Susanne Esch

susanne esch

Autoreninterview Susanne Esch

 

27.6.2016

 

Das Autoren_Netzwerk freut sich, die Autorin Susanne Esch – Autorin zum Interview begrüßen zu dürfen.

Susanne Esch –
Wer bin ich?
Warum schreibe ich?
Was schreibe ich und wen will ich mit meinen Werken ansprechen?

Ich bin gebürtige Frankfurterin, Jahrgang 1967, Mutter von vier Kindern und leidenschaftliche Schreiberin.
Das war nicht immer so. Aufsätze, die ich in meiner Schulzeit anfertigen musste, waren mir ein Gräuel, und oft hieß es: »Thema verfehlt«, »zu lange Einleitung«, »langweilig«.
Vielleicht lag es daran, dass ich »kurz« einfach nicht kann.
Auch meine ersten schriftstellerischen Versuche – eine Harry-Potter-Fanfiktion-Geschichte – nahmen schon nach kurzer Zeit ein Ausmaß an, mit dem ich selbst nicht gerechnet, und das ich keineswegs geplant hatte.
Die Freude an meiner eigenen Kreativität indessen beflügelte mich, ließ mich über viele Stunden hinweg die Realität vergessen, gab mir die Kraft, meiner Krebserkrankung zu trotzen. Sie eröffnete mir einen völlig neuen Weg, meine Gefühle und Gedanken zu verarbeiten, loszulassen, anzunehmen.
Inzwischen ist das Schreiben zu meinem „Seelenventil“ geworden, zu einer Leidenschaft, die ich mit vielen anderen teile und das ich mir aus meinem jetzigen Leben nicht mehr weg zu denken vermag.

Wer schon einmal von mir gehört, meine Homepage oder Facebook Autorenseite besucht hat, weiß, dass ich Fantasy-Romane schreibe. Mein großes Vorbild ist Marion Zimmer Bradley, deren Darkover-Reihe ich verschlungen habe, und deren Avalon-Bücher mich ebenfalls immer wieder zu fesseln verstanden.
So ist es nicht verwunderlich, dass auch meine Protagonisten menschlich sind und sich mit einigen – überwiegend geistigen – Fähigkeiten herumschlagen müssen, die sie gravierend von anderen unterscheiden.
Ich bin kein Freund großer Schlachten oder blutigen Gemetzels, wenngleich Konflikte auch in meinen Werken durchaus keine unbedeutende Rolle spielen. Jedoch versuche ich, meine Protagonisten andere als kriegerische Methoden finden zu lassen, um diese zu bewältigen.
Respekt, Achtung, Rücksichtnahme, Vertrauen, das Aufeinander zugehen, einander akzeptieren steht in all meinen Romanen an erster Stelle.
Mir ist es wichtig, Werte, die in unserer Welt mehr und mehr verloren gehen, in den Fokus zu rücken.

Ansprechen will ich all jene, die sich, wie ich, die Hoffnung auf ein friedliches Miteinander erhalten haben, die bereit sind, sich in fremde Welten entführen zu lassen, einzutauchen in Worte, die Bilder malen.
Ich möchte meine Leser – wenigstens für eine Weile – glücklich machen, einfach dadurch, dass sie in die Geschichten eintauchen und meine Protagonisten auf ihren Abenteuern begleiten.

 

Hallo Susanne, vielen Dank, dass Du Dich unseren Fragen stellst. Wie alt warst Du, als Du angefangen hast zu schreiben?

Ganz generell hab ich in der Pubertät angefangen, meine Gefühle mit Gedichten und kleinen Prosatexten zu verarbeiten. BÜCHER schreib ich seit 2007. „Das Leben nach Hogwarts“ ist mein allererstes Buch – Fanfiktion.

Auf welche Genre hast Du Dich spezialisiert?

Bislang hab ich ausschließlich Fantasy (Urban-Fantasy) geschrieben, aber jetzt hab ich gerade zwei vollkommen unterschiedliche, NICHT-Fantasy-Projekte in Arbeit.

Bist Du eine Rebellin dem Leben gegenüber?

Nein, ICH rebelliere nicht dem Leben gegenüber. Ich nehme es mit ganz viel Humor. Damit hab ich den Krebs besiegt, und ich habe insgesamt die Erfahrung gemacht, dass ein fröhlicher Mensch leichter vorankommt als ein gestresster oder verbissener.
Es war ein langer Weg dorthin, aber letztendlich hat mich all das, was ich erlebt und erfahren habe zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.

Bist Du wieder ganz gesund?

Ja, seit sieben Jahren!

Du schreibst an zwei Büchern gleichzeitig. Haben sie miteinander zu tun?

Nein, das haben sie nicht. Aber es sind beides „Herzensangelegenheiten“, das heißt, Projekte, die jetzt nicht grade wie die Fantasy-Bücher so aus mir rausfließen, sondern die auf wahren Begebenheiten basieren.

Ich las auf Deiner Homepage, Du willst Dich mit Realsatire beschäftigen. Kannst Du das näher erklären?

Ich habe ein Projekt in Planung, dass den Arbeitstitel „Ämterwahnsinn“ trägt. Darin möchte ich – humorig/sarkastisch aufgearbeitet – meine persönlichen Erfahrungen mit Ämtern, Behörden und „der hohen Politik“ widergeben. Einfach, weil es mir ein Bedürfnis ist, dieses Chaos mal sichtbar zu machen, was sich zum Teil wortwörtlich sogar in den Gesetzestexten und Verordnungen finden lässt.

Verarbeitest Du autobiographische Elemente in Deinen Werken?

Bislang nicht, im demnächst erscheinenden Werk jedoch schon.

Du hast ja eine ganze Reihe von Büchern mit allesamt schönen Coverbildern. Wo werden die angefertigt, oder ist das ein Betriebsgeheimnis?

Die Harry-Potter-Cover hab ich selbst gemalt.
Die anderen sind vom Verlag, aber über Fotolia gekauft und ich glaube – teilweise bearbeitet. Die Rebellin war ursprünglich nicht ganz so grün.

Gibt es einen Charakter, den Du gar nicht leiden kannst?

Es gibt einen, aber der wird nur „beschrieben“: Odell aus „Die Rebellin von Koron“
Und „Oman“ aus „Der Savant von Innis“ ist anfangs auch ein A…

Kann ich das Buch „Das Leben nach Hogwarts“ irgendwo erwerben?

Die kann man kostenfrei auf der Homepage herunterladen.

Wer liest zuerst? Mann oder Freundin?

Unterschiedlich. Mein „Ex“ war nie dabei. Ich glaube, der hat noch gar keines meiner Bücher gelesen. Meine Eltern sind unter den Erstlesern, und mittlerweile ein paar liebgewonnene Bloggerinnen und Autorenkolleginnen.

Was liest Du gerne und wen?

Überwiegend, das geb ich zu, lese auch ich Fantasy. Inzwischen ganz viele von den hier vertretenen SP-Autoren. Unter anderem … Gaby Wohlrab, Isabell Schmitt-Egner, Elke Aybar, Jordis Lank, Monika Jaedig, Anna Moffey, Juliane Seidel, Lily Konrad, Mel Anie Klein, … um nur ein paar zu nennen. Ansonsten … ich bin absoluter Marion Zimmer Bradley Fan, aber ich lese auch Krimis, Historische Romane, Karl May, autobiographische Romane … nur Horror mag ich gar nicht – bis auf 1001 Angst.

Liest Du lieber Ebook oder Buch?

Eigentlich lieber „Buch“, aber ich hab mittlerweile auch einen echt großen SUB an Ebooks. Man kann sie halt leichter mitnehmen …

Gibt es ein Genre, das Du nie schreiben würdest?

Ja, Horror und Krimi, das muss man durchkonstruieren, und DAS kann ich definitiv nicht.

Wer korrigiert, lektoriert Deine Bücher? Familie, Bekannte, oder …?

Meine bisherigen vier veröffentlichten Bücher sind vom Verlag lektoriert. Das nächste werde ich als SPler rausbringen. Ich hab einige Leute, die mich dahingehend unterstützen.

Gibt es aktuell ein Buch, das Du gelesen hast und weiter empfehlen kannst?

Viele, aber aktuell warte ich auf Teil 3 von Elke Aybar.

Bist Du sofort mit Deinen Büchern an einen Verlag gegangen? Oder war Selfpublishing für Dich auch eine Option?

Ich hab den Verlagsleiter bei WkW (Wer kennt wen – ein soziales Netzwerk ähnlich Facebook, das es aber nicht mehr gibt) kennengelernt und bin dann sofort dort untergekommen. SP war DAMALS überhaupt nicht in meinem Kopf.

Was inspiriert Dich?

Andere Bücher und eigene Erfahrungen.

Welche Träume hast Du für die Zukunft?

Frieden auf der ganzen Welt.

Was kannst Du gar nicht leiden, wenn Du schreibst?

Wenn jemand mich zuquasselt.

Gibt es einen besonderen Platz/Ort wo Du schreibst?

Meist am PC, aber auch auf Block – und „überall“.

Wie lange arbeitest Du an einem Buch, also mit Recherche, Schreiben und Korrekturlesen?

Ca. ein Jahr. Bisher musste ich nicht recherchieren. Das spart viel Zeit.

Wie ist das mit Familie, Alltag, Beruf usw. Findest Du Unterstützung und Zeit ausreichend fürs Schreiben?

Unterstützung wenig, Zeit hab ich aber genug.

Plottest Du vorher oder schaust Du während des Schreibens, wohin die Reise geht?

Ich lass mich treiben und bin dann selbst erstaunt, wohin mich meine Fantasy trägt.

Hattest Du schon mal eine Schreibblockade und wenn ja, wie bist Du damit umgegangen?

Ja, es gibt Zeiten, wo ich einfach keine Ideen hab. Aber da ich nicht schreiben MUSS, empfinde ich das nicht als schlimm. Ich lese dann einfach mehr, und wenn mir wieder was im Kopf rumspukt, schreib ich wieder.

Du sagst, Du kannst nicht „kurz“. Ist lang nicht schwieriger?

Keine Ahnung. „Solus“ sollte eigentlich nur eine kurze Geschichte für meine Freundin Nicole werden, die den „Savant“ als erste lektoriert und sich mehr über diesen Prota gewünscht hat. Aber als ich dann angefangen hatte, fiel mir noch sooo vieles ein … und dann war es definitiv vorbei mit kurz.

Vielen Dank für das schöne Interview und die interessanten Antworten. Viel Erfolg weiterhin, Susanne.

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