Gedichtewettbewerb: Rudolf Egger – Heimkehr

Gedichtewettbewerb

Heimkehr

Mit meinen Schwielen an den Händen,
Mit meinen wandermüden Lenden,
Und tausend Falten im Gesicht.

Die Stimme rauchig von Zigarren,
Beliebt bei Gaunern und bei Narren,
Schäm ich mich meiner trotzdem nicht!

Nichts hab ich jemals ausgelassen,
Mein Fussabdruck auf allen Gassen
Schrieb meinen Namen auf die Welt.

Ich hab getrunken und gesungen
Und auch geschrien aus vollen Lungen,
Ich hab gestohlen und geküsst.

Doch bleibt mir weg mit euren Pfaffen,
Mit denen hab ich nichts zu schaffen,
Hab meine Sünden abgebüsst.

Ich bin ein Krieger ohne Knarre
Ich kämpfe nur mit der Gitarre
Gegen das Unrecht dieser Welt.

Ich lieb ein Mädchen ohne Reue,
Jedoch versteh ich nichts von Treue,
So wenig wie von Gut und Geld.

Ich komm zu dir nicht als ein Freier,
Ich komme zur Geburtstagsfeier,
Ich wollt dich einfach wieder sehn.

Sagst du zu mir jedoch: “Zieh Leine!“
Mach ich mich wieder auf die Beine.
So wie ich kam, werd ich auch gehn.

Jedoch du öffnest mir die Türe,
Du trittst zur Seite und ich spüre
Dass ich hier meine Heimat find.

In deinen Augen kann ich lesen;
„Du bist zu lange weg gewesen!
Du bist so launig wie der Wind.

Dein Weg war bisher nie gerade,
Er war so krumm wie all die Pfade
Bei deiner Suche nach dem Glück.

Wenn ich auch lange warten musste,
Es fiel mir nicht schwer, weil ich wusste,
Der Wind treibt dich zu mir zurück!“

© Rodolfo Nicola 2016

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