LiLo Seidl

LiLo SeidlAutorenvorstellung LiLo Seidl

28.11.2015

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
es freut mich sehr, dass ich mich heute vorstellen darf. Vielen Dank an die Gruppen-Admins fürs Organisieren.
Ich bin LiLo Seidl aus Nürnberg. Nach über zwei Jahrzehnten in der IT habe ich Ende 2011 meinen gutbezahlten Job hingeschmissen, weil er keine Herausforderungen mehr bot, und mir meinen Traum erfüllt nur noch als Autorin zu arbeiten. Mein erstes Buch, der historische Roman „Das Vermächtnis von Südland“, erschien im März 2013. Im Oktober letzten Jahres hat mich die Mordlust gepackt und seit August ist mein Krimi „Positronenfalle“ auf dem Markt. Weil das schriftliche Morden mit richtig Flow vonstatten ging, werde ich dem Krimi-Genre erst einmal treu bleiben.
Schon als Kind habe ich mir Geschichten ausgedacht und meine Eltern genervt, die Lehrer hat es gefreut – ein Aufsatz, kein Problem. Im Teenageralter verschlang ich die Gespenster-Geschichten-Comics und ließ mich von den Dracula-Filmen mit Christopher Lee und Frank Langella zu meiner ersten, längeren Geschichte inspirieren. Meine sexy Vampir-Grafentochter verliebte sich in einen Menschen-Sohn, wie Bella & Edward nur umgekehrt – Fan Fiction pur, dabei existierte dieser Begriff damals noch gar nicht. 1978 kam „Star Wars“ in die Kinos, Vampire waren passé und Science Fiction angesagt. Ich habe Filme und Romane verschlungen, mein Favorit blieb Star Wars. Aber erst nach „The Empire Strikes Back“ begann ich mit meiner Fortsetzung. Es brauchte zwei Schlüsselerlebnisse und einige Jahre Anlaufzeit, bis ich mir sicher war „Schreiben ist genau das, was du immer tun wolltest“.
Nr. 1: Im Sommer 1983 verbrachte ich 2 Wochen in London an einer Sprachenschule. Mit viel Glück und nach langem Schlange-Stehen konnte ich ein Ticket für „The Return Of The Jedi“ im ODEON am Leicester Square ergattern. Und dann starrte ich mit offenem Mund auf die Leinwand: der Neubau des Todessterns, wie in meiner Episode VI (von 1981). Tschaka! Ich hatte dieselbe Idee wie George Lucas & Co und fühlte mich als bekäme ich den Oscar. Ein Jahr später bin ich nach Nürnberg gezogen, um meine IT-Ausbildung zu beginnen, danach blieb mir durch meinen neuen Job fürs Schreiben kaum noch Zeit.
Schlüsselerlebnis Nr. 2: 1997, in meinem 4. Ägyptenurlaub (Götter, Gräber und Gelehrte und Wüste statt Strand) weckte ich mit meinen Erzählungen über die Mythologie der Pharaonenzeit auch das Interesse des sechsjährigen Sohnes eines befreundeten Ehepaares. Am nächsten Morgen stand er um halb sieben auf der Matte und fragte „Wann fahren wir denn ins Tal der Könige? Ich will endlich dieses Grab mit den schönen Bildern sehen“. Sein überraschter Vater meinte damals, ich sollte meine Geschichten aufschreiben. Gesagt – getan, von da an wieder regelmäßig, neben dem Job, auch Drehbücher. Das habe ich in vielen Seminaren “richtig“ gelernt (Master School Drehbuch Berlin, Filmhaus Frankfurt) und auch ins Regie-Führen und Produzieren hineingeschnuppert. Drei Kurzfilme und ein Musikvideo sind so entstanden. Meine Langfilm-Drehbücher waren „ausgezeichnet“ (O-Ton der Produzenten), aber in Deutschland leider nicht finanzierbar, ich dachte eben in „Big-Screen & Big-Budget-Dimensionen“. Grob gerechnet kosteten meinen ersten Filmminuten bereits eine Million Euro.
So bin ich wieder beim „normalen“ Buch gelandet, da gibt es keine Budget-Begrenzung für Fantasien. Wie eingangs erwähnt, mein Debüt war der historische Roman „Das Vermächtnis von Südland“. Die Idee dazu entstand auf meinen Reisen nach Südafrika und Namibia. Leider habe ich damals keinen Verlag gefunden und mich ins Self-Publisher-Business gestürzt, im wahrsten Sinne des Wortes ein Sprung ins kalte Wasser und mit einer Menge Anfängerfehlern. Eigentlich war eine Fortsetzung geplant, 20 Jahre nach den Ereignissen des ersten Buches angesiedelt. Die Protagonisten sind die erwachsenen Kinder der Helden. Nach etwa 100 Seiten kam ich nicht weiter, außerdem stand mir der Sinn nach etwas Modernem. Meine Lebens- und Liebesgeschichte über eine Karrierefrau 40-Plus liegt wieder in der Schublade, weil die angeschriebenen Verlage lieber jüngere „Heldinnen und Helden“ haben wollten. O-Ton einer Lektorin als Begründung für die Absage „Ihre Protagonisten sind etwas zu alt, außerdem sollte Erotik vorkommen, denn unsere Leserinnen möchten auch das erotische Kribbeln in der Geschichte nicht missen“. Natürlich kam das bei mir vor und das nicht zu wenig, aber eben nicht auf den ersten 20 Seiten Leseprobe. Und die Ich-Erzählform hat ihnen auch nicht geschmeckt.
Statt einen Lektor zu ermorden – im Geiste war ich kurz davor, aber ich wollte es mir mit dieser Zunft nicht verscherzen – habe ich mich in „Positronenfalle“ für einen Physiker entschieden. Umberto Eco sagte einmal, auf die Frage warum er „Der Name der Rose“ geschrieben hat: „Ich hatte den Drang, einen Mönch zu vergiften.“ – Tja, und ich wollte einen Physiker killen. Aber nicht weil ich sie nicht leiden kann, im Gegenteil, das sind ausgesprochen nette Menschen, es hat zur ersten Idee mit Liebe, Mord und Wissenschaft gepasst. Der Krimi sollte auf jeden Fall in meiner Heimatstadt Nürnberg spielen. Ich wollte aber weder Mittelalter, jüngere Vergangenheit noch Gegenwart behandeln, auch nicht die Themen Lebkuchen, Bratwurst, Burg, Christkindlesmarkt oder Spielwarenmesse – alles schon mal da gewesen. Nürnberg ist bereits heute das Zentrum einer Hightech-Region, also entschied ich mich, zwinkernd in die nahe Zukunft zu blicken, ins Jahr 2024 mit absehbaren Ereignissen und Entwicklungen. Warum ausgerechnet Positronen? – Damit werden schon heute Fehler in Metall-Legierungen aufgespürt (Materialsynthese). Trocken und kompliziert? – Im Gegenteil, es ist superspannend, man muss es den Leserinnen und Lesern ja nicht in ellenlangen Formeln an den Kopf werfen. Der erste Mord sollte in einem Rüstungsunternehmen geschehen, Waffenproduktion hat schließlich seit Jahrhunderten Tradition in der Frankenmetropole. „Positronenfalle“ ist quasi ein Stück Heimat-Geschichte 4.0.
Kurz zum Inhalt: Vor dem Hintergrund der weltweiten Aufrüstung gegen den internationalen Terror boomt die Rüstungsindustrie. 2024 stehen bahnbrechende Entwicklungen an: Nanobot-Kampfdrohnen, winzige, waffen-tragfähige Fluggeräte aus speziellen Leichtmetall-Legierungen. Der Neid der Konkurrenz ob des Erfolgs ist garantiert und aus Geldgier geht man über Leichen in den eigenen Reihen. Um das Ganze etwas zu „entschärfen“ baute ich eine kleine Love-Story ein. Kommissarin Katharina „Kathi“ Starck, eine toughe Single-Frau mit kleinen Schwächen/Macken, und Nikolai, der sensible Physiker und Hobbykoch mit Nerd-Brille, sind sich anfangs nicht grün – sie hält ihn für den Haupttatverdächtigen und homosexuell und er sie für eine spitzzüngige Zicke – am Ende aber ein perfektes Paar.
Liebe, Mord und Wissenschaft mit einer Portion Humor, Sarkasmus und Science Fakten statt Fiction. Vom zweiten Kathi-Starck-Krimi steht schon die Hälfte und von Nummer drei sprudeln die ersten Ideen (so viel sei verraten, diesmal ist ein Lektor dran!). Es bleibt spannend, garantiert.
Herzliche Grüße
LiLo
PS: alle meine Seiten freuen sich immer auf Besuch
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