Vero KAa

vero kaa

Autoreninterview Vero KAa

4.4.2016

 

Das Autoren_Netzwerk freut sich, die Autorin Vero KAa zum Interview begrüßen zu dürfen.

Ich, Vero KAa, wurde 1945 als Deutsch-Österreicherin geboren, lebte bis April 1955 in der ehemaligen DDR. Als Flüchtlingskind reise ich über Österreich in die Bundesrepublik. Heute bin ich im Schwarzwald zuhause. Beruflich war ich als Finanzbuchhalterin, Kauffrau und Betriebswirtin tätig und bin heute Autorin.
Bedingt durch eine Krankheit habe ich 2008 für mich das Schreiben entdeckt und 2010 mein erstes Buch bei epubli veröffentlicht – als freie Autorin im Self Publishing. Dabei war Deutsch nie mein Lieblingsfach. Dafür gibt es nette Lektorinnen, die meine Zeilen geraderücken.
Heute muss nicht mehr alles so perfekt in meinem Leben sein, aber dafür stimmig. Wir sind alles Menschen und dürfen Fehler machen, auch beim Schreiben, liebe Leser-
Meine Geschichten verfasse ich vorzugsweise aus dem Leben: Erlebt, erzählt, erfunden und aufgeschrieben.

Facebook

Amazon

 

Ich freue mich ganz besonders darüber, heute die Autorin Vero KAa zum Interview begrüßen zu dürfen. In Leipzig beim Autorentreffen unserer Gruppe durfte ich sie persönlich kennen lernen, und ich verrate Euch mal, dass sie eine sehr liebe Frau ist. In welchen Genres bewegst Du Dich mit Deinen Büchern?

Ich schreibe Geschichten, die ich oft erlebe. Dann baue ich sie mit viel Fantasie aus. D.h. 20 % Wahrheit, der Rest erfunden. Ich bin immer mit einem Block unterwegs.

Lässt Du Deine Erfahrungen in Folge der Flucht und aus Deinem Leben in der Ehemaligen DDR einfließen? Wenn ja, wie?

Ja das Buch Fluch(t) entstand aus einer Therapie. Es ist meine eigene Geschichte.

Hast Du Dich bewusst zum Selfpuplishing entschieden?

Ja. Im Jahr 2010. 2008 hatte ich angefangen zu schreiben. Ich mache alles im Alleingang. Bis auf die Lektorarbeiten.

Dein erstes Skript ist eine Biografie. War Dir von Beginn an klar, dass es ein Buch wird? Oder hast Du erst mal nur „für Dich“ geschrieben?

Ich hatte eigentlich nur für mich geschrieben. Musste raus aus meinem alten Leben. Und etwas Neues beginnen.

Ich habe parallel noch ein zweites geschrieben. Musste meine Seele befreien. Dann bin ich auf Verlagssuche gegangen. Aber diese Unsummen hatte ich nicht unter dem Kopfkissen. Also bin ich bei epubli gelandet.

Ich fand Deinen Mann sehr sympathisch. Unterstützt er Dich beim Schreiben?

Ja indem er kocht. Die Rollen wurden nach 40 Jahren verteilt.

Meine Bewunderung für Deinen Mut, stets Neues zu erschaffen.

Danke. Ich lebe nach dem Motto: Es ist nie zu spät, sein Leben zu verändern, um etwas Neues zu beginnen.

Bist Du gerade an etwas Neuem dran? Wenn ja, erzähl doch mal ein wenig aus dem Nähkästchen.

Ja, ich schreiben ein Buch von mir um in ein Theaterstück. Nicht ganz einfach. Habe mir das Buch ‚Mein erstes Stück‘ von Roger A. Hall zugelegt.

Liest Deine Familie zuerst Deine Bücher?

Ehrlich, meine Familie liest nur die fertigen Projekte. Ich habe Bekannte als Testleser.

Wo siehst Du Dich in 10 Jahren?

Oh, in 10 Jahre … Ganz ehrlich, da bin ich 80 Jahre und ich hoffe nur, noch ohne Ferrari Rollator. Aber meine Mama ist 92, wer weiß …

Wie ergeben sich Deine Enden? Wann wird Dir Dein eigener Schluss einer Geschichte klar?

Meistens während des Schreibens.

Also ist das Ende beim Beginn noch offen?

Nein, ich zeichne mir auch jedes Buch handschriftlich auf, damit ich sehe wo die Reise hingeht.

Hast Du einen Traum, was das Schreiben betrifft?

Dazu bin ich zu sehr Realist, um zu träumen. Aber den Traum vom eigenen Können den braucht man.

Würdest Du denn über irgendetwas Spezielles gerne schreiben? Oder erfüllst Du Dir mit Deinen bisherigen Büchern schon einen Traum?

Oh, ich habe noch ein großes Projekt vor mir. Mein verstorbener Sohn hat ein Buch über die Dominikanische Republik geschrieben. Da bin ich im Moment dabei, es abzuschreiben. Denn er hatte alles auf Disketten gespeichert, die ich in meiner Trauer wegwarf. Aber ich hatte ihm versprochen, das Buch zu veröffentlichen und das werde ich auch tun.

War dieses Thema, der Tod Deines Sohnes, auch Thema in einem Deiner Bücher?

Ja. Das Buch „Abgezockt und doch verloren‘. Es war Trauerarbeit und hat mir sehr gut getan. Viele haben gefragt, warum ich es geschrieben habe. Meine Gegenfrage: „Warum nicht?“. Der Tod gehört zum Leben. Der Schmerz bleibt immer. Heute habe ich das Gefühl, ohne meinen Sohn wäre ich nie zum Schreiben gekommen … Es ist gut wie es ist.

Machst Du Cover und alles selber?

Früher hat mein Schwester sie gemacht. Ging aber aus beruflichen Gründen nicht mehr. Ich habe eine liebe Bekannte, sie ist Grafikerin. Nun habe ich auch noch Beate Geng an meiner Seite.

Hast Du Dich bei Verlagen beworben oder wolltest Du von Anfang an Spler sein?

Ich hatte mich bei verschiedenen Verlagen beworben. Eine Bekannte von mir hat bei einem Verlag ein Kinderbuch raus gebracht. 5004 € bezahlt und 2840 € verdient. Diese Rechnung ging nicht auf. Ich bin ein Zahlenmensch.

Sehr gut. Bezahlen ist nie gut.

Wie sieht Dein Schreiballtag aus. Hast Du feste Zeiten, jeden Tag?

Ich bin ein Nachtmensch. Schreibe gerne Nachts, wenn es im Haus still ist.

Brauchst Du Ruhe zum Schreiben oder schreibst Du lieber mit Musik im Hintergrund?

Ab und zu läuft Sarah Conner. Oder Tina Tuner.

Welche Erfahrungen hast Du als SPler gemacht? Hast Du Dich mit der Vermarktung Deiner Bücher beschäftigt, bevor Du sie rausgebracht hast?

Ich habe über 40 Jahre mehre Firmen geleitet. Und bin für meine PR selbst zuständig. Habe gute Presse Kontakte.

Ohne überheblich zu wirken, ist für mich das Schreiben ein wunderbares Hobby geworden.

Kannst Du anderen Tipps geben? Sachen, bei denen Du weißt, die funktionieren gut?

Ich würde alle Bücher erst als eBook auf den Markt bringen und dann als Printausgabe.

Die obligatorische Frage: 3 Dinge, keine Menschen, die Du mit ins Packeis nehmen würdest?

Oh, meinen Schatz, der kocht, einen Bleistift und einen Block.

Dein Schatz ist aber ein Mensch.

Ja, dann halt die Töpfe und Pfannen. Mein Goldstück kommt aus bella italia. Ohne Essen, das geht gar nicht …

Thema Lesungen … ich glaube, das ist eine Leidenschaft von Dir, oder? Wie war es bei Deiner allerersten Lesung? Hattest Du Lampenfieber? Oder Angst? Oder hast Du keinerlei Berührungsängste?

Ja, es wäre gelogen wenn ich nein sage. Aber da ich mal der Vorstand der Betriebswirte vom Schwarzwald Baar Kreis war, habe ich gelernt Referate zu halten. Nun, ein Buch braucht mehr Gefühl beim Lesen. Der Zuhörer muss mit der Geschichte mitgehen. Selbst wenn ich mal stolpere, ist das nicht schlimm. Ich gleiche das mit Humor wieder aus.

Planst Du momentan wieder eine Lesung?

Im Moment habe ich eine Benefiz – Lesung in Schwenningen in Planung. Mit einer Tombola, Fotogalerie und einer Skulpturenausstellung. Ich habe dafür heute über 30 Einladungen und noch 135 Mails verschickt.

Wie kommst Du an die Lesungen? Organisierst Du die selbst? In Zusammenarbeit mit anderen Autoren?

Ich organisiere selbst und suche dann Autoren, die kostenlos lesen. Es gibt dann einen Büchertisch über eine Buchhandlung, die dann die Bücher verkauft. Allein in Baden Württemberg gibt es über 28.000 Autoren.

Bist Du in irgendwelchen Verbänden organisiert, oder wie kommst Du an den Kontakt zu den Autoren?

Ich gehöre zur Literarischen Werkstatt Villingen-Schwenningen und bin Mitglied vom Freundeskreis /Büchereien.

Nimmst Du auch an Ausschreibungen teil oder konzentrierst Du Dich auf das Schreiben von Romanen?

Das habe ich früher mit Gedichten und Kurzgeschichten gemacht. Heute konzentriere ich mich auf meine Romane und Kinderbücher.

Wenn Du beim Schreiben gestört wirst, kommst Du dann gut wieder rein?

Ja, denn ich lasse immer alles liegen, auch meine Notizen, damit ich weiß wo ich stehe.

Jeder hat eine Macke beim Schreiben. Welche ist denn Deine?

Unordnung.

Kannst Du Dir vorstellen, irgendwann nicht mehr zu schreiben?

Nein, so lange es meine Gesundheit hergibt, werde ich schreiben. Ich glaube, es sind schon mehr als 20 Bücher. Quer Beet.

Was würdest Du anders machen, wenn Du noch einmal jung wärst? Würdest Du eher mit dem Schreiben anfangen?

Nein glaube ich nicht, es gibt für alles den richtigen Moment. Ich hatte vier Kinder, Firmen usw. Schreiben hatte ich total verdrängt. Dabei hatte ich mit 10 Jahren mal für eine Schulzeitschrift geschrieben.

Was ist Dir außer Schreiben wichtig?

Meine Familie, Gesundheit, und ich tue sehr viel für mich selbst. Wozu ich früher keine Zeit hatte. Jeden Tag eine Runde laufen.

Liebe Vero KAa, ich bedanke mich recht herzlich für das tolle Interview und Deine Zeit, wünsche Dir weiterhin viel Gesundheit, viel Glück und viel Erfolg. Ich hoffe, wir treffen uns einmal wieder.

 

Dieser Beitrag wurde unter Autoreninterviews abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Vero KAa

  1. verokaa2015 sagt:

    Liebe Silvia, das hast Du wunderbar wiedergegeben. Vielen Dank. Es ist schön so liebe Menschen zu kennen, die auch noch die gleichen Interessen haben, Ich freue mich sehr euch mal wieder zu treffen.Danke auch, das ich Euch persönlich in Leipzig kennen lernen durfte. Bei der nächsten A.-Ausgabe bin ich wieder dabei.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.