Gedichtewettbewerb: Sabrina Juschka Cotza – „Verlorene Seelen“

Gedichtewettbewerb

„Verlorene Seelen“

Auf der Flucht vor Gräueltaten,
war er in gefährliches Fahrwasser geraten.
Das überfüllte Schlauchboot in seiner Not,
war nicht seine Rettung, sondern sein Tod.

Sie fand endlich ihren Frieden,
vor ihrem Vater, dem angeblich lieben.
Er lag bei ihr, Nacht für Nacht,
da hatte sie sich aus Verzweiflung umgebracht.

Seine Eltern mochten ihn noch nie,
behandelten ihn schlimmer als irgendein Vieh.
Mit einer Spritze im Arm und einem Lächeln im Gesicht,
löschte er sein wertloses, irdisches Licht.

Die Prostitution hatte man ihr verschwiegen,
so musste sie bei den Kerlen liegen.
Mit bescheidenen Träumen kam sie ins Land,
unrentabel lag ihre Leiche am Straßenrand.

Entführt aus Mutters warmen Schoß,
stand er da mit einer Waffe, viel zu groß.
Kindersoldat wurde er fortan genannt,
seine Familie vor seinen Augen verbrannt.

Kraftlos vegetierte es vor sich hin,
denn weinen machte keinen Sinn.
Es gab schon lange nichts mehr zu essen,
das verhungerte Kind, von der Welt vergessen.

Die Angst stand ihr ins Gesicht geschrieben,
wäre sie doch lieber zu Hause geblieben.
Schutzsuchend drückte sie sich an die Wand,
der Amokläufer explodierte und sie verschwand.

Bei dem die Depression inne wohnt,
der bleibt vom Unverständnis der anderen nicht verschont.
Keiner verstand seine innere Qual,
da erschien ihm der Freitod die beste Wahl.

Das Leben ist nur selten rosarot und Sonnenschein,
Oftmals bösartig, grausam und gemein.
Von vielen wird dies bewusst verkannt,
aus dem Gesichtsfeld und dem Leben verband.

Denn es gibt doch schon genug die sich kümmern,
um die verlorenen Seelen, die grundlos jammern.

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