Andreas Artur Reichelt

12273716_893609697401041_4806800356083029083_oAutoreninterview Andreas Artur Reichelt

14.12.2015

Das Autoren_Netzwerk freut sich, den Autoren Andreas Artur Reichelt zum Interview begrüßen zu dürfen.

Andreas Artur Reichelt (´77) ist neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit auch als Therapeut und Dozent tätig. Der aus einer niederbayerischen Künstlerfamilie stammende Familienvater hat im Mai 2015 seinen ersten humorvollen Kriminalroman veröffentlicht: „Saisonabsch(l)uss – Ein Bad Füssing Krimi“.
Dieser wurde im November mit der „Perle des Monats“ des Leserings ausgezeichnet.

Derzeit arbeitet er an einer Kurzgeschichte für eine Krimianthologie des Wellhöfer Verlages und steht kurz vor der Veröffentlichung des zweiten Romans mit dem Arbeitstitel „Haderlump“.

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Hallo Andreas, danke, dass Du Dich unseren Fragen stellst. Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Ich stamme aus einer Künstlerfamilie. Im Grunde kann ich nicht nicht schreiben. Meine Tochter hat mit 5 Jahren ihr erstes Buch gescr… gemalt!

Thema Verlagserfahrungen…wie sieht’s da bei Dir aus?

Ich schreibe gerade an einer Kurzgeschichte für den Wellhöfer Verlag. Daneben habe ich letzte Woche das letzte Angebot für zwei fertige Bücher bekommen. Nun muss ich entscheiden, zu welchem Verlag es geht. Favorit ist momentan der Wellhöfer Verlag.

Stehst Du auf Krimis oder schreibst Du auch in anderen Genres?

Ich schreibe immer lustig, selten ernst, oft spannend, manchmal lyrisch und NIE blutig.

Welche Anderen Autoren inspirieren Dich?

Inspirierend finde ich: Albert Camus, Jean-Paul Sartre, John Irving, Eugen Roth, Gerhard Hauptmann, Jostein Gaarder.

Was liest Du am liebsten?

Neben obigen Autoren lese ich am liebsten klassische Literatur. Die Nummer 1 ist für mich aber definitiv die Bibel.

Warum gerade die Bibel?

Weil Bildung aus der Bibel von der besten Quelle im Universum kommt. Aber das hat ja wenig mit meiner Schriftstellerei zu tun…

Welche Geschichte aus der Bibel inspiriert Dich am meisten?

Der Charakter des Petrus: in Bayern nennt man so was „Her und auffi auf´n Baum“ – sehr impulsiv, immer über das Ziel hinaus schießen, dann aber wieder komplett versagen (3 x verleugnen), dann aber wieder angreifen und weiterkämpfen.

Woran arbeitest Du zur Zeit?

Ich arbeite auch an einem ernsten Roman zum Thema Suchtkrankheiten, einem Roman in negativer Zeitleiste und einem Kinderbuch.

Welche Musik inspiriert Dich beim schreiben?

Ich höre gerne Grunge, aber eigentlich nur die Unplugged Versionen und softere Varianten.

Gibt es irgendetwas, das Du unbedingt noch mal schreiben möchtest?

Ich möchte gerne einen Band mit Gedichten und Balladen verfassen – da arbeite ich übrigens auch sporadisch dran…

Du musst ins Packeis (keine Menschen). Welche drei Dinge wären für Dich überlebenswichtig?

Feuerholz, Feuerzeug, Malutensilien.

Was malst Du denn so?

Ich male Acryl, Öl, Aquarell und Pastell.

Gestaltest Du denn Deine Buchcover auch alleine? Ich meine, bietet sich doch an, oder?

Meine Buchcover macht Michaela Adler, meine Lektorin ist Bianca Weirauch. Beide HÖCHST genial, wie ich finde.

Was würdest Du nie schreiben wollen? Weil Du es Dir nicht zutraust, oder weil es ein Genre ist, das Dir nicht liegt…

Ich mag keine Vampire, Horror oder gewaltverherrlichende Literatur. Auch Erotikliteratur mag ich nicht. Und ich traue mir keine wirklich großartigen Sachen zu, wie zum Beispiel „Der Tod des Iwan Iljitsch“ (wie schreibt man das?), oder gar die genialen Gedichte von Eugen Roth.

Gibt es eine Tageszeit, zu der Du am liebsten schreibst oder malst? Oder nur wenn Du Zeit hast?

Ich schreibe nachts. Tagsüber bin ich als Therapeut tätig. Daher bleibt mir nur nachts…

Wäre Schreiben in Einsamkeit (also sich so irgendwie zurückziehen) eine Option für Dich? Oder machst Du das sogar so?

In Einsamkeit schreiben ist ein Traum. Aber ich habe Familie. Ohne meine Frau und meine Töchter könnte ich keinen Tag sein. Wer sich für Kinder entscheidet, muss den Fakt akzeptieren, dass das eigene Herz von nun an außerhalb des eigenen Körpers umherwandelt…

Wie sieht Dein Schreibplatz aus? Chaotisch oder aufgeräumt?

Also ich schreibe nachts – in Schlafklamotten auf´m Sofa. Ist das chaotisch? Nein! Aber unschön. Eine Journalistin wollte mich kürzlich beim Schreiben fotografieren. Keine gute Idee.

Nicht chaotisch, gemütlich und notwendig, denke ich … für diese Uhrzeit … aber plottest Du? Und wenn ja, wie sieht’s da aus mit irgendwelchen Notizen? Alles im PC, oder Zettelwirtschaft?

Zettel. Auf Flipchart geklebt. Ausgeschnitten und woanders hin geklebt. Durchgestrichen und wieder anders formuliert. Überblick verloren, durchgedreht und Lektorin gefragt, ob sie noch weiß, wie es vorher war. Selbst Faden wieder gefunden und neu sortiert. So schreibe ich ungefähr.

Wo schreibst Du am liebsten?

Am liebsten schreibe ich am linken Sitz meines Dreier Sofas. Das ist der perfekte Platz. Es weht ein laues Lüftchen, man sieht am besten zum TV und erfährt direkte Wärme vom Holzofen.

Bekommst Du Deine Umgebung noch mit, wenn Du schreibst?

Meine Frau sagt, ich kriege nichts mit. Aber das ist glaube ich manchmal nur eine Art … Flucht vor dem Abspülen.

Wie hast Du denn eigentlich mit dem Schreiben begonnen?

Angefangen habe ich mit dem Schreiben kurz vor der ersten Klasse. Die genaue Wortwahl war „ANDI“. Übrigens überall drauf … Nein ernsthaft: ich schreibe seit 2009.

Erzählst Du uns etwas über Deinen Weg zur ersten Veröffentlichung?

Erst einmal habe ich ein Lehrbuch über Schriftstellerei regelrecht durchstudiert. Dann angefangen zu schreiben. Nach 8 Kapiteln habe ich diese an Bianca Weirauch geschickt, mit der Frage, ob Schreibtalent da ist, oder ob ich lieber ein Comic zeichnen soll. Sie fand es toll, also machte ich weiter. Danach folgte der normale Weg mit Probelesern.

Angenommen, Du hättest drei Wünsche frei …

Meine Frau und meine beiden Töchter. Bereits erfüllt also!

Und was sagen die zu Deiner Schreiberei?

Meine Familie findet es gut, denke ich.

Wenn Du nicht schreibst, malst oder therapierst, was ist Plan und oder Leidenschaft Nummer vier?

Unterrichten, Weißwürste, Nordsee, Weißbier, Basketball, Weißwürste, Weißbier, Lesen und Weißwürste. Hab ich was vergessen? Ach so: Weißwürste!

Was oder wen therapierst Du?

Hier auf meiner Homepage kannst Du etwas dazu finden.

Wie stehst Du zum Thema Selfpublishing? Wäre das eine Option für Dich, wenn Du keinen Verlag hättest?

Also mein erster Roman ist gerade bei Epubli als SP Roman veröffentlicht. Von daher finde ich SP bei einigen Projekten gut und wichtig. Aber manchmal ist ein Verlag einfach besser. Das muss man am Einzelfall entscheiden. Ich schließe nicht einmal aus noch öfter als SP tätig zu sein. Also Verlag ist gut und ohne ist auch gut. Das ganze muss zu einem selbst passen. Und zum Projekt.

Thema Lesungen … hast Du Erfahrungen sammeln können?

Ja! Ihr findet ja auch viele Fotos und Postings dazu auf meinem Facebook Account. Ich war in Bibliotheken, Schulen, Buchhandlungen,… usw. Auch Signierstunden sind toll. Da habe ich schon tolle Kontakte knüpfen können. Dafür bin ich IMMER offen. PRO Lesungen!

Wie bereitest Du Dich auf Lesungen vor?

Vorbereitung: Jedes Mal individuell. Ich frage beim Veranstalter nach, was er wünscht. Dann überlege ich, wer im Publikum sitzen wird. Wo hole ich sie ab, wie halte ich sie bei der Stange, binde sie mit ein und unterhalte sie möglichst abwechslungsreich. Danach hole ich Feedback ein, um zu sehen, was ich besser machen könnte.

Woher nimmst Du die Inspiration für Deine Geschichten?

Aus dem Leben. Mit offenen Augen durch die Welt gehen und immer denken: „Wäre ja lustig, wenn genau jetzt…“ Da fallen einem die dümmsten Ideen ein. Und gleich nach dem Aufwachen mitten in der Nacht. Da hab ich die lustigsten Einfälle!

Hast Du ein Pseudonym oder veröffentlichst Du unter Deinem Namen?

Ich veröffentliche unter A. A. Reichelt.

Was ist das größte Kompliment, das Du je in Bezug aufs Schreiben gehört hast?

Das größte Kompliment: dass mich Leute beim Metzger, dem Frisör oder in der Stadt erkennen und herkommen, um zu sagen: „Ich hab Ihr Buch gelesen und selten so gelacht. Super!“ Das finde ich nett. Und, dass das Fernsehen eine 11-minütige Kultursendung nur über mein Buch gemacht und gesendet hat. Das hat mich auch sehr geehrt.

Welche Tipps würdest Du anderen Autoren geben, die mit dem Gedanken spielen, ein Buch zu veröffentlichen?

Beim Schreiben nicht der Frage folgen: Wer wird mein Buch kaufen? Sondern: Wer hat mein Buch verdient? Dann folgt man mehr dem eigenen Empfinden und nicht dem Markt. So sind wohl die größten Werke klassischer Literatur entstanden.

Was sagen Deine Testleser? Sind die immer gleich begeistert oder kommt auch oft Kritik?

Kritik wird von Testlesern vorsichtiger verpackt. Am besten sind einem selbst kaum bis unbekannte Testleser (= ehrlicher und nicht vorher eingefärbt), Lektorat, Korrektorat (oder bei mir eher: Übersetzung ins deutsche), Grafikdesign (Grafikerin sollte das Buch immer vorher lesen!), Verlagswahl, usw. …

Ich bedanke mich für das Interview. Du kommst als sehr sympathischer Mensch rüber und ich wünsche dir alles, was du dir selbst wünscht … viel Erfolg.

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