Gedichtewettbewerb: Alexander Courz – Deine Stimme

Gedichtewettbewerb

Deine Stimme

Was treibt mich ständig hin
zu deiner Stimme, zu deinen Worten?

Deine Sinnlichkeit raubt mir das Wesen
Deine Derbheit raubt mir die Sinne
Deine Zartheit will schwimmen
auf meiner Zunge
Deine Worte wollen dringen in mein Ohr.

Und Deine Empfindlichkeit dringt
mit brutaler Gewalt,
mit Sturm und Wehen
in meine Erkenntnis.

Meine Ohren schmerzen, wenn ich deine Stimme höre,
die keine Worte zu mir sagt.
Mein Kopf schwindet dahin
wenn er die Leere hören muss,
die ungesagte Worte erzeugen.
Er droht zu implodieren, wenn kein Druck da ist,
den deine Liebe erzeugt,
den deine ungesagten Worte
als Spur hinterlassen.

Nachts träumt mein Kopf und denkt, du seist da
und flüsterst ihm diese Worte zu,
die tagsüber ungesagt bleiben.
Dann stürmen meine Sinne empor,
fliegen dahin über Landschaften,
die sich nach deiner Liebe sehnen.

Und sie erkennen voller Neid
diejenigen, die täglich um dich sind,
die in dich dringen und denen du
Worte sagst, die sie
nicht hören wollen.

Nichts. Nichts kann deine Stimme ersetzen.
Keine Fetzen von Musik oder Gedichten.
Nichts.
Alles ist ohne Deine Stimme nichts.
Bin ich taub, denn ich höre sie nicht.
Höre nicht den Klang, die Musik,
die nur deine Stimme ausmachen.

Ich bin neidisch auf deine Zähne, deine Lippen,
die ständig deine Stimme hören dürfen.
Die beben dürfen, die deren Klang erzeugen,
bin eifersüchtig auf deine Stimmbänder,
die den Klang auf den Weg bringen,
die andere als deine Stimme hören dürfen.

Ich bin taub, unendlich taub und höre nur
meinen Tinnitus, der mich ständig
daran erinnert, dass meine Seele zerfetzt ist,
weil ich meine Kräfte für Sinnloses ausgab
und nicht Dinge erkannte, die wesentlich sind.

Ich dachte nicht daran, auf die Stimmen zu hören,
die mir Kraft spendeten,
die mir etwas gaben,
die mir ihre Freundschaft erklären wollten
und die nun verstummt sind.

Statt deiner Stimme
höre ich nur noch das erbärmliche Pfeifen
in meinem Ohr.
Und was bleibt ist nur noch Erinnerung.
Und ein leeres Nichts.

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