Lana Rotaru

LanaAutoreninterview Lana Rotaru

12.11.2015

Das Autoren_Netzwerk freut sich, die Autorin Lana Rotaru interviewen zu dürfen

Lana Rotaru wurde im Dezember 1987 geboren. Der Lesewahnsinn begann bei ihr bereits in frühester Jugend, als sie Stunde um Stunde in einer öffentlichen Leihbibliothek verbrachte.
Nun füllen über 400 Hardcover und Taschenbücher ihre Wohnzimmerregale und ein Ende ist nicht in Sicht. Wenn sie nicht gerade an einem neuen Buch schreibt, stöbert sie gerne in Buchhandlungen oder lümmelt mit einem guten Buch.
2013 beendete sie ihr Fachhochschulstudium an der FH Aachen mit dem Abschluss „Bachelor of Arts“. Zurzeit lebt sie mit ihrem Ehemann in Aachen.

Ihr Debütroman „Black – Das Herz der Panther“ erschien im November 2015.

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Hallo Lana, erst einmal danke, dass Du Dich unseren Fragen stellst. Wie lange schreibst Du schon? Wie hast Du mit dem Schreiben angefangen? Viel lesen ist ja das Eine, mache ich auch, aber Schreiben ja was anderes.

Ich habe mit dem „Schreiben“ vor ca. 7 Jahren begonnen. Damals aber in einem *hust* Twilight Rollenspiel auf StudiVZ. Da hat mir so viel Spaß gemacht, bis sich unsere Gruppe irgendwann aufgelöst hat. Dann hatte sich das Schreiben schon wieder erledigt. Und diesen Sommer habe ich einfach angefangen, eine Geschichte, die in meinem Kopf war, nieder zu schreiben. Eine Veröffentlichung war eigentlich nie geplant.

Du hast heute eine 2-Sterne-Rezi bekommen – hast Du es schon verdaut?

Ja ich denke schon. Nein, im Ernst. Wie gesagt, ich bin erleichtert. Jeder Autor hat Angst vor einer 2 Sterne Rezi und meine ist relativ human. Also war mein erstes Mal nicht so schlimm.

Die Leseprobe von Deinem aktuellen Roman fand ich jetzt nicht schlecht. Was schreibst Du zur Zeit?

Gerade schreibe ich an dem zweiten Teil von Black. Habe aber zum NaNoWriMo eine neue Reihe gestartet. Etwas erwachsener und weniger Jugendbuch.

Wann erscheint der Folgeband?

Geplant ist Mitte Mai. Ich hoffe das meine Korrektorinnen dann auch zeit für mein Projekt haben.

Du sagst eine Veröffentlichung stand für Dich in erster Linie nie im Raum. Was hat Dich schlussendlich dazu bewogen, Deine Texte der Öffentlichkeit vorzustellen?

Mein Mann. Er hat immer von „meinem Buch“ gesprochen und ich habe immer abgewiegelt. Aber im Urlaub (wie waren in der Türkei) saßen wir am Tisch und haben zu Abend gegessen, da fragte er mich: Wann willst du dein Buch eigentlich veröffentlichen? Und ich habe nicht nachgedacht sondern einfach geantwortet: Ich versuche es mal vor Weihnachten noch. Und schwups, war der Gedanke in meinem Kopf. Also eher so eine „aus dem Bauch“ Entscheidung.

Nach der Entscheidung das Buch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, hast Du Dich sicherlich auf die Suche nach einem Verlag gemacht. Welche Erfahrungen hast Du auf diesem Weg gemacht?

Ich habe es tatsächlich nie direkt bei einem Verlag versucht, sondern wollte erst einmal über eine Agentur gehen. Also habe ich 20 Agenturen angeschrieben. Bisher kamen 5 Absagen. Aber währenddessen wurde mir klar, dass ich einfach keine Geduld habe, so lange zu warten. Als ich wusste, dass das Buch an die Öffentlichkeit will, wollte ich es so schnell wie möglich. Also habe ich alles recherchiert, was man als SPler so wissen sollte. Dann haben mich die Kosten erstmal angeschreckt, aber wieder hat mein Mann mich bestärkt: Vergiss das Geld. Wenn es nichts wird, war es ein teurer Versuch, aber den Moment, dein eigenes Buch in den Händen zu halten, kann dir dann keiner nehmen. Und er hatte Recht. Gestern kam das Print an und ich habe immer noch eine Gänsehaut. Deswegen habe ich das Buch auch meinem Mann gewidmet.

Hast Du auch vor, in anderen Genres zu schreiben oder kommt das für Dich nicht in Frage? Was liest Du eigentlich am Liebsten? Ich meine bei 400 Büchern scheint die Auswahl ja recht groß.

Ich werde immer im Urban-Fantasy Bereich schreiben, weil ich dieses Genre auch immer lese. Aber wie gesagt, es wird nicht immer Jungendbuch bleiben. Die nächste Reihe wird eher so Richtung … Kim Harrison gehen. Zumindest ist das der Plan. Ich lese zu 95% Fantasy. Und dann Jugendbücher wie z.b. die Edelsteintriologie, Harry Potter, City of Bones, etc. Aber auch so Thriller wie die Smoky Bennett Reihe von Cody McFadyen fand ich mega toll. Aber auch Sakrileg, Illuminati, etc. Aber das sind eher so Ausnahmen bei mir.

Kannst Du Dir vorstellen ein Drama zuschreiben?

Drama? Nein. Und zwar aus folgendem Grund: Das Leben hat so viele Schicksale, oder schlechte Seiten, dass ich mich beim lesen oder schreiben in eine rosa-rote-alles-ist-super-happy-end-Welt schleichen will. Deswegen sind meine Liebesgeschichten auch zu dick aufgetragen.

Was machst Du denn noch schönes wenn Du nicht schreibst? Ich meine so als Hobby.

Meine Hobbys: Lesen, KINO!!!, meine Ehemann. Ich verbringe so gerne Zeit mit ihm, auch wenn es nur langweiliges Einkaufen ist. Wir lachen dann so viel zusammen, dass wir auch gerne mal einen Edeka unterhalten, mit unseren Kommentaren.

Hast Du Vorbilder? Ich meine natürlich Autoren-Vorbilder, und hast Du einen Lieblingsautoren?

Autorenvorbilder? Puuuhhh gute Frage. Ich denke nicht. Ich liebe die Bücher von Kerstin Gier. Aber genauso von Cody McFadyen. Aber als Vorbild würde ich die beiden jetzt nicht direkt sehen.

Viele sind der Auffassung, dass die Selfpublisher die Buchbranche aufmischen. Teilst Du diese Aussage?

Ich denke, dass die Self Publisher einen super Weg einschlagen. Ich habe mich auch mit einigen Verlagen auf der Buchmesse unterhalten und die waren – leider – recht hochnäsig. Ich denke, es ist ganz spannend, dass sie sehen, dass auch SPler sehr erfolgreich sein können, ohne Verlag im Rücken. Also: Ja, ich teile diese Meinung.

Reizt es Dich denn auch mal irgendwann etwas anderes zu schreiben?

Irgendwann bestimmt. Ich probiere gerne neues aus. Vielleicht, wenn ich mich mal aus Autor sicher fühle und nicht bei jedem verkauften Ebook in die Luft springe vor Freude, werde ich bestimmt ein anderes Genre versuchen. Dann vielleicht so etwas wie ein Detektiv-Roman. Oder etwas richtig brutales. Ja, das widerspricht sich, aber ich habe bei Black gemerkt, dass mir die Szenen, wo es um Schmerz, Kampf, Streit, Hass, etc. geht großen Spaß gemacht haben.

Hast Du auch schon mal eine richtige Schmonzette geschrieben, etwas, das Dir jetzt quasi peinlich ist?

Schmonzette? Liebesschnulze?

Genau.

Bei den Twilight Rollenspielen habe ich immer Edward genommen, weil ich es so schön fand, alte, romantische Wörter und Gentlemen Gesten zu schreiben. Deswegen sind meine Black-Brüder wahrscheinlich auch so Gentlemenhaft geworden. Ist mir aber auch erst später aufgefallen. Ob mir das jetzt peinlich ist, weiß ich nicht, aber ich muss es nicht jedem auf die Nase binden.

Plottest Du alles ganz genau oder schreibst Du erst einmal drauflos?

Ich wusste bis vor kurzem gar nicht was ein Plot ist *schäm*. Neee, ich hab irgendwie einen Start im Kopf und dann schreibe ich. Und nachts, wenn ich eigentlich schlafen sollte, kommen meine Protas zu mir und flüstern mir ein, was sie am nächsten Tag erleben wollen. Ich bin quasi nur ihr Sprachrohr.

Woher hast Du Deine Ideen?

Meine Ideen … Die kommen mir einfach in den Sinn, wenn ich mich eigentlich konzentrieren muss. Z.B. in einem wichtigen Meeting bei der Arbeit. In einer Prüfung bei einer Fortbildung. Bumm, plötzlich weiß ich, wie es weiter geht. Dann muss ich die Idee schnell auf meine Hand schreiben, damit ich sie nicht vergesse.

Hast Du einen speziellen Schreibplatz und was brauchst Du dabei? Kaffee, Tee, Notizbuch, Ruhe?

Ja, ich schreibe immer auf meiner Couch. Beine ausgestreckt und Laptop auf dem Schoß (genau wie jetzt auch gerade). Und dazu läuft stumm, der Fernseher. Ich hasse andere Geräusche, die mich ablenken können, aber ich mag nicht das Gefühl, alleine zu sein. Also lade ich mir wortstumme Fernsehsendungen in mein Wohnzimmer.

Magst Du all Deine Figuren?

Ja, überraschenderweise. ich hätte nicht gedacht, dass ich meinen Bösewicht mögen würde, aber selbst der hat was cooles an sich. Aber ich liebe meine Zwillinge. Und Lia ist auch ganz cool. Aber ich bin ein Riesen Fan von Sky (der besten Freundin von Lia). Ich überlege, ob ich ihr einen Spin Off schenken soll.

Wie entwirfst Du Deine Charaktere?

Bei Black waren das tatsächlich am Anfang Sterotypen. Klischees, die ich eben aus anderen Büchern mochte. Dann beim schreiben ist mir aufgefallen, dass sie viele Reaktionen oder Gestik von meinem Mann, meinen Arbeitskollegen oder Freunden bekamen. Aber das dürfen die betroffenen nie erfahren.

Machst Du Dir dazu Notizen?

Ich habe auf der Arbeit einen Telefonnotizenblock. Der war, bevor ich mit Black angefangen habe, neu. Dann war er plötzlich nach 3 Wochen leer. Ich hatte jeden Tag bis zu 25 Zettel in meine Tasche gesteckt, wo ich Notizen aufgeschrieben habe. Gedanken, Ideen oder Anmerkungen, die sich aus der Geschichte widersprachen. Das war so ein Akt, Abends diese Zettel zu sortieren.

Hast Du schon mal unter Schreibblockaden gelitten?

Nein, Schreibblockaden kenn ich nicht. Eher, zu viele Ideen und zu wenig Zeit oder Finger, alles niederzuschreiben.

Wie oft schreibst Du und dann wie lange? Versuchst Du jeden Tag zu schreiben oder machst Du das einfach nach Lust und Laune?

Mo-Fr. jeden Abend ab 18 Uhr bis 22 Uhr. Dann ruft mein Bett. Am Wochenende, wenn ich nichts vor habe, fange ich morgens an und höre erst mitten in der Nacht auf. Ich warte schon darauf, dass mein Mann mir Vernachlässigung vorwirft. Bisher war das nicht der Fall. Zum Glück fallen Lust und Laune jeden Tag an, sodass ich mich – bisher – nicht quälen musste. sollte das aber irgendwann der Fall sein, werde ich einfach pausieren. Sonst wird nur die Qualität darunter leiden.

Darf man fragen, was Dein Brotjob ist?

Ich arbeite als Assistentin der Geschäftsleitung – Schwerpunkt Personal – in einer internationalen Softwareberatungsfirma. Das klingt total super, aber eigentlich bin ich Mädchen für alles. Manchmal Nanny, manchmal Seelentröster, aber irgendwie immer Sündenbock.

Daumen hoch dafür, dass Du bei dem Job so fleißig schreibst.

Ja, bis jetzt macht es Spaß und ich bekomm beides unter einen Hut. Wer weiß, wie es jemals mit Kindern aussieht.

Kannst Du Dir vorstellen, irgendwann nicht mehr zu schreiben?

Zur Zeit, nein. Dafür macht es mir zu viel Spaß. Und solange ich von den Einnahmen meine weiteren Projekte finanzieren kann und keine Kredite aufnehmen muss, bleibe ich dabei. Und selbst wenn es nur eine Handvoll Menschen lesen wollen.

Liest Dein Mann alles von Dir?

Mein Mann weigert sich Black zu lesen. Und ich bin ganz froh darüber. Er sagt, dass es ein Mädchenbuch ist – Stimmt. Und ich will nicht, dass er es nur liest, weil ich es geschrieben habe. Dann gefällt es ihm nicht und ich wäre nur enttäuscht. So gewinnen wir beide. Aber meine neue Reihe will er lesen, weil er die Idee dahinter so gut findet.

Sagt er auch, was er nicht gut findet?

Ja. Da ist er (leider) verdammt ehrlich. Aber deswegen liebe ich ihn ja auch so.

Wie viel von Dir steckt in Deinen Büchern?

Auch das ist mir erst später aufgefallen. Überraschenderweise viel. Da das Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, hat Lia ihr Äußeres, sowie viele Aktionen und Reaktionen von mir. Ein bisschen hat mir das Angst gemacht. Es ist ein wenig, wie ein Tagebuch veröffentlichen. Man macht sich sehr verletztlich. Ich bin dem Ganzen etwas naiv entgegen gegangen. Aber ich habe dadurch auch viel über mich selber gelernt

Lädst Du auch negative Gefühle in Deinen Geschichten ab? Deine Wut auf etwas oder jemanden zum Beispiel. 

Ja, Lia (mein Prota) muss sehr viel durchmachen und ich hatte zwischenzeitlich echt Angst, dass es ZUVIEL ist. Dann habe ich es meinen Mann erzählt und er meinte auch, dass die arme ihm leid tut, aber solange ich das plausibel erklären kann, würde es schon passen.

Hattest Du am Anfang die gesamte Black- Geschichte bereits im Kopf oder hat sich der zweite Band aus dem ersten entwickelt während des Schreibens?

Ich hatte gar nicht vor eine Reihe zu schreiben. Aber dann wurden es plötzlich zwei Teile. Und jetzt, wo der zweite Teil in der Rohfassung fertig ist, wurde mir klar, dass es drei Teile werden.

Wird Dein nächstes Projekt abgeschlossen oder auch eine Reihe?

Eigentlich wollte ich einen abgeschlossenen Roman machen, aber die Geschichte und die Protas haben sooooo viel Potenzial, dass es wieder eine Reihe wird. Und wenn es so läuft, wie ich es mir vorstelle, auch mehr als eine Trilogie.

Vielen Dank für Deine offenen, ehrlichen Antworten und für Deine Bereitschaft zum Interview. Ich wünsche Dir viel Erfolg mit Deinen Büchern.

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