Andrea Klier

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Autoreninterview Andrea Klier

7.11.2016

 

Das Autoren_Netzwerk freut sich, die Autorin Andrea Klier zum Interview begrüßen zu dürfen.

Mein Name ist Andrea Klier und ich habe unter dem Pseudonym A.R. Klier meinen ersten Thriller ANFÄNGERFEHLER veröffentlicht.

Meine ersten Gehversuche habe ich schon zu Schulzeiten mit Kurzgeschichten gemacht. Drei Mal habe ich am KWA-Schülerliteraturwettbewerb teilgenommen und konnte 2012 mit „Einsame Familie“ den ersten Preis gewinnen.

Das erste große Projekt KEIN WEG ZURÜCK habe ich über mehrere Jahre verfolgt und 2013 den ersten von vier Teilen veröffentlicht. Hauptperson ist Marcus, der sich in die deutlich jüngere Sophie verliebt und gleichzeitig versucht, seine schwierige Vergangenheit aufzuarbeiten. Konflikte mit seinem Vater und gesundheitliche Probleme verschärfen die angespannte Situation zusätzlich.

Nach einer langen Pause habe ich im Oktober 2016 nun meinen ersten Thriller ANFÄNGERFEHLER als Selfpublisherin veröffentlicht. Es geht dabei um Assistenzarzt Frederik, der im Krankenhaus einem gewaltigen Skandal auf die Spur kommt und schon bald selbst um sein Leben fürchten muss, denn seine kriminellen Kollegen wollen ihn um jeden Preis zum Schweigen bringen.

Wer schon vorab mehr über mich und meine Werke erfahren möchte, besucht mich am besten auf einer meiner Seiten:

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Anfängerfehler auf Amazon

 

Hallo Andrea, danke, dass Du Dich unseren Fragen stellst. Anfängerfehler ist Dein erster Thriller, aber Du hast noch eine Serie geschrieben. Worum geht’s da?

In Kein Weg Zurück geht’s mehr um Familienproblematik und eine eher unglückliche Liebe.

Welche Autoren könnte man grob Deine „Vorbilder“ nennen?

Ich lese gerne James Patterson oder Ilkka Remes, beim Schreiben orientiere ich mich bewusst aber an keinem Kollegen.

SP oder Verlag?

Kein Weg Zurück ist in einem Verlag erschienen, das Verhältnis ist mittlerweile allerdings beendet,  Anfängerfehler ist das Debüt als SP.

Du bist in einem Ingenieurstudiengang eingeschrieben, Deine Bücher handeln meist von Medizinern. Wie bist Du auf das Thema gekommen?

Ich wollte ursprünglich Medizin studieren und war dort schon sehr tief in der Materie, ich bin  selbst im Rettungs- und Sanitätsdienst ausgebildet, die Thematik ist also nicht fremd.

Dein aktuelles Buch heißt Anfängerfehler – auf welchen Anfängerfehler hättest Du am liebsten verzichtet, so im Rückblick?

Ich hätte nicht den Umweg über einen Verlag gemacht, da bin ich leider auf einen Pseudoverlag reingefallen.

Das ist sehr ärgerlich – und die Erstlinge sind jetzt definitiv Geschichte, oder hast Du da noch eine Vision  im Hinterkopf?

Ich habe im erweiterten privaten Kreis eine Sonderauflage mit allen vier Teilen gemacht. Mehr ist im Moment nicht geplant, da müsste ich das Skript wieder stärker aufdröseln und bearbeiten und das passt im Moment dank Studium nicht in die Agenda.

Bist Du ein strukturierter Schreiber oder eher chaotisch? Plottest Du? Wenn ja, wie?

Ich schreibe eigentlich in einem Rutsch durch, dann steht das Grundgerüst, im zweiten Rutsch werden die nötigen Lücken gefüllt. Also so gesehen eher der strukturierte Schreiber. Aber ohne Plot. Ich schreib meistens darauf los, ohne Rücksicht auf Verluste.

Was sind denn Deine kommenden Projekte?

Kommendes Projekt bereits in Arbeit ist der Folgefehler, die Fortsetzung beziehungsweise Geschichte hinter dem Anfängerfehler. Ursprünglich war Anfängerfehler schon zweiteilig, das hat sich dann aber gut zu einem Werk gefunden. Folgefehler fängt all die Ideen auf, die in Anfängerfehler nicht mehr zum Einsatz gekommen sind.

Recherchierst Du intensiv?

Kommt auf das Thema an. Bei Anfängerfehler gab es einige Stellen gerade bei medizinischen Details, die ich so nicht parat hatte und erst mal nachlesen musste.

Gibt es bestimmte Rituale, die Du brauchst, um in den Schreibfluss zu kommen? Wenn ja, welche?

Rituale … ich liege meistens eigentlich auf dem Sofa und höre Musik, mehr brauche ich nicht zum Schreiben und damit klappt’s eigentlich immer.

Hast Du eine bestimmte Schreibzeit?

Nein, das geht bei mir zu jeder Tages- oder Nachtzeit.

Wenn Du vor die Wahl gestellt wirst – X oder schreiben … könntest Du das Schreiben lassen?

Wenn ich ne Idee im Kopf habe, dann ist sehr schwer, nicht sofort zu schreiben. Ich stehe zwei Mal im Jahr vor der Aufgabe, das Schreiben für knapp vier Wochen ruhen zu lassen – Prüfungszeit an der Uni. Und das ist manchmal alles andere als leicht zu schaukeln.

Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Gute Frage, mehr aus Eigensinn. Ich dachte mir, ich probier’s einfach mal, so schwer kann das nicht sein.

Wenn Du Dir eine besondere Begabung aussuchen könntest, welche wäre das?

Schwer zu sagen, da muss ich mal nen Moment drüber nachdenken.

Wie kamst Du darauf, einen Thriller zu schreiben?

Das Genre war nie Ziel, ich hab erst hinterher überlegt, wo sich der Text einsortieren lässt.

Aber der Text war ja dann doch etwas anderes als die Reihe zuvor.

Ja, das stimmt. Ich wusste, dass Kein Weg Zurück offensichtliche Schwächen hat und hab mir dann überlegt, was ich besser oder anders machen könnte. Anfängerfehler ist so gesehen die „Aufarbeitung“ und Fehleranalyse von Kein Weg Zurück.

Hast Du ein Lieblingsschreibprogramm?

Anfängerfehler und Folgefehler in Patchwork, Kurzgeschichten etc. gehen in Word. Bin von Patchwork total begeistert, man kann sehr viel damit machen und ich kann meine Gedanken und Figuren ordentlich sortieren.

Was inspiriert Dich?

Meistens die Musik, aber auch einfache Beobachtungen im Alltag.

Hast Du eine Muse oder einen Musen?

Im Moment geht’s gut ohne.

Gibt’s denn einen infrage kommenden Musen?

Die bessere Hälfte ist gerade auf dem besten Weg.

Hebst Du Textschnipsel, die es ’nicht in den Roman schaffen‘ auf, oder löschst Du die komplett?

Ich speichere oft unterschiedliche Versionen, gerade wenn ich weiß, dass gerade eine große Streichaktion ansteht, dann sind die Szenen nicht dauerhaft verloren.

Bist Du genremäßig festgelegt? Gibt es ein Genre, das Du nicht schreiben würdest/könntest/wolltest?

Ich bin noch in der „Experimentierphase“, wenn ich das so ausdrücken darf. Kein Weg Zurück war ja mehr Liebe, Anfängerfehler eher Thriller … ich bin offen für alles, was kommt. Es gibt Ideen für eine Fantasy-Story, aber da hab ich noch nichts angefangen.

Welches Genre ist absolut Dein Ding? Das Aktuelle?

Ich fühle mich bei den Thrillern sehr wohl, muss ich sagen.

Was liest Du?

Ich lese privat so gut wie alles, schwerpunktmäßig aber Thriller und Krimis, Biografien …

Hast Du einen Traum, den Du Dir erfüllen möchtest? (Bestseller gilt nicht, den Traum haben wir alle)

Träume … im Moment plane ich etwas kurzfristiger … Bestseller wäre wahrscheinlich schon was …

Thema Werbung. Wie gehst Du vor?

Ich habe einige Blogger gefunden, die mein Buch vorstellen, dazu halt erweiterter Kreis mit persönlicher Werbung, Homepage, Facebook … ich experimentiere noch.

Kannst Du absehen, wann Du ca. die ersten 100.000 Bücher verkauft hast?

Im Moment nicht, habe auch noch keine Zahlen von BoD bekommen. Wenn’s soweit ist, poste ich es sofort und gebe ne Runde aus 😉

Gibt es etwas, worüber Du nicht schreiben würdest?

Exzessive Gewalt zum Beispiel, oder pure Erotik, um zwei Beispiele zu nennen.

Lesung – ja, nein, vielleicht?

Am Freitag (11.11.16)  gibt’s eine Lesung.

Deine erste?

Ich hab mit Kein Weg Zurück vor zwei Jahren schon Lesungen gehalten, also ist es so gesehen nur meine Premiere mit Anfängerfehler.

Bist Du eine ‚Rampensau‘ oder eher zurückhaltend, wenn man Dich auf die Leser loslässt?

Ich bin von Natur aus eher zurückhaltend, arbeite aber an mir.

Warst Du auf der Frankfurter Buchmesse? Wenn ja, welches war Dein bestes Erlebnis?

Nein, zur Messe habe ich es dank Studium nicht geschafft, mal sehen, vielleicht klappt’s nächstes Jahr.

Leipzig, Frankfurt oder Berlin?

Mal sehen, wie es sich zeitlich einrichten lässt. Ich hab bei allen ordentlich Anreise.

Hast Du Hobbys? Was machst Du außer Studium, wenn Du nicht schreibst?

Klavier spielen, Sport, Freunde …

Sind die Ostfriesenkrimis von Dir oder gibt es noch eine andere Schriftstellerin Andrea Klier?

Nein, das ist eine andere Schriftstellerin. Deswegen habe ich Anfängerfehler auch als A.R. Klier veröffentlicht, weil es in der Vergangenheit öfters zu Verwechslungen gekommen ist.

Dein Thriller – ist der nur aus der Sicht des (vermeintlichen?) Opfers? Oder zwingst Du den Leser auch in die Rolle des Jägers?

Der Jäger taucht in Anfängerfehler nur aus Sicht des Opfers auf, es gibt keinen zweiten Handlungsstrang, in dem man den Täter verfolgt. Das wird sich in Folgefehler etwas ändern.

Ist das das erste Mal, dass Du aus dieser Perspektive schreibst?

Kein Weg Zurück ist komplett aus der Ich-Perspektive geschrieben, Anfängerfehler nicht mehr.

Wirst Du von Deinem persönlichen Umfeld unterstützt oder eher belächelt?

Mittlerweile hat sich das eigentlich in Unterstützung umgewandelt. Anfangs war da schon Skepsis und ein Lächeln, mittlerweile ist es zum Alltag geworden und ich erfahre vom familiären Umfeld und den Freunden gute Unterstützung.

Welche Schauspieler könntest Du Dir für die Protagonisten in Anfängerfehler vorstellen?

Da gab’s noch keine Bewerber. Es gibt in diesem Fall kein optisches Vorbild, er existiert im Moment nur im Kopf.

Hast Du nach dem Studium einen Traumjob für Dich  ins Auge gefasst?

Ich bin mehr durch Zufall von der Medizin auf die Technik gekommen und entdecke das Gebiet komplett neu, ich bin gerade für so vieles zu begeistern, da hab ich noch keinen Traumjob gefunden. Wahrscheinlich wird sich das erst mit dem Master näher definieren.

Setzt Du Dir Ziele beim Schreiben? Anzahl Wörter oder Anschläge pro Tag?

Wenn ich in Word schreibe, versuche ich pro „Einheit“ so um die drei Seiten, aber wenn nicht ist es auch kein Drama. Meistens ist es aber eher der innere Antrieb, der mich auch schon mal eine ganze Nacht am Laptop wachgehalten hat, das waren dann gut 45.000 Zeichen, wenn ich mich recht erinnere. War nicht aufzuhalten, manchmal auch mehr Fluch als Segen. Folgefehler habe ich in diesem Schreibwahnsinn als Grundgerüst in weniger als einem Tag geschrieben.

Und was machst Du, wenn mal so gar nichts geht in Sachen Schreiben?

Einfach mal vorblättern und ein Stück weit lesen, dann klappt’s meistens wieder ganz gut mit dem Anschluss.

Wie kommst Du an Deine Cover?

Marke Eigenbau beziehungsweise über Freunde, die sich mehr damit auskennen. Anfängerfehler habe ich allerdings selbst verbrochen.

Lässt Du lektorieren?

Ich bezahle kein Lektorat, da bin ich seit dem Pseudoverlag ein gebranntes Kind. Ich lasse das Skript allerdings mehrmals durcharbeiten und finde auch selbst die meisten Probleme.  Vielleicht gehe ich es für Folgefehler auch wieder anders an, mal sehen.

Wieviel Zeit gibst Du Dir insgesamt für einen Roman? Von der Idee bis zur Veröffentlichung.

Anfängerfehler war von März bis Oktober, wobei da einige Pausen eingebaut waren, reine Arbeitszeit waren vermutlich weniger als zwei Monate.

Rezensionen – wichtig? Oder eher nicht?

Für mich persönlich wichtig, ich möchte wissen, wie mein Text bei Lesern ankommt oder was überhaupt nicht passt.

Wie gehst Du mit Kritik um?

Kommt immer auf den Tonfall an, in dem die Kritik rübergebracht wird
Grundsätzlich versuche ich aber, mich damit auseinanderzusetzen und daraus zu lernen.

Gab‘s schon mal was Peinliches beim Schreiben?

Nein, bisher noch nicht.

Was war Dein schönstes Erlebnis als Autorin?

Das prägendste Erlebnis war definitiv das erste gedruckte Buch, das ich in der Hand gehalten habe und meinen Namen darauf gelesen habe.

Eine Fee würde Dir drei Wünsche erfüllen.

Zeit, zusätzliche Hände und … viele Ideen.

Die Packeisfrage: Drei Dinge (keine Menschen) kannst Du mitnehmen. Was wäre das?

Mein Klavier, einen großen Stapel Papier und Stifte.

Wie sieht Dein Schreibplatz aus?

Gemütlich, ich schreibe inmitten einiger Kissen auf dem Sofa.

Wo spielen Deine Geschichten?

Grundsätzlich bevorzuge ich reale Orte. Anfängerfehler spielt beispielsweise in Hamburg und München.

Was bevorzugst Du als Leser? Print oder E-Books?

Print, auch wenn E-Books unterwegs manchmal deutlich leichter und praktischer wären, ich kann mich damit noch nicht anfreunden.

Vielen  Dank für Deine Zeit, Andrea. Alles Gute und viel Erfolg für Deine Bücher und natürlich fürs Studium.

 

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