufzusaugen, der ihm Sekunden von Erinnerungen an eine bessere Zeit schenkt, lange, ehe er von den Nazis nach Auschwitz verschleppt wurde, lange, bevor er halbnackt und abgemagert in eine Stadt heimkehrte, in der die Einwohner nur ein paar Schritte vom Kaffeehaus entfernt auf dem Heldenplatz „Heil!“ gebrüllt haben.
Ich schreibe über das, was ich nicht sehe, aber dennoch über alles, was es geben könnte. Vielleicht.

Eure Elsa Rieger
Facebook

Homepage

Dieser Beitrag wurde unter Autorenvorstellungen abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.