Patricia Walter

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Autoreninterview Patricia Walter

24.10.2016

 

Das Autoren_Netzwerk freut sich, die Autorin Patricia Walter zum Interview begrüßen zu dürfen.

Patricia Walter, geboren 1974, begeisterte sich bereits in ihrer frühen Kindheit für Bücher und schrieb mit sieben Jahren ihre erste Geschichte. Sie studierte in München Statistik und arbeitet in der Versicherungsbranche. In ihrer Freizeit betreibt sie neben dem Schreiben Kampfsport, insbesondere Judo und Kung Fu. In Judo hat sie den zweiten Schwarzgurt und ist ehrenamtlich als Trainerin tätig. „Kalte Erinnerung“ ist ihr erster Roman und erscheint bei Bastei Lübbe. Das eBook ist ab 31.10.16, das Taschenbuch ab 01.03.17 erhältlich.

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Hallo Patricia, danke, dass Du Dich unseren Fragen stellst. Der erste Klassiker muss natürlich sein: Bist Du aufgeregt?

Eher erfreut!

Wie fandest Du die Entscheidung Deines Verlags, zunächst exklusiv über Weltbild zu gehen?

Super. Weltbild ist ein großer Distributor und hat das Erstveröffentlichungsrecht auch nicht umsonst bekommen. Ich freue mich über den Deal!

Mich interessiert, wie Du deine Agentur „gefunden“ hast und wie lange Du für diesen Prozess gebraucht hast.

Das ging erstaunlich schnell. Da war ich selbst überrascht. Hab mir zig Agenturen rausgesucht und dann im ersten Schritt 14 angeschrieben. 3 haben sich bei mir gemeldet.

Was gab schlussendlich den Ausschlag für Deine jetzige Agentur?

Mehrere Faktoren. Agent war mir sympathisch, er hat kritisiert und Bauchgefühl.

Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Ich hab einfach losgelegt. Ich war sieben, als ich eine Geschichte im Kopf hatte. Also hab ich sie aufgeschrieben.

Brauchst Du einen bestimmten Ort zum Schreiben?

Einen ruhigen Ort. Und ich schreibe im Stehen, d.h. Tisch muss höhenverstellbar sein.

Brauchst Du absolute Ruhe zum Schreiben? Wie gehst Du mit Störungen um?

Ja. Ich sorge dafür, dass Ruhe ist. Mein Freund unterstützt mich zum Glück sehr und gibt mir die Zeit zum Schreiben.

Essen und Trinken am PC … ja oder no go?

Trinken mindestens jede Stunde. Wenn ich was zum Essen brauch, mach ich eine Pause.

Was ist Dein größtes Ziel?

Vom Schreiben leben zu können.

Mit sieben angefangen, hast Du schon mal was geschrieben, was Dir peinlich ist?

Nein.

Willst Du im Krimi Genre bleiben oder könntest Du Dir auch einen Ausflug in ein anderes Genre vorstellen? Schnulzen vielleicht? Oder Fantasy, oder Sciencefiction, oder oder oder?

Ich bleibe bei meinem Genre: Psychothriller. Gefällt mir sogar noch besser als Krimis, die ich davor geschrieben hab. Bloß keine Schnulzen!

Ich habe den Eindruck, dass Du sehr diszipliniert bist, ob es im Sport oder beim Schreiben ist. Wie hältst Du das durch?

Ja, bin ich in der Tat. Ich war schon immer so. Wenn ich mir ein Ziel gesetzt hab, dann zieh ich das durch! Schreiben und Sport mach ich zudem noch mit Leidenschaft, daher fällt mir das Durchhalten sehr leicht. Ich muss es einfach tun!

Liest Du viel und wenn ja, was?

Ich lese sehr, sehr viel. Hauptsächlich Thriller & Krimis, aber zwischendurch auch mal andere Genre.

Hast Du Vorbilder?

Es gibt viele Schriftsteller, die ich sehr gut finde. Aber Vorbild? Eher nicht. Ich lerne von allem und jedem.

Gibt es Themen, die für Dich tabu sind … Kannibalismus oder so …?

Puh, gute Frage. Kannibalismus ist schon harter Tobak. Ausschließen würd ich von Themen her mal nix. Was ich nicht schreiben würde, ist Torture-Porn, das find ich zu heftig. Da geht’s nur noch um Gewalt, aber mir fehlt da die Spannung.

Einen Lieblingsautor?

J. K. Rowling.

Ein Lieblingsbuch?

Harry Potter fand ich sensationell und hab die Bücher auch schon mehrfach gelesen. Aber ein spezielles Lieblingsbuch hab ich nicht.

Magst Du Haustiere?

Ich liebe alle Tiere und engagiere mich sehr stark für den Tier- und Umweltschutz.

Bist Du eigentlich Vollzeit-Autorin? Oder hast Du einen „Brotjob“. Und falls ja – wie planst Du Deine Schreibzeit?

Ich habe einen ganz normalen Brotjob. Zeit schaufel ich mir frei, indem ich sehr stark priorisiere. Ich schau z. B. nur sehr selten Fernsehen, und wenn dann mal nen Film.

Welches Buch würdest Du neu schreiben, wenn Du könntest?

Eigentlich keines. Es ist die Geschichte von Autor XY. Ein Buch ist immer Geschmackssache. Wenn es mir nicht gefallen hat, dann ist es eben so, aber ich würde nicht das Buch von jemand anderen umschreiben wollen. Auch nicht fiktiv.

Kannst Du kurz beschreiben, wie es für einen Autor bei solch einem renommierten Verlag zugeht? Und was empfindest Du dabei, dort zu sein. Ich meine, Du bist doch sicher sehr stolz, dass Du dort untergekommen bist.

Bastei Lübbe war schon immer mein absoluter Traumverlag. Ehrlich gesagt kann ich es noch immer nicht fassen, dass ich tatsächlich dort untergekommen bin. Die Arbeit dort ist hochprofessionell, die Mitarbeiter sind wahnsinnig nett, und sie nehmen sich immer Zeit für meine Fragen. Für mich ist das ja auch alles neu.

Hattest Du „den“ Punkt, als Du Dich entschlossen hast, zu veröffentlichen, oder war das für Dich von Anfang an klar?

Ja, den hatte ich. Ich bin sehr perfektionistisch, daher hab ich immer nur für die Schublade geschrieben. Meine Bücher waren einfach noch nicht gut genug, um damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Irgendwann hatte ich dann ein Buch beendet und wusste, jetzt ist es so weit. Dann hab ich die Agenturen angeschrieben.

Welche Projekte hast Du noch in der Schublade?

Ideen hab ich viele, aber ich konzentriere mich immer nur auf ein Projekt. Erst wenn das zu Ende ist, überleg ich mir das nächste.

Schreibst Du drauf los oder baust Du erst ein Gerippe?

Ich plane vorher sehr detailliert, also Story und Charaktere. Psychothriller/Krimis müssen logisch sein, falsche Fährten haben etc. Da blind drauf loszuschreiben find ich persönlich sehr schwer.

War für Dich von Anfang an klar, dass Du einen Verlag wolltest?

Ja.

Welche 3 Dinge – keine Menschen – nimmst Du mit in die Eiswüste?

Warme Kleidung, ein Fernglas, um die Pinguine zu beobachten und ein Satellitentelefon, wenn’s mir zu kalt wird, damit mich jemand abholt. Außerdem würde ich gerne mal einen Eisbären in freier Wildbahn sehen.

Du bist also über einen Agenten an den Verlag gekommen?

Ja. Ohne Agentur kommt man an die großen Verlage kaum mehr ran.

Dein persönliches Umfeld unterstützt oder belächelt Dich?

Unterstützt mich.

Wenn Du zu einem anderen, besseren Verlag wechseln könntest, würdest Du, oder hättest Du Schwierigkeiten, von wegen … ‚die gaben mir meine erste Chance‘?

Sehe ich keinen Grund dafür. Bastei Lübbe hat mir die Chance gegeben, und außerdem ist es wie gesagt mein Traumverlag. So schnell werden die mich nicht los.

Was glaubst Du, war der ausschlaggebende Punkt, warum Du bei einem Agenten und über diesen schließlich bei Bastei Lübbe untergekommen bist?

So blöd das jetzt vielleicht klingen mag, das Ausschlaggebende war, dass ich ein gutes Buch geschrieben hab, dem Verkaufschancen eingeräumt werden. Eine Portion Glück gehört natürlich auch dazu. Ich war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Bei mir hat das ja auch ziemlich lange gedauert. 35 Jahre, um genau zu sein. Von schnell kann also auch bei mir keine Rede sein.  Meinen Agenten haben Schreibstil und Spannungsaufbau  überzeugt.

Wenn Du super berühmt bist, wirst Du dann noch mit uns reden?

Ja logo! Ich bin ein sehr bodenständiger Mensch, so schnell heb ich nicht ab.

Fragst Du Dich manchmal, ist es das wirklich, was ich wollte? Fühlt es sich jetzt anders an als zuvor erwartet? Ich meine, zuweilen hatte man vorher eine ganz andere Vorstellung von den Dingen, nämlich keine konkrete.

Ja, es ist das, was ich immer wollte. Ich wollte zu einem großen Publikumsverlag, das hab ich geschafft. Alles, was momentan kommt, ist auch neu für mich. Da hatte ich keine konkrete Vorstellung. Daher lass ich es einfach auf mich zukommen und freue mich darüber.

Sind weitere Verträge mit Bastei im Gespräch?

Sie wollen das nächste Buch auf alle Fälle sehen. Ich hoffe, dass es ihnen gefällt und sie es wieder veröffentlichen werden.

Hast Du je an Deinem Buch, das jetzt verlegt wird, gezweifelt. Du hast erwähnt, dass Du anfangs (bei anderen Werken) noch nicht soweit warst. Gab es kurze Momente der Unsicherheit oder warst Du dir absolut sicher, dass dieses eine es packen wird?

Dieses eine hat es nicht gepackt. Agent fand den Schreibstil gut, aber es war nicht für eine Erstveröffentlichung geeignet. Es war zum Beispiel viel zu lang. Nichtsdestotrotz war es mein Türöffner, und wer weiß, vielleicht wird es später ja doch noch veröffentlicht.

Schreibst Du immer nur an einem Projekt?

Ja. 100% Konzentration auf ein Projekt. Erst wenn das komplett abgeschlossen ist, fang ich mit dem nächsten Buch an.

Eine gute Fee gibt Dir die obligaten drei Wünsche. Was wünschst Du?

Gesundheit, Frieden auf der Welt für alle Lebewesen und dass ich fliegen kann.

Wie recherchierst Du?

Hauptsächlich übers Internet und Leute fragen, die sich in dem zu recherchierenden Gebiet auskennen.

Mich würde interessieren, ob Du auch weiter veröffentlichen würdest, wenn Verlage nicht mehr wollten. Käme denn auch Selfpublishing für Dich in Frage, oder würdest Du dann wieder für die Schublade schreiben und so lange daran feilen, bis es wieder klappt?

Ich würde so lange daran feilen, bis es wieder klappt. Ein Verlag hat für mich sehr viele Vorteile, die ich nicht missen möchte.

Welche sind das?

Lektorat, Cover, Klappentext, Marketing und Vertrieb, Beratung, um mal die wichtigsten Dinge zu nennen.

Wie lässt Du Deinen Abend heute ausklingen?

Ganz gemütlich in der Badewanne und einem Buch.

Liebe Patricia, vielen Dank für Deine Zeit, Deine spannenden Antworten und ganz viel Glück und Erfolg weiterhin.

 

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