Gedichtewettbewerb: Dorothee Sargon – Fernweh

Gedichtewettbewerb

Fernweh

Ich möchte gern in fremde Welten reisen.
Ach, das wäre wunderschön.
Nein, nein – ich will mir nichts beweisen,
will nur die Wunder dieser Erde sehn.

Schnell überlege ich ganz rational,
wo möchte ich gern einmal sein?
Flieg ich zuerst zum Panama-Kanal,
oder an die Küste von Elfenbein?

Erst Nord-, dann Südamerika, stell ich die Frage,
Australien, Afrika, Asien, Europa – ja oder nein?
Ich kann mich nicht entscheiden, ist eine echte Plage.
Es bleibt ein Traum, denn ich bin immer noch daheim.

Ach, hätte ich doch viel mehr Geld,
ich müsste nicht mehr träumen, sondern wäre schon auf Tour.
Vertraut würd ich mich fühlen auf der ganzen Welt,
von Heimweh keine Spur.

Eine Idee kommt mir gerade in den Sinn.
Ich kann doch arbeiten, bestimmt in jedem Land.
Mit einem Rucksack kommt man schnell überall hin,
wozu habe ich mein Talent und den Verstand?

Nun fällt mir die Entscheidung nicht mehr schwer.
Mit unserem Land werde ich zuerst anfangen,
Nord/Süd, Ost/West und kreuz und quer,
Deutschland muss fürs Erste langen.

In jedem Bundesland gibt es was zu sehen.
So vieles ist noch neu und unbekannt.
Danach werde ich nach Irland gehen,
sagt mir plötzlich mein Verstand.

Ich habe mich nun doch ganz leicht entschieden,
mit Willen kommt man überall hin.
Träume werden meine letzte Nacht besiegen,
denn morgen fahre ich schon nach Berlin.

© Dorothee Sargon

pen-1035081_1920

Dieser Beitrag wurde unter Gedichtewettbewerb abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.