Gedichtewettbewerb: Wolfgang Schwerdt – Randnotiz

Gedichtewettbewerb

Randnotiz

Einst war das hessische Ostende
als Zonenrandgebiet bekannt,
mit Fördermitteln vor der Wende
und von Touristen überrannt.

Viel Industrie ward angesiedelt,
befreiet von der Steuer Last,
Subventionen durchgefiedelt,
die Fördergelder froh verprasst

Doch Zeit läuft weiter, Geist bleibt steh‘n
im ländlichen Gebiete.
Nur nicht über Grenzen sehn,
sagt bäuerlich Elite.

Die Landwirtschaft, die bringt noch Geld,
egal ob sinnlos oder nicht.
Egal, ob groß, ob klein das Feld,
EU-Geld Existenz verspricht.

Dann sind da noch Logistikzentren
und Autobahnen kreuz und quer.
Im Sinn politischer Dementren
müssen noch mehr davon her.

Damit Auto-und Warenströme
durchkreuzen hessisch Wunderland,
beseitigt man Naturprobleme,
entvölkert dabei gleich das Land

von jungen Menschen, die geschwinde
der Arbeit reisen hinterher,
verstreuen sich in alle Winde,
die Überaltrung drückt doch sehr

Die Politik hat aufgegeben,
zu trotzen der Demografie.
Ne Wüstung wird das Ländle eben,
zu mehr reicht nicht die Phantasie.

Was lohnt noch eine menschenfreundlich
doch teuere Infrastruktur,
wenn zu Besuch der alten Leut, sich
einstell‘n hier die Fremden nur.

Wer will schon Fremde in dem Land,
mit neu’n Ideen und offnem Denken,
woanders Gäste sie genannt,
die wachen Geist auf Neues lenken.

Man ist‘s zufrieden in den alten
Strukturen hier zu leben fein.
Die Provinzgranden nur verwalten,
was hier schon bald wird nicht mehr sein.

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