Christiane Landgraf

Autoreninterview Christiane Landgraf

16.1.2017

 

Das Autoren_Netzwerk freut sich, Christiane Landgraf – Autorin interviewen zu dürfen

Christiane Landgraf, Jahrgang 1985, ist begeistert von schnellen Autos und dem Themenkomplex Informatik mit Blick auf neue Technologien. Gemeinsam mit ihrem Ehemann ist die Autorin auch berufsbedingt nah am Thema „Möglichkeiten von automatisierter Datennutzung und Data Science“.

Fränkische Journalistentochter, „Mrs. Geradeheraus“, Marketingfachkraft, Event Managerin, PR Spezialistin, Organisationstalent, loyale Freundin, leidenschaftliche Gastgeberin, Katzenmama und einfühlsame Zuhörerin, verletzliche Seele: Es gibt einen Haufen Schubladen, in denen Christiane Landgraf mit mindestens einem Fuß steckt – aber keine, in die all ihre Facetten zugleich passen. Der Versuch also, ihre immense Kreativität zu bändigen, scheitert mit der gleichen Zwangsläufigkeit wie der Versuch der Schildbürger, das Sonnenlicht einzufangen.

Ihre unbändige Lust zu erzählen, die Liebe zu inspirierenden und packenden Themen und eine einmalige Gabe, auch kritische Entwicklungen in der Gesellschaft erzählerisch gekonnt zu hinterfragen, fließt mit viel Herzblut in ihre Bücher.

Christiane Landgraf legt mit ihrem gleich zweifachen Romandebut ‚Social Rating‘ und ‚Social Hideaway‘ den Grundstein für eine ganz eigene Komposition von Bewährtem und ihrer eigenen, unverwechselbaren erzählerischen Note.

„Homo habilis, Homo erectus und Homo sapiens sind längst Geschichte. Die Jagd nach dem Convenience Lifestyle lässt uns freimütig alles preisgeben. Wir sind schleichend und unbemerkt zum Homo vitreus geworden, dem gläsernen Menschen. Evolution bedeutet das Überleben der Stärksten. Werden es schon morgen Datenmengen sein, die unseren Wert für die Gesellschaft und unser Recht auf Leben bestimmen? Wenn wir erst unsere letzten Geheimnisse geopfert haben, werden diese dann uns opfern?“

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Hallo Christiane, danke, dass Du Dich unseren Fragen stellst. Hast du das Buch selbst verlegt?

Nein, der 3.0 Verlag Zsolt Majsai den meine Literaturagentin Katharina Göbel für mich gefunden hat, hat das Buch verlegt.

Wie kamst Du zum Schreiben?

Ein heimlicher Traum war das schon seit Jahren, wann und wie das angefangen hat kann ich gar nicht mehr sagen … Aber es war nie eine Idee da, die mich so begeistert hat, dass ich es bis zu einem fertigen Manuskript durchgezogen habe.

Magst Du ein bisschen über den Inhalt verraten?

Na klar: Im Mittelpunkt von Social Rating steht die Frage, wie ein selbstfahrendes Auto programmiert sein muss für unvermeidbare Unfallsituationen, in denen mehrere mögliche Unfallausgänge denkbar sind. Ein Mensch entscheidet in dem Fall spontan, gemäß Instinkt, Selbsterhaltungstrieb, erlernter Moral, oder auch gar nicht, gewollt, weil er zu langsam reagiert … Alles Gründe, die eine Maschine nicht kennt und du man gut rechtfertigen kann, wenn sie im Affekt passiert sind, aber nicht,, wenn sie einprogrammiert wurden … Darum, um den möglichen Missbrauch solcher Programmierungen und um eine Verknüpfung mit gechippten Menschen ist ein Thriller entstanden in dessen Mittelpunkt Entwickler Chef zwischen Familienwohl und gesellschaftlicher Verantwortung wählen muss.

Wie lange brauchst Du für ein Buch, also Recherche, Schreiben, Überarbeiten?

Geschrieben habe ich an meinem Manuskript nur gut drei Monate. Aber dann hat es etwa drei Monate gedauert, bis ich einen Verlag gefunden hatte, der Interesse zeigte. Bis zur endgültigen Entscheidung hat es dann nochmal 4 Monate gedauert, nochmal drei bis Lektoratsbeginn. Fast 2 Monate habe ich mit meiner Lektorin Monika Holstein feingeschliffen. Nochmal 2 Monate später ist das Buch erschienen.

Wie entstand der Titel?

Der Titel Social Rating waren tatsächlich die ersten beiden Worte, die ich getippt habe. Es war erst nur als Arbeitstitel gedacht. Aber dann hat es mir immer besser gefallen. Das war einfach das erste was mir zu der ganzen gechippte Menschen Frage eingefallen ist.

Was inspiriert Dich bzw. woher holst Du Deine Inspiration?

Konkret für dieses Buch kam mir die Idee/Inspiration über eine Diskussion im Freundeskreis. Ich habe ja auch noch zwei Facebook Gruppen ins Leben gerufen, als das Buch so gut wie fertig war, einmal

Selbstfahrende Autos

Und auch

RFID – der vernetzte Mensch

Für Austausch zu den Themen des Buches, unabhängig vom Buch und seinen literarischen Komponenten, bei denen es um fachlichen Austausch zu realen Entwicklungen geht.

Interessante Buchbesprechung bei NZZ – nimmst Du aus solche Artikeln mehr das Positive oder ärgern Dich die Kritikpunkte. Unterm Strich war er ja positiv und macht Lust auf mehr.

Über erstere habe ich Herbie Schmidt von der NZZ kennengelernt und seine Beiträge rund um selbstfahrende Autos (er verantwortet das Automobilressort) schätzen gelernt. Daher wusste ich, dass er durchaus auch kritisch schreibt. Da ich ihn ja nur als Gruppenmitglied, aber nicht persönlich kannte und keine Ahnung hatte, ob er sich auch für Bücher interessiert, war meine Nachfrage sehr zaghaft, ob er Social Rating rezensieren wollen würde. Ich habe mich riesig gefreut, als er ja gesagt hat. Dass er kritisch sein würde war klar. Er hat auch gleich von Anfang an dazu gesagt, dass er sich bei Nichtgefallen vorbehält (und so muss es ja auch sein) entweder das Lesen abzubrechen und gar nicht zu rezensieren, oder die Rezension entsprechend schlecht ausfallen zu lassen. Ich liebe mein Werk und ich habe alles gegeben und meine Lektorin auch, aber nichts desto trotz gefällt ein Schreibstil nie jedem Leser und es war klar dass ein Medium wie die NZZ kritisch sein würde. So war ich schon nervös. Dass dann eine Rezension zustande kam und noch dazu eine überwiegend positive, hat mich sehr gefreut. Die Kritikpunkte sind für mich okay. Jeder Autor würde am liebsten nur durch die Bank weg begeisterte Reaktionen erhalten. Aber von den kritischen lernt man mehr und man kann sich weiter entwickeln. Auch für die Leser finde ich eine Rezi, die das Buch kritisch auseinander nimmt und manches lobt und manches nicht sehr hilfreich, weil man so genauer beurteilen kann, ob das Buch zum eigenen Geschmack passt. Ich bin alles in allem Herbie Schmidt also sehr dankbar für seine Zeit und für die fundierte Auseinandersetzung mit meinem Werk im online Bericht. Ich freue mich auch sehr, dass der Artikel als überwiegend positiv empfunden wird. Mein Moment diese Woche war, als ein Facebook Freund, den ich noch von vor zweieinhalb Jahren auf Mauritius kenne und der aus der Schweiz stammt den Artikel gesehen hat und mir geschrieben hat: wir sind so stolz auf dich.

Buchbesprechung

Wäre Selfpublishing eine Option für Dich gewesen, hättest Du keinen Verlag gefunden?

Puh, gute Frage … Ich habe schon einige tolle Werke von Selfpublishern gelesen zuletzt „Niemand wird dich vermissen“ von Uwe K. Alexi und meine Cousine Nina Leisten Autorin mit der Seelenwanderungssage „Wie der Wind …“ … Also da kommt viel bei raus, worauf man stolz sein kann als Autor … Aber gestört hätte mich dann, dass hier die Türen zum niedergelassenen Buchhandel noch verschlossener sind als so schon als Debütautor in einem kleineren Verlag … Und der Verlag übernimmt ja auch vieles, seien es Kosten oder seien es Dinge wie ISBN anmelden um die ich als Kreative am liebsten einen großen Bogen schlage … Also ich hätte das nicht so gerne gewollt. Aber ich weiß nicht, ob ich es nicht doch gemacht hätte, wenn ich eben keinen Verlag gefunden hätte …

Sitzt Du schon am nächsten Projekt? Wenn ja, welches Genre? Wieder ein Thriller?

Nun, der Verlag hat Social Rating ja in zwei Bände aufgeteilt, da es mitten im Manuskript einen Hauptpersonenwechsel gibt … Daher heißt nur noch Teil 1 Social Rating, der ist schon veröffentlicht und im nächsten Sommer wird Social Hideaway der zweite Teil, den ich aber schon geschrieben habe (ist aber noch nicht lektoriert), veröffentlicht. Danach sehe ich weiter. Ideen habe ich nun bereits so einige und auch ein paar Träume, aber momentan neben Buch 1 vermarkten und Buch 2 angehen packe ich das nicht mich mit der Energie an ein neues Projekt zu setzen wie ich es wollte, damit wirklich so viel Liebe in das Projekt fließt, wie die Leser es verdient haben …

Hast Du ein bestimmtes Schreibritual?

Nein gar nicht – ich kann immer und überall wo mein Laptop mit ist abschalten und losschreiben.

Dein Mann unterstützt Dich, was sagt der Rest Deiner Familie?

Kinder habe ich noch keine, und unsere Eltern wohnen ja nicht in der gleichen Wohnung, „gestört“ wird also vor allem mein Mann von meinem vielen Abtauchen in die Buchwelt … Daher können sich alle anderen mitfreuen, meine Cousine unterstützt mich natürlich sehr viel … Meine Eltern auch und meine Schwiegereltern auch. Manche weiter entfernte Verwandte, die auch nicht so die Leseratten sind halten sich eher raus. Ich würde sagen summa summarum erfahre ich viel Unterstützung für die ich dankbar bin.

Was würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen?

Ich würde jetzt gerne sagen meinen Laptop, aber da auf die einsame Insel wohl keiner Steckdosen und Kraftwerk gebaut hat … Meinen Mann auf jeden Fall … Ein gutes Buch.

Wie viel Christiane steckt in Jeffs Ehefrau?

Oh, das ist mal eine Frage, die ich noch nie gehört habe … Mmmmhh, schon ein wenig. Ich bin wie sie sehr verletzlich, nehme mich aber ganz gut zusammen, wenn eine Situation verlangt durchzuhalten. Auch wenn man es äußerlich nicht sieht, passiert drin aber doch ganz viel … Aber ich bin nicht so hübsch wie Lisa und ich glaube auch nicht so anfällig für körperliche Ausprägungen seelischen Leidens.

Thema Lesung – hast Du schon, wenn ja, wie war’s? Wenn nein, willst Du?

Ja, ich hab schon, gleich am Erscheinungstag auf der Buch Berlin – ich war nervös wie verrückt, fand es dann aber sehr schön … Dann spontan, ich wurde auf einer Familienweihnachtfeier von Freunden plötzlich um eine Lesung vor 30 Mann gebeten und auf der Neujahrsfeier von unserer Firma auch … Mir macht das immer mehr Spaß und ich freue mich riesig auf drei bisher geplante Lesungen dieses Jahr in Dittelbrunn und Aschaffenburg.

Als Journalistentochter müsstest Du ja schon vieles über das Metier im Allgemeinen wissen. Hilft Dir das beim Schreiben, bei Überlegungen hinsichtlich Verlagen und Verlagswahl u.s.w.?

Bzgl. Verlagssuche hat das nicht geholfen … Für’s Schreiben bedingt, meine Eltern sind ja Lokaljournalisten, sprich Leitwort Hauptsache kurz und knackig … Das ist ja nicht gerade ideal für Bücher … Das musste ich eher überwinden … Aber dafür gab es ja Monika … Aber jetzt hilft es mir für die Pressearbeit für mein Buch ungemein … Es ist gut, wenn man weiß wie ein Journalist die Infos präsentiert haben möchte.

Ich gebe zu, selbstfahrende Autos sind mir ein Begriff, aber gechippte Menschen – das sagt mir nichts. Ist das Realität, futuristisch, von den Tieren abgekupfert?

Tesla hat einen ersten Versuch ja schon am Markt, ein Auto mit Autopilot, muss der Fahrer halt noch überwachen … Google und Co testen fleißig am nächsten Schritt … das selbstfahrende Auto schreitet gut voran … Bzgl. gechippte Menschen schaut mal hier:

Selbstversuch: Darum habe ich mir einen Chip unter die Haut gespritzt…

Bericht im ZDF-Heute Journal

Erschreckend, was da schon alles in der Mache ist … schaut doch mal in die Gruppe RFID, die ich vorher schon verlinkt habe, rein.

Was liest Du selber? Gibt es Autoren/innen, die zu Deinen Lieblingen zählen? Die Dich inspirieren?

Ken Follett, Frank Schätzing, Marc Elsberg, Sebastian Fitzek, Felix Leibrock, Nina Leisten Autorin, Brina Stein, Arne Rosenow, Sara Lark, ich habe sicher noch welche vergessen.

Wäre ein anderes Genre eine Option für Dich? Wenn ja, welches?

Liebesromane vielleicht.

Ich bedanke mich für das Interview und Deine Zeit. Für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg mit Deinen Büchern.

 

 

 

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