Katja Bleeker

KatjaAutoreninterview Katja Bleeker

19.11.2015
Das Autoren_Netzwerk freut sich die Autorin Katja Bleeker-Autorin interviewen zu dürfen

Katja Bleeker wurde 1983 im idyllischen Ostfriesland geboren und begann bereits mit 8 Jahren, die ersten Geschichten zu schreiben. Als früherer Stephen King Fan begeisterte sie sich für das Genre Horror und konnte so mit 13 Jahren ihre erste Kurzgeschichte „Der Wald des Schreckens“ beim Bastei-Lübbe-Verlag in der Jason Dark Reihe als Kurzgeschichte der Woche veröffentlichen.
Im Laufe der Jahre wich die Liebe zum Schreiben von Horrorstories und ging über zu anderen Genres. – Was jedoch nicht heißt, dass sie sich nicht nach wie vor für Horror und Mystery interessiert.
2013 versuchte sie sich erstmals im Selfpublishing und veröffentlichte ihren Debütroman „Zeitenflüchtling“, eine Dystopie mit Elementen aus den Bereichen Thriller/Krimi und Lovestory, der Begeisterung bei den Lesern entfachte.
Das Ausprobieren unterschiedlicher Genres begeistert Katja Bleeker sehr, so kann sie sich in allem einmal ausprobieren. Momentan liegt ihr Schwerpunkt auf Chick Lit und Romantic Thriller.
Besonderheit ihrer Bücher ist, neben den unterhaltsamen und stets überraschenden Handlungssträngen und Wendepunkten, ein dünner sozialkritischer Faden, der fein innerhalb der Geschichte verwoben ist und so dafür Sorge trägt, dass das Buch selbst nach der letzten Seite noch lange im Kopf des Lesers nachklingt.

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Huhu!!!
Ich krieche schon mal langsam rein, schalte das Licht ein, drehe die Heizung auf und mache die Fenster zu. Ist ein bisschen kühl geworden in den letzten Tagen.
Aus meinem Körbchen hole ich virtuelle Heidelbeermuffins, einen American-Cheesecake, Schokomuffins mit Vanilletopping, eine Schoko-Crossie-Torte, Zimtschnecken, links ohne und rechts mit Rosinen, selbstgebackene Zimtsterne und Kokosmakronen und einen Sandkuchen.
Auf dem anderen Tisch gibt es virtuelle Getränke: Wasser, Säfte und Limo, Kaffee, Cappu, heiße Schokolade in Schwarz und Weiß und Tees.

Hallo Katja, vielen Dank, dass Du Dich zu diesem Interview bereit erklärst. Was macht das Schreiben für Dich so interessant?

Das Schreiben ist für mich wie Atmen – ich brauche es, um zu überleben. In meinem Kopf rattert es ständig und wenn ich die Ideen nicht rauslasse, habe ich das Gefühl zu platzen.
Besonders interessant finde ich dabei, dass ich meine Protagonisten dem Leser gegenüber so erscheinen lassen kann, wie ich es will – und die handeln nicht immer nach dem Wunsch meiner Leser. Solche Gegensätze finde ich besonders toll. Außerdem gibt das Schreiben mir die Möglichkeit, Themen zu behandeln, die ich sonst vermisse.

Wieso ist Dein Schwerpunkt zur Zeit Chick Lit, was macht den Reiz beim schreiben aus?

Beim Chick Lit kann ich etwas frecher sein. Ich muss mich nicht an strikte Erzählregeln halten, kann sie brechen, kann meiner Schnute freien Lauf lassen.  DAS macht irre Spaß!

Bist Du bei einem Verlag unter Vertrag?

Nein, ich bin bei keinem Verlag unter Vertrag.

Hast Du schon einen Verlag gesucht?

Nein, mittlerweile bin ich mit dem Selfpublishing sehr zufrieden. Sollte aber irgendwann mal eine Arbeit mit einem Verlag zur Debatte stehen, würde ich nicht direkt ablehnen.

Was ist Dein jetziges Projekt? Thriller? Chic lit? Krimi?

Ich habe vor ein paar Tagen meinen NaNo-Roman in der Rohfassung fertig gestellt. Er ist eine Mischung aus Chick Lit und Thriller.

Jason Dark mit 13, wie kam es dazu?

Ich hatte damals wahllos viele große Verlage angeschrieben und meine Geschichte vorgestellt. Da bin ich zufällig auch beim Bastei gelandet. Die haben sich bei mir gemeldet und haben mir angeboten, meine Story als Horrorstory der Woche in einem der Jason Dark-Hefte zu veröffentlichen.

Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Das weiß ich gar nicht mehr, um ehrlich. Ich schreibe, seitdem ich klitzeklein bin und… seitdem ich schreiben kann.

Was liest Du persönlich am Liebsten? Immer noch bei Horror hängen geblieben?

Ich lese liebend gern Thriller, Krimis und Horror. Hin und wieder Chick Lit. Beim Horror allerdings werde ich nur sehr schwer fündig, weil ich kaum etwas finde, was mich wirklich gruselt.

Wie wirbst Du als SP für deine Bücher?

Ich werbe hier auf Facebook, auf Blogs, in regionalen Zeitungen und mit Flyern.

Welcher Protagonist von Dir nervt Dich am meisten?

DAS ist eine tolle Frage.
Jetzt muss ich echt mal überlegen. Ich glaube, dass das Dominic ist. – Der Antagonist aus „Ichplosion“. Er ist so fürchterlich selbstverliebt, dass ich ihn am Liebsten treten würde.

Wie sieht es mit Lesungen aus?

Bis jetzt habe ich noch keine Lesungen gegeben. Ich würde aber super gerne mal.

Verarbeitest Du reale Personen (oder Teile deren Persönlichkeit) aus Deinem Umfeld in Deinen Werken?

Personen aus meinem Umfeld nicht, meine Protagonisten sind alle vollkommen frei erfunden. – Aber persönliche Erfahrungen binde ich manchmal schon ein.

Was hast Du an, wenn Du schreibst?

Also für gewöhnlich irgendetwas, was wirklich gemütlich ist. Und gemütlich ist alles, was mir mindestens 5 Nummern zu groß ist. Keine Schuhe – das stört.

Womit schreibst Du am Liebsten…also Laptop oder Pc?

Laptop!! Ich habe es auch mal mit einem Tablet versucht, das ist mir aber immer weggerutscht und ich kam mit meinen Anschlägen nicht nach.

Und wo schreibst Du am Liebsten?

Ich hab eine kleine Ecke in unserer Wohnung abbekommen, in der ich schreiben darf. Zwischen Wand, Regal und Bett. Klein aber fein.

Gibt es ein Wetter, bei dem Du gar nicht schreiben kannst, oder besonders gut?

Ja! Ich kann nicht bei Sonnenschein schreiben – FÜRCHTERLICH!!!
Regen, Schnee, Sturm, Grau und Grau, Gewitter, Graupel, Hagel – DAS finde ich toll!

Machst Du Notizen handschriftlich und wo sind die versteckt?

Meinen Plot fertige ich ausschließlich handschriftlich an!

Könntest Du „auf Bestellung“ schreiben?

Ich glaube, es käme aufs Genre und die Grundidee an. Ich habe es noch nicht versucht.

Was würdest Du niemals schreiben und was würde Dich noch reizen?

Nie schreiben würde ich wahrscheinlich einen Erotikroman. Ich drücke mich jetzt schon vor intimeren Szenen in meinen Storys und schummle da ein bisschen.
Gerne schreiben würde ich aber mal einen richtig tollen Thriller!

Brauchst Du irgendwas bestimmtes zum Schreiben? Ich meine so Ruhe oder immer Kaffee oder so etwas?

Ich brauche Dunkelheit, eine aufgeräumte Wohnung, die passende Musik und gemütliche Klamotten zum Schreiben. – Und nach zwei Stunden einen Kaffee.

Aufgeräumte Wohnung? Auweia…

…wird mir regelmäßig zum Verhängnis und dürfte wohl auch erklären, wieso ich nur im Dunklen schreibe, hahaha.

Ich find die Wortschöpfung „Ichplosion“ ja großartig! Wie viel Alkohol war bei dem Kreativprozess mit im Spiel?

Ich muss gerade ehrlich überlegen, wo, wann und wie ich den Ichplosionseinfall hatte. Ich glaube, ich war gerade auf einem Spaziergang, als ich die Idee hatte. Im Idealfall war da kein Alkohol im Spiel.

Welches Instrument in einer Band wärst Du?

Ich wäre die Gitarre. Und wenn die belegt ist, bin ich ein Klavier.

Merkt man in Deinem Geschriebenen norddeutschen Humor? Suggestivfrage: Norddeutsche haben gar keinen Humor.

Einwurf mehrerer Gäste: Dooooch, merkt man nur nicht…Für Süddeutsche und Rheinländer nicht verständlich, denke ich…unseren Humor merkt man auf den zweiten Blick…..der ist halt tiefgründiger.

Ich weiß gar nicht. Bislang hat mir noch keiner gesagt, dass man da irgendwas merken würde. Ich weiß aber auch nicht, ob ich überhaupt norddeutschen Humor habe.
Allerdings meinte mal jemand zu mir, dass, wenn ich aufgeregt bin und schnell viel erzähle, mein norddeutscher Akzent durchkommt.

Wie viele angefangene Projekte hast Du noch in der Schublade?

Lass mich zählen, … ich habe eines gerade in der Korrektur, das morgen, spätestens übermorgen rauskommt, dann habe ich noch eines in der Rohfassung da, mein NaNo-Projekt und noch zwei halbe Plots.

Hast Du schon mal etwas geschrieben, was Du auf keinen Fall jemandem zeigen würdest?

Ja, das werde ich auch aus meinem aktuellen Manuskript löschen. Hahaha.

Ich meinte etwas Fertiges.

In meiner Schublade liegen ein paar grottenschlechte Gedichte. Die will ich definitiv keinem zumuten.

Welches Projekt schwebt dir denn als nächstes vor?

Ich möchte zumindest den Versuch starten, einen Thriller zu schreiben. Habe eine verschwommene Idee, an der ich mich versuchen will und schon jetzt Bammel davor.

Was wünscht Du Dir für die Zukunft?

Ich würde gern vom Schreiben leben können! Ansonsten, schreibunabhängiges, dann so das Allgemeine: Gesundheit, Glück, Familie.

Wer liest Deine Sachen immer als Erstes?

Meine Betaleser oder Testleser im Normalfall.

Trifft es Dich, wenn es Deine Testleser nicht gut finden?

Ein bisschen, manchmal. Hin und wieder hat man solche Passagen, die findet man selbst total klasse – Nobelpreisverdächtig, fast schon – und dann kommt vom Betaleser nur ein „Mah…“
Wenn es mal das ganze Projekt betrifft, dann… klar, ist man natürlich schon ein bisschen geknickt, aber Geschmäcker sind verschieden. Das kann man einem nicht übel nehmen.

Kannst Du Dir vorstellen, irgendwann nicht mehr zu schreiben?

NEIN!!!!! Nein, nein nein nein nein!!!! *horror*

Wie hoch ist Deine Wegwerf-Quote? Nur hier und da mal eine Zeile, oder Seiten, ganze Kapitel?

Ich habe letztens eine ganze Person weggeworfen.
Ansonsten sind meine Stories allerdings akribisch genau durchgeplant, so dass ich recht wenig wegwerfen muss.

Hält Dich Schreiben vom Schlafen ab?

Ja. Definitiv!! Ich habe in diesem Monat ein enormes Schlafdefizit.

Welches Buch (von jemd. anderen) hättest Du am liebsten selber geschrieben?

Mein erster Gedanke war „Die unendliche Geschichte“, ich tendiere gerade allerdings mehr zu „Harry Potter“. Ich finde es toll, wie viel im Hintergrund miteinander verwoben ist, wie tief die Bedeutung mancher Namen sind. Hätte ich gern selbst geschrieben.

Hast Du Vorbilder? Und hasst Du Vorbilder?

Ja, früher war’s mal Stephen King – heute eher nicht mehr so. Mittlerweile finde ich beispielsweise die Art zu schreiben von Sebastian Fitzek sehr toll. Seine Bücher sind spannend und unterhaltsam, seine Ideen sind klasse.
Außerdem Klaus Peter Wolf – er schreibt tolle Krimis, sehr gut durchdacht, sehr klar strukturiert und kümmert sich toll um seine Fans!

Welche Musik inspiriert Dich am leichtesten?

Eher depressive Musik. Mit fröhlichen Songs kann ich nichts anfangen, da mir da die Tiefe fehlt und während des Schreibens brauche ich das, da ich meinen Büchern immer eine gewisse Tiefe – neben dem Unterhaltungseffekt – zukommen lassen möchte.

Was würdest Du gerne mal vorlesen?

Uff… da ich eher schlecht im Vorlesen bin (klinge wie ein Roboter, glaube ich), habe ich da, glaube ich keine Wünsche (ich glaube auch, dass das besser so ist, für die Zuhörer.

Was sagen Deine Freunde und Bekannten dazu, dass Du schreibst?

Die meisten meiner Freunde finden es – soweit sie mir gesagt haben – gut. Sie unterstützen mich und bauen mich auf, wenn ich gerade mal ein Tief habe.

Vielen Dank Katja, für dieses kurzweilige, lustige Interview und für das virtuelle Kuchenbuffet. Wir wünschen Dir weiterhin viel Erfolg und einen schönen Abend. (*Kullerrund in der Ecke lieg) 

Heizung abdrehen? Licht aus? Keine Partymäuse hier…Jepp, alles aus und auch Fenster zu.

 

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