Gabi Büttner

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Autoreninterview Gabi Büttner

6.6.2016

Das Autoren_Netzwerk freut sich, die Autorin Gabi Büttner zum Interview begrüßen zu dürfen.

Geboren wurde sie am 23.04.1970 in Nienburg im schönen Niedersachsen.
Ihre Kindheit verlief völlig normal, abgesehen von der Tatsache, dass sie die Fibel in der ersten Klasse bereits nach einem halben Schuljahr durchgelesen hatte und unbedingt mehr wollte. Mehr Geschichten, mehr Spannung, mehr Abenteuer.
Sie hatte schon immer Fantasie im Übermaß. Daraus entstanden Geschichten, die sie aufschrieb.
Neben der Arbeit – unter anderem fünfzehn Jahre im Buchhandel – zog sie ihre zwei Kinder groß, versorgte Haus und Garten und schrieb nebenbei.
Im April 2016 wurde eine ihrer Kurzgeschichten in der Anthologie „Der Tag der toten Katze“ veröffentlicht. Eine weitere Veröffentlichung einer Kurzgeschichte für die zweite Anthologie „Sommer und Mehr“ des Autoren_Netzwerkes folgt im Juli 2016.
Ihren Debütroman, den erste Teil der „Macht der Clans“-Trilogie, „Liebesrebellion“, hat sie ebenfalls im April 2016 veröffentlicht.

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Hallo Gabi, danke, dass Du dich unseren Fragen stellst! Wie bist Du auf das Autoren_Netzwerk aufmerksam geworden?

Ich war in einigen Autorengruppen auf Facebook. im Netzwerk gefiel mir der Umgangston am besten. Also blieb ich dort kleben.

Wie geht’s Dir? Hast Du erwartet, dass ‚LiebesRebellion‘ so viele Fans bekommt?

Ich bin nervös, aber sonst geht es gut. Ehrlich gesagt, ich wusste, dass ‚LiebesRebellion‘ gut ist, sonst hätte ich nicht veröffentlicht. Aber wie toll es ankommt überrascht mich immer wieder.

Bevor Du zum Autoren_Netzwerk gestoßen bist, hast Du bestimmt schon einige Zeit geschrieben, seit wann und warum?

Ich erinnere mich, dass ich bereits in der fünften Klasse kleine John Sinclair Geschichten mit einem Klassenkameraden austauschte. Da war ich 12 oder so. Diese Geschichten waren schon immer in meinem Kopf. Es war Zeit, dass sie herauskamen.

Wie lange hast Du jetzt alles in allem an ‚LiebesRebellion‘ gearbeitet? Oder anders gefragt: Wann hattest Du die erste idee dazu?

Die allererste Idee hatte ich mit 14. Das war allerdings noch ziemlich wirr. Logik existierte da noch nicht. Ganz zu schweigen von so etwas wie Perspektive. Ganz schrecklich, wenn man sich die ersten Entwüfe ansieht.

Wie kamst Du auf den Plot zu ‚LiebesRebellion‘?

Ganz ehrlich? Er endet total anders, als ich es geplant hatte. Die letzten beiden Kapitel ergaben sich beim Schreiben von selbst.

Noch wichtiger ist: Wie geht es weiter?

Das erfährst Du in Teil zwei.

Wie kommt man zum Schreiben? Hast Du die Rohfassung schon im Kopf gehabt?

Ich hatte die Figuren und ihren Charakter im Kopf. Damit beginnt es meist. Die Figur taucht auf, erzählt von sich, und ich frage wie und warum wurde sie so. Und Zack habe ich einen Entwurf im Kopf.

Hast Du schon mal was geschrieben, das Dir im Nachhinein peinlich war?

Gedichte mit 14. Ich werde niemanden sagen, wo ich die versteckt habe. Ganz, ganz, ganz übel.

Was brauchst Du unbedingt zum Schreiben?

Laute Musik. Am besten so laut, dass ich nicht denken kann. Dann flutscht es wie von selbst.

Welche Musik denn am liebsten?

Hardrock und Metal. Zum Verdruss meiner Umgebung zu den einzelnen Büchern immer dieselben Lieder. Bei den McLains komplett Five Finger Death Punch, da die Stimme des Sängers mich total an die meines Protagonisten erinnert.

Was sagt Deine Familie zu dem Buch? Und was sagt sie generell zu Deiner Schreiberei? Steht sie hinter Dir?

Keiner von ihnen hat das Buch gelesen. Sie wissen, dass ich schreibe, verdrehen die Augen. Das war es. Mein Jüngster muss regelmäßig leiden, weil ich ihm immer von meinen derzeitigen Büchern, an denen ich arbeite, erzähle. Er sagt an den richtigen Stellen „HmHm“ oder „okay“. Hinterfragt aber auch ab und zu. Es wird also akzeptiert.

Nachdem Du in der Schule immer mal wieder Geschichten geschrieben hast, folgten etliche Jahre, ehe Du Deine erste Geschichte, bzw. Dein erstes Buch veröffentlicht hast. Warum hast Du den Weg in die Öffentlichkeit nicht schon früher gesucht?

Ehrlich gesagt war ich einfach zu faul, ein Exposé zu schreiben. Dann kamen die Kinder, ein Haus, eine Firma usw. dazwischen. Ich habe jahrelang gar nicht mehr geschrieben. Bis ich Anfang letzten Jahres wieder anfing und bemerkte, wie sehr es mich ausfüllt und zufrieden macht.

Wer liest Deine Sachen als Erstes, außer Dir natürlich?

Aurea Drakona, Nina De und noch zwei weitere Testleserinnen. Und natürlich meine Adminkollegen vom Netzwerk.

Wie schreibst Du und wo ist Dein Lieblingsschreibort?

Zuhause am Schreibtisch. Ich habe es auf dem Balkon versucht. Geht nicht. Aber Notizen mache ich mir überall.

Wie plottest Du?

Hm, plotte ich? Ich weiß, wo die Geschichte endet und warum. Alles andere ergibt sich beim Schreiben. Meist völlig anders als geplant.

Kommt es schon mal vor, dass Du Dich total getrieben fühlst von Deiner Geschichte, oder dass Flaute ist?

Oh ja das kommt vor. Dann schreibe ich meist ungeordnet und wirr drauf los. Dabei ergibt sich dann nach etwa einer Seite ein Gedankenfluss und es läuft wieder.

Ist noch was anderes in der Pipeline, Gabi, oder bleibst Du erst mal bei „Die Macht der Clans“?

Zwei weitere Teile ‚Macht der Clans‘. Zusammen mit Nina 4 – 6 Teile der McLains, ein Thriller liegt auch halbfertig auf meiner Festplatte und der Anfang eines Fantasyromans. Ideen habe ich genug. Nur zuwenig Zeit.

Was für Genres würdest Du nie schreiben?

Hm, historisch fällt mir sehr schwer, obwohl ich es gerne lese. Und solche Friede, Freude Eierkuchen Geschichten. Das liegt mir einfach nicht.

Von allen Szenen, die Du bisher geschrieben hast, welche war die Emotionalste?

Erin. Das ist aus den Mclains, aber wenn ich mehr verrate, wäre das ein Megaspoiler.

Liest Du viel? Und wenn ja, was?

Sehr viel und alles mögliche. Am liebsten Historisch, Fantasy, Lovestorys, Thriller. Ich habe 15 Jahre im Buchhandel gearbeitet. Da bleibt das nicht aus. Aber auch vorher habe ich viel gelesen.

Isst und trinkst Du am Computer?

Zu meiner Schande ja. Viel zu oft. Irgendwann wächst mein Hinterteil bestimmt an diesem Schreibtischstuhl fest.

Von allen Geschichten, die Du geschrieben hast, wer ist Dein Lieblingscharakter?

Chris, Blake und Jack. Besonders Jack.

Gibt es eine Figur, die Du erschaffen hast, die Du gar nicht leiden kannst?

Oh ja. Gari. Ich mag ihn absolut nicht. Kein Stück. Er nervt mich. Aber er ist leider wichtig.

Unsere Standardfrage: 3 Dinge, keine Menschen, die Du mit ins Packeis nimmst?

Schreibzeug, eine Palette Dosennahrung samt Dosenöffner und ein Feuerzeug.

Wie schwer ist Dir die Kurzgeschichte zu unserer Anthologie gefallen? Ich meine, Du hast ja bei jedem Buch ca. 1000 Seiten im Kopf und dann umschwenken auf mickrige 10 … Mal abgesehen davon, dass auch die gelungen ist.

Kurzgeschichten finde ich immer schwierig. Ich sage immer „Ich kann nichst in kurz“. Aber als die Idee dann da war, hatte ich sie in ein paar Stunden fertig.

Lektorat und Korrektorat, ein Muss?

Absolut ja.

Mit welchem Programm schreibst Du?

Word und patchwork.

Kannst Du nach dem Schreiben gleich abschalten oder hast Du ein Ritual zum Runterkommen?

Meine Protagonisten begleiten mich den ganzen Tag über. Abschalten … Ich glaube, das mache ich gar nicht. Viele Szenen aus meinen Büchern habe ich geträumt, weil mir die Figuren und Handlungen nicht aus dem Kopf gehen.

Schlechte Kritiken … machen Dich fertig, oder lassen Dich kalt?

Sachliche Kritiken nehme ich gerne an und nutze sie, um zu lernen. Unsachliche ignoriere ich. Die einzige Kritikerin, die mich wirklich richtig fertig machen kann, bin ich selbst.

Schläfst Du überhaupt irgendwann? Oder bist Du schon so ein Schattengewächs, das nicht schlafen muss?

Seit ich Vollzeit arbeite brauche ich 6 – 7 Stunden Schlaf. Davor 4 – 5. Bei einem Schreibflash weniger. Da schreibe ich bis zur Erschöpfung, schlafe 2 Stunden, schreibe weiter.

Musst Du Dich fürs Schreiben einstimmen oder kannst Du sofort loslegen?

Je nachdem. Manchmal muss ich mich einstimmen. Das geht mit Musik und dem Lesen des vorangegangenen Kapitels. Und eben mit wilden drauflos Tippen.

Was wäre schriftstellerisch Dein größter Traum?

Vom Schreiben leben zu können. Dann könnte ich es den ganzen Tag tun. Eine Verfilmung wäre allerdings auch super.

Dein Lieblingsort?

Mein Zimmer und Ninas Balkon. Ansonsten Schottland.

Was war Deine bisher lustigste Erfahrung als Schriftstellerin?

Meine Verschreiber. Es ist schon toll, wenn die Hand in den Hasen gleitet.

Nächste Standardfrage: Eine gute Fee wird Dir drei Wünsche erfüllen …

Vom Schreiben leben, Weltfrieden und Gesundheit für alle.

Was war Deine bisher skurrilste Erfahrung als Schriftstellerin?

Hatte ich ehrlich gesagt noch keine. Außer, dass mir mein Protagonist deutlich sagte, auf Rosinenbrot gehört Butter und Salz, als ich mir ein Brot machte. Versuch mal, jemanden skeptisch anzusehen, der nur in Deinem Kopf existiert.

Wann steigst Du bei uns im Autoren_Netzwerk aus? Bei 10000, 100000 oder 1000000 verkauften Büchern?

Niemals!

Wen würdest Du gerne was fragen?

Jack und Plato. Der Mann scheint sehr klug gewesen zu sein.

Wie schlimm ist es, wenn man den ersten Satz einer Geschichte vorgeschrieben bekommt?

Eigentlich gar nicht, Ich fand es eher leichter so.

Hast Du Lieblingsautoren?

J.R Ward, Diana Gabaldon, Torey L. Hayden, Fitzek. Früher war es mal Wolfgang Hohlbein.

Könntest Du die Geschichte von jemand anderem schreiben, bzw. weiterschreiben?

Wenn mir das Genre liegt vielleicht. Allerdings kann ich sehr gut mit jemanden zusammen schreiben.

Wie ist das mit der Zusammenarbeit bei den McLains mit Deiner Coautorin Nina De? Wie muss man sich den Ablauf dabei vorstellen?

Wir schreiben im Chat. Die Handlung ist grob vorgegeben. Also das „Wo soll es hingehen“. Dialoge sind nicht abgesprochen. Daher kommt es oft zu ziemlich überraschenden Antworten. Die Protagonisten teilen wir uns. Jede hat allerdings zwei, drei, die nur sie schreiben kann. Ich kann z.B. Sam absolut nicht schreiben. Ich habe keinen Zugang zu ihm.

Einwurf Nina De:

Ich mische mich mal kurz ein. Es ist verdammt interessant, wenn man nicht weiss, was der andere antwortet. Obwohl geplant ist, wo es hingeht, kommen dadurch so viele unvorhergesehene Wendungen mit in die Handlung, dass es einem vorkommt, als wäre man nur Zuschauer.

Wenn Du in der Zeit zurück reisen könntest … was würdest Du sehen /ändern wollen?

Das Mittelalter. Es fasziniert mich. Fiktiver Ort: Camelot. Realer Ort: das alte Ägypten und Schottland.

Weil Du Gabaldon magst: Schreibst Du von vorne nach hinten oder Szenen/Ideen durcheinander und bastelst dann nachher einen Strang daraus?

Ich kann absolut nicht durcheinander schreiben. Das macht mich wahnsinnig. Es muss immer der Reihe nach gehen. Ab und zu habe ich eine Idee, die sofort raus muss. Die kommt unter Notizen.

Was machst Du, wenn Du wirklich einen Bestseller hinlegst?

Feiern und mich nur noch aufs Schreiben konzentrieren.

Was glaubst Du würde passieren, wenn Du aus irgendeinem Grund plötzlich nicht mehr schreiben könntest?

Das ist absolut undenkbar. Mein Kopf würde platzen. Ich würde schizophren werden. Ich würde jemanden anheuern, dem ich meinen Text diktiere.

Tippst Du blind?

Ich habe es mir selbst beigebracht. Leider nein. Und ich schaue oftmals nicht nach, was ich geschrieben habe, bevor ich abschicke.

Hast Du Haustiere? Welche?

Ich hatte 4 Katzen, nun habe ich bzw. meine Schwiegertochter, mit der ich zusammenlebe, einen Hund. Die Katze ist bei meiner Mutter, da sie Freigänger ist (Die Katze, nicht meine Mutter) und ich sie nicht nach Hannover in eine Großstadt mit einer Fahrstuhlwohnung mitnehmen wollte.

Meckert Dein Mann manchmal, weil Du keine Zeit hast? Falls einer da ist.

Kein Mann und keine Zeit dazu. Ich kann wirklich sagen, ich bin glücklicher Single.

Etwas, das Du unbedingt einmal ausprobieren willst (beim Schreiben und auch sonst).

Auf eine Con gehen und versuchen, nicht ohnmächtig zu werden, wenn mein persönlicher Star mir gegenübersteht. Beim Schreiben möchte ich mehr Kurzgeschichten ausprobieren. Einfach weil ich meine, die liegen mir nicht und mir daher das Gegenteil beweisen möchte.

Welcher Star wäre das denn?

Sollte ich je Jensen Ackless gegenüber stehen (Der Typ auf meinem normalen Profilbild), denke ich, wird es zum Spontanverlust sämtlicher sprachlicher Fähigkeiten kommen.

Etwas, was Du bereust, weil Du es NICHT getan hast?

Nicht schon früher zu veröffentlichen und jahrelang nicht geschrieben zu haben.

Wo bist Du in fünf Jahren? Als Autorin?

Hoffentlich bei mindestens neun veröffentlichten Büchern. Und einem Verlagsvertrag für die McLains.

Was würdest Du während einer Zombie Apocalypse machen?

Der Plan ist bereits ausgearbeitet und steht fest. Gestern hätte ich fast ein Katana gekauft. Nur für den Fall.

Träumst Du von anderen Männern?

Einzig von meinen Protagonisten, die sind hartnäckig. Da muss man auch aufpassen was man sagt / denkt. Chris schmollte eine Zeit, weil ich sagte: Im Gegensatz zu Jack ist er ein grüner Junge. Schrecklich, wie empfindlich die manchmal sind.

Liebe Gabi, von ganzem Herzen ganz viel Erfolg weiterhin, unzählige Bestseller und bleib bloß, wie Du bist. Danke für das Interview.

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