Gedichtewettbewerb: Margot S. Baumann – Anonymus

Gedichtewettbewerb

Anonymus

In Gedanken längst vergessen,
auf Liniertem noch so nah,
fand ich dich in einer Truhe –
schon vom Alter angefressen –
staubbeladen deine Ruhe,
weil das Licht dich übersah.

Und mit zittrig, klammen Fingern
lös ich Bänder in das Einst,
schmecke Äpfel auf dem Feuer,
seh die Jahre sich verringern,
es erwacht das Ungeheuer,
und ich höre wie du weinst.

Zeiten werden blass und dunstig –
Filme spulen sich zurück,
knisternd spinnen dunkle Fäden
ihre Netze, fein und listig,
kitten alle alten Schäden –
lügen mir von einem Glück.

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