Gedichtewettbewerb: Nathalie C. Kutscher – Sirenengesang

Gedichtewettbewerb

Sirenengesang

Sturmgepeischt die Wellen sind,
lass dir sagen, liebes Kind.
Dich nie wag‘ in Poseidons Reich,
lauf weit weg, am besten gleich.

Die Sirenen locken dich,
geneigt sind sie dir fürchterlich.
Liebreizend sie erscheinen dir,
doch ihr Herz voll Macht und Gier.

Ihr Gesang, so klar und rein,
holen alsbald alle Männer ein.
Holde Jungfrauen, so soll es scheinen,
deine Liebste wird um dich weinen.

Wenn die Nix‘ dir nach dem Leb’n trachtet,
deiner Stellung gänzlich ungeachtet.
Vom Käpt’n, bis zum Steuermann,
zieht sie jeden in den Bann.

Gold ihr Haar, rot der Mund,
deine Knie schon ganz wund.
Tiefe Sehnsucht in deinem Herzen wohnt,
hört dein Flehen, wird es belohnt?

Die Sirene mit dem Engelsklang,
weiß um deinen tiefen Drang.
Mit ihr zu gehen, ins nasse Reich,
ihr nie mehr von der Seite weich.

So höre nun, mein liebes Kind,
Sirenen sehr gefährlich sind.
Von außen schön, von innen tot,
hol’n jeden Seemann von seinem Boot.

Geister sind’s, der Männer Fluch,
steht geschrieben in manchem Buch.
Töchter der Meere, grausig und kalt,
machen vor keinem Manne Halt.

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