Gedichtewettbewerb: Marko Wendekamm – Scheinheiligkeit

Gedichtewettbewerb

… Scheinheiligkeit …

… es gibt so viele Heilige
vom Papst gesegnet und ernannt
er hat die Wunder die sie taten
für den Glauben anerkannt
doch wer bestimmt, was heilig ist
ein Moslem, Jude oder Christ ?

es ist noch nicht so lange her
da starben einer, zwei, dann mehr
nach einem Monat, war sie da
die Katastrophe Ebola
die ersten kamen, sich zu melden
Ärzte, Schwestern, Helfer, Helden

sie kamen aus der ganzen Welt
nicht für Ruhm und Ehre oder Geld
sie boten ihre Hilfe an
dem der sich nicht helfen kann
sie hörten nicht mehr auf zu geben
Zeit und Trost, ein paar das Leben
überall war große Not
und überall war auch der Tod

der Bischof den wir alle kennen
ich kann nicht anders, muss ihn nennen
machte damals grade Kasse
nach Indien ging es, erster Klasse
zu Haus im Limburg wartet schon
im Bischofs Schloss der Kirchenthron

ein Prachtbau ohne Fehl und Tadel
für den religiösen Adel
Marmorbad mit Dimmung´s – Licht
so einfach helfen, ging da nicht
abgeriegelt und versteckt
während Afrika verreckt

ach mein lieber Herr van Elst
bei jeder Spende Gott vergelt´s
Sie haben da ganz ungeniert
den Glauben ziemlich ramponiert
getrickst, verschleiert und gelogen
und eigentlich den Mensch betrogen

die Millionen, die Sie locker
ausgaben für Tisch und Hocker
sind nicht Ihre, war´n es nie
meine Frage geht an Sie
was verschwand im schwarzen Loch
schämen Sie sich eigentlich noch
haben Sie für schnödes Geld
Ihr´n eigenen Himmel abbestellt

haben Sie in dunkler Tat
vorbereitet Ihre Fahrt
direkt in den Höllenschlund
und Privilegien war´n der Grund
sind Sie von dem Prunk berauscht
haben Sie´s Gebet getauscht
sind Sie nun ein Luxus Kenner
oder gar ein Teufels – Jünger

noch mal dem Verständnis wegen
die Helfer kamen um zu geben
das ist heilig, denke ich
Sie dagegen sicher nicht
noch in hundertfünfzig Jahren
werden am Gedenkstein steh´n
aus aller Herrenländer – Namen
Ihrer ist nicht zu ersehen
auf der Tafel, keinesfalls
steht ein T., danach van Elst

ach Du Purpur Elster Tebartz
Deine Seele ist recht schwarz
ich denke drei mal darfst Du raten
wohl in der Hölle wirst Du braten
doch soll man Dich nun so verdammen
was liegt schon gut beim Mensch beisammen
erst recht ein Kirchenfürst muss wissen
an Stelle eins, steht das Gewissen

bei Jesus hieß es seinerzeit
kommt ihr die beladen seid
er half dem Lahmen wieder gehen
und dem Blinden wieder sehen
sogar dem Toten, auferstehen
er war die reine Heiligkeit
Sie sind davon entfernt, sehr weit

Sie wollten keine Zeichen setzen
sich nicht durch Mali quälen, hetzen
Ihr Sinn stand Ihnen nach Betrug
und nicht nach Gesten im Schutzanzug
unheilig, banal und öde
Sie sind auch nur, ein Mensch ganz schnöde

voll Lust und Sucht und voller Last
geliebt, gemieden, verehrt, verhasst
Sie sind kein Religionsprophet
ich weiß, Ihr Glaube ist verdreht
sie kein Freund von Gottes Sohn
Eigenliebe, welch ein Hohn
solch ein Glück, der Vatikan
sie noch etwas beschäftigen kann

der Papst wär dennoch gut beraten
dem im Gewand verkappten Braten
schnellstens aus dem Amt zu raten
damit vielleicht in guten Taten
ihm die Hölle bleibt erspart
wenn nicht … dann wird er halt gegart

und die Moral von dem Gedicht
heilig ist man, oder nicht

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