Gedichtewettbewerb: Katharina Kraemer – ADAM

Gedichtewettbewerb

ADAM

Adam ward von Gott geschaffen,
sagt die Bibel voller Stolz,
nach seinem Ebenbild, als Prototyp,
nicht als aufrecht Menschenaffen,
nicht aus teurem Tropenholz,
billiger: aus Fleisch und Blut.
Doch so allein war ihm nicht recht,
muss alles hier alleine machen,
niemand da für Lieb und Lust,
eine Gefährtin wär‘ nicht schlecht,
für all die vielen and’ren Sachen,
die ich im Paradies tun muss.

Das sagte er dem lieben Gott,
der eine Weile überlegt und spricht:
Du gibst ’ne Rippe, ich den Rest,
hier ist der Deckel für den Pott.
Aber nicht nur zur Hausarbeit
und Kinderkriegen,
für all die Dir leidigen Geschichten,
nein, auch zum zärtlich beieinander liegen,
sie wird mir hernach berichten,
ob Du nur Deiner Pflicht genügst
und sie sogar um Lieb‘ betrügst.

Da hatte Adam den Salat …
und versuchte den Spagat,
ihr zu gefallen und zu nützen,
sie zu lieben und zu schützen,
bis in die heut’ge neue Zeit,
mit all seiner Manneskraft –
manchmal hat er es geschafft.

Ich bin Dir zu Dank verpflichtet,
sagte Adam sodann zum lieben Gott,
und hoffe, sie hat nur Gutes Dir berichtet,
hab mich redlich um sie bemüht,
hab nur selten sie betrogen,
gar nur einmal angelogen,
als ich ihr sagte: ich lieb‘ nur dich,
die anderen, die lieb‘ ich nicht.

(KK) Nichts für ungut, Männer!

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