Aus dem Leben eines Autoren_Netzwerk Administrators

caricature-865232_1280Aus dem Leben eines Autoren_Netzwerk Administrators –

ein ganz normaler Tag heute, wäre da nicht die Sache mit dem Schlüssel gewesen…

Acht Uhr, erst mal Kaffee kochen. Kaffee läuft, ab ins Badezimmer, anziehen und dann die erste Zigarette. Kaffee in die Tasse, der erste Schluck wirkt und dem Schatz eine Guten Morgen SMS zur Arbeit schicken. Dieses Wochenende muß sie wieder arbeiten.

Nach einer knappen Stunde den Rechner eingeschaltet, erst mal Mails checken. Alles Schrott,  weg damit. Facebook ein – 150 Kommentare. Och nee, jetzt nicht.

12 PN, nee, auch nicht, erst mal wachwerden.

Schaun wir mal wer Gebursttag hat. Ah, heute ist Gabi auch dabei. Da mach ich einen Extrapost draus. Alle Geburtstagsfreunde durchgeschaut, nur ein Mitglied dabei.

Freu, das geht fix

Zwischendurch gehe ich in die Waschküche und werf die Waschmaschine an.

Zurück am Rechner den Geburtstag gepostet. Nun ab zu Google, ein Video für Gabi suchen. Nach dem auch der Geburtstagspost erledigt ist, kommt der nächste Kaffee an die Reihe.

Nur eine neue vorm Autoren_Netzwerk. Da lohnt der Begrüßungspost noch nicht. Vorm Gedichtewettbewerb stehen 6. Alle einzel durchklicken, Profile anschauen. Ups, ein Kredithai, weg damit! Die anderen 5 lass ich rein.

Wieder in die Waschküche. Wäsche aufhängen, nächste Maschine anwerfen.

Einmal durch die 150 Kommentare klicken. Ein paar Kommentare zu den Gruppenposts machen. 12 PN beantworten, alle immens wichtig… 🙂

2 neue Gedichte, beide auf die Homepage gestellt.

So, jetzt hol ich die Zeitung rein

Augestanden, rausgegangen, Haustür zu, am Briefkasten…

Wo zur Hölle ist mein Schlüssel?‘

Ups…

Der liegt in der Küche auf der Arbeitsplatte

Da stand er, der Administrator. Die Haustür zu, der Schlüssel drin und jetzt?

Dreieinhalb Stunden bis Silvia Feierabend hat. 11 Grad draußen, in Jogginghose und Shirt.

Mist verfluchter…

Das Wohnzimmerfenster! Ich hetze hin und tatsächlich ist es auf Kipp. Aber es ist ausgerechnet das an der Kellertreppe. Von der Treppe aus kommt man nicht ran. Ich geh in den Garten und schaue mich nach einem geeigneten Stück Holz um. Mit dem Zweig da könnte es gehen. Ich hebe den Zweig auf, gehe zurück in den Hof, steige auf die Mauer der Kellertreppe. Ein Fuß auf der Mauer, ein Fuß auf der Fensterbank, unter mir der gähnende Abgrund. 🙂

Shit, auch noch mit links

Der Griff des Fensters, den ich runterdrücken muß, ist links. Aber mein linker Arm ist auch vier Monate nach der Schulteroperation noch nicht wieder voll beweglich, manches geht nur unter Schmerzen. Also Zähne zusammengebissen, Arm mit dem Stock durch die Öffnung, Arm verdreht, Stock gegen den Fenstergriff gepreßt. Und er bewegt sich tatsächlich, einen Zentimeter. Nachgefaßt, nochmal gedrückt, Knack, zerbricht der Stock.

‚Verdammt noch mal

Frustriert springe ich von der Mauer, feuere den Stock durch die Gegend und halte erst mal 5 Minuten meine Schulter. Wieder gehe ich in den Garten, auf der Suche nach etwas stabileren. Da steckt noch eine Stange im Beet, an der man Pflanzen festbinden kann.

Wieder auf der Mauer über dem gähnenden Abgrund 🙂 versuche ich mein Glück diemal mit der Stange, die sich prompt verbiegt. Frustriert lasse ich sie innen ins Wohnzimmer fallen. Unsere beiden Katzen flitzen erschrocken durchs Zimmer. Paulchen hopst in die Fensterbank, sieht mich und beginnt mit den Vorderpfoten an der Scheibe zu kratzen.

Machs Fenster auf, du dämlicher Kater

Ich springe von der Mauer, meine linke Schulter rebelliert bereits übel. Ich ignoriere sie und finde beim dritten Gang in den Garten endlich ein stabiles Brett mit der idealen Länge. Aber das Teil ist zu breit, das kriege ich nie durch den Spalt. Da ich weder Axt noch Säge habe, prügele ich das Brett solange auf einen Begrenzungsstein, bis es platzt.Ich nehme den schmalen Teil, der ideal ist und mache mich frisch ans Werk.

Hoffentlich hauen die blöden Katzen nicht ab, wenn ich das Fenster endlich aufhabe

Ich beuge meinen Kopf dicht an die Scheibe, um etwas zu sehen, fummele das Brett durch den Spalt, verdrehe den Arm bis zum Anschlag und der Schmerz in der Schulter treibt mir die Tränen in die Augen. Trotzdem mache ich weiter und schaffe es, den verdammten Hebel nach unten zu drücken.

Yeah

Da merke ich, wie ich meine offene Lieblingssandale, in denen ich gern herumschlappe, am rechten Fuß verliere. Hastig hebe ich den Fuß, damit ich diese Unfallquelle loswerde. Dabei wäre ich jetzt doch fast in den gähnenden Abgrund 🙂 gestürzt. Tief durchatmend stelle ich mich einen  Moment mit beiden Füßen auf die Mauer, an dem linken die Sandale, rechts nur noch die Socke. Als ich mich erholt habe, nehme ich meine alte Stellung ein und versuche, das Fenster aufzudrücken. Und tatsächlich schwenkt der Flügel nach innen. Ich hinterher. Nach 35 Minuten stehe ich endlich wieder im Wohnzimmer. Die Katzen haben die Flucht aus dem Wohnzimmer ergriffen. Schnell schließe ich das Fenster, sinke aufs Sofa und schließe erst einmal kurz die Augen, bis das Pochen in der Schulter endlich aufhört.

Der erste Gang führt in die Küche, den Hausschlüssel holen. Draußen sammele ich die Sandale und meine Hilfswerkzeuge ein, die ich erst einmal wieder in den Garten werfe. Erleichtert gehe ich zurück ins Haus.

So hatte ich mir meinen Tag aus dem Leben eines Autoren_Netzwerk Administrators auch nicht vorgestellt. 🙂

Darum, nehmt immer eure Schlüssel mit.

Uwe

 

 

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2 Kommentare zu Aus dem Leben eines Autoren_Netzwerk Administrators

  1. petra0654 sagt:

    Für einen Autor ist dieses Erlebnis ideal! – Futter für die nächste Geschichte. Übrigens habe ich in meinem letzten Buch nahezu das gleiche Erlebnis eingebaut – (erst) im Nachhinein kann man darüber herzlich lachen, stimmt´s? Trotzdem hast Du mir leid getan, vor allem wegen der schmerzenden Schulter und dem gähnenden Abgrund.

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