Gedichtewettbewerb: Jana Peter – Frühlingsglück

Gedichtewettbewerb: Jana Peter – Frühlingsglück

Frühlingsglück

Wellenspiel, weiße Gischt und Möwen schrei´n,
Kinder backen Sandkuchen für sich ganz allein.
Über dem Kiefernwäldchen hängt Meersalzduft,
und ich stehe auf den Dünen und genieße die Luft.

Wo der Fischer statt Aale auch gern Muscheln fängt
und die Heimat meine Schritte von alleine lenkt.
Auf dem Baum saß mein Kind, höre noch wie sie spricht,
und ich sehe in Gedanken wieder ihr kleines Gesicht.

Marienkäfer lugen durch einen Spalt nach der Sonne,
der so lange erstarrte Schmetterling tanzt vor Wonne.
Eine Biene erbost den Ober, er beginnt erst seine Schicht,
und ich schreibe vor seinem Eiscafe mein Gedicht.

Freundliche Mütter mit Mädchen in weißen Söckchen,
verblüht sind Krokus und das zarte Schneeglöckchen.
Im Park sitzen Nachbarn, sie schwatzen oder träumen,
und ich möchte mein Erdbeersouffle nicht versäumen.

Unter der Linde musiziert verliebt ein junger Mann,
schüchtern schmachtet er seine neue Bekanntschaft an.
Die hübsche Dame lächelt, mag den Verehrer auch,
und ich sehe schon die Schmetterlinge vor ihrem Bauch.

Die Kirsche treibt aus, Allergiker putzen sich die Nasen,
am Waldrand erholen sich die gestressten Osterhasen.
Frau Meier führt stolz ihr neues Sommerkleid spazieren,
und ich höre den Eisverkäufer freudig abkassieren.

Amselkinder ringen spielend um die Macht,
bis der Uhu schimpft und vom unteren Ast kracht
Laue Luft, mit Pastellfarben lässt der Lenz grüßen
und ich mir vom Kellner den Kaffee versüßen.

Der alte Rosenverkäufer schlendert pfeifend den Weg entlang,
die Melodie im Ohr, die früher nur seine Frau für ihn sang.
Glückliche Geschöpfe treibt der blaue Himmel ins Freie hinaus,
und ich gehe zufrieden mit meinen Versen nach Haus.

Vor der Tür steht ein Auto, meine Tochter wartet auf mich
zeigt mir ihre neuen Bernsterne und erzählt mir von sich.
Am Abend schlendern wir noch einmal gemeinsam zum Strand,
und sie nimmt glücklich lächelnd meine Hand.

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