Gedichtewettbewerb: Siegrid Bartels-tammen – Gedicht vom armen Hühnchen und der Pummelblume

Gedichtewettbewerb

Gedicht vom armen Hühnchen und der Pummelblume

Es traf einmal ein armes Hühnchen,
am Wegesrand ein Pummelblümchen.
Die Pummelblume sprach sodann,
das arme Hühnchen ganz keck an:
„armes Hühnchen so sage mir,
warum verweilst Du so einsam hier?“

„Ach Pummelblümchen mir graust so sehr,
die Magd mit dem Beile ist hinter mir her.
Meinen Kopf will sie vom Halse schlagen,
an meinem Fleische sich erlaben.
Drum lief ich fort voll Angst und Graus,
doch wo soll ich bleiben…ich hab kein zuhaus.“

Dem Pummelblümchen wurd´ganz schaurig
und sprach zum armen Hühnchen traurig:
„wie weit mußt du gelaufen sein, hinfort
vom bösen Mägdelein, doch wie soll ich helfen,
sage es mir!? Ich stehe doch fest verwurzelt hier!

Und während dort beide im Kummer verharren,
ertönt aus dem Dickicht ein lautes Knarren.
mit wogender Brust und zerzaustem Haar,
stand Mägdelein mit dem Beile da.

Ein zischender Laut, ein dumpfer Schlag…
das arme Hühnchen am Boden lag.
Und mit nur einem einz´gen Hiebe,
erstarben auch des Pummelblümchens Triebe.

Zum Mittagstisch um dreizehn Uhr,
gab´s „armes Hühnchen mit Pummelblumengarnitur“

©sbt

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