Sandra Karin Foltin

sandra foltin

Autoreninterview Sandra Foltin

7.3.2016

Das Autoren_Netzwerk freut sich, die Autorin Sandra Foltin zum Interview begrüßen zu dürfen.

Sandra Karin Foltin wurde 1969 in Köln geboren. Sie wuchs im Rheinland auf, wohnt jetzt aber mit ihrem Mann und drei Kindern im Münsterland. Nach der Schulzeit wurde sie Krankenschwester und arbeitete zuletzt in der Intensiv-, Beatmungs- und Schwerbehindertenpflege. Neben dieser Arbeit bildete sie sich ständig fort und wurde freiberuflich in einer eigenen Praxis für Hypnose und Therapeutic Touch tätig. Ihr Spezialgebiet ist die Arbeit mit Eltern autistischer Kinder. Schon in der Grundschulzeit hat sie angefangen erste Geschichten zu schreiben. Veröffentlicht hat sie bisher noch nichts. Aktuell arbeitet sie an ihrem ersten Roman, dem Psychothriller Goldgräberin. Zusätzlich schreibt sie einige Kurzgeschichten.

 

Hallo Sandra, schön, dass sich auch mal die Moderatorin der Interviews unseren Fragen stellt. Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Das kam einfach so , in der Grundschule. Musste einfach sein.

Was sagt Deine Familie dazu, dass Du Dich jetzt ernsthaft mit dem Schreiben beschäftigst?

Die finden es gut und unterstützen mich.

Was hast Du geplant? Ich weiß, Du machst bei der Antho mit, gibt es sonst noch Pläne für Veröffentlichung?

Ja, ich schreibe an einem Psychothriller und einer Krimikurzgeschichtensammlung. Und einem Roman über Autismus.

Hast Du persönliche Erfahrungen mit Autismus gemacht?

Ja, Autismus bestimmt mein Leben, sozusagen.

Psychothriller find ich schon mal gut! Wie kamst Du auf dieses Genre?

Kann ich gar nicht sagen, ist so mein Ding … denke wohl in die Richtung.

Wenn Du drei historische Persönlichkeiten zum Schreiben oder zur Lesung einladen könntest, welche wären das?

Jules Verne, boah … es sind viele, schwierig. James Matthew Barrie, Sir Arthur Conan Doyle (der mochte Elfen).

In welchem Genre fühlst Du Dich Zuhause?

Ich schreibe im Moment viele Kurzgeschichten und probiere viel aus … in erstaunlich vielen Genres …

Du sagst, Du probierst gerade verschiedene Genre aus. Gibt es denn eins, in dem Du auf gar keinen Fall schreiben würdest?

So eine richtige Liebesschmonzetten, oder etwas Politisches.

Die wichtigste Frage: Muss man selber einen an der Klatsche haben, um einen Psychothriller zu schreiben?

Ganz bestimmt sogar … zumindest, was mich betrifft.

Wie kamst Du auf die Idee, Hypnosetherapeutin zu werden?

Mein Sohn hatte eine Spritzenphobie als er klein war und ich dachte, so könnte ich ihm helfen. Als ich angefangen hatte Hypnose zu lernen konnte ich nicht mehr aufhören.

Spielt die Therapie auch eine Rolle in Deinen Büchern?

Eigentlich nicht. Das Hintergrundwissen schon.

Welcher Schreibtyp bist Du? Organisiert, ordentlich, mit Plot, frisch von der Leber weg, also so wie es Dir aus den Fingern fließt?

Ich brauche viel Struktur, sonst endet alles im Chaos.

Magst Du Spontaneität oder eher Routine beim Schreiben?

Beides … bin ein Chaot der Routine braucht. Klingt ein bisschen verrückt, aber so bin ich.

Was bedeutet es für Dich schreiben zu dürfen?

Entspannung, Anspannung, es ist einfach toll. Ich baue so Emotionen ab, die nicht so gewollt sind. So mancher, der mich geärgert hat, starb in meinen Geschichten einen grausamen Tod.

Verarbeitest Du persönliche Dinge im Schreiben, oder kommst Du darin eher einfach einer Leidenschaft nach? Verarbeitest Du Deine Arbeit mit in den Büchern?

Beides … es ist schon viel von mir in den Geschichten, aber oft auch völlig fiktiv. Die Arbeit eigentlich nicht. Das Thema Autismus schon, aber nicht irgendwelche Therapien oder so.

Schreibst Du nachts?

Oft ja, manchmal stehe ich nachts auf, dann habe ich Ruhe, oder die Geschichte hat mich NICHT in Ruhe gelassen. Ich stehe öfters nachts auf um zu schreiben …

Schreibst Du eine Geschichte oder mehrere gleichzeitig?

Eigentlich versuche ich nacheinander zu schreiben, aber manchmal mehrere Sachen gleichzeitig …

Ein weißes Blatt Papier und keinen Schimmer, die Schreibblockade hat Dich geschnappt, Panik?

Kenn ich nicht, ich habe zu viele Ideen.

Was liest Du in Deiner Freizeit?

Alles von klassischer Literatur bis Horror.

Liest Du Bücher darüber, wie man Bücher (Romane) schreibt?

Ja, hat mir geholfen meine Struktur zu finden. Vorher hab ich viel geschrieben, aber kam nie zu Potte.

Hast Du Albträume danach?

Nö.

Goldgräberin klingt so nach wilder Westen. Um was geht es in Deinem Thriller?

Um eine Pflegerin, die mit dem Sohn der Familie zusammen kommt.

Wie kamst Du auf den Namen Goldgräberin?

Goldgräberin ist ein Wort für eine Frau, die auf Geld aus ist und erst war es bei uns ein privater Scherz, bis es kein Scherz mehr war …

Wie sieht Dein Schreibplatz aus?

Chaotisch, im Moment noch Lappi auf dem Esstisch im Wohnzimmer, bald aber eigenes Arbeitszimmer.

Windows oder Mac? Mit welchem Programm schreibst Du?

Windows. Und mit Word und Papyrus.

Was ist das mutigste, das Du in Deinem Leben je gemacht hast?

Den Ärzten meiner Kids zu sagen “ Leck mich am …“.

Hörst Du Musik beim Schreiben? Und wenn ja, welche?

Kommt drauf an, beim Plotten oder groben Entwurf schon, wenn ich Feenstaub, sprich Emotionen versprühen will eher nicht so.

Hast Du je über eine Idee im Nachhinein gelacht, weil sie so absurd war? Wenn ja, über welche?

Zu absurd geht gar nicht und ich lache viel über meine Ideen.

Schreibst Du zu festen Zeiten?

Nein, ich schreibe, wann es sich ergibt, aber ich versuche jeden Tag zu schreiben.

Welcher Schriftsteller inspiriert Dich?

Sind so viele, Stephen King, John Irving, keine Ahnung, total viele Noah Gordon … könnte ewig so weiter aufzählen.

Welche Art Bücher liest Du gerne?

Fast alles , bis auf wenige Ausnahmen. Eine meiner Lieblinggsreihen ist: Der Bannsängerzyklus.

Wenn Du eine Figur aus *Ritter der Artussage* sein könntest, wen würdest Du wählen?

Da muss ich immer an die Nebel von Avalon denken. Morgaine.

Wenn Du in die Haut eines bestimmten Autoren schlüpfen dürftest, welcher wäre das?

Astrid Lindgren.

Packeis: Drei Dinge (keine Menschen)?

Ha, das wusste ich. Etwas zu schreiben, eine Überlebensausrüstung und ein Satellitentelefon.

Stören die Kinder?

Nein, bin an Unterbrechungen gewöhnt.

Bist Du gerne allein?

Ja, dann kann ich mich erholen.

Gibt es ein Thema, etwas, über das Du unbedingt einmal schreiben möchtest?

Auf jeden Fall Autismus.

Wenn Du gern über Autismus schreiben möchtest, wie könnte das aussehen? Eine Art Erfahrungsbericht? Oder doch eher ein Roman mit einem autistischen Prota?

Ein Roman, ist schon in Mache: Sommerregen riecht nach Staub. Eine Lovestory, ein Jugendlicher verliebt sich in eine Asperger Autistin.

Was sind Deine größten Motivationsbremsen? Außer Facebook.

Mein Alltag.

Wie würden Dich Deine Freunde in 3 Worten, als Autor, beschreiben?

Verrückt, verrückt, verrückt.

Bist Du manchmal auch über Dich erstaunt, wenn Du Deine fertigen Geschichten liest?

Ja, freue mich schon.

Wo siehst Du Dich als Autorin in 5 Jahren?

In einem Haus am Meer, das ich nur mit der Schriftstellerei bezahlt habe …

Hast Du Dir selbst einen Zeitpunkt gesetzt, an dem Du Dein Werk veröffentlichen willst?

Ja, aber das muss ich immer wieder verschieben.

Angenommen, eine gute Fee verspricht Dir drei Wünsche …

Kind eins soll es gut gehen, Kind zwei soll es gut gehen, Kind drei soll es gut gehen.

Wann geht endlich das zweite Kapitel online ;o)) Ja gut, das ist jetzt rein persönliches Interesse, weil mir das erste gute gefallen hat.

Ich glaub, das musst Du kaufen.

Suchst Du einen Verlag oder machst Du SP?

Das weiß ich wirklich noch nicht.

Was ist das erste Buch, aus Deiner Kindheit, an das Du Dich erinnern kannst?

Märchen, hat mir meine Mutter immer vorgelesen.

Was sind Deine schriftstellerischen Träume und Pläne für die Zukunft?

Ich möchte gut schreiben und davon leben können.

Was meist Du, wie lange das dauern kann?

Ich denke ein paar Jahre zwei oder drei …

Dein Lieblingsantagonist?

Gibt es auch superviele, aber spontan: Snape.

Von welchen Protagonisten fühlst Du Dich angezogen?

Robert Cole.

Welchen erfolgreichen Schriftsteller möchtest Du gerne einmal treffen und interviewen?

Ken Follet, Dan Brown … gibt so viele.

Wie recherchierst Du, oder würdest Du recherchieren?

Meistens über Google oder in Bibliotheken.

Was ist der seltsamste Name, den Du jemals gelesen oder erfunden hast?

Maragasch, ein Antagonist in einer meiner Fantasy Geschichten.

Wie kommst Du auf die Namen Deiner Helden?

Entweder sie fallen mir spontan ein, oder ich frage meine Kids oder zermartere mir das Hirn … Meistens fallen die mir einfach so ein, aber manchmal quäle ich mich auch und lese nach.

Und wo liest Du nach?

Internet, Telefonbücher, Bücher die ich schon gelesen habe (ändere dann ggf. ab).

Wonach suchst Du die Locations Deiner Geschichten aus? Oder sind die fiktiv?

Am Liebsten fiktiv, weil sonst viel Recherche.

Ein Buch, das Dich absolut vom Hocker gerissen hat.

Schwierig, Säulen der Erde, der Medicus, der Schamane.

Und als Gegenpol: das langweiligste Buch, das Du je gelesen hast.

Der scharlachrote Buchstabe, Wüstenplanet, alles nach dem ersten Teil.

Gibt es ein Buch, das Du gelesen hast und gerne neu schreiben würdest?

Fällt mir spontan nicht ein.

Liest Du neue Bücher anders, seit Du an dem Roman arbeitest? Fallen Dir Schwächen in veröffentlichen Büchern mehr auf?

Ja, leider. Ist ein bisschen so, als wenn man einen Zaubertrick kennt, das nimmt ein bisschen die Magie.

Dein Buch ist fertig geschrieben, alle sind vollends begeistert, Du selber aber nicht und was jetzt?

Haareraufen?

Dein Buch soll verfilmt werden … wer sind Deine Wunschschauspieler?

Boah, von meinem anderen Buch wüsste ich das, bei Goldgräberin nicht. Bei meinem anderen: Helen Mirren, Alan Rickman( ja, ich weiß).

Wenn Du Dir eine Superkraft aussuchen könntest, welche wäre das?

Unsichtbar werden.

Schreibst Du auch, wenn Du im Urlaub bist? Hast Du da Dein Laptop mit?

Was meinst Du mit Urlaub?… Seit Jahren nicht … Aber wenn ich fahren würde, dann hätte ich ihn mit und würde schreiben!

Berge oder Meer? Wüste oder Wald? Was magst Du mehr, inspiriert Dich mehr zum Schreiben?

Meer und Wald.

Wie gehst Du mit negativer Kritik um?

Ich heule, werde wütend und dann sehe ich nach ob sie berechtigt ist und verbessere mich. (Und kille denjenigen in meinem nächsten Roman).

Dein Buch ist fast fertig und Du liest bei Weltbild die Werbung zu einem Buch, das mit Deiner Idee zu 80% übereinstimmt – schreibst Du es zu Ende?

Auf jeden Fall, auch wenn es nur für mich ist.

Dein wichtigster Unterstützer?

Meine ganze Familie.

Wenn Du Dein eigenes Land hättest, was wären die fünf wichtigsten Regeln?

Toleranz, Freundlichkeit, boah, schwer …

Bist Du von Bekannten schon einmal wegen des Schreibens blöd angemacht worden?

Klar, DU willst ein Buch schreiben?

Wirst Du Lesungen halten?

Auf jeden Fall.

Wovor hast Du Angst?

Dass meinen Kids was passiert.

Deine größte Stärke.

Ich bin begeisterungsfähig.

Deine größte Schwäche.

Ich bin oft unsicher im Umgang mit Anderen.

Was wünscht Du Dir für Deine erste Veröffentlichung?

Erfolg, und eine Riesen Schar Leser.

Was ist Dein größter Wunsch für die Zukunft, abgesehen vom Erfolg mit Büchern?

Die Gesellschaft darüber aufzuklären, dass man Autismus nicht heilen kann und muss. Und das solche Therapien wie ABA verboten werden.

Was inspiriert Dich an der Stadt, in der Du lebst, zum Schreiben?

Die historische Geschichte, wir haben drei Burgen.

Wo findest Du Testleser?

Facebook.

Gab es ein Ereignis, ein Buch oder einen Film in Deinem Leben, das Dein Schreiben beeinflusst hat?

Mein Psychothriller Goldgräberin ist inspiriert von wahren Begebenheiten …

Thema Lektorat … wie wichtig ist das für Dich?

Schwieriges Thema. Wichtig schon, aber komplizierter als ich dachte. Aber sehr wichtig, würde nicht ohne veröffentlichen.

Was sind Deiner Meinung nach die drei Dinge, die jeder Mensch vor seinem Tod gemacht haben sollte?

Lieben, Leben, nicht Bedauern.

Womit schaltest Du ab? Vom Schreiben, Alltag etc?

Schreiben, mein Hund.

Thema Werbung … hast Du Dir darüber schon Gedanken gemacht?

Aber klar. Ich bin schon lange freiberuflich tätig, weiß also, wie wichtig Werbung ist. Ist aber nicht mein Lieblingsthema.

Wenn Dein Leben einen Soundtrack hätte, welcher wäre es?

Rock of Ages vielleicht?

Was wäre ein passender Name für Deine Autobiografie – und wenn es Belletristik wäre?

Die Kinder, die in keine Schublade passen, ist schon in Planung.

Wenn Du eine weitere Sprache sprechen wolltest, welche Sprache wäre das?

Neurotypisch.

Was wünscht Du Dir, das Deine Leser für sich aus Deinen Geschichten mitnehmen? Welchen Eindruck durch Deine Bücher möchtest Du auf dieser Welt hinterlassen?

Je nach Geschichte, unterschiedliche Emotionen. Aber Emotionen. Ich möchte Emotionen hinterlassen, wenn man meine Bücher liest, soll man etwas fühlen, daran kann man sich erinnern.

Hegst Du noch eine Leidenschaft, außer dem Schreiben?

Ich liebe Tiere, Hund, Katzen, Pferd und so und Familie.

Wie viele Fragen überlegst Du Dir vorher bei Interviews anderer?

Die kommen immer spontan. Deswegen irgendwann mal die Frage: Was hast Du beim schreiben an? … Die hätte ich nie gestellt, wenn ich darüber nachgedacht hätte …

Welche Laster hast Du?

Bin wie Mary Poppins, nahezu vollkommen, Scherz. Schnell beleidigt sein vielleicht?

Was wolltest Du als Kind gerne schreiben?

Abenteuergeschichten.

Wem würdest Du gerne welche Frage stellen?

Ich würde gerne einer Menge Leute eine Menge Fragen stellen, so ganz spontan könnte ich es nicht sagen.

Was ist Kunst für Dich?

Alles was mich berührt.

Wie siehst Du Dich? Als Autor, als Schriftsteller? Als Schreiberling?

Als Autor und gefühlsmäßig Schriftsteller.

Was könnte Dich vom Schreiben abhalten?

Nix, echt, ich brauch das.

Sehen wir Dich in Leipzig?

Leider nein, ist mir zu weit weg und im Moment kann ich nicht so gut weg.

Vielen lieben Dank für das Interview … Du bist nicht nur als Fragenstellerin eine Wucht, sondern auch im Antworten geben spitze. Viel Erfolg und toitoitoi für die Zukunft, Sandra.

 

 

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