Willie Benzen

willibenzen1willibenzen2Autorenvorstellung Willie Benzen

5.12.2015

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich freue mich über die heutige Möglichkeit mich vorzustellen sehr.
Sehr früh habe ich begonnen zu schreiben. Mein erstes Gedicht über einen Mond der so schwarz war, dass er Tags nicht sichtbar war habe ich mit 8 Jahren veröffentlicht. In den Teilnahmebedingungen stand ein Mindestalter von18 Jahren. Ich weiß bis heute nicht wie die 1 dahin kam. Der Förderpreis wurde mir zwar zugesprochen, aber ich bekam ihn aufgrund eines Tippfehlers nicht.
Mit 14 gründete ich mit einigen über 20 jährigen eine Literaturgruppe, das Autorenkollektiv Kiel. Wir gaben auch eine Literaturzeitschrift Heraus, den Bandwurm. Später nannten wir uns um in Autorenkollektiv 77 und legten die Literaturzeitschrift in jüngere Hände. Ich verlies dann bald die Gruppe, die jungen waren so chaotisch.
Meine kurze Heimat war dann die literarische Werkstatt Kiel. Ich wollte mehr und so sammelte ich mit meinem damaligen Freund Matthias Stöhr Gedichte und ein anderer Freund, der belgische Grafiker Johan Willms steuerte Grafiken dazu und es erschien ein Buch, Herbstblatt. Kiel wurde mir danach zu klein, wir gingen auf Deutschlandtournee und hatte echten Erfolg.
Während der Zeit schloss ich mich der Literaturpost in Hamburg an und bekam dann noch einmal in Niedersachsen einen Literaturpreis.
Mit Frederike Frei zusammen hatte ich dann in meiner Heimat Kiel eine Lesung mit dem Titel: Ist das ein Park? Nein es ist ein Parkplatz. Titel Ende. Die Lesung war von etlichen Autoren aus Kiel, Eckernförde usw. besucht und ich gründete mit den Kolleginnen und Kollegen die literaturpost ostsee.
Zwischenruf: Als wir das Herbstblatt auf unserer Lesetournee vorstellten, gründeten wir nach einer Lesung in einem Jugendzentrum in Kronshagen, einer großen Gemeinde, die fast vollständig von Kiel umzingelt ist, das KleinKunstForum. In das Jugendzentrum hatte ich noch eine Theatergruppe und eine Folk Band eingeladen. Uns gefiel die Zusammenarbeit und einer von uns arbeitete im Jugendpfarramt und da gab es tolle Räume.
Fast zwanzig Jahre haben wir dort alle möglichen Kulturveranstaltungen geplant und durchgeführt. Lange Zeit begann das Samstagsprogramm mit einer Lesung. Und selbst Teile des Stadttheaters waren in unsere Arbeit integriert. Das aber nur Nebenbei. Die Lesungen waren alle von der literaturpost ostsee organisiert.
1991 kam für mich das Aus. Ich igelte mich Jahrelang ein. Irgendwann gab es mal die Schleswig-Holsteinische Literaturgesellschaft mit Jochen Mißfeld als Vorsitzenden und Günter Kuhnert als Präsident sowie Willie Benzen ebenfalls Vorstandsmitglied. Die gab es nur so lange, bis wir unser Ziel erreicht hatten, das Literaturhaus Schleswig-Holstein.
Dann ging ich wieder in mein Schneckenhaus, schrieb ein paar Tatorte, eine wenig befriedigende literarische Arbeit, meine Gedichte und Aphorismen und begann mehrere Romane, die ich aber Lustlos nicht veröffentlichen wollte.
Zu literaturpostzeiten, die Ende der achtziger Jahre langsam versandeten, hatte ich einen Verlag gegründet mit dem Ziel junge Autoren vor den schlimmen Verlagen aus Frankfurt retten. Der hieß wie ich und heute wunder ich mich darüber, was meine damaligen Bücher bei Ebay so wert sind.
Ich selbst habe aber bis Ende des letzten Jahrtausends nie meine eigenen Bücher veröffentlicht, das habe ich anderswo.
1997 gründeten wir in Neumünster auf einer Tagung des VS den Literaturförderverein NordBuch e.V. Erst führte ich Schrift und später den ganzen Verein. Während meiner Zeit als Vorsitzender wurden die Weichen für diesen Verein gestellt.
Ich begann mit der Anthologiereihe Fundstücke, die ich erst in meinem Verlag veröffentlichte, richtete eine Schreibwerkstatt ein in der wir uns mit den genauen Formen der Literatur beschäftigten usw..
Im Jahr 2000 veranstaltete ich die erste und bisher letzte Kieler Buchmesse Norddeutscher Verlage unter der Federführung von NordBuch, zerstritt mich danach mit meiner ebenfalls dem Vorstand angehörigen Lebenspartnerin und war dazu später von ihr gezwungen die Vereinsführung nieder zu legen. Der Auslöser war ein Streit über die Finanzierung der dazugehörigen 24 Stunden Lesung.
Ich zog mich ganz zurück und der Verein versank erstmal, bis eine gute Freundin, Christel Bröer, die Zügel in die Hand nahm.
Heute hat der Verein über 70 Mitglieder und ich glaube nur noch mich als Ehrenmitglied. Meine Fundstücke verlegt heute die große Verlegerpersönlichkeit Vito von Eichborn.
Ich hab in den letzten Jahren zwar viel geschrieben aber nicht viel veröffentlicht. Das letzte Buch ist Dalnij Vostok – Ferner Osten im Jahr 2008 im Husum Verlag erschienen.
In allen Fundstücken sind Texte von mir und demnächst auch in TrümmerSeele vom Sternenblick Verlag für die Flüchtlinge.
Ich habe jetzt sehr viel weggelassen. So ganz Nebenbei bin ich in der Regel von März bis November als Reiseleiter und Reisebusfahrer unterwegs.
Ich bin Historiker, Verlagskaufmann und Reiseverkehrswirt. Z.Zt. organisiere ich allein eine 8 StundenLesung zugunsten der Kieler Flüchtlingshilfe und schreibe an mehreren Projekten.
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Im Husum Verlag

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