Gedichtewettbewerb: Anima Corvum – In Aeternum (in alle Ewigkeit)

Gedichtewettbewerb
In Aeternum (in alle Ewigkeit)

Noch heute denkt sie sehnend gern zurück an die Zeit vor 5 Jahren,
Als die glühende Sonne im leisem rauschen des Meeres verschwand,
Die beiden sich so unzertrennlich nah wie nie zuvor waren
Und das sich frisch gefundene Pärchen spazierte über den warmen Ostseesand.

Voller lieblicher Worte und zärtlichen Berührungen verlief des Tagessternes Untergang,
Mit diesem vor Glück überflutendem Geständnis von ihm und von ihr,
Wie in Sekunden vorüber und doch eine Ewigkeit lang,
Als wäre der jungen Frau Schatz immer noch hier.

Miteinander verschmolzen wie gerade geschweißtes Metall
Sah man die fliegenden Funken am Strand überall.
Im Verstand der Blonden ist genau hinterlegt wie es war
Und im brennendem Herzen der zu früh Verschiedene immer noch da.

Schon bald war es soweit,
Ein Kind wuchs im einst schlankem Bauch der Dame heran,
Als Beweis von lodernder Liebe, zweisamer Einigkeit
Und der werdende Vater wurde nach 12 Monaten stolzer Ehemann.

Er kümmerte sich rührend um baldige Mutter und ihr heranwachsendem Sohn
Mit kräftigem Leib und noch stärkerer Seele, Tag ein und Tag aus,
Als wäre es so seit jeher schon
Und hielt für und mit den Beiden die schlimmsten Krisen aus.

Nachdem der Kleine vor den strahlenden Augen der erleichterten Eltern geboren war
Verging wie im Fluge ein weiteres, gemeinsam glückliches Jahr.
Zwar gab es Nächte, kurz und schweißtreibend, dafür aber Tage voller Farben und Lebendigkeit.
Viel zu kurz war die Zeit der nun abenteuerlichen Dreisamkeit.

Der Sohn, mit goldenem Haar und grünen Augen vom Vater, wuchs prächtig heran,
Nichts ahnend vom kommendem Schmerz,
Mit einigen Flausen im noch jungem Kopf ab und an,
Doch im Ganzen gesehen mit großem und glücklichem Freudenherz.

Der alles für ihn tuenden Eltern ganzer Stolz
Verliefen weitere 6 Monate wie im nu,
Er ist geschnitzt aus der Verheirateten genetischem Holz,
Aber dann schlug der Knochige mit schwarzer Hand langsam, doch todbringend zu.

Der für Frau und Kind fürsorgende, hart arbeitende Ehemann
Spürte ein Krampfen und Drücken tief im Magen irgendwann,
Ein elendiges Kneifen, endloses Stechen,
Als würde ein darin eingesperrtes Tier versuchen nach draußen zu brechen.

Dieses alles zerstörende, ungnädige Leiden,
Definiert als ins verderben führender Krebs,
Will sich durch des Kräftigen Fleisch nach außen freischneiden.
Niemand kann sagen wie lang dieser quälende Schmerz anhällt, wann seine irdische Existenz vergeht.

12 Wochen später ist von nicht anschlagenden Medikamenten der Körper zerfressen,
Von schwarzen Flecken besudelt der nun magere Leib.
Es wird ohne Genuß aus Überlebenswillen nur noch gegessen
Bis zum bitteren Ende der einst von unglaublicher Schönheit geprägten Zeit.

Der Scherenhändige, von rotem Panzer geschmückt,
Bahnt sich den Weg nach draußen mit scharfen Klingen wie verrückt.
Des Leidenden einst strahlendes Anlitz verwest lebendig, physisch und mental,
Hatte vom Anfang bis zum grausigem Zeitenstrich nicht den Hauch einer Wahl.

Sein scharf glühender Verstand, beeinflusst von mit Nebenwirkungen behafteten Schmerzstillern, vergeht,
Das starke Fleisch, nun im mittlerem Alter, langsam zerfällt,
Dieses einst von Lebendigkeit geprägte Dasein des Mannes ist wie vom Ostseewind verweht
Und der Tod in schwarzer Robe macht sich bereit ihn zu geleiten, hinaus über die Grenzen der irdischen Welt.

Die Mutter des Kleinen, immer noch wohltuend und anmutend,
Doch von Sorgen und drückendem Unwohlsein geplagt,
Das Herz in seiner Größe vor elendigem Leid blutend,
Kümmert sich nun allein um beide, aufopferungsvoll und stark.

Er, der einst unbändige Ehegatte, versucht immer noch den Zweien beizustehen,
Auch wenn die ihm gegebenen Kräfte mehr und mehr vergehen,
Mit all seiner Liebe und Gutmütigkeit, selbst mit Blick ins Loch der Vergänglichkeit hinab,
Ins einsame Schwarze, vom Krebs bestimmte Finstere herab.

Doch zerstört das rot gepanzerte, scherenhändige Wesen dieses Unternehmen mit vernichtender Macht
Und der Knochige mit seinem furchterregendem Anlitz
Lauthals und mit düsterem Unterton lacht,
Holt den am meisten vor Kummer leidenden Vater ins Sterbereich mit Krallen wie Messer so spitz.

Was blieb war ein prachtvolles Grab mit Blumen geschmückt,
Um es herum tausend weinende Trauergäste,
Ihn vermissend wurden diese fast verrückt.
Familie und Freunde betteten zu letzter Ruhe des einst gutmütigen Leibes Überreste.

Die ab und zu in melancholische Erinnerungen versunkene Witwe kümmert sich weiterhin rührend um ihr Kind,
Ist auch der einst unzerbrechliche, alles gebende Vater wie fortgetragen vom Meereswind.
Jetzt schon im Handeln und Tun des Sohnes erkennt man ihn wieder,
Hat doch dieser seine grünen Augen, den kräftigen Leib und die starken Glieder.

Alleine mit dem Sprößling geht sie durch dieses teilweise graue und harte Leben voran,
Für das Wohlbefinden und -ergehen ihres Kleinen.
Sieht es auch düster und rauh aus ab und an,
So lässt die liebende Mutter trotzdem die Sonne mit all ihrer Wärme für ihn scheinen.

Egal welches Leid, welch tief liegender Schmerz noch folgen mag,
Was für ein Grauen und Elend sich seinen Weg bahnt,
Wie furchtbar die Qual, die es mit sich zu bringen vermag,
Die Starke wird es bekämpfen für den Sohn, sofern der Verstand es auch nur erahnt.

Denn in seinen Genen leben Beide weiter in alle Ewigkeit,
Über dunkle und glückliche Jahre hinaus bis ans Ende der Zeit.
In des Nachkommen und seiner Kinder elterlichem Aussehen und tuen
Werden Mutter und Vater weiter exestieren, sollten sie auch längst im Tode ruhen.

pen-1035081_1920

Dieser Beitrag wurde unter Gedichtewettbewerb abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.