Maren Brüsemeister

MarenAutoreninterview Maren Brüsemeister

26.11.2015
Das Autoren_Netzwerk freut sich, die Autorin Maren Brüsemeister interviewen zu dürfen.

Warum zeige ich mich auf meinem „Autorenbild“ mit meiner Tochter? Weil sie der Grund ist, dass ich zum Schreiben gekommen bin.
Mit 41 Jahren (verheiratet und zwei Kinder 12J + 10 J.) wurde ich je aus meinem behüteten Leben gerissen. Diagnose: Brustkrebs – Ein Schock.
Es folgte eine Therapie aus Operation, Chemo und Bestrahlungen.
Dann kam der zweite Schock – Ich war schwanger.
Und zwar nicht seit kurzem, sondern über die gesamte Behandlungszeit hinweg. Die Ärzte mussten spekulieren, ob das Kind überhaupt gesund geboren werden kann, denn vergleichbare Fälle gab es deutschlandweit nicht.
Daraus entstand mein Erstlingsroman „Die Löwenstarke“.
Da das Schreiben zu einer Leidenschaft wurde, hab ich mich entschlossen einen Verlag gewerblich anzumelden. In diesem soll es künftig Bücher und Kunst von mir geben.
Ja, vielleicht eine außergewöhnliche Kombination für einen Verlag. Aber, Kunst war vor dem Schreiben meine große Leidenschaft und die möchte ich auch nicht aufgeben.
Also, warum nicht mal was außergewöhnliches und beides verbinden!?

Ihr könnt mich auf meiner Homepage besuchen und natürlich hier auf Facebook.

Homepage

Facebook

Mein Roman Die Löwenstarke hat auch eine eigene Seite:
Die Löwenstarke auf Facebook

Hallo Maren, danke, dass Du Dich unseren Fragen stellst. Bei dem Thema des Buches stellt man Dir doch bestimmt viele sehr persönliche Fragen, macht Dir das etwas aus?

Das macht mir nichts aus … sonst wäre ich mit der Buchveröffentlichung auch falsch. Also habt bitte auch ihr keine Hemmung bei dem Thema.

Ich fange mal mit der schwersten überhaupt an – hast Du die Krankheit jetzt restlos überstanden?

Ich sage immer ich bin geheilt. Ganz offiziell gilt man nach 5 Jahren geheilt … da würden mir noch zwei Jahre fehlen.

Bist Du ein gläubiger Mensch?

Ja und nein. Also ich bin nicht so gläubig, dass ich sonntags in die Kirche  renne. Aber ich glaube an Gott und ich glaube daran, dass er bei mir ganz viel bewegt hat.

Hast Du Angst vor dem Tod?

Muss ich auch mit ja und nein beantworten. Bei meiner Brustkrebserkrankung hatte ich überhaupt keine Angst, ich habe mich nie in Lebensgefahr gesehen. Bei der plötzlichen Schwangerschaft war es anders. Ja, da hatte ich eine „Todesangst“, nämlich die um mein ungeborenes Kind.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, selbst Verlegerin zu werden? Haben Verlage Dein Buch abgelehnt?

Ich habe einige Verlage angeschrieben. Alles Absagen. Bis auf ein Verlag, der wollte mir einen Vertrag anbieten. Der war so schlecht, dass ich dankend abgelehnt habe. Da kam dann der Ergeiz auf es selbst zu schaffen.

Hattest Du bzgl. Deines ungeborenen Kindes Zweifel, oder war es für Dich gleich klar, dass Du es willst?

Ich habe bei bekannt werden gleich den Ärzten gesagt, wenn es kein 100%iges Indiz gibt, dass dies Kind nicht gesund ist, dann werde ich die Schwangerschaft nicht abbrechen.

Ich habe auf Deiner Homepage gesehen, dass Du eine unglaubliche Präsenz in den Medien hast … wie kam es dazu? Sind die Zeitungen/Sender etc. auf Dich zugekommen, oder hast Du sie im Zuge einer ‚Werbekampagne‘ angeschrieben?

Ich habe bei der Veröffentlichung einige Pressestellen angeschrieben. Dann wurde das ganze auch ein Selbstläufer. Die Presse guckt untereinander was die anderen schreiben. Heute melden sich die meisten bei mir und ich schreibe nur noch einige an.

Warum hast Du Dich für den Selbstverlag entschieden, statt es über die Selfpublisher zu veröffentlich, wie BoD, … ? Was für Vorteile hast Du im Selbstverlag gesehen?

Ich hab den Selbstverlag gewählt, weil mir BOD zu teuer war und ich wollte absolute Wettbewerbsfähigkeit gewährleisten. Listung bei Barsortimenten etc.

Was wirst Du als nächstes schreiben?

Ich werde mit meinen Büchern im bereich der Lebensgeschichten bleiben. Das nächste Buch handelt von Geschichten hinter den Kulissen des Rennsports (Autorennen).

Muss man für das Veröffentlichen was bezahlen?

Das kommt darauf an, wo man es macht. Bei Amazon ist es kostenlos, bei anderen bezahlt man die ISBN etc. Die Veröffentlichungen in den Medien ist kostenlos. Eine Hand wäscht die andere. Die haben eine tolle Story und ich Buchwerbung.

Interessant finde ich, dass Du die Kunst mit dem Schreiben verbindest. Und viel kreativ tätig bist auch mit Kursangeboten. Wie bringst Du dieses Vielseitige unter einen Hut? Malen, schreiben, Verlag? Was machst Du selbst, was lässt Du machen?

Das ist mein Problem … die Zeit. Denn eigentlich schaffe ich nicht alles. Ab Januar geht meine Tochter in die Kita, dann wird es besser. Ich mache alles selbst. Momentan habe ich nur einen Grafiker an der Hand.

Was hast Du vor dem Schreiben gemacht?

Seit 15 Jahren bin ich Hausfrau. Ganz ganz früher war ich mal gelernte Buchhalterin.

Bist Du in Kontakt mit Deinen Lesern?

Ja. Natürlich hier auf Facebook. Ich habe gerade eine Leserunde eröffnet, damit die Leser sich Kapitel für Kapitel austauschen können … und ich mache immer wieder Lesungen.

Was sagt Dein Mann zu Deinem Buch? Und was Deine älteren Kinder?

Mein Mann war und ist auch noch stolz auf meine Leistung. Allerdings sind wir inzwischen getrennt. Meine Kinder sind total stolz. Sie halten ihre Mutter für eine Berühmtheit. Hihi. Ich muss aber dazu sagen, die Trennung hat nix mit meinem Brustkrebs zu tun. Da war meine Familie und mein Mann immer an meiner Seite. Der Wurm in der Ehe hatte andere Gründe.

Bist Du auch für Deine Tat oder Dein Buch negativ kritisiert worden?

Nein. Ich hatte nie negative Kritiken.

Und wenn, wie geht man mit negativ Kritik um? Ein Buch ist wie ein Baby. Was würdest Du machen?

Klar, negative Kritik würde mich natürlich auch verletzen….wäre gelogen was anderes zu sagen. Wobei ich über negative Hinweise immer sehr dankbar bin. Ansonsten hab ich inzwischen auch die Einstellung „nicht jeder kann mein Buch toll finden“.

Allein mit drei Kindern, wahrscheinlich einen Job und dann noch schreiben, malen und verlegen. Respekt.

Nein nein, nicht so viel Bewunderung. Meine beiden großen Jungs sind bei meinem Mann geblieben und momentan bin ich auch ohne Job.

Die Jungs werden Mama schon mal besuchen, also nicht abschwächen bitte.

Kannst Du ein wenig mehr von Deinen Erfahrungen als Selbstverlegerin und Tipps, wie du vorgegangen bist erzählen. Ich finde das Thema spannend, da es mir bisher noch nie begegnet ist.

Tipps und Erfahrungen gebe ich gerne. Allerdings sage ich immer dazu, dass es nur auf einem Buch beruht. Ich glaube, dass jedes Buch und Thema individuell ist und seinen eigenen Präsentationsweg gehen muss. Im Schnellverfahren, ich hab mir eine Druckerei gesucht, ein Auslieferungszentrum, einen Ebook-Vertreiber und hab die Bücher bei den Barsortimenten gelistet….ja und dann ging es los. Viel Werbung.

Warum in den Barsortimenten anstatt direkt im Buchhandel?

Barsortiment ist ein Muss um in die Buchhandlungen zu kommen. Die bestellen eigentlich nur über Libri und Umbreit.

Machst Du Lesungen in Buchhandlungen oder Cafés?

Lesungen mache ich überwiegend in Buchhandlungen, Cafés und Reha-Kliniken.

Wie kommst Du an solche Lesungen ran? Vermittelt Dir das jemand?

Lesungen organisiere ich selbst. Viele Anfragen und einige Zusagen.

Welche Musik inspiriert Dich beim Schreiben?

Ganz stark hat mich zu meinem Buch die „Unchained Melody“ inspiriert. Frag nicht warum … keine Ahnung.

Das Lied oder der Film?

Die Musik.

Wie viel Zeit arbeitest Du in der Woche an Deinem Verlag, wie viel am Schreiben/Malen?

Schreiben kommt momentan viel zu kurz. Die meiste Zeit ist Werbung. Ich würde sagen täglich 4 Stunden.

Würdest Du die Gründung eines Selbstverlages empfehlen? War es mit vielen Schwierigkeiten verbunden?

Zum Selbstverlag raten? Schwer zu sagen. Hat natürlich Vor – und Nachteile wie alles. Ich bin froh, dass ich es gemacht habe. Mein erstes Buch ist nun sehr persönlich und da möchte ich mitbestimmen. Ich denke bei meinem Medieninteresse bin ich selbstständig auch flexibler. Aber die Arbeit ist nicht zu unterschätzen.

Planst Du ein neues Buch?

Ja, weitere Bücher sind in Planung. Ein Verlag mit einem Buch….geht gar nicht. Ein Projekt habe ich oben schon beschrieben. Es wird ein Buch hinter den Kulissen des Rennsports geben. Dann plane ich ein Kinderbuch und ein Sachbuch über meine Malerei. Dann gibt es noch ein Buch aus einem Seniorenheim. Das sollte für 2016 reichen.

Wieso ein Buch über den Rennsport? Woher kam diese Motivation? Erfahrung?

Rennsport, weil ich im Bekanntenkreis einen Mechaniker aus der Boxengasse habe…..und der kann Geschichten erzählen. Unglaublich!

Hattest Du schon mal Zeiten, wo Du absolut nicht weiter gekommen bist, so was wie eine Schreibblockade?

Schreibblockade hatte ich ganz zum Anfang. Die ersten 50 Seiten waren Müll, ich total frustriert, mit dem Gedanken es wird nie ein Buch. Und dann floss es dahin.

Das Packeis, welche drei Bücher würdest Du mitnehmen?

Packeis, da wäre Sebastian Fitzek dabei.

Was würdest Du niemals schreiben können und oder wollen?

Ich würde niemals Fantasy schreiben….da hört meine Fantasie auf. Ich brauche Realistisches.

Wie war es möglich die Schwangerschaft erst so spät zu erkennen. Lag das am Ausbruch der Krankheit, der Veränderung des Körpers durch sie? Oder an der möglichen Chemo? Oder wurde sie einfach übersehen? Wie spät war es denn?

Die Schwangerschaft wurde in der 29. Woche entdeckt. 7 Wochen später war die Geburt. Die Nebenwirkungen einer Schwangerschaft sind genau die gleichen wie bei einer Chemo. Und ich und meine Ärzte waren total betriebsblind. Wer denkt an eine Schwangerschaft. Aufgefallen war es, als die Chemo durch war und die Nebenwirkungen blieben. Hihi.

Ja, kann passieren … leider. Sollte wohl so sein, wenn es ganz früh gewesen wäre, wäre es vielleicht anders gelaufen … bei der heutigen Medizintechnik eigentlich verwunderlich, aber wie lief die weitere Behandlung unter der Vorraussetzung einer Rücksichtnahme des Kindes ab? 

Das ist genau der Punkt. Was wäre, wenn wir es bemerkt hätten??? Mein ungeborenes Kind hat alles richtig gemacht. Das sage ich natürlich nur jetzt, wo es gesund auf der Welt ist.

Was wünscht Du Dir von Gesundheit mal abgesehen (das wäre ja das erste) für die Zukunft?

Nach Gesundheit steht momentan mein beruflicher Erfolg ganz oben. Habe mit meiner Selbstständigkeit noch viele Ideen … und es muss sich natürlich rentieren. Den Druck habe ich ganz stark als Alleinerziehende.

Würdest Du sagen: Ich bin speziell?

Nein speziell bin ich auf keinen Fall. Ich halte mich für ganz normal … mit einer wunderbaren Geschichte … die vielleicht etwas speziell ist.

Könnten Schreibkurse für Anfänger hilfreich sein?

Schreibkurse!!?? Ich weiß nicht. Ja, vielleicht. Ich bin da mehr der Selbstmacher-Typ. Ich glaube, es fließt am besten, wenn man sich an keine schulischen Vorgaben hält. Dann kommt die Persönlichkeit des Autors auch beim Leser an.

Vielen Dank, Maren für Deine offenen Antworten. Es hat mir viel Spaß gemacht. Ich wünsche Dir viel Gesundheit und Erfolg und auch Deiner Tochter alles Gute. Vielen Dank.

 

 

 

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