Marko Wendekamm

Autoreninterview Marko Wendekamm

23.1.2017

 

Das Autoren_Netzwerk freut sich, den Autoren Marko Wendekamm interviewen zu dürfen.

Marko Wendekamm, geboren in den späten Sechzigern in Cottbus (DDR).
Von Beruf bin ich Zweiradmechaniker und hatte vierzehn Jahre ein eigenes Geschäft mit Werkstatt für Fahrräder & Motorroller. Erster Burnout 2012 direkt nach dem Tod meines besten Freundes und mit dem Zweiten im April 2016 habe ich meinen Job und meinen Laden aufgegeben. Jetzt erhole ich mich und mache damit unentwegt weiter, was ich 2014 mit dem ersten Buch begonnen habe. Der schnelle Tod meines Freundes hat eine immense Lücke hinterlassen und das Buch ‚Mach´s gut mein Großer‘ hat diese wieder gefüllt. Es musste raus, was ich zu sagen hatte, und da ich nicht besonders gut singe, gab es nicht viele Möglichkeiten, sich auszudrücken. Schreiben ist für mich keine Last sondern Lust (geworden), auch wenn ich mit meinem ersten Buch auf einen sogenannten DKZ Verlag hereingefallen bin. Trotzdem verkauft es sich ganz anständig und ich erhalte sogar Tantiemen. Nach Büchern über Werte, ‚Licht und Schatten, dass außergewöhnliche Leben des Dieter Wendling‘ oder ‚Das Ende ist ein neuer Morgen, die andere Seite‘ oder ‚Wellen – Gedichte, oder ist das Leben doch ein Sturm‘ … Allesamt Werke über Kameradschaft, Liebe, das Leben in seiner Reinkultur. Keine schlechten Themen, doch erfolgreicher sind in der Tat Psychothriller und Krimis. Mit ‚Sein letzter Ausweg‘ habe ich bei einem anständigen Verlag einen Vertrag bekommen, der im Übrigen auch mein folgendes Buch: ‚2555 Tage, der Fall Volker Riebert‘ genommen und publiziert hat (thrillercriminal.com Verlag Rolf D. Esser). Meine „Psychos“ sind gut angekommen, dennoch habe ich ‚Aditum: Teuflisch‘ wieder selbst herausgebracht. Mein achtes Buch ist fertig und erscheint im Juni. Wenn sich nichts Gravierendes ändert, unter dem Titel: ‚Tenebris Occultis: dunkles Geheimnis‘. Schaurig, gruselig, Emotionen weckend und vor allem vergleichend zwischen Wahrheit und Wahnsinn. Die bisherigen Meinungen zu allen meinen Büchern waren durchweg positiv, ein enormer Ansporn, die Dinge voranzutreiben.
Ich bin 48 Jahre alt und habe zwei Mädchen im Alter von 18. Wenn meine „Auszeit“ beendet ist, werkele ich sicher wieder in einer Werkstatt. Ich schraube, bastele und repariere noch immer gern, ebenso gern wie ich schreibe. Ein neues Projekt ist bereits in Arbeit und wird Buch Nr. 9, wieder in einer ganz anderen Richtung. Ich lege auf Vielschichtigkeit großen Wert und möchte nicht stur in einem Genre verharren. Ich bin ein leidenschaftlicher Motorrad & Motorboot Junkie und versuche immer, die Waage zu halten zwischen Anstrengung und Freizeit. Die Jahre der Workaholikerei sind endgültig vorüber, und auch wenn ich wie alle Menschen Geld zum Leben benötige, verbiege ich mich nie wieder für jeden Euro. Wer wissen will, was wichtig im Leben ist und bisher mit seiner Suche erfolglos war, soll sich an das Sterbebett eines lieben Menschen stellen. Offenbarungsartig wird einem bewusst, was wirklich zählt. Ich bemühe mich, so gut zu schreiben, wie ich es vermag und wer weiß, vielleicht ist ja mal eines meiner Bücher dabei, dass einem „Durchbruch“ oder etwas ähnlichem sehr nahe kommt. Das war es im Großen und Ganzen und bei Fragen, einfach stellen, Marko Wendekamm

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Hallo Marko, danke Dir, dass Du Dich unseren Fragen stellst. Ich bin erschlagen von dem, was Du schreibst … da erübrigt sich ja fast die Frage, ob es ein Genre gibt, das Du nicht schreiben würdest … oder gibt es da doch eins?

Nein, das gibt es in der Tat nicht, ich lege viel Wert auf Vielschichtigkeit.

Darf ich die Frage stellen, ob Dein Schicksal Dich erst zum Schreiben geführt hat?

Ja darfst Du und ja das Erlebte hat wirklich zum ersten Buch geführt.

Wie würdest Du Deinen Schreibstil beschreiben? Ist er inspiriert von einem anderen Autor, oder ist es ganz Dein eigener?

Mein vollkommen eigener! Ich habe mich nicht nach anderen orientiert, da ich versuche, zu schreiben, wie ich es genau ausdrücken möchte.

Gibt’s ein Genre, das Du besonders gern schreibst?

Ja … ich schreibe sehr gern Psychothriller und zwar von der Gänsehautart …. da darf man sich auslassen.

Woher holst Du Dir Deine Ideen zum Schreiben … immerhin 8 Werke, das ist schon eine stolze Zahl!

Aus dem Leben. Das Leben ist unendlich groß an Ideen.

Gibt es jemanden, der Deine Bücher zuerst lesen darf?

Meine Frau und ich lese ihr vor … vieles gefällt ihr, sie sagt mir aber auch wenn’s Mist ist.

Ist sie auch Dein größter Fan?

Ich denke schon (hoffentlich).

Bist Du in einem Autorenverband? Oder gibt’s da Erfahrungen, die Du weitergeben kannst (möchtest)?

Nein, ich bin Autodidakt und versuche, mich allein durchzukämpfen … natürlich, wie wohl alle, immer mit Blick auf einen möglichen Vertragserfolg, der sich auch so nennen darf.

Schreibst Du mit einem Plot, oder aus dem Bauch heraus?

Aus dem Bauch, aus dem Kopf und aus dem Herzen.

Wie vermarktest Du Deine Bücher?

Allein und mit Verlagsverträgen.

Hältst Du Lesungen?

Ja, demnächst am 08.02.

Hattest Du schon mit der Presse bei Dir vor Ort Kontakt?

Nein, und hier im Ort ist das ein spezielles Thema.

Man sollte nicht davor zurückschrecken, die Presse einfach anzurufen. Die sind eigentlich immer an News aus der Heimat interessiert. Viele Landkreise und Städte haben auch eine Kulturabteilung. Sie können ja nicht mehr als nein sagen und dann ist man immer noch da, wo man vorher war. Hier hat es hervorragend geklappt.

Stimmt, und ich habe es noch nicht probiert, werde ich aber, denn du hast Recht.

Wie gehst Du mit negativer Kritik um?

Konstruktiv … nicht alles muss immer stimmen, aber vieles bringt einen tatsächlich weiter.

Gestaltest Du Deine Cover selber?

Manchmal ich im Selfpublishing, manchmal der Verlag.

Hast Du einen Lieblingsautoren oder welches Genre liest Du selbst sehr gern?

Günter Prodöhl und Heinz G. Konsalik.

Wirst Du auf der Leipziger Buchmesse sein?

Möglicherweise … ich weiß es noch nicht genau.

Was war Deine größte Erkenntnis nach all den vielen Büchern, die Du veröffentlicht hast?

Sich keinesfalls entmutigen lassen … weiterschreiben und sich steigern.

Wie lange schreibst Du an einem Buch?

Das erste hat mich fünf Jahre gekostet … jetzt geht es schneller. Ich bin ein Chaot beim Schreiben, ohne Konzept aber mit einer fertigen Geschichte im Kopf. Andere schreiben unter vielen Vorlagen und ewig um, ich schreibe wie ich lebe, eben anders.

Ich werfe mal die Standardfrage in den Raum: drei Dinge, keine Menschen, die Du mit ins Packeis, wahlweise die Wüste mitnehmen würdest?

Eine Pistole, falls ich es nicht mehr aushalte, ein Feuerzeug und ein Messer.

Lieber Wüste oder Packeis?

Definitiv Wüste, ich schwitze lieber als zu frieren.  Kurz bevor ich mich erschieße, esse ich noch gut (falls es was gibt) und wärme mich … nur im Packeis natürlich.

Hast Du feste Zeiten zum Schreiben oder bist Du da Chaot?

Absoluter Chaot … ich tippe wie ich Muße habe … setzte mir aber dennoch einen gewissen Zeitrahmen, den ich auch versuche einzuhalten.

Hast Du noch einen unerfüllten Traum im Leben? (außerhalb der Wüste natürlich!)

Mit oder in einem echten Segelschiff den Atlantik überqueren.

Gibt es etwas, was Du unbedingt zum Schreiben brauchst?

Meinen Verstand, meine Fantasien, meine Kreativität und einen funktionierenden Computer.

Wo schreibst Du am liebsten?

Wirklich sehr gern und immer zu Hause … ich bin ein Ritualiker und brauche meine Gewohnheiten.

Was könntest / würdest Du nie schreiben?

Liebesromane … nicht weil ich ein Mann bin und Frauen das wirklich besser können. Mein Interesse an der Psychologie ist weniger romantisch, als kriminell interessant.

Würdest Du auch Jugendromane schreiben?

Habe ich schon, Titel … Mach´s gut mein Großer ….

Kaffee oder Tee?

Kaffee … am liebsten intravenös.

Brauchst Du Ruhe zum Schreiben?

Ja die brauche ich … Stille zum nachdenken.

Lieber Protagonist oder der Antagonist? Welcher fällt Dir leichter?

Protagonist ganz klar … in den lässt es sich am besten hineindenken.

Was erhoffst Du Dir von 2017? Was ist da alles in Planung?

Ich hoffe, dass Frieden bleibt und wir alle gesund, wenn nicht kann man die Schriftstellerei glatt an den Nagel hängen, wer kämpfen muss hast keine Zeit und Lust mehr zum lesen.

Vielen Dank für Deine Zeit, und dass Du Dich unseren Fragen gestellt hast. Viel Erfolg auch weiterhin.

 

 

 

 

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