Gedichtewettbewerb: Simone Weber – Warten!

Gedichtewettbewerb

Warten!

Ein Wunsch entsteht, eine Hoffnung, ein Traum,
darauf arbeitet man hin – braucht viel Platz und Raum.
Man verlangt danach sein Ziel zu erreichen,
doch muss man ausharren, denn erst die Zeit stellt die Weichen.

Warten!

Sonne und Mond ihren Platz am Himmelszelt tauschen,
bis Ebbe und Flut im Gleichklang rauschen.
Man schaut auf den Kalender und ständig auf die Uhr,
doch vorwärts geht es kaum, es scheint als stehe die Zeit nur.

Warten!

Jegliche Zerstreuung dankend entgegengenommen,
die kleinste Ablenkung ist willkommen.
Man kann es kaum ertragen, hat dennoch keine Wahl,
jeder Moment verkürzt – und ist doch eine Qual.

Warten!

Ein Fuß vor den Anderen kommt man langsam voran,
und tritt doch auf der Stelle, bricht nicht aus der Bahn.
Die Tage vergehen, aber nichts geschieht,
stets der gleiche Trott, immer das gleiche Lied.
Warten!

Der Weg so weit, scheint niemals sein Ende zu erlangen,
es droht einem das Herz zu zerreißen vor Frust, gar Trauer und Bangen.
Die langersehnte Nachricht: Angekommen am Ziel!,
wann wird sie endlich da sein? Verlangt man denn soviel?

Warten!

Man wandert hierhin und mal dort,
um die Zeit zu vertreiben – egal wie und an welchem Ort.
Ungeduldig wartet man auf die Wende,
dann ist der Augenblick da und das Warten hat ein Ende.

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