Lysandra Books

Verlagsinterview Lysandra Books

14.12.2016

 

Das Autoren_Netzwerk freut sich, dass Nadine Reuter den Verlag Lysandra Books Verlag vorstellt.

Über Lysandra Books

Soweit ich mich zurückerinnern kann, waren Bücher immer schon ein wichtiger Begleiter meiner Kindheit und Jugendzeit. Ich habe nächtelang mit der Taschenlampe halb unter der Bettdecke verborgen gelesen und war Dauergast in der Bibliothek. Schon in jungen Jahren habe ich angefangen, ellenlange Geschichten zu verfassen – etwas, das nur für den Eigengebrauch gedacht war, denn es ging vor allem um die Clique, erste Schwärmereien und die verehrte Lieblingsband. Dass ich nicht direkt nach der Schule angefangen habe, etwas mit Büchern zu „machen“, lag vor allem an gutgemeinten Ratschlägen wie: „Mädchen, lern was solides, mit dem du Geld verdienen kannst!“ Nun, ich habe drauf gehört und bin heute Betriebswirtin. Zwischen Karriere und Familie blieb lange kein Platz mehr für „Flausen“ wie eigenes Schreiben. Doch die Liebe zu Büchern und zum Lesen habe ich mir immer bewahrt.
2011 entstand gemeinsam mit meiner Schwester die Idee, selbst einen Verlag zu gründen. Seitdem hat es noch knappe vier Jahre gebraucht, um die Voraussetzungen zu schaffen, mich u. a. zur Lektorin weiterzubilden und auch tatsächlich loszulegen. Stolz bin ich auf mein kleines Team an buchbegeisterten Menschen und Kreativen, durch deren Rückenwind Lysandra Books immer mehr Gestalt annimmt.
Seit den ersten Veröffentlichungen Ende 2015 habe ich noch weniger Zeit zum Lesen und schon gar nicht zum Schreiben. Jede freie Minute fließt in die Arbeit an neuen Projekten und in die Manuskripte unserer AutorInnen, die darauf warten, in Buchform in eure Bücherregale oder als eBooks auf eure Reader zu flattern. Denn „Büchermachen“ ist Leidenschaft, und zwar eine ansteckende.
Die Kernidee von Lysandra Books ist einfach: Verlegt werden nicht nur „potentielle Bestseller“, sondern auch Bücher, die kleine exklusive Zielgruppen ansprechen. Die Idee, die Schreibe und der/die AutorIn müssen uns überzeugen. Wir brennen selbst für das eine oder andere Herzensprojekt, das wir unbedingt in Buchform vor uns sehen wollen.
Ganz im Sinne von „klein, aber fein“ wollen wir qualitativ hochwertige Bücher aus unserer Verlagsschmiede entlassen, die euch begeistern und zum Träumen bringen. Neben professionellem Lektorat, Covergestaltung und Herstellung kümmern wir uns auch als Kleinverlag um Vertrieb und Marketing – im Rahmen unserer Möglichkeiten. Und freuen uns sehr, wenn unsere AutorInnen uns immer wieder gern dabei unterstützen. Sei es durch regelmäßige Präsenz in sozialen Netzwerken, Buchhandlungsakquise oder gemeinsame Messeauftritte und Con-Besuche. Wir legen großen Wert auf ein enges und persönliches Verhältnis zu unseren AutorInnen. Denn gemeinsam sind wir stark, können etwas bewegen und haben auch noch Spaß dabei.
Ich wünsche euch eine entspannte und traumhafte Zeit mit unseren Büchern!
Eure Nadine Reuter, Verlegerin


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Danke Nadine, dass Du Dich bereiterklärt hast, unsere Fragen zu Deinem Verlag zu beantworten. Magst Du Lysandra Books noch einmal kurz vorstellen?

Eigentlich wurde oben schon alles gesagt, aber ich versuche es doch noch mal mit einer Kurzversion:

Lysandra Books hat Ende letzten Jahres angefangen, Bücher zu verlegen. Seitdem haben wir mehr als eine Handvoll E-Books und 5 Printtitel veröffentlicht. Getreu unserem Motto „leidenschaftlich phantasieren“ versuchen wir, mit Leidenschaft hochwertige Bücher – und damit meine ich innen wie außen hochwertig – zu verlegen, die wiederum Leidenschaft und Fantasie anregen und dem Leser eine gute Zeit bescheren.
Genretechnisch sind wir im Fantasy-Bereich und in der Frauenliteratur zu Hause, was wiederum auch unser Slogan ja schon erahnen lässt. Die bis zur LBM geplanten Veröffentlichungen sind auf jeden Fall fantasy-lastig, nicht alle, aber der überwiegende Teil.
Aber wir haben auch Herzensprojekte, die wir einfach umsetzen müssen, auch wenn sie unsere Genrevorgabe nicht treffen – wie unser kürzlich erschienenes Malbuch zeigt. Wir müssen vom Projekt bzw. der Geschichte überzeugt sein, dann hüpfen wir auch mal über Genregrenzen.
Womit man sich bei mir allerdings die Zähne ausbeißen wird, sind Krimis und Thriller. Auch Kinderbücher hätten es grundsätzlich schwer, bei uns ein Zuhause zu finden. Da gibt es aber genug Kollegen, die tolle Kinderbuchverlage und das nötige Know How auf dem Gebiet haben – da wären wir einfach die falschen dafür und das wäre schade für Autor und Buch.
Da ich selbst – und auch das Team, das gemeinsam mit mir hinter Lysandra Books steht, den Verlag nur nebenberuflich (bzw. meine Helferlein ehrenamtlich) betreue, werden wir ins in Zukunft wahrscheinlich auch auf jährlich zwischen 5 und 7 Veröffentlichungen konzentrieren.

Mitglied: Ist es üblich, dass sich ein Verlag auf bestimmte Genre festlegt?

Ich kann nur von mir sprechen – und mir ist es wichtig, meine Kerngeschäftsfelder zu kennen und kein Gemischtwarenladen zu werden. Denn nur so kann ich einigermaßen steuern, dass ich auch die Zielgruppe, sprich die richtigen Leser, erreiche.

Mitglied: Und welche Kerngeschäftsfelder gehören zu Eurem Verlag?

Das Verlegen von Fantasy und Frauenliteratur.

Mitglied: Frauenliteratur klingt spannend. D.h. die Frau steht im Mittelpunkt der Story?

Literatur für Frauen – im weitesten Sinne. Selbst Louises (Anm.: Louise Bourbon) historische Romane fallen da in meinen Augen auch mit drunter (auch wenn ich sie schon stöhnen höre, wenn sie das liest).

Mitglied: Literatur für Frauen ist meiner Meinung nach ein großes Spektrum … Frau kann so ziemlich alles lesen.

Natürlich. Aber es gibt ja so emotional angehauchte Sachen, die vorzugsweise weibliches Publikum finden.

Mitglied: Ja, das verstehe ich. Gehört Lyrik auch dazu?

Nein, Lyrik nicht. Da sind wir wieder bei dem Thema, dass ich selbst dahinter stehen sollte, wenn ich etwas verlege.

Mitglied: Aus wie vielen Leuten setzt sich Dein Team zusammen? Ich habe gelesen, dass Du Dich zur Lektorin weitergebildet hast. Wen hast Du noch in Deinem Team?

Wir sind zu dritt bzw. zu viert, je nachdem, wie es zeitlich jeweils passt. Die Themen haben wir uns aufgeteilt, nach dem, wer wo seine Stärken hat.

Mitglied: Wie findest/akquirierst Du Deine Autoren? Suchst Du selbst, oder wartest Du Manuskripte ab, die eingesandt werden?

Meist suchen wir selbst. Ein schönes Beispiel ist die Anthologie, an der wir gerade arbeiten. Das mache ich auch, um neue Autoren kennen zu lernen. Oder wir kommen über Gespräche mit befreundeten Autoren oder auf Messen zueinander.

Mitglied: Wird über eine Druckerei gedruckt oder wie macht Ihr das? Manche Kleinverlage gehen ja über BoD oder Create Space.

Nein, wenn man eines unserer Bücher mal in der Hand gehalten hat, weiß man, dass das darüber nicht funktionieren würde. Wir drucken Auflagen.

Mitglied: In welcher Höhe druckt Ihr die Erstauflage?

Je nach Titel und dem Potential, das wir sehen, unterschiedlich.

Mitglied: Weshalb hast Du Dich entschieden, einen eigenen Verlag zu gründen?

Weil die Fragen von mir nahe stehenden Personen sich häuften, die nicht ins Self Publishing gehen wollten und die wissen, wie man mich motiviert, mal wieder ins kalte Wasser zu springen.

Mitglied: Es gibt auch Verlage, die erst mal eine Rechnung schicken, bevor sie Dein Buch veröffentlichen wollen? Wieso verstehe ich allerdings nicht.
Wie läuft das bei Euch?

Du meinst Druckkostenzuschussverlage? Oder bei wissenschaftlichen Publikationen? Nein, dieses Druckkostenzuschusszeugs sind wir ganz sicher nicht. Ich investiere meine Zeit und mein Geld in eure Geschichten und Projekte – das triffts wohl ganz gut. Und das ist der Grund, warum ich mir die Leute sehr genau anschaue und aussuche, die ich verlege.

Louise Bourbon An dieser Stelle mal ganz deutlich: Lysandra ist kein DKZV. Ich habe noch nie für irgendetwas irgendeine Rechnung erhalten. Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen: das, was Nadine investiert, ist sicherlich keine Kleinigkeit. Egal, ob das die besagten Themen Korrektorat, Lektorat oder Cover sind. Oder Werbematerial. Oder Zeit – selbst am Wochenende oder sehr spät abends reagiert sie noch auf Fragen oder mitternächtlich zugesandte Texte. Und das sieht und merkt man den Büchern auch an.

Mitglied: Startet Ihr neue Bücher grundsätzlich parallel als Print und E-book oder immer erst einmal als E-book?

Irgendwann sind wir hoffentlich soweit, dass beides ganz genau parallel kommt. Jetzt, so wie bei Louises Märchen war es eine strategische Entscheidung: warten wir mit dem E-Book noch, bis nächstes Jahr die Illustrationen fertig sind, oder erfüllen wir ihr den Wunsch, noch vor Weihnachten das E-Book auf den Markt zu bringen.

Mitglied: Hast Du auch Coverdesigner im Team oder kommen die von außen?

Meistens von außen. Wir haben einen Haus- und Hofgrafiker und außerdem zwei, drei Adressen, mit denen wir zusammenarbeiten.

Mitglied: Was bekommt der Autor von Euch? Lektorat, Korrektorat, Cover? Macht Ihr Werbung für die neuen Bücher? Gibt es Eure Bücher im Buchhandel? Dass der Autor natürlich mitarbeiten muss ist klar.

Louise Bourbon Da gebe ich mal gerade meine Erfahrungen preis, und ich habe ja jetzt immerhin schon zwei. Alles: Lektorat, Korrektorat, Cover. Und egal, was es war, Lektorat, oder Korrektorat, oder Cover, die Zusammenarbeit macht unglaublich Spaß, weil man stets das Gefühl hat, dass es ein Projekt ist, was beiden gleichermaßen am Herzen liegt – Autor und Verleger. Und wenn dann beispielsweise im ohnehin wunderschönen Cover noch unerwartete Überraschungen eingebaut werden, dann – kann man nur noch glücklich lächeln.

Nadine Reuter Der Autor bekommt … Also, wir kleiden ein Manuskript nach einem mehrstufigen Lektorat in einen anständigen Satz und ein hoffentlich ansprechendes Cover. Werbung machen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten. Unsere Bücher sind über alle drei großen Barsortimenter erhältlich, also per se erst einmal für den Buchhandel bestellbar. Ob die Buchhandlungen dies tun, und warum sie es ggf. nicht so tun, wie wir das gern hätten, ist ein eigenes, sicher abendfüllendes Thema. Wir pflegen auf jeden Fall auch im Rahmen der über den Börsenverein, wo wir Mitglied sind, angebotenen Möglichkeiten Kontakt zu Buchhandlungen.

Louise Bourbon Nicht zu vergessen, das Organisieren von Lesungen und die Präsenz auf Messen, die Bereitstellung von Werbematerial. Der Ausbau der Webseite, der Adventskalender jetzt, Gewinnspiel Aktionen, die Facebook Verlag Seite … Ach so, und wenn man sich aus diversen Gründen in den Kopf gesetzt hat, nur mit Maske auf Messen zu erscheinen, dann findet man tatsächlich als Überraschung eine von der Verlegerin in der Post.

Mitglied: Ist die Autorentantieme geheim oder kannst Du hier eine Aussage treffen, wie viel Prozent ein Autor erhält?

Gern auf Anfrage.

Mitglied: Erfolgt die Ausschüttung jährlich, vierteljährlich – wie macht Ihr das?

Wir haben halbjährlich im Vertrag stehen.

Mitglied: Gibt es eine Verkaufszahlenübersicht und wenn ja, in welchem Rhythmus? Monatlich, vierteljährlich oder jährlich?

Wir rechnen halbjährlich ab. Die Anthologie jährlich. Das ist sonst ein zu großer Verwaltungsaufwand bei der Anzahl an Autoren.

Mitglied: Welche Träume /Visionen habt Ihr?

Meine Autoren haben ganz wundervolle Visionen und Visionen. Wir haben schon so manche Nacht zusammen rumgesponnen, wie es sein wird.

Mitglied: Wie haben Eure Familien reagiert, als die Idee aufkam, einen eigenen Verlag zu verwirklichen?

Unterschiedlich. Von totalem Unverständnis bis hin zu voller Unterstützung, auch was die Ausgestaltung unserer bisherigen Messeauftritte betraf. Und meine Kinder finden es klasse, eine Mama zu haben, die einen Verlag hat – nur muss ich da ein wenig aufpassen und die nicht jugendfreien Titel wegsperren.

Mitglied: Macht Ihr Ausschreibungen?

Wir hatten grad eine. Ging an Halloween zu Ende und war ein voller Erfolg. Daraus werden neben der Anthologie selbst sicher noch eine Zahl X an Folgeprojekten mit einzelnen Autoren draus werden. Deshalb sind wir für 2017 eigentlich komplett dicht, was Programmplätze angeht.

Mitglied: Kannst Du ungefähr sagen, wie lange es vom ersten Lektorat bis zur Veröffentlichung dauert?

Gute Frage, die sich so pauschal nicht beantworten lässt. Hängt davon ab, wie lang das Manuskript ist, ob es vieler Eingriffe oder Extrarunden bedarf. Dann auch, wie viel ich parallel noch in anderen Projekten zu tun habe. Und abschließend auch, wie lange sich der Autor Zeit nimmt mit seinen Überarbeitungen. Auf jeden Fall sind es eher Monate als Wochen. Ich bin die nächsten Monate Oberkante Unterlippe an parallel 3 Projekten dran, die eigentlich alle bis zur LBM kommen sollen. Da muss alles ineinander spielen, dass das klappen kann.

Liebe Nadine, vielen lieben Dank für Deine Zeit und die offene, ausführliche Beantwortung der Fragen. Ich wünsche Dir mit dem Verlag und Euren Büchern viel Erfolg.

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