NIBE Verlag

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Verlagsinterview NIBE Verlag

16.11.2016

 

Das Autoren_Netzwerk freut sich, Nikolaus Bettinger zur Vorstellung des NIBE Verlag begrüßen zu dürfen.

Der Verlag stellt sich hier kurz vor und anschließend dürft Ihr Nikolaus Bettinger mit Fragen bombardieren.

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Nikolaus Bettinger über den NIBE Verlag:

Der NIBE Verlag wurde am 1. August 2016 gegründet. Unsere Intention ist es, dass jeder Autor und jeder Mitarbeiter fair vergütet und auch so behandelt wird. Es werden sämtliche Genres verlegt, sodass jeder die Chance hat, sein Werk der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Mitglied: Guten Abend Nikolaus Bettinger, danke, dass Du Dich unseren Fragen stellst. Wie kamst Du dazu einen Verlag zu gründen?

Den Verlag habe ich gegründet, weil es mehr und mehr schwarze Schafe auf dem Markt gibt, die entweder ziemlich schlecht vergüten, oder sogar noch Geld dafür verlangen, dass sie den Autoren aufnehmen.

Mitglied: Ein junger und aufstrebender Verlag, wie viele Team-Mitarbeiter/innen? Nicht Autoren meine ich, sondern Verlags-Tätige.

Momentan hat der Verlag, neben zwei Grafikdesignern, eine Illustratorin und drei Lektoren.

Mitglied: Da frag ich doch gleich mal was breite Öffentlichkeit bedeutet.

Breite Öffentlichkeit bedeutet, dass jedes Genre seine Käufergruppe findet.

Mitglied: Habt Ihr bereits eigene Lektoren oder vergebt Ihr?

Wir sind immer wieder auf der Suche nach guten Leuten.

Mitglied: Wie viele Bücher hat der Verlag bisher veröffentlicht?

Das erste Buch wurde am 31.10.2016 veröffentlicht. Zwei weiter folgen im Dezember/Januar.

Mitglied: Habt Ihr eine Druckerei oder geht Ihr über BoD/CS?

Wir haben eine Druckerei.

Mitglied: Wie ist das Auswahlkriterium? Alle Genres und jeder Autor … Da kommen sicherlich einige Manuskripte zusammen, die eingesandt werden.

Es werden zunächst alle Manuskripte gelesen und danach wird die Qualität entscheiden.

Mitglied: Wer trifft bei Euch die Vorauswahl, ob ein Manuskript in das Verlagsprogramm passt oder nicht?

Meine Kollegin und ich. Es werden keine rechtspopulistischen und esoterischen Bücher veröffentlicht.

Mitglied: Wie sieht es mit Kontakten zu Buchhändlern aus?

Kontakte sind vorhanden. Die Bücher werden per VLB eingetragen, sodass jeder jedes Buch finden kann.

Mitglied: Auf welche Art betreibt der Verlag Marketing, um die Autoren bekannter zu machen?

Es wird fokussiert beworben und der Verlag verschickt Flyer/Emails an die Adressaten. Auf Verlagskosten natürlich.

Mitglied: Seid Ihr auch auf den Buchmessen vertreten?

Im nächsten Jahr voraussichtlich noch nicht. Ab 2018, definitiv. Ein Stand kostet mindestens viertausend Euro.

Mitglied: Wie kommt Ihr auf eure Preise? Ein Softcover mit 150 Seiten für 19,90, mit einer Lieferzeit von 3 – 6 Tagen ist schon ungewöhnlich.

Mitglied: Ich finde den Preis für ein Softcover auch recht hoch.

Inwiefern?

Mitglied: Nun, normal stehen Bücher auf „Sofort lieferbar“ 19,90 für 150 Seiten und Softcover ist natürlich auch gehobene Preisklasse und wirkt unter Umständen abschreckend auf die Leser.

Da das Honorar für den Autor höher ist als bei vielen anderen Verlagen, werden die Bücher zunächst nur per Vorkasse in Auftrag gegeben. Die Druckerei braucht generell sechs Tage zum Liefern.

Mitglied: Ich sehe das auch so. Die Leser werden das eventuell nicht so annehmen.

Das liegt vielleicht am Inhalt, Richard Dawkins hat ein 17 seitiges Nachwort dazu geschrieben. Der Autor selber ist auch kein Unbekannter in der Branche. Edgar Dahl hat einen festen Kundenstamm. Seine Bücher gingen bis dato für einiges mehr weg.

Mitglied: Ich kann jetzt nur für mich sprechen, oder aus dem Erfahrungsschatz, den ich mit anderen Lesern gemacht habe, aber da sind für viele 20 € bis 25 die Schmerzgrenze für ein Hardcover. Auch bei bekannten Autoren.

Wir reden bei dem Dahl Buch von einem eher wissenschaftlicheren Buch. Da sind die Preise leider etwas teurer.

Mitglied: Geht Ihr auch auf E-Books?

Der Fokus liegt auf Print.

Mitglied: Wo kann man die Bücher erwerben?

Die Bücher kann man im Verlagsshop erwerben. Oder eben per ISBN.

Mitglied: Veröffentlicht der Verlag auch Anthologien?

Wäre eine Idee.

Mitglied: Die klassischen Verkaufskanäle wie Amazon und so weiter sind einbezogen?

Es wird grundsätzlich nicht per Amazon verkauft, da der Verlag die Firmenpolitik Amazons nicht für gut heißt.

Mitglied: Wobei es völlig unerheblich ist, dass 60% der Leser ihre Bücher bei Amazon bestellen?

Deswegen die gezielte Werbung. Der Verlag zwingt niemanden, ein Teil des selbigen zu werden. Wenn Bücher gut sind, verkaufen sie sich auch so. Amazon hat ein Bücherangebot von ca. 13 Mio!

Mitglied: Was bedeutet denn genau gezielte Werbung?

Im Beispiel des Kinderbuches, werden Flyer und Mails an Schulen, Ärzten, Apotheken, Jugendämtern etc. verteilt. Es wird in Zeitungen beworben. So soll es mit allen Büchern sein. Bei Amazon geht zu viel unter.

Mitglied: Bei Flyern besteht aber auch immer die Gefahr, dass die einfach weggeworfen werden. Oder bei E-Mails, dass sie nicht gelesen werden.

Oder bei Amazon, dass das Buch nicht gesucht oder gefunden wird. Dieses Spiel könnten wir bis Weihnachten fortführen.

Mitglied: Weiß der Autor  vorher, dass nicht über Amazon vertrieben wird? Für einen Autor ist das ja ein Einschnitt in der Sichtbarkeit.

Ja, das weiß er. Er weiß es, hat eine genaue Übersicht und muss sich nicht darauf verlassen, was am Ende abgerechnet wird, was wirklich bei Amazon verkauft wurde.

Mitglied: Behält der Autor seine Rechte?

Natürlich.

Mitglied: Geht Ihr auch auf Autoren zu, die nur per E-Books veröffentlicht haben. Aber gute Verkäufe haben?

Bis dato war das nie der Fall. Wenn sich aber eine Möglichkeit ergibt, warum nicht?

Mitglied: Ich möchte da keinen Streitpunkt draus machen. Aber jeder Verlag möchte doch auch Geld verdienen, man lebt ja nicht von Gutmütigkeit. Und egal wie man über Amazon denkt, meiner Ansicht nach kommt man nicht dran vorbei. Das haben auch schon viele große Verlage erkannt. Ohne Amazon vielleicht, wenn man über die Buchhandlungen geht. Aber nur VLB gelistet reicht hier meiner Ansicht nach nicht. Ist nur meine bescheidene Meinung

Mitglied: Die Frage ist ja auch, wo die Leser nach ihren Büchern suchen. Im VLB sicherlich nicht. Und der Buchhandel streckt ja auch nicht offene Arme nach eher unbekannten Autoren aus. Denn auch die müssen ja Umsätze generieren.

Mitglied: Und es entstehen ja Kosten, wenn man verlegt. Ich stelle mir gerade die Frage, wie sich das refinanziert.

Amazon z.B. hat alle drei Bücher aufgenommen. Man kann sie dort aber nicht kaufen. Sehen tun sie aber viele.

Mitglied: Aber wird das nicht den Leser verwundern? Diejenigen, die bei Amazon schauen, wollen ja auch dort im Regel Fall kaufen. Ich glaube, darüber darf man sich keine Illusionen machen.

Mitglied: Ich denke Amazon auszublenden, ist nicht hilfreich für den Leser und den Verleger.

Mitglied: Bin da ganz eurer Meinung. Wenn man ein breites Publikum erreichen will, kommt man an Amazon nicht vorbei. Wenn ein Buch nicht bei Amazon und auch nicht im nächsten Buchladen erhältlich ist, kauft der Leser eben eines, das zu haben ist.

Mitglied: Das wollte ich damit sagen. Aus Autorensicht möchtest Du doch folgendes: nämlich gelesen werden. Und natürlich willst Du dann auch eine Vertretung dort, wo sich die Leser befinden. Außerdem muss man bedenken, dass die Leser heute ein Buch sofort oder zumindest so schnell wie möglich möchten. Viele nehmen die Fahrt zum Buchhandel dafür nicht mehr auf sich. Zumal sie ja zweimal ansteht, bestellen und abholen.

Der Verleger bezahlt bei einem Buch, welches 14,95€ im VK kostet, 4,25€ an Gebühren. Wer soll da noch etwas verdienen? Ich zahle lieber dem Autoren ein höheres Honorar, als dass ich Amazon noch reicher werden lasse.

Mitglied: Das ist eine ehrenwerte Ansicht, Denkweise, die Konkurrenz ist riesig. Ihr habt Arbeit bis zum Umfallen, wenn die Manuskripte einfliegen. Es wird ein sehr hartes Unterfangen. Man kann ja immer noch sehen … die Gesetze des Lebens, die Großen schlucken die Kleinen. Riese gegen Zwerg herrschen vor!

So sehe ich das auch.

Mitglied: Das heißt, Ihr seid online bei den anderen Händlern (Thalia/Weltbild etc.) auch nicht gelistet?

Zu finden sind die Bücher soweit überall. Man kann sie aber nur im Verlagsshop kaufen. Sie sind also überall präsent.

Mitglied: Und wird dort auf den Verlagsshop verwiesen?

In den Rezensionen wird das gemacht.

Mitglied: Wie muss ich das verstehen?

Unter dem Buch bei Amazon, kann man die Bücher bewerten. In diesen Bewertungen, steht dann ein Verweis.

Mitglied: Das heißt, der Rezensent verweist auf den Shop? Seid Ihr sicher, dass das jeder Rezensent macht? Ich verstehe das System mit den Rezensionen nicht.

Natürlich nicht. Vergessen wir das mit den Rezensionen. Der Verlag sorgt dafür, dass die Bücher ordentlich beworben und verkauft werden. Für alle, die unbedingt bei Amazon verkaufen wollen, sollten als Self-Publisher zu Amazon gehen.

Mitglied: Höre ich da eine leichte Abneigung gegen Sp`ler?

Nein, nur gegen Amazon und die Ausbeutung der Mitarbeiter.

Mitglied: Wie sieht denn das Autorenhonorar aus? Darauf musst Du natürlich nicht antworten. Aber das überdurchschnittlich interessiert sicher einige.

20% ist das Mindesthonorar für Print.

Mitglied: Das ist okay.

Mitglied: Habt Ihr Familie? Unterstützung, Rückhalt?

Ja, alles ist vorhanden. Der Verlag und die Mitarbeiter sind abgesichert. Jeder wird gestärkt.

Mitglied: Lektorat, Cover, Korrektorat zahlt der Verlag?

Aber natürlich bezahlt das der Verlag.

Verlagsautor: Sogar die Werbung wird vom Verlag bezahlt.

Verlagsautor: Auch über die Verkaufszahlen kann ich nicht klagen. Ein Buch ist bereits im Verkauf und es gibt für die anderen Bücher Vorbestellungen.

Mitglied: Es wird bestimmt sehr hart anfangs. Mit guten Leuten, Arbeit Tag und Nacht. Trotzdem … man kann immer nachbessern. Mancher Verlag wurde insolvent, hat sich wieder erholt.

Es geht stetig bergauf und da nur das bestellt wird, was auch verkauft wird, geht die Chance gen Null, insolvent zu werden. Es wird kein Geld verbrannt.

Mitglied: Sehr gute Beziehungen und Freundschaften sind eventuell wichtig.

Es gibt nichts Wichtigeres.

Vielen Dank für das Interview und die Zeit, um die Fragen zu beantworten. Weiterhin viel Erfolg.

 

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