R. O. Schäfer – Shadow Town: Die Ankunft

Cover Shadow Town16.02.2016

Das Leben ist zu Ende! Emily und Harper können es nicht fassen. Bisher in New York aufgewachsen, verfrachten ihre Eltern sie in eine kleine Küstenstadt. Was könnte trostloser sein, als schreiende Möwen und langweilige Hinterwäldler? Doch als sie den umwerfend gut aussehenden Aiden kennenlernen, ändert sich ihre Meinung schnell. Während zwischen Emily und Harper ein Kampf um Aiden entbrennt, lösen ein unheimlicher Todesfall und ein unscheinbares Buch einen Sturm lebensgefährlicher Ereignisse aus.

 

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Leseprobe:
»Wo sind meine Eltern? Ich muss zu ihnen.« Aiden versuchte sich wieder hochzustemmen,
aber die Hand der Krankenschwester lag immer noch auf seiner Brust. Ohne
Schwierigkeiten schob sie ihn wieder zurück. In seinem Kopf zuckten Schmerzwellen
und plötzlich musste er sich übergeben. Ein Schwall sauer übelriechender Mageninhalt
ergoss sich auf seine Bettdecke. Kraftlos ließ er sich wieder in sein Kissen fallen. Die
Schwester tadelte ihn nicht, sondern zog stumm die Bezüge von seinem Bett ab und
holte frische aus einem Schrank, der in seinem Zimmer stand. Aiden blickte stumm an
die Decke. Einerseits hatte er Angst um seine Eltern, aber er schämte sich auch für die
Situation, die gerade entstanden war.
»Es tut mir leid … ich …« Weiter kam Aiden nicht. Die Krankenschwester lächelte ihn an
und strich ihm eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
Mit sicherer Bewegung bezog sie sein Bett neu. Dann schaute sie auf das Tablett, welches
sie auf seinem Nachtschrank abgestellt hatte.
»Können Sie mir sagen, wie es meinen Eltern geht?« Er blickte sie bittend an.
Nervös blickte sie im Raum umher. Diese Reaktion löste ein unglaubliches Angstgefühl
in ihm aus.
»Dein Vater wird gleich bei dir sein. Er ist noch bei einer Untersuchung, kann aber
gleich zu dir kommen. Es geht ihm so weit gut.«
Aiden seufzte. Wenn sein Vater gleich zu ihm kommen konnte, war alles wohl noch einmal
glimpflich abgelaufen.
»Ich habe dir hier eine Tablette mit Wasser hingestellt.« Die Schwester deutete auf das
Tablett. »Solltest du die Kopfschmerzen nicht aushalten, dann nimm sie.«
Sie schaute ihn noch einmal an und verließ dann das Zimmer.
Aiden drehte seinen Kopf, so dass er aus dem Fenster blicken konnte. Draußen zogen
Wolken an dem ansonsten azurblauen Himmel vorbei. Wann würden seine Eltern wohl
auftauchen? Während er so noch überlegte, fielen ihm die Augen zu und er sank in
einen traumlosen Schlaf. Es war ihm, als hätte er nur kurz die Augen geschlossen, als
er eine Berührung am Arm spürte.
Er öffnete die Augen und schaute in das Gesicht seines Vaters. Um seine Stirn war ein
Verband gewickelt. Sein Dad schien ansonsten unverletzt, aber seine Augen sagten
mehr als tausend Worte.
»Mutter?«, stammelte Aiden.
Der Griff seines Vaters um seinen Arm verstärkte sich. Er nickte nur stumm und Tränen
liefen ihm über das Gesicht. Aiden glaubte, keine Luft mehr zu bekommen. Dann brach
sich die Luft ihren Weg mit einem Schrei.
Nie würde er diesen Tag vergessen. Es war ihm, als hätte jemand ein Stück aus ihm
fortgerissen.
»Kommst du nun oder muss ich doch alles alleine machen?«
Die Stimme seines Vaters riss ihn aus seinen Gedanken.
Er stand immer noch mit den zwei Koffern in der Hand im Zimmer seines Vaters. Dort
auf dem Nachtschränkchen blickte ihn seine Mutter aus einem Bild freundlich lächelnd
an.
»Ich vermiss dich Mum«, flüsterte er leise, dann ging er hinunter.
Sein Vater hatte währenddessen das meiste Gepäck in seinem Wagen verstaut. Er
blickte seinen Sohn an und nahm ihm die beiden Koffer aus der Hand.
»Wie wir abgesprochen haben. Ich melde mich, wenn ich angekommen bin und du meldest
dich, wenn irgendetwas ist. Ich habe dir genug Geld für die Woche auf den
Küchentisch gelegt und genügend Vorräte sind auch da. Tu mir einen Gefallen und geh
nicht zu spät ins Bett.« Er wuschelte Aiden durch das Haar.
Aiden grinste. »Alles klar Dad. Ich bekomm das schon hin. Brauchst dir keine Sorgen
machen.«
Schweigend blickten sie sich an. Kurz sah es so aus, als würden sie sich in die Arme
fallen. Dann aber drehte sich sein Vater wortlos um, stieg in seinen Wagen und startete
den Motor. Er fuhr die Einfahrt rückwärts hinunter, hupte noch einmal und winkte ihm
zu. Aiden hob seine Hand zum Abschied, dann ging er ins Haus.

© Text und Abbildung des Buchcovers: Autor Rudolf Otto Schäfer

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