Julia Seuschek

Julia

Autoreninterview Julia Seuschek

14.1.2016

Das Autoren_Netzwerk freut sich, die Autorin Julia Seuschek zum Interview begrüßen zu dürfen.

Die 22-jährige Studentin wurde 1993 in Kärnten (Österreich) geboren. Schon 3 Jahre später fanden ihre Patschehände Stift, Papier und die Liebe zum Schreiben. Als Siebenjährige tippt sie dann auf der Schreibmaschine ihrer Großmutter rum und erfindet erste Geschichten. Heute beschreibt sich Julia als Autorin, nebenberuflich pokemonfangender Digiritter und Potterhead.

Ihr Debüt „Feuerrot – Verlieb dich nie in deinen Mörder“ erschien im November 2015 im Rahmen der Fantasygirls-Reihe des Dritte Raum Verlages. In Julias Roman wird die 17-jährige Amelia nicht nur durch die Zeit, sondern auch in die Arme eines Fremden gewirbelt. Im London des 19. Jahrhunderts sieht sie sich ausgerechnet der vermeintlichen Teenie-Ausgabe Jack the Rippers gegenüber…

Wer mehr zu Julia und ihren Geschichten erfahren möchte, kann gern auf ihrer Facebook-Seite vorbeischauen

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Hallo Julia, danke, dass Du Dich unseren Fragen stellst. Du schreibst über Verlag … wie sind da Deine Erfahrungen?

Meine Erfahrungen mit dem Dritte Raum Verlag sind super, er hat sich speziell darauf spezialisiert junge Autorinnen zu fördern, was als Anfänger natürlich megaklasse ist.  Und deshalb hab ich richtig super Unterstützung bekommen beim Korrigieren und Lektorieren.

Wie bist Du zu dem Verlag gekommen?

Vor gut einem Jahr hat der Verlag eine Ausschreibung gemacht, ich hab mich mit einem Exposé und mit einer Leseprobe beworben und wurde genommen.

Was hast Du als nächstes Projekt? Wieder Fantasy?

Mein nächstes Projekt heißt „Straßenkötergene“ und ja ist wieder Fantasy. Es geht um eine Welt, in der man anhand seiner Gene beurteilt wird. Lou und Jared sind die Hauptpersonen.

Was sagt Deine Familie dazu, dass Du schreibst?

Die sind ziemlich stolz auf mich und manchmal glauben sie einfach, ich wäre verrückt *lach* verständlich.

Warum verrückt?

Im positiven Sinne, weil ich so viel schreibe und mir „einfach so“ Geschichten ausdenke.

Unterstützen Deine Eltern Dich?

Ohja die sind so niedlich. Meine Mama erzählt immer allen voll Stolz, wenn es was neues gibt … Mütter halt.

Hast Du auch mal Lust in einem anderen Genre zu schreiben oder liegt Dir Fantasy am meisten?

Ich bin auch sehr gerne im Liebesroman-Genre unterwegs. Und am liebsten mische ich Fantasy und Liebesromane.

Lässt man Dir die Zeit zu schreiben? Wie sieht Dein Schreiballtag aus?

Ich muss mir die Zeit zum Schreiben erkämpfen, da ich zwei Studien schaffen muss und nebenher noch Nachhilfe gebe und Wochenends ja auch noch Zeit für meine Lieben haben will. Mein Schreiballtag heißt also: Improvisieren. Schreiben wann immer es geht und mir Spaß macht. Wenn ich ne Pause an der Uni hab oder ne Stunde ausfällt zum Beispiel oder während des Busfahrens. Am liebsten schreibe ich übrigens auf die Rückseite von alten Rechnungen.

Was machst Du, wenn Du nicht schreibst, studierst, Nachhilfe gibst?

Ich treffe mich mit Freunden, verbringe viel Zeit mit meiner Schwester, kuschle mit unserem Familienhund und lese und suchte Serien.

Du schreibst über frühere Jahrhunderte. Wie recherchierst Du?

Ich hab abwechselnd im Internet und in der Bibliothek unserer Uni recherchiert.

Wann und wo schreibst Du denn am Liebsten?

Am liebsten Tagsüber und auf unserem Balkon bei meinen Eltern daheim.

Aber nicht bei den Temperaturen?

Nein, ich wart immer schon so hart übern Winter bis endlich wieder Frühling wird und dann ab mit der Decke und Tee raus auf den Balkon.

Wie kam es zur Idee mit dem jungen Jack the Ripper?

Das ist eine schwierige Frage. Manchmal hab ich einfach so Sätze oder Figuren in meinem Kopf. Und Jack … tja Jack kam einfach reingeplatzt. Nicht mal anklopfen konnte der Penner! Ich hab mich aber auch schon seit meiner Kindheit für Sherlock Holmes und das 19. Jahrhundert interessiert.

Hast Du bereits Lesungen gemacht?

Nein Lesungen – außer im Privatkreis – leider noch nicht. Aber ich hoffe das kommt noch.

Geht Dein Studium auch in Richtung Schreiben?

Ich studiere Pädagogik und Germanistik – also ja. Gefällt mir beides auch total gut.

Was willst Du nach Deinem Studium außer Schreiben machen?

Sozialarbeiterin in der Berufsorientierung.

Gibt es irgendeine Idee, an die Du Dich bis jetzt noch nicht ran getraut hast, die Du aber doch umsetzen willst?

Ich habe ein paar Ideen so beiseite liegen gelassen, weil ich eher ein Projekt nach dem anderen machen möchte. Eine hab ich sogar in einer Kurzgeschichte (Die Lichtdiebin) eingefangen, möchte sie aber zu einem Roman ausbauen. Wenn ihr euch die Lichtdiebin anhören wollt, sie ist auf youtube vertont worden.

Willkommen in der Arktis: Welche drei Dinge (keine Menschen) nimmst Du mit, Dein Überleben hängt davon ab.

Warum keine Menschen? Meine Schwester würde mir schon reichen, damit ich überlebe! Die ist ein Genie. Hmm ich würde sagen: Lebensmittel, Feuerzeug und Zelt.

Auch Bücher? Gegen tödliche Langeweile.

Die stehen natürlich an oberster Stelle. Vor allem Harry Potter Bücher!

Du hast schon sehr früh mit dem Schreiben begonnen. Was waren Deine ersten „Werke“?

Meine erste richtige Geschichte drehte sich um Spirit das Pferd, weil ich den Film damals nicht sehen konnte. Mein erstes richtiges „Buch“ war was megapeinliches, weil ich grad zum ersten Mal verliebt war und mitten im Hexenwahn.

Wenn Du nicht mehr schreiben könntest, dann …?

… würde ich aufhören richtig zu leben und nur noch existieren.

Was machst Du als Ausgleich zum Studium und zum Schreiben? Oder ist das Schreiben Dein Ausgleich?

Schreiben ist definitiv mein Ausgleich. Aber auch schwimmen im Sommer oder ein bisschen Gymnastik … Einfach damit ich nicht immer nur sitze.

Was könnest Du Dir niemals vorstellen zu schreiben?

Ganz ehrlich? Erotikgeschichten … die sind einfach nicht meins. Ich überlass es lieber denen, die es können.

Ist Musik ein Thema für Dich? Spielst Du ein Instrument?

Musik ist von daher ein Thema, weil sie mich total inspiriert. Manchmal total sinnvoll und berührend … und manchmal … ja manchmal schreib ich zu Avril Lavigne eine Todesszene. Aber selbst bin ich total unmusikalisch, habe allerdings mal Flöte gespielt.

Mit welchen Schriftsteller würdest du gerne mal diskutieren?

Mit Kerstin Gier, J.K. Rowling und John Green (Augustus *hust*). Ich habe mit Mister Green ein Hühnchen zu rupfen.

War Dir schon einmal eine Geschichte die Du geschrieben hast, später peinlich?

Ohhh jaa!! Ich habe als 12-jährige „Im Schatten des Mondes“ geschrieben. 12 + verliebt sein + auf Hexentrip = Katastrophe!

Gab es schon mal ein Buch, bei dem Du passen musstest und es nicht durchlesen konntest?

Ich habe nur einmal das Sakrileg (war einfach zu jung) und Das Dorf der verschwundenen Kinder weggelegt … Sonst habe ich immer alles gelesen.

Was treibt Dich zum Schreiben an?

Meine verflixten Figuren. Die wollen sonst nicht aus meinem Kopf.

Was hindert Dich am Schreiben?

Meistens das Erwachsen-Sein. Haushalt, Uni, Einkaufen … Wobei mich das so langweilt, dass mir wieder Ideen kommen. Also doch nicht so schlecht.

Was liest Du am Liebsten?

Fantasy und Liebesromane, aber auch Sherlock Holmes und vor allem KERSTIN GIER. Ich fangirl sie so.

Hast Du noch andere Lieblingsautoren, außer Kerstin Gier?

J.K Rowlling und Cecilia Ahern.

Was brauchst Du unbedingt zum Schreiben?

Ruhe, Inspiration, Musik, Kaffee und Süßes.

Hattest Du schon einmal eine Schreibblockade?

Schon zu hunderten. Es. Nervt. So.

Plottest Du oder schreibst Du drauf los?

Also ich bin so eine Mischung aus Planerin und Springerin. Ich plotte zuerst grob, dann hab ich meistens schon eine Figur oder einen Titel, und dann spring ich in der Geschichte umher und ändern sie noch ab/erweitere sie.

Hast Du einen Masterplan? Z. B. wo Du in 5 Jahren als Autorin stehen möchtest oder ist Dir das nicht wichtig?

Ich möchte in fünf Jahren vor allem sagen können, dass ich hart an mir gearbeitet habe. Wie das dann endet (Carlsen Verlag oder nicht *hust*) steht in den Sternen.

Carlsen ist ja schon mal ein Ziel.

Ein ziemlich großes, aber man darf ja träumen.

Was kannst Du gar nicht leiden?

Streit, Krieg, Disharmonie, TOMATEN und Intoleranz. Wie kann man so was dummes von sich geben, wie: Ich bin ja kein Nazi, aber …?

Wer liest Deine Sachen als Erstes?

Freunde und Familie und Freunde aus dem Verlag.

Könntest Du Dir vorstellen, zum Beispiel eine Horrorkurzgeschichte zu schreiben?

Das kann ich mir sogar gut vorstellen, weil meine Schwester so ziemlich die blutigste Fantasie hat und mich immer zwingt Horrorfilme anzusehen.

Möchtest Du irgendwann hauptberuflich Schriftstellerin werden?

Ja, ja, tausendmal ja!

Wie gehst Du mich negativer Kritik um? Hat Dich schon mal jemand kritisiert, also negativ?

Seit ich denken kann, werde ich fürs Schreiben und für mein Geschriebenes kritisiert. Hsw kennt ihr vielleicht? Ne tolle Schreiberplattform, aber manchmal ziemlich hart. Ich versuche Kritik immer anzunehmen, sofern sie konstruktiv ist. Wenn sie einfach nur gemein ist, heul ich ne Runde und dann schau ich einen Anime, um mich zu beruhigen.

Würdest Du Jungautoren kostenlose Tipps geben, auch wenn Du sehr erfolgreich wärst?

Aber natürlich. Ich hab schon immer gern Tipps gegeben und Menschen geholfen, damit werde ich nie aufhören. Und wenn doch, muss mich irgendjemand bitte ohrfeigen.

Wie sieht Dein Arbeitsplatz aus?

Entweder arbeite ich am Balkon meiner Eltern oder in der Uni. Besteht immer aus Pc, Kaffee, Notizen und Süßem.

Deine 5 Sterne Quote bei Amazon kann sich ja schon sehen lassen. Bist Du mit der Menge an Rezis zufrieden oder wäre Dir mehr Feedback lieber?

Vielen Dank. Ich bin mehr als zufrieden und dankbar. Dafür, dass mich noch niemand kennt und ich gerade mal 23 bin … kann ich echt nichts außer danke sagen.

Wie gut kannst Du mit Störungen beim Schreiben umgehen? Kommst Du danach wieder rein?

Das kommt immer auf die Situation an. In 90 % der Fälle kann ich gut wieder rein finden, aber ärgerlich ist es dann natürlich, wenn was verloren geht.

Welches Buch hättest Du gerne selber geschrieben?

Puuuh schwere Frage … Ich denke „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ oder „Für jede Lösung ein Problem“.

Lieblingsfarbe?

Gelb.

Lieblingseissorte?

Vanille.

Mit welcher Software schreibst Du?

Ich schreibe mit Word und manchmal schreibe ich online bei Write oder die.

Was liest Du gerade?

Ich hab heute angefangen mit einem Doktor Who Buch. Wunderschönes Chaos heißt es.

Fandest Du Deine Schulzeit schwierig?

Ich fand die Volksschule und Hauptschulzeit schwierig (komme aus Österreich) da ich da immer als Streber bezeichnet wurde … in der höheren Schule allerdings waren alle ziemlich begeistert, wenn ich mit ihnen gelernt hab oder sie Hausübungen abschreiben durften.

Wo würdest Du wohnen wollen?

London.

Bist Du ein Gewohnheitstier? Brauchst Du zum Schreiben Rituale?

Ja und nein. Ich mag Strukturen, aber auch Überraschungen. Allerdings mild. Und ja, ich brauche definitiv immer Musik und Schreibzettel und Kaffe und Süßes. Das ist schon fast ein Ritual.

Wie viel Zeit schreibst Du in einer Woche ungefähr?

Das ist total unterschiedlich, manchmal mehr als 5000 Wörter, manchmal nur 500.

In einer fernen Zukunft …?

… möchte ich glücklich sein!

Alles Gute weiterhin für Dein Buch, für Dich selbst und alle Folgeprojekte, liebe Julia und danke für das Interview.

 

 

 

 

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