Nina Döllerer

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Autoreninterview Nina Döllerer

3.10.2016

Das Autoren_Netzwerk freut sich, die Autorin Nina Döllerer zum Interview begrüßen zu dürfen. Nina Döllerer über sich:

Über mich … Geboren wurde ich am 14.09.95 in Schwäbisch Hall. Trotz diverser Schwächen in Mathematik und Interpunktion beendete ich meine schulische Laufbahn 2014, mit dem Abitur. Nach einem Jahr Orientierungslosigkeit, das ich zeitweise in Kanada und mit der Veröffentlichung meines Erstlings verbrachte, begann ich meine Ausbildung zur Gärtnerin (Fachrichtung Baumschule für die Profis). Die Tage verbringe ich jetzt damit, Pflanzen zu ärgern (die können praktischerweise nicht weglaufen) oder in der Berufschule, da ärgere ich eben die Kollegen (die können leider weglaufen und wehren tun sie sich auch *seufz*). Wenn ich nicht grade meine Kakteen vertrocknen lasse, fahre ich Fahrrad, zeichne, höre Musik (kein bestimmtes Genre … alles querbeet) oder unternehme in Ausnahmefällen etwas mit echten Menschen.
Übers Schreiben … Mit 13 begann ich sporadisch mit dem Schreiben. Es hat ganz harmlos angefangen und mutierte nach und nach zu einer nicht heilbaren Zwangsneurose. Ich habe es aufgegeben, mich dagegen zu wehren. Jetzt schreibe ich eben. Warum ich keinen Entzug mache? Weil es trotz aller Mühen ein wahnsinnig interessanter Zeitvertreib ist. Niemand schreibt dir vor, was geht und was nicht. Wenn ich sage, der Hund singt japanische Popsongs, dann macht der das! Ob der Lektor und die Testleser das am Ende bemängeln, ist eine andere Frage …

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Hallo Nina, schön, dass Du Dich unseren Fragen stellst. Was hat Dich dazu bewogen, zu schreiben?

Eine Freundin. Wir waren 13 und haben aus Langweile gesagt wir schreiben ein Buch. Das hat mich mit der Zeit so gereizt, dass ich immer weiter geschrieben habe.

Was schreibst Du?

Fantasy momentan.

Ich habe mich ein wenig auf Deiner Seite umgesehen, und bin gleich bei Deinem Erlebnis mit dem Bildschirm hängen geblieben, köstlich. Hast Du immer noch Deinen stillen Berater?

Natürlich. Er sitzt auch jetzt hinter mir und fragt sich, was seine Autorin da wieder anstellt anstatt zu schreiben.

Ich habe Teil 1 wirklich mit Begeisterung gelesen. Die wichtigste Frage: Gibt es Teil 2 und wenn ja, wann?

Ich tippe mir die Finger blutig. Manuskript soll bis Mitte November fertig sein. Erscheinungsdatum ist allerdings noch nicht bekannt.

Was brauchst Du unbedingt zum Schreiben?

Abgesehen von meinen Händen. Gute Frage. Unterschiedlich. Manchmal Musik, manchmal absolute Ruhe, manchmal Knabberzeug.

Wer unterstützt Dich?

Hm, inwiefern? Finanziell anfangs meine Eltern. Mental Gabi und beim Schreiben natürlich die Charaktere selbst.

Du hast bisher ein Buch veröffentlicht, an welchem arbeitest Du momentan?

An Teil 2.

Kannst Du Dir auch andere Genres vorstellen?

Ja, wie manche vielleicht wissen, habe ich ein Thriller Manuskript (das in Zusammenarbeit mit Gabi entstand) in der Schublade liegen. Ich denke, mit der nötigen Inspiration sind Genre-mäßig keine Grenzen gesetzt.

Hast Du ein Autorenvorbild?

Ein direktes Vorbild nicht, aber Autoren wie Terry Goodkind, Markus Heitz, Naomi Novik und Kristen Britain haben mich auf jeden Fall geprägt.

Wie sieht Dein Arbeitsplatz beim Schreiben aus?

Sehr sehr chaotisch! Wenn kein Platz ist, wird Baggerschaufelartig alles weggeschoben, damit meine Hände Platz haben.

Du bist ja noch sehr jung. Meinst Du, dass Schreiben der Beruf für Dich ist?

Nein. Ich brauche frische Luft und Bewegung. Ich glaube, ein reiner Schreibberuf würde mich wahnsinnig machen.

Hast Du feste Schreibzeiten?

Da ich in jeder freien Sekunde schreibe, kann man das so direkt nicht sagen. Nach der Arbeit, sobald alles andere wichtige erledigt ist, wird geschrieben. Momentan habe ich allerdings ein festes Tagessoll an Wörtern (800 Wörter minimum pro Tag).

Was machst Du, wenn Dir mal nichts einfällt? Mit vorgegebener Wortzahl am Tag zu schreiben stelle ich mir sehr schwierig vor.

Das mache ich auch nur, wenn der Plot da ist und das Manuskript fertig werden muss. Sonst schreibe ich nach Lust und Laune. Dass ich völlig planlos bin, ist sehr selten. Meist nur am Anfang des Buches. Und dann warte ich mit dem Schreiben, bis ich genug Puffer habe um schreiben zu können.

Ich weiß, dass Du auch Fantasy-Karten zeichnest … Was fasziniert Dich daran? Wie hast Du Dein Talent zum Zeichnen entdeckt?

Ganz unspektakulär. Mir war langweilig und ich habe angefangen, die Karte von Eragon abzuzeichnen. Das hat sich immer weiter ausgeweitet. Mittlerweile zieren Karten von Herr der Ringe und dem Silmarillion die Rolläden.

Arbeitest Du erst einen Plot aus oder hast Du die fertige Geschichte schon im Kopf?

Ich weiß, wie es anfängt und meist auch, wo ich am Ende hin muss. Alles dazwischen ist sehr spontan und ändert sich manchmal völlig überraschend.

Drehen wir den Spieß mal wieder um. Was erwarten die Interviewgäste von Nina Döllerer?

Mitglied: Den zweiten Teil.

Mitglied: Teil 3 und 4.

Gabi Büttner: Mehr Spoiler und Textschnipsel. Ich bekomme Textschnipsel, wenn ich bettle. Aber sie ist schlimmer als das FBI bei Geheimakten, jedes zweite Wort ist geschwärzt.

Mitglied: Wie liest du dann ? Lückentext, bekommst zumindest die Worte zum Einsetzen.

Gabi Büttner: Nö, sie lässt mich raten, hört sich meine Theorie an und lacht, weil sie jedesmal falsch ist.

Nina Döllerer: Nareth tötet mich, wenn ich geheime Informationen weitergebe! Die Artharier könnten mitlesen, und dann steht alles, was sie erreicht haben, auf dem Spiel.

Wer ist Dein Lieblingscharakter in Zessalonn?

Oh, gemeine Frage. Nareth als Protagonist ist natürlich mein Liebling. Bei allen anderen kann ich unmöglich sagen, dass es da Unterschiede gibt.

Dein erstes Kinderbuch (selbst gelesen).

Kurzgeschichten über Delfine … ich weiß leider den Titel nicht mehr.

Du hast erwähnt, dass Du an dem zweiten Teil von Zessalonn arbeitest. Vielleicht kannst Du uns in drei Worten erzählen, worum es in der Fortsetzung geht.

Nareth versucht, das Südreich vor einem weiteren Krieg zu bewahren. In drei Worten … sehr schwer. Intrigen. Vorurteile. Liebe.

Was sind Deine Ziele beim Schreiben? Was willst Du erreichen?

Gute Frage. Eigentlich habe ich keine Ziele. Ich schreibe auch nicht für die Leser (so böse wie das jetzt klingt). Ich schreibe, weil es Spaß macht und ich nicht damitaufhören kann. Schön wäre es, die Investitionen wieder hereinzuholen. Positive Rückmeldungen sind natürlich ein Riesen Ansporn, aber auch ohne würde ich schreiben.

Hast Du Haustiere?

Nicht mehr. Ich hatte eine Katze und später einen Hund. Aber aus Zeitmangel muss ich darauf verzichten.

Die Arktisfrage: Welche drei Dinge – keine Menschen – nimmst Du mit ins Packeis?

Zählen imaginäre Menschen? Also vermutlich meinen PC, um schreiben zu können. Dicke Fäustlinge, damit mir die Finger nicht abfrieren, und ein Funkgerät, damit man mich abholen kann, wenn mir zu kalt wird.

Sprichst Du mit Deinen Protagonisten?

Kommentar Gabi Büttner: Zumindest schickt sie sie öfter mal zu unserem Protagonisten-Therapeuten. Also eigentlich war Dr. Cross der Therapeut der McLains, aber inzwischen schicken wir all unsere Protagonisten zu ihm. Larissa war auch schon da. Der Mann ist wirklich gut.

Antwort Nina: Nicht wirklich. Ich sehe sie vielmehr. Sie sehen wahnsinnig gut aus!

Schreiben ist für Dich …?

Schreiben ist für mich eine unheilbare Zwangsneurose.

Wem möchtest Du mal Deine Meinung sagen?

Mir selbst. Meistens weiß ich nämlich nicht, was ich will. Wäre praktisch, wenn ich mir mal ordentlich den Marsch blasen könnte.

Wen oder was magst Du gar nicht lesen?

Stephen King. Finde ich seltsamerweise sterbenslangweilig. Jedes Buch von ihm musste ich bisher unbeendet weglegen, und das passiert mir sonst nie.

Was würdest Du tun, wenn Du plötzlich nicht mehr schreiben könntest?

Wahnsinnig werden vermutlich.

Wie lange brauchst Du für ein Buch, inkl. Vorbereitung und Überarbeitung?

Der erste Teil hat über sechs Jahre gedauert. Aber das lag an meiner Jugend, und dass ich nicht wusste, dass jemals ein „echtes“ Buch daraus wird. Teil zwei hat bisher ein halbes Jahr gebraucht und wird wohl insgesamt ein Jahr in Anspruch nehmen. Wenn ich mit Gabi schreibe, saugen wir uns auch mal ein Manuskript in fünf Wochen aus den Fingern.

Das Ende der Welt ist da. Zombie oder Vampirapocalypse. Was würdest Du tun?

Da ich im Packeis festsitze, wo weder Vampire noch Zombies hinkommen, würde ich Popcornessend zusehen, wie die Welt untergeht.

Hast Du Testleser?

Habe ich. Autorenkollegen und Freunde.

Darf ich fragen, wie genau Du vorgehst? Schreibst Du erst das ganze Buch und lässt es dann Probelesen oder von einem Lektor überarbeiten?

Ich schreibe alles, dann mache ich selbst zwei bis drei Korrekturdurchläufe, dann kommen die Probeleser, dann der Lektor.

Was inspiriert Dich?

Kann ich so nicht sagen. Es ist nicht so, als würde ich von irgendetwas beeinflusst werden. Die Ideen überfallen mich, und dann werden sie verarbeitet. Meistens passiert das während der Arbeit oder auf dem Fahrrad.

Was machst Du auf dem Fahrrad damit? Diktiergerät?

Ich merke sie mir. Gute Ideen vergesse ich nicht. Die, die ich vergesse, waren nicht gut genug.

Hattest Du schon mal negative Kritik? Wie würdest Du damit umgehen?

Hatte ich. Habe ich mir durchgelesen zur Kenntnis genommen und dann genau so weitergemacht wie bisher auch.

Was ist für Dich am schwierigsten zu schreiben? Anfang, Mitte oder Schluss?

Anfang!

Wie stehst Du zu Lesungen? Welche Werbestrategien fährst Du?

Lesungen finde ich eine nette Idee, solange ich nicht selbst lesen muss. Zu Teil 2: Ich habe Plakate drucken lassen. Der Rest läuft bisher über Mund zu Mund-Propaganda.

Gibt es auch eine weibliche Hauptrolle in Deinen Büchern?

In Teil zwei nimmt eine Frau eine größere Rolle ein. Aber von einer richtigen Hauptrolle kann man nicht sprechen.

Wenn Dein Buch verfilmt werden sollte, wer übernimmt die Hauptrollen?

Ganz ganz gemeine Frage! Problem dabei: Ich habe kein richtiges Bild zu meinen Charakteren im Kopf. Ich kann sie zwar „vor mir sehen“, aber ihnen ein reales Gesicht zuzuornden ist fast unmöglich. Wenn es je so weit kommt *Daumendrück*, wird mich diese Frage in den Wahnsinn treiben. Vorausgesetzt, der Regisseur lässt mich mitreden.

Wie hältst Du Deine Ideen fest? Notizblock? Diktiergerät? Im Kopf?

Kopf und Fresszettel, auf die ich seltsame Codewörter schreibe, die ich zwei Tage später schon nicht mehr verstehe. Früher habe ich sie auf den Kühlschrank geschrieben mit Boardmarken, aber auch das waren kryptische Schriften, die ich teilweise nicht mehr nachvollziehen konnte.

Was ist denn ein Fresszettel???

Ein sehr sehr zerfleddertes Stück Papier.

Was machst Du neben dem Schreiben noch gerne? Irgendwelche Hobbies?

Aus Zeitmangel sehr wenig andere Hobbies. Aber ich interessiere mich für Kampfkunst, Pferde, Zeichnen/ Malen (besonders Concept Art hat es mir angetan).

Verlag oder Selfpublishing? Oder beides?

Schwer zu sagen. Hat beides vor und Nachteile. Für den Thriller von Gabi und mir würde ich mir einen Verlag wünschen, weil ich erkannt habe, dass das Buch ein Wahnsinns Potential hat. Für mich persönlich ist mir das Selfpublishing lieber. Falls ein Vertreter von der RandomHouse Verlagsgruppe mitliest. Zu euch würde ich jederzeit gehen.

Wenn Du aus dem Packeis wieder zurück müsstest? Was würdest Du zurück lassen?

Die Fäustlinge.

Danke für das Interview, Nina! Hat Spaß gemacht! Ich wünsche Dir viel Erfolg und drücke Dir und Gabi die Daumen, dass Ihr für Euren Thriller einen Verlag findet!

 

 

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