Hilde Willes

stones-770264_1920Autoreninterview Hilde Willes

4.1.2016

Das Autoren_Netzwerk und Telegonos-Publishing Verlag freuen sich, die Autorin Hilde Willes zum Interview begrüßen zu dürfen.

Hilde Willes wurde geboren im Jahr 1964 und ist aufgewachsen in einem kleinen Örtchen auf dem Lande in Hessens Werra-Meißner-Kreis. Sie ist Mutter von zwei Kindern.
Geschrieben hat sie schon immer gerne, vor Jahren für die Schülerzeitung, Tagebuch, Briefe, Reden, Gedichte u.s.w. für Feierlichkeiten, die sie auch gerne öffentlich vorträgt.
Hilde Willes liebt Bücher und Geschichten, liest viel und schreibt gern. Sie mag Musik. Tanzen, Singen, Keyboard und Akkordeon spielen, nicht professionell, aber mit viel Spaß an der Sache. In anderen Momenten streift sie durch Straßen und Natur, immer auf der Suche nach den Kleinigkeiten, die die Welt so groß machen.
Bürokauffrau von Beruf und viele Jahre in diesem Metier gearbeitet, musste sie vor gut zehn Jahren ihren Job aufgeben wegen der Pflege ihrer schwerkranken Eltern. Stundenweise arbeitet sie als Sitzwache in einer psychiatrischen Klinik.

Im Oktober 2015 erschien ihr Debütroman „Wenn Mauern fallen“ im Telegonos-Publishing Verlag.
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Weiterhin erschien im Oktober 2015 „Holy Horror Christmas – Das Grauen kehrt zurück: 50 + 5 schrecklich wahre Weihnachtsgeschichten“, herausgegeben von Marco Carini. Zwei dieser Kurzgeschichten sind von Hilde Willes.

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Für 2016 ist die Veröffentlichung von zwei weiteren Romanen geplant. Hilde Willes schreibt über Leben, Liebe, Lust und Leidenschaft, etwas Schicksal kommt noch hinzu.

Ein Besuch auf der Autorenseite ist immer und sehr gerne willkommen! Denn von ein wenig Aufmerksamkeit und ehrlichen Worten (sprich Kommentaren) lebt der Mensch (unter anderem :D)

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Hallo Hilde. Danke,dass wir Dich interviewen dürfen. Wann hast Du angefangen zu schreiben?

Ich habe früher viel Tagebuch geschrieben, Briefe, Gedichte, Reden für Feste usw. Das habe ich auch gerne öffentlich vorgetragen. Hier und da einen Schreibwettbewerb Kurzgeschichte und so weiter. Sogar eine Waschmaschine damit gewonnen. Aber so richtig veröffentlicht und als Roman, das war mein erster … also „Wenn Mauern fallen“.

Wie kamst Du auf die Idee, ein Buch zu schreiben?

Ich kam nicht auf die Idee. Ich habe irgendwann eine Geschichte im Kopf gehabt und schrieb sie. So zum Spaß und als Hobby, wenn man so sagen kann. Dann später hat sich die Sache verselbständigt, nachdem meine Freunde mir immer wieder sagten, ich sollte eine Veröffentlichung versuchen.

Veröffentlichst Du über einen Verlag? Wie hast Du einen gefunden?

Ich habe eine Geschichte geschrieben und nachdem ich mich dazu durchgerungen hatte, sie veröffentlichen zu lassen, ging ich den Weg, den alle gehen. Schrieb Verlag um Verlag an und kassierte Absage um Absage. Bis ich eines Tages bei Telegonos Publishing landete. Heinz Rochholl hat meinen Roman veröffentlicht. Wie ich den Verlag gefunden habe, suchen und suchen und suchen und etwas Glück gehabt vielleicht.

Ist das ein richtiger Verlag oder eine Art Selfpublishing?

Ein richtiger Verlag!

Was hast Du als erstes geschrieben und schreibst Du auch noch ein zweites Buch?

Das erste, was ich schrieb war mein Debütroman „Wenn Mauern fallen“. Er wurde im Oktober 2015 veröffentlicht. Ich werde weitere Romane schreiben. Einer ist schon fertig … drei andere in Arbeit.

Hast Du für Deine neuen Projekte schon eine Zusage von Deinem Verlag oder schreibst Du die auf gut Glück?

Zusagen für neue Projekte. Ich habe noch keine weitergegeben. Heinz Rochholl … hätte ich denn eine Zusage? Könnte ich dich hier festnageln? Das war aber nicht meine Idee.

Wann hast Du angefangen zu schreiben?

„Wenn Mauern fallen“ habe ich im Herbst 2013 angefangen. Alles andere vorher war „Spielerei“ … geschrieben hab ich schon in Schulzeiten für die Schülerzeitung.

Wie bist Du zum richtigen Schreiben (so mit veröffentlichen) gekommen?

Diese Sache mit dem Schreiben hat sich verselbständigt. Ich schrieb eine Geschichte, die in meinem Kopf spukte und brachte sie auch irgendwie zu Ende. Dann habe ich tausende von Verlagen angeschrieben und irgendwann landete ich bei Telegonos Publishing. Wie das alles gekommen ist? Ach herrje … das kann ich nicht so richtig beantworten.

Woher kommen Deine Ideen?

Meine Ideen kommen „von der Straße“. Ich lass mich inspirieren durch Gespräche mit Menschen, durch Filme, Musik, Bilder … irgendwas … manchmal weiß ich auch nicht so genau, wo es herkommt. Aber alles hat mit Liebe, Leben, Leidenschaft und Schicksal zu tun. Menschen und ihre Geschichten.

Du hast es ja geschafft, einen gewissen regionalen Bekanntheitsgrad zu erlangen. Geht’s jetzt mit Lesungen und Vorstellungen auch darüber hinaus? Z.B. Leipzig?

Ich hatte eine Lesung bisher. Ich möchte gerne weitere halten. Es hat mir Spaß gemacht. Da arbeite ich dran, dass ich weitere Möglichkeiten finde.

Was hältst du von einer gemeinsamen Lesung – so z. B. Thüringen / Sachsen?

Da können wir ja mal in Ruhe drüber diskutieren. Gemeinsame Lesung fände ich toll!

Organisierst du die Lesung selbst?

Ja, ich hatte meine erste Lesung selbst organisiert. Hier im Ort. Aber das hat wunderbar geklappt. Ich konnte kostenlos einen Saal benutzen, meine Freunde haben Plätzchen gebacken usw. Kein Eintritt. Aber der Wirt hat an Getränken verdient und es kamen rd. 55Leute!

Klingt super!

War auch total super! Aber ich war irre aufgeregt. Heinz Rochholl war auch da.

Liest Du lieber alleine oder magst Du auch musikalische Begleitung auf den Lesungen?

Ich hatte bisher erst eine Lesung und die war ohne Musik. Könnte mir aber auch musikalische Untermalung dabei gut vorstellen.

In welchen Genres bewegst Du Dich?

Meine Genres sind Liebesgeschichten … manchmal mit ein bisschen Krimi, manchmal geht’s in die Psychoanalyse und auch Erotik. Daran „übe“ ich grade.

Würdest Du auch andere Genres schreiben?

Man weiß nie, was man irgendwann vielleicht noch mal macht. Aber Reiseberichte oder so was … ich glaube, das ist nicht mein Ding. Sachbücher auch nicht, Kochbücher schon gleich gar nicht … ich denke, es wird immer sich in dem Bereich bewegen, den ich oben schon nannte.
Liebe, Leben, Lust und Leidenschaft und viel Schicksal mit dabei. Das gefällt mir einfach … vielleicht ein bisschen Mord und Totschlag noch hin und wieder.

Hast Du auch einen weiteren kreativen Beruf?

Einen Beruf in dem Sinne übe ich nicht aus. Ich bin gelernte Bürokauffrau, arbeitete lange als Sekretärin und musste vor zehn Jahren aufhören, weil meine Eltern beide pflegebedürftig wurden. Kinder noch dabei … da war das Arbeiten schwierig geworden. Ich hab alles einfach nicht mehr geschafft, unter einen Hut zu bringen. Aber ich arbeite stundenweise als Sitzwache in einer Psychiatrie.

Hat Deine Arbeit in der Psychiatrie Auswirkung auf Deine Bücher / Themen?

Oh ja, mein Beobachten in der Psychiatrie gibt mir viele Ideen für Geschichten ein. Das kann man wohl so sagen.

Hast Du Vorbilder und wenn ja, welche?

Vorbilder habe ich keine direkten und wenn mal hier und da jemand, dann wechselt das von Zeit zu Zeit.

Wenn Du vorher höchstens Kurzgeschichten geschrieben hast, ist es nicht schwer, sich dann an einen Roman zu machen?

Es ist mir nicht so schwer gefallen, einen Roman zu schreiben. Es „kam“ einfach. Viel schwerer finde ich das Hinterher … das Marketing!

Was treibt Dich an um zu schreiben?

Was treibt mich an zu schreiben? Ich weiß es nicht. Einmal damit angefangen, kann ich nicht wieder aufhören.

Hast Du Unterstützung aus dem Freundes- oder Familienkreis?

Meine Familie und Freunde unterstützen mich, in dem sie mich lassen und manchmal meine Spleens hinnehmen. Aber ansonsten mach ich das ganz, ganz alleine. Meine Kiddis sind jetzt nicht wirklich sehr interessiert an dem, was ich schreibe. Meine Freunde finden es spannend und sie helfen mir auch, wo sie können und wie sie können. Bei meiner ersten Lesung waren sie sehr, sehr hilfreich für mich.

Liest Du viel? Wenn ja, was?

Ich lese nebenher unheimlich viel und gerade auch von Kolleginnen und Kollegen von HIER.

Hast Du eine Biografie geplant?

Eine Biografie habe ich noch nicht geplant. Ich habe ein Buch geschrieben über meine Kindheit. Das könnte ein klein wenig in diese Richtung gehen. Es ist fertig, aber noch nicht „auf den Weg gebracht“ … ich wollte vorher vielleicht erst etwas anderes von mir publizieren lassen.

Was brauchst Du alles zum schreiben?

Zum Schreiben brauche ich Ruhe und meinen UraltPC! Viel Ruhe! Keine Musik und kein Gequatsche! Absolute Stille. Komisch, wo ich es sonst doch nicht genug Halligalli um mich haben kann!

Brauchst Du Ruhe unbeding zum Schreiben?

Absolut! Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe! Sogar das Summen einer Fliege stört mich. Da bin ich komisch. Denn sonst kann ich es nicht laut genug um mich haben.

Kannst Du beim schreiben gut mit Störungen umgehen, oder kommst Du dann nicht mehr „rein“?

Störungen habe ich laufend. Meine Kinder sind da hart im Nehmen. Manchmal komme ich gut wieder rein, manchmal krieg ich die Wut! Dann geh ich bügeln, bis es wieder klappt!

Wann schreibst Du am liebsten? Nachts oder Tagsüber?

Ich schreibe tagsüber oder auch nachts … je nachdem, wie es passt und wie die Worte kommen und ob ich müde bin.

Schreibst Du einfach drauf los, oder plottest Du?

Ich plotte … sonst käme ich durcheinander. Ich habe ja mehrere Sachen „am Laufen“.

Wie viel Zeit wendest Du für Recherche auf?

Zeit für Recherche kommt ganz drauf an. Irgendwie recherchiert man ja auch während des Schreibens einer Geschichte immer weiter. Man ändert oft und wechselt mittendrin vielleicht völlig das Geschehen. Es ist halt eine spannende Sache und irgendwie weiß ich nie so recht, wohin mich letztlich der Weg führt. Recherche ja, manchmal viel. Aber auch Fantasie! Viel!

Fährst Du vorher zu möglichen Schauplätzen?

Meine Schauplätze in meinen aktuellen Werken sind eher aus der Fantasie. Eine Stadt irgendwo oder nirgendwo. Da muss ich nicht hinfahren. Höchstens in meinen Träumen. Aber bei meinem Debütroman schrieb ich ja von dem Dorf, in dem ich wohne. Von daher musste ich auch nicht weit weg fahren.

Wie sieht Dein Schreibplatz aus?

Ein kleines Zimmerchen unter dem Dach. Da steht mein Bücherregal und mein PC samt Drucker. Ein paar Bilder hängen an den Wänden … von meinen Kindern gemalte und so und mehr ist hier nicht. Klein aber fein, mein Reich und komischerweise kann ich nur hier schreiben. Aber vorher bügele ich z. B. und dann kommen dabei die Ideen … oder auch beim Kochen.

Hast Du immer etwas dabei, um Deine Gedanken aufzuschreiben?

Ja ich habe ein Notizbuch im Täschchen und mein Smartphone. Manchmal quatsche ich meiner Tochter merkwürdige Nachrichten auf whatsapp auf. Sie weiß dann aber schon, dass sie das nicht ernst nehmen muss. So merke ich mir, wenn mir unterwegs was einfällt.

Hat die Presse auch schon von Deinem Buch berichtet?

Ja, die hiesige Tageszeitung hatte einen großen Artikel über mein Buch und mich. Darin wurde auch die erste Leseveranstaltung angekündigt. Das war eine aufregende und tolle Sache.

Wer liest Deine Sachen als Erstes?

Als erstes lese ich meine Sachen. Dann vielleicht die eine oder andere Freundin … dann der Verlag.

Gehst Du mit Deinen Protagonisten ins Bett und stehst wieder mit ihnen auf?

Meine Protas (ich hasse diesen Ausdruck :D), meine Leute sind immer da. Die kommen sogar mit aufs Klo.

Was ich an Dir unheimlich mag, Hilde, seit ich Dich persönlich kennen lernen durfte, nein, eigentlich auch schon vorher, ist, dass Du Dein Herz auf der Zunge trägst und frei von der Leber weg redest. Schreibst Du Deine Bücher genauso?

Ja, ich versuche immer ehrlich zu sein und das, was ich hier sage oder was ich poste, das bin ICH! Was nützt es mir, als Fake aufzutreten. Ich will ja auch unter die Leute kommen und dann mich so präsentieren, wie ich bin. Alles andere wäre Schit!

Gibt es Leute die vor der Veröffentlichung an Dir gezweifelt haben?

Ich hoffe, es kommt jetzt nicht komisch rüber, aber nein, gezweifelt hat niemand … außer MIR!

Wo siehst Du Dich schriftstellerisch in zehn Jahren?

Ach, ich hab da so meine Träume. Vielleicht mal bei Günter Jauch in einer Talkshow? Nein, nein, das klingt jetzt überheblich. Man möchte natürlich etwas erreichen. So viel wie geht. Aber man muss auch auf dem Teppich bleiben. Träume können manchmal Schäume sein. Leider! Aber solange wir träumen, leben wir!

Bist Du ein organisierter Schreiberling oder springst Du wild durch die Kapitel?

Eher wild durch die Kapitel. Muss ich schon zugeben. Da habe ich keinen Plan! Rein nach Bauch und Gefühl.

Und dann sortierst Du die am Ende, dass sie in der richtigen Reihenfolge sind?

Irgendwann füge ich die Dinge dann auch mal zusammen. Wie ein Puzzle. Dabei wird dann aber wieder verändert. Ich werde eigentlich nie fertig. Ich könnte mich „tot-verändern“ bis zum St. Nimmerleinstag. Irgendwann muss ich einfach sagen, jetzt ist Schluss mit lustig. Jetzt MUSS ich fertig sein.

Hast Du schon mal eine Figur erschaffen die Du nicht leiden kannst?

Oh jaaaaaa! In einem meiner aktuelle da ist ein gaaaaanz böser Bursche! Was der mit seiner Frau anstellt … ne, ne, ne … das wollt ihr gar nicht wissen! Ich bin zwar ein ausgesprochener Harmoniemensch, aber in den Geschichten muss es auch das Übel geben! Um es zu bekämpfen!

Gibt es eine Autorin oder einen Autor, die oder der Dich ganz besonders geprägt und/oder inspiriert/motiviert hat?

Nicht wirklich! Ich lese zwar viel … aber … okay, sagen wir eine Mischung aus Shades of Grey, Rosamunde Pilcher und Nele Neuhaus.

Drei Dinge, die Dir wichtig sind … und drei Dinge (keine Menschen), die du mit ins Packeis nimmst?

Die Dinge, die mir wichtig sind … meine Familie, meine Kinder, meine Schwester, meinen Schwager. Meinen E-Book-Reader, Kaffeemaschine, Bett!

Gibt es Tage an denen schriftstellerisch nichts geht?

Gerade jetzt um die Feiertage, da ging nix! Und wenn ich krank bin. Wie grad jetzt auch etwas erkältet. Ich hab schon zwei Wochen nix gescheites mir zu Papier gebracht … bzw. auf den PC. Das macht mich langsam rappelig! Es kommt immer wieder vor. Aber ich weiß, dass diese Zeiten vergehen. Ich erhole mich dann oder tue Dinge, die schon lange rum liegen. Die endlich erledigt sei müssten, Haushalt, Garten, Bürokrams, was weiß ich. Irgendwann geht es von selbst weiter. Ich setze mich da nicht mehr unter Druck!

Wie viele Bücher besitzt Du?

Oh Gott! Ich habe sie nie gezählt. Es sind viele. Hunderte würde ich sagen und jetzt mit dem Reader noch mehr. Ich habe mir nämlich einen zu Weihnachten gegönnt. War immer total gegen diese Dinger und jetzt? Jetzt lieeeeeebe ich ihn!

Liebe Hilde, Du hast Dich tapfer geschlagen. Ich drücke Dir für Deine neuen Bücher alle Daumen und wünsche Dir von ganzem Herzen große Erfolge damit. Es hat wieder unheimlich Spaß gemacht mit Dir. Bleib wie Du bist.

 

 

 

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2 Kommentare zu Hilde Willes

  1. Liebe Hilde, vielen Dank für das Autoreninterview. Du wirkst auf mich so herrlich normal und das finde ich einfach prima 🙂 LG Elke

  2. Hilde Willes sagt:

    Vielen Dank für die Möglichkeit dieses Interviews und das Teilen an dieser Stelle!
    LG Hilde

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