Gedichtewettbewerb: Timo Arnold – Dunkel

Gedichtewettbewerb

Dunkel

Nur Finsternis umspült mein Herz
Gedankenleer such ich den Schmerz
Der mir beweist, ich lebe noch
Hier unten in dem düstren Loch
Was bleibt mir noch in dieser Not?
Gar etwas andres als der Tod?
Ich muss ihn suchen, mich ihm stelln
Wird er wohl meinen Weg erhelln?
Gefangen bin ich und versklavt
Hab längst schon meinen Feind entlarvt

Der mich hindert, Glück zu finden
Der mich anwies zu erblinden
Ihn zu finden, ihn zu kriegen
Dieses Monster zu besiegen
Hat das Schicksal mir beschieden
Dabei darf ich nicht ermüden
Jetzt hab ich den Ort gefunden
Hier kann ich ihn gar verwunden
Denn ohn‘ jeglich Schutz und Siegel
Blicke ich in einen Spiegel

Die Furcht ist größer als mein Mut
Der Spiegel reflektiert die Wut
Und zeigt mir, dass ich wirklich nie
Entfliehe dieser Agonie
Die Dunkelheit lässt mich nicht los
Behütet mich in ihrem Schoß
So bin ich Opfer und auch Kind
Zumindest bin ich wieder blind
Und Suhl mich wieder in dem Leid
In der vertrauten Dunkelheit

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