Jessica Koch

SuchardtDas Autoren_Netzwerk freut sich, die Autorin Jessica Koch zum Interview begrüßen zu dürfen.

Jessica Koch wird 1982 in Ludwigsburg geboren.
Schon in der Schulzeit beginnt sie, kürzere Manuskripte zu schreiben. Ihr wird angeraten diese bei Verlagen einzureichen, was sie aber nie umsetzt.

Zu Beginn ihrer Ausbildung zur Bauzeichnerin lernt sie im Herbst 1999 den Deutsch-Amerikaner Danny kennen.
Anschließend dauert es über 13 Jahre, bis sie es schafft, mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen.
Sie schickt ihr Manuskript an fünf Litaraturagenturen und bekommt innerhalb kürzester Zeit vier Zusagen. Jessica fasst Mut und stimmt einer Veröffentlichung zu.

Die Autorin erzählt die bewegende Geschichte einer großen Liebe. Von einem Leben zwischen Optimismus, Hoffnung und Angst. Die Sprache besticht durch einfache Klarheit; offen, ehrlich und unkompliziert rührt die Autorin an ein Tabuthema. Mit ihrem Buch zeigt sie als eine der Wenigen auf, dass es Dinge gibt, die man eigentlich nicht wahrhaben möchte.

Die Autorin lebt heute mit ihrem Mann, ihrem Sohn und ihren beiden Hunden in der Nähe von Heilbronn.
Momentan arbeitet sie an einem weiteren hochemotionalen Manuskript: einem Roman über Dannys Kindheit.

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Hallo Jessica, danke, dass Du Dich unseren Fragen stellst. Bist Du beim Schreiben gut organisiert? Was brauchst Du zum Schreiben?

Ich brauche zum Schreiben nicht viel. Couch, laute Musik, Laptop und Cola.

Wie gehst Du ein Projekt an?

Hm. Kann ich so nicht beantworten, da es ja eine Geschichte ist, die ich bereits im Kopf hatte. Ich habe mich oft mit sehr lauter Musik auf das Bett gelegt, mir alles noch mal vor Augen geführt und dann musste ich die Geschichte nur noch aus meinem Kopf abschreiben.

Also in dem Sinne kein Plot und nur drauf los geschrieben?

Es gab keinen Plot in dem Sinne. Nur zwei karierte Blöcke mit ganz vielen Notizen und Stichwörtern, damit ich die Handlung chronologisch auf die Reihe bekomme.

Was sagt Deine Familie dazu, dass Du schreibst?

Nichts. Ich schreibe, wenn alle schlafen.
Aber mein Mann unterstützt mich zum Glück schon sehr dabei. Es war ja auch seine Idee, das Buch zu schreiben.

Wer liest Deine Sachen als Erstes?

Mein Buch hat als Erstes mein Mann gelesen. Schließlich war es seine Idee. Als er es für gut befand, ging es direkt an eine Literaturagentur. Die Testleser kamen erst, nachdem ich bei der Agentur schon unter Vertrag war.

Wie hast Du die Agentur gefunden?

Im Internet. Habe nach Literaturagenturen gesucht und gleich eine gefunden. Die Seite hat mich angesprochen, also habe ich es mal hingeschickt. Die erste Agentur hat sofort zugesagt.

Hast Du Dein Manuskript professionell korrigieren lassen, bevor Du es an die Literaturagentur geschickt hast?

So falsch, wie es nur geht. Ohne Vita, ohne Korrektur, vollkommen falsch formatiert. Es wurde nicht ein einziges Mal testgelesen. Mein Agent sagte später, dass ihn die Geschichte so überzeugt hat, dass er über all das hinwegsehen konnte.

Wie wichtig sind Dir Deine Protagonisten? Begleiten sie Dich auch durch Deinen Alltag?

Meine Protagonisten sind keine freie Erfindung, sondern reale Personen, die mich tatsächlich ein Stück meines Lebens begleitet haben. Deswegen sind sie mir sehr wichtig! Sie haben einen festen Platz in meinem Herzen und sind in jeder Sekunde bei mir. Ich schlafe abends mit ihnen ein und stehe morgens mit ihnen auf!

Wie schaffst Du es nach dem Schreiben nicht nur körperlich, sondern auch gedanklich in die Realität zurück zu kommen?

Die Frage ist einfach: Gar nicht! Ich war wochenlang komplett in einer anderen Zeit und in einem anderen Leben gefangen. Es war mir kaum möglich, meine Gedanken auf etwas anderes zu richten. Manchmal war ich so verwirrt, dass ich gar nicht geblickt habe, wo ich mich aktuell befinde.
Wäre mein Sohn nicht gewesen, dann wäre ich wohl in der Zeit, als ich das Buch geschrieben habe, nicht ein einziges Mal in die Gegenwart zurückgekehrt.

Wie findet es denn Danny, dass Du seine Geschichte öffentlich machst?

Danny war immer mit meinen Entscheidungen einverstanden. Im Prinzip schreibe ich ja über mein Leben, er kommt nur darin vor.

Kann man Dein Werk also autobiografisch nennen?

Autobiografisch würde ich es nicht nennen. Es ist ein Roman, der auf wahren Tatsachen beruht. Eine Autobiografie ist meist langweilig, das kann man von meinem Buch nicht behaupten.

Fiel es Dir schwer darüber zu schreiben?

Ja, es war sehr schwer darüber zu schreiben.

Wie schaffst Du es, etwas so emotional Berührendes  zu schreiben? Ist das nicht total schwierig?

Beim zweiten Buch hatte ich mit Emotionen eigentlich nicht allzu viele Probleme. Das erste war sehr viel schwieriger für mich! Das liegt aber vermutlich hauptsächlich daran, dass ich das zweite Buch anhand von Aufschreiben und Erzählungen geschrieben habe, während ich das erste Buch selbst erlebt habe.

Danny ist wer? Dass es sich um eine Art schicksalshafte Liebesgeschichte mit Tabuthema dreht, das hab ich inzwischen herausgefunden.

Danny hat mich eine Zeit lang durch mein Leben begleitet. Als mein Partner, mein Freund und mein Seelenverwandter.

Wann wird es das zweite Buch denn zu lesen geben? Kann ich es irgendwie vorbestellen?

Momentan arbeite ich am zweiten Buch. Dieses geht in die Vergangenheit zurück und beschreibt Dannys Kindheit.

Hattest Du schon mal eine Schreibblockade und falls ja, wie bist Du damit ungegangen?

Bei dem ersten Buch nicht, nein. Im Gegenteil. Ich musste mich eher bremsen, nicht zu viel zu schreiben. Ich hätte locker drei Bücher daraus machen können. Aber ich hatte es auch leicht: Die Geschichte ist in meiner Erinnerung. Ich musste sie also nur aus meinem Kopf abschreiben.

Bei welchem Verlag wirst Du veröffentlichen?

Das Buch wird im März im FeuerWerke Verlag erscheinen.

Kann man es vorbestellen?

Man kann es noch nicht vorbestellen. Spätestens im März wird es erscheinen und ist dann ganz normal im Internet und in Buchhandlungen erhältlich. Ich denke aber schon, dass das Buch bereits vor Erscheinen bei Amazon & Co. vorbestellbar ist – ist doch bei anderen Büchern auch so, oder?

Gibt es schon irgendwie die Möglichkeit in das erste Buch „rein zu schnuppern“?

Ja, man kann in das Buch reinschnuppern. Auf meiner Facebook-Seite gibt es eine Leseprobe. Jeder, der mag, kann sich da gerne mal reinlesen.

Wird es noch eine zweite geben?

Ganz sicher bekommt ihr noch mehr aus meinem Buch zu lesen. Ich werde immer mal wieder etwas auf meiner Seite veröffentlichen.

Du gehst sehr sparsam um mit der Erklärung über diesen Danny.
Aber kannst Du noch ein klein wenig mehr über ihn sagen? Weil er für Dich ja so wichtig ist, dass Du über ihn schreibst … und über Dich.

Du hast Recht. Danny ist sehr wichtig in meinem Leben. Sehr wichtig. Noch heute. Ich will nicht spoilern, schließlich sollen die Leute mein Buch ja noch kaufen. Ich habe Danny kennen gelernt, als ich 17 war. Er war da vor knapp zehn Jahren aus den Staaten nach Deutschland gekommen, als wir uns auf einem Volksfest über den Weg liefen. Es hat nicht lange gedauert, bis er es geschafft hat, mich in seinen Bann zu ziehen.

War Danny GI?

Nein, Danny war kein Soldat. Er ist als Kind mit seinen Eltern nach Deutschland gekommen. Er ist nur Halb-Amerikaner. Die Mutter ist Deutsche.

Wie lang ist die Geschichte geworden und wie lang hast Du dafür gebraucht?

430 Normseiten. Ich habe sie in zehn Wochen geschrieben. Die Nachbearbeitung läuft aber immer noch. Ich habe im April 2015 angefangen zu schreiben, im März 2016 wird das Buch erscheinen. Ich bin superglücklich mit dieser Zeitspanne.

Hattest Du zum Schreiben eine Art Playlist mit Songs, die Dich in die richtige Stimmung versetzen?

Ich habe gerne Symphonic Metal wie Nightwish, Eluveitie, Within Temptation oder Evanescence dazu gehört.
Beim Schreiben habe ich je nach Stimmung im Buch auch die Musik gewechselt.
An traurigen Stellen brauche ich auch traurige Lieder. Und die Musik muss laut sein. Sehr laut.

Wenn Du drei Dinge mit ins Packeis nehmen könntest, was wäre das?

Ich nehme nur mein Handy mit. Damit fordere ich dann einen Hubschrauber an. Ich mag nicht im Eis bleiben. Da sterbe ich vor lauter Langeweile, lange bevor ich erfroren bin.

Hast Du neben dem Schreiben noch Zeit für andere Hobbys?

Ja. Da ich ausschließlich nachts schreibe, geht diese Zeit nur von meiner Schlafenszeit ab. Mein Alltag bleibt unverändert.

Und das kriegst Du hin?

Muss. Tagsüber habe ich null Zeit zum Schreiben. Man gewöhnt sich an wenig Schlaf. Zu Spitzenzeiten bin ich mit drei Stunden pro Nacht ausgekommen.

Wie bist Du zum Schreiben gekommen? Also wann wusstest Du, jetzt will ich ein Buch schreiben?

Das wusste ich nie. Mein Ziel war es nicht, Schriftstellerin zu werden. Ich wollte mir die emotionale Last von der Seele schreiben. Es war eher ein Spaß, das Buch an eine Agentur zu schicken. Mit einer Zusage hatte ich nicht gerechnet.

Hast Du manchmal Zweifel daran gehabt, wie z.B.: Was zum Teufel mache ich hier? Hattest Du Zweifel vor der Veröffentlichung?

Zweifel habe ich noch heute. Es ist eine heikle Geschichte, die ich geschrieben habe. Aber mittlerweile stehe ich drüber, und wenn es die Leute zum Nachdenken anregt, ist schon viel gewonnen.

Warum ein Pseudonym und warum dieses?

Warum ich unter Pseudonym schreibe, verstehst du vielleicht, wenn du das Buch gelesen hast. Jessica hieß meine damalige Hündin. Koch war mein Mädchenname.

Wird es auch Bücher in andere Richtungen geben?

Vielleicht. Je nachdem ob ich den Nerv der Leser treffe. Und letztendlich entscheidet es mein Verlag, ob ein Buch auf den Markt kommen wird.

Vielen Dank, Jessica für das tolle und offene Interview. Ich gebe zu, Du hast mich neugierig gemacht.

 

 

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Ein Kommentar zu Jessica Koch

  1. Gaby Sauer sagt:

    Das Buch hat mich sehr gefesselt es beschäftigt mich immer noch ich werde es allen meinen Freunden empfehlen

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