Dirk Busch

11224241_876611359100875_3857765347670428717_oAutoreninterview Dirk Busch
26.10.2015

Das Autoren_Netzwerk freut sich, den Autor D. B. Granzow interviewen zu dürfen.

D. B. Granzow wurde 1992 im Rheinland geboren. Hinter den Initialen versteckt sich der bürgerliche Name Dirk Busch.
Zum Schreiben kam er im zarten Alter von sechs Jahren – denn da wurde er eingeschult. In 13 Jahren lernte er, Buchstaben zu Wörter zusammenzusetzen und diese zu weitestgehend korrekten Sätzen zu formulieren. Die Leidenschaft für Bücher entdeckte er verhältnismäßig spät. Das erste Buch, das er vollständig und aus freien Stücken las, war – wie sollte es anders sein für seine Generation – Harry Potter. Genauer gesagt Band drei: Harry Potter und der Gefangene von Askaban, welcher bis heute sein Lieblingsteil der magischen Buchreihe ist.
Nach erfolgreichem Abitur schrieb er an seinem ersten Projekt. Mit 19 Jahren trat er erstmalig mit Verlagen in Kontakt, nachdem aus einer geplanten Kurzgeschichte sein erstes Manuskript entstand. Das Projekt mit dem Arbeitstitel „So viele Geheimnisse um den Lobo-Clan“ konnte keinen Buchvertrag mit einem Verlag erzielen. 2012 begann er ein Studium in deutschsprachiger Literatur und Geschichte. Ende 2013 bis Anfang 2014 schrieb er an einem neuen Projekt, das erneut keinen Anklang bei den Verlagen fand. Dieses Projekt erschien im Dezember 2014 in Eigenregie im Rahmen der Selbstverleger-Plattformen CreateSpace und KDP von Amazon. Raubzug des Phoenix ist sein Autorendebüt, zu dem ihn dystopische Jugendbuchreihen aus dem englischsprachigen Raum inspiriert haben.
D. B. Granzow hat einen Faible für die USA und liebt Filme, Serien und Erdnussbutter. Wenn er Zeit für ein gutes Buch findet, es darf gerne auch auf Englisch sein, dann nutzt er sie. Er redet gerne mit sich selbst, wenn er sich unbeobachtet fühlt und dürfte er sich etwas wünschen, würde er die Zeit zurückdrehen und die noch unbekannte J. K. Rowling dabei beobachten, wie sie in Edinburgh im Elephant House sitzt und an ihrem Manuskript werkelt, wissend, dass diese Frau ihm die Tür in eine andere Welt geöffnet hat und er nur durch sie zum Schreiben kam.

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Hallo Dirk, danke, dass Du Dich unserem Interview stellst. Hier direkt die erste Frage: Mit wie viel Jahren hast Du angefangen zu schreiben?

Mit 19 habe ich so richtig angefangen zu schreiben.

Und wann unrichtig?

Unrichtig vielleicht mit 17. Es gab immer mal kleinere Dinge die ich geschrieben habe aus Langeweile, aber die habe ich noch nicht einmal abgespeichert. Obwohl, vielleicht ein oder zwei Sachen.

Was war das Erste, das Du geschrieben hast?

Mein erstes Manuskript war ein Fantasy Jugendbuch. „So viele Geheimnisse um den Lobo Clan“ hieß es und hat bis zum heutigen Tag eine zu 50% fertiggestellte Fortsetzung „So viele Geheimnisse um die leeren Gräber von Magaleota“.

Wirst Du Dein erstes Manuskript auch veröffentlichen?

Wenn ich mal irgendwann eine ganz große Nummer unter uns Autoren sein sollte, würde ich drüber nachdenken. Im Moment eher nicht.

Du verwendest ein Pseudonym, warum?

Ein Pseudonym war bei mir die beste Wahl, weil ich den Namen Dirk Busch komisch oder zumindest befremdlich auf einem Jugendbuchroman fände, in der eine Protagonistin aus der Ich-Perspektive erzählt.

Wirst Du es weiterhin verwenden? Auch wenn Du evtl. das Genre wechselst?

Ich habe schon vor, das Pseudonym weiterhin zu verwenden, aber habe auch noch zumindest ein weiteres in petto, falls es z.B. mal ein Thriller werden sollte (was auf jeden Fall irgendwann in Zukunft hoffentlich passieren wird).

Bist Du bei einem Verlag unter Vertrag?

Einen Verlagsvertrag konnte ich leider bisher noch nicht an Land ziehen.

Versuchst Du immer noch einen Verlag zu finden?

Das habe ich für meine Trilogie vorerst auf Eis gelegt. Werde nach Beendigung des letzten Teils einen weiteren Versuch starten und natürlich bei anderen Projekten, die mir noch vorschweben.

Also bist Du als Selfpublisher unterwegs, bzw. wie stehst Du zu dem Phänomen Selfpublishing? Glaubst Du, dass es die Buchbranche derart überbietet?

Genau, ich bin Selfpublisher und ich muss gestehen ein skeptischer dazu. Ich habe kürzlich einen ellenlangen Text zu genau diesem Phänomen in der AutorenGruppe gepostet. Manche Dinge finde ich zweifelhaft am Selfpublishing, aber ich möchte mich nicht beschweren, denn es ist natürlich eine großartige Chance!

Wo veröffentlichst Du? Amazon?

Ich veröffentliche als TB auf Amazon und ansonsten bin ich bei KDP, Neobooks, Thalia und die ganze Palette vertreten.

Was gefällt Dir an dem 3. Teil von Harry Potter so gut?

Ich liebe den dritten Teil, weil er wirklich spannend und düster ist, aber dennoch den Charme der Vorgänger versprüht. Der erste Teil ist noch sehr kindgerecht, der zweite für mich eher ein schwacher Teil, aber mit dem dritten habe ich mich schlichtweg in die Reihe verliebt, da dort so viel zwischen den Zeilen steckt.

Welche Figur war bei Harry Potter Dein Favorit?

Luna ist toll (schreibt man sie so? unsicher*) und Bellatrix … ja, das düstere. Molly ist auch super.

Schreibst Du täglich , oder wie viel Zeit kannst du in der Woche mit schreiben verbringen?

Ich würde fast sagen, ich schreibe Quartalsmäßig.

Welchen Umfang (Seitenzahl) haben Deine Bücher?

Meine Bücher haben um die 400 Buchseiten.

Hattest Du schon Interviews mit Zeitungen (z.B. Tageszeitung)

Nein, ich hatte noch NIE ein Interview, merkt man das?

Hast Du schon Ideen für andere Projekte?

Ideen sprudeln nur so. Ich könnte täglich neue dazu packen, aber so richtig angestrebte momentan 3, würde ich sagen und den dritten Teil meiner Trilogie.

Hast Du mal etwas geschrieben, was Dir heute die Schamesröte ins Gesicht treibt?

Scham – bisher noch nicht.

Was war der Grund, dass Du mit dem Schreiben angefangen hast?

Angefangen zu schreiben habe ich damals, weil ich nach dem Abitur eine leichte „Und was nu?“-Krise hatte und viel Zeit. Vielleicht war es eine Art Ventil für mich.

Wie standen Freunde und Deine Familie zu Dir?

Ich habe es zunächst niemanden gesagt. Aber dann waren eigentlich alle (nach irritierten Gesichtern) super interessiert.

Was motiviert Dich zum Schreiben?

Motivation zum Schreiben beziehe ich aus anderen Büchern, Filme, TV und dem Leben – kitschig?

In welcher Genre fühlst Du Dich am wohlsten?

Am wohlsten im Fantasy/Dystopiebereich – hab bisher nichts anderes versucht.

Hast Du schon Fans?

Also, ja ich habe einen Fan. Nein, also ich glaube schon, dass meine Familie und Freunde meine Fans sind. Vielleicht wissen sie es nur noch nicht.

Bist Du reiner Künstler, oder auch Handwerker?

Ich kann sehr gut mit Pocco/Ikeamöbeln u.ä. umgehen und sie zusammenpuzzeln, aber ansonsten hab ich davon nicht so viel Talent abbekommen. Mein Vater hat alles für sich behalten – der kann’s.

Warum möchtest Du einen Thriller schreiben? Gehört es zu Deinem Lieblings-Genre?

Thriller sind einfach klasse. Allerdings habe ich in letzter Zeit keine mehr gelesen und die, die ich gelesen hatte – hatten leider eher weniger THRILL, vielleicht reizt es mich deshalb so. Stehe auf Düster und Verdreht.

Warum schreibst Du?

Ich schreibe, weil ichs kann. Ist das arrogant? Ja? Dann, weil es Spaß macht.

Was liest Du am Liebsten?

Am liebsten lese ich momentan DYSTOPIEN.

Dystopien, so negativ?

Ja, wie gesagt, ich bin ein Kind der Dunkelheit. Dark und Twisted, sag ich nur. Düster. Ich glaube der Mensch ist schon sehr grausam, wenn es drauf ankommt. Daher die Dystopien, die das sehr gut als Hypothese beleuchten.

Glaubst Du als Mensch an das Gute, wenn Du als Schriftsteller das Düstere bevorzugst?

Ich muss gestehen, manches Mal bezweifle ich, dass es das Gute gibt. Ich bin zwar überzeugt, dass es da draußen genug GUTE Menschen gibt, aber ich muss sagen, das Böse/Schlechte überwiegt doch sehr häufig. Aber doch, ans Gute glaub ich schon dennoch.

Was ist Dein Lieblingsbuch?

Mein Lieblingsbuch. Ich habe gerade Godspeed gelesen. Das hat Lieblingsbuchpotenzial. Ansonsten fand ich noch „Wenn du stirbst zieht dein Leben an dir vorbei, sagen sie“ ganz groß.

Bist Du auf Buchmessen präsent?

Buchmessen –  bisher noch nicht. Aber im März soll sich das ändern in Leipzig. Ich nehme es mir fest vor! Hab nur die Befürchtung, dass ich über die Menschenmassen meine Orienterung verliere. Ich meine, ich bin 1,82 groß und vielleicht überschaue ich ja die Menge.

Wo möchtest Du in 5 Jahren als Autor stehen?

In 5 Jahren wäre ein Verlag mal an der Zeit! Das würde mir schon reichen. Naja, und eine kleine Fanbase vielleicht, wenn ich ganz bescheiden sein möchte.

Ich wünsche Dir innerhalb der nächsten 5 Jahre einen Bestseller. Gibt es Vorbilder, Autoren, die Dich beeinflusst haben – beeinflussen?

Autorenvorbilder? Ich bin natürlich fasziniert von J. K. Rowlings Schaffenswerk. Wenn ich irgendwann mal eine Welt erschaffe mit Büchern, die über die Bücher hinaus aufrechterstehen bleibt und lebt, dann AMEN! Ansonsten Suzanne Collins definitiv, da sie mich zu meinem Raubzug des Phoenix inspiriert hat durch die PANEM-Trilogie.

Schreibst Du Deine Geschichten am PC oder auf einem Briefblock?

Nur am PC.

Könntest Du Dir vorstellen mit einem Kollegen zusammen zu arbeiten?

Ich fürchte das würde nichts geben.

Wie hat sich Dein Leben seitdem verändert?

Mein Leben hat sich insofern verändert, dass ich viel mehr lese und auch viel mehr über mein Buch rede, was meine Familie und Freunde manchmal vielleicht nervt, aber ich kann nicht anders. Sie stehen dennoch hinter mir. Allein in unserem Haus gibt es glaube mehr Exemplare meines Buches als Bewohner.

Hast Du Ratschläge die Du jungen Autoren und denen die welche werden wollen auf den Weg geben kannst?

Ratschläge an Jungautoren und solche, die es werden wollen? Hmm. Reinhängen, nicht aus der Ruhe bringen lassen, der Fantasie freien Lauf lassen und besser informieren, wenn es um die Manuskriptzusendung zum Verlag geht. Da habe ich beim ersten Mal VIEL falsch gemacht. Ich könnte ein Buch darüber schreiben.

Hast Du ein Lieblingsbuch von Dir selbst? Wenn ja welches u. warum?

Mein Lieblingsbuch entsteht erst noch.

Wo sammelst Du die Ideen für Deine Romane? Haben persönliche Erlebnisse Einfluss auf Deine Romane?

Die Ideen kommen mir überall und zu jeder Begebenheit. Das war schon immer so. Fantasie hatte ich genug. Hätte ich früher angefangen mit dem Schreiben wäre ich jetzt bestimmt beim gefühlten 100. Buch.

Wo schreibst Du am liebsten und wie sieht es dort aus?

Ich schreibe entweder im Wohnzimmer oder an meinem Schreibtisch. Das Wohnzimmer ist meistens ordentlich, der Schreibtisch eher nicht.

Ich erinnere mich an einen Post von Dir, wo Du mal Meinungen hören wolltest über erotische Schreibe. Und da sagtest Du sinngemäß … och, Du würdest glauben, dass bei Dir da alles okay sei … 
Weil Du aus der Sicht eines jungen Mädchens geschrieben hattest. Nun wollte ich das mal aus realer männlicher Sicht hinterfragen.

Bei mir ist auch alles okay Also es ist natürlich sehr komisch, eine Sexszene aus der weiblichen Sicht zu schreiben, weil ich die nicht kenne. Ich als Mann weiß nicht, was da in dem Kopf eines Mädels vorgeht oder wie es sich anfühlt etc. Da muss ich dann auch mal ein bisschen rumfragen, das war etwas befremdlich für mich.

Vielen Dank, lieber Dirk, für die gelungene Vorstellung, war top. Viel Erfolg für dich und deine Bücher und alles Gute.

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