Gedichtewettbewerb: Simone Gütte – Gedanken

Gedichtewettbewerb

Gedanken

Sie kommen und gehen
sind schnell wie der Wind,
dreh’n sich gern auch im Kreise,
und klammern geschwind.

Ist Ärger verflogen, halt ihn nicht fest,
er wollte dir nur zeigen,
was dich nicht in Ruhe lässt.
Lädst du ihn ein zum Bleiben, baut er sich sein Nest.

Auch köchelt gern weiter Hass, Wut und Neid,
schau in die Welt, was sich daraus zeigt.
Gedanken, finster, nisten sich ein, vermehren sich gar,
bald weißt du nicht mehr, warum alles geschah.

Sie möchten gern bleiben und schaffen Komfort.
Sind nicht zu vertreiben, denn sie fühlen sich wohl.
Sind sture Gefährten, sie wirken so schlau,
rechtfertigen alles, wissen alles genau.

Sie spiel’n ihre Karten, sie spielen sie smart,
Sie lassen dich denken, du wärst furchtbar stark.
Sie verbauen dir Türen, saugen dich aus,
bald bist du liebster Gast im eigenen Haus.

Warum willst du sie nähren, ist das dein Glück?
Schau genau hin, du bekommst nichts zurück.
Drum lasse sie ziehen, der Streit ist vorbei.
Sag lebwohl den Gedanken an Ärger, Zorn und
kleinlicher Rechthaberei.

Dies ist das Schwerste, so banal es klingt,
es wird so manchen geben, dem es niemals gelingt.
Denn du musst dich bemühen, überwinden sogar.
Dann nimmst du neue offene Türen wahr.

Wenn du fragst, wie das geht,
dann schau auf die Freude,
sie weist dir den Weg.
Gib hin dich der Liebe bei allem Tun,
übe Vergebung, auch kein Leichtes. Nun:

Frage dich, was du wirklich willst,
mit welchen Gedanken du die Sehnsucht nach Liebe stillst.
Dann lade sie ein, sie woll’n dich begleiten,
steh’n immer bereit: die Liebe, die Freude, die Gelassenheit.

Mach’s ihnen behaglich, pflege sie gut,
sie wirken sich aus, sei auf der Hut.
Sie verlangen nichts dafür, doch breiten sich aus:
bald bist Du wieder Herr im eigenen Haus.

Sie kommen und gehen,
sind schnell wie der Wind.
Schau hin, wen Du einlädst,
sie klammern geschwind.

Sie haben alle ihre Rechte.
Sie zeigen uns, wo wir derzeit steh’n.
doch wen lädst Du ein zum Bleiben,
wen zum Geh’n?

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