Martina Sophie Pankow

Autoreninterview Martina Sophie Pankow

6.2.2017

 

Das Autoren_Netzwerk freut sich, die Autorin Martina Sophie Pankow zum Interview begrüßen zu dürfen.

Martina Sophie Pankow, 1985 in Berlin geboren, studierte Kommunikationsdesign an der FH Düsseldorf. 2012 ist sie nach Berlin zurückgekehrt, um als freiberufliche Illustratorin zu arbeiten. Das Schreiben, das sie schon ihr ganzes Leben begleitet hat, fließt zunehmend in ihre Tätigkeit ein.
2016 erschien das „Logbuch der Anderswelt“ beim Brokatbook Verlag, ein Kinder- und Jugendbuch über Reisen in eine andere Welt irgendwo zwischen Traum und Wirklichkeit, die nur auf den ersten Blick ein schöner Zufluchtsort ist.

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Hallo Martina, schön, dass Du Dich unseren Fragen stellst! Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Ich habe es schon immer gemacht, während der Schulzeit.

Wie ist Dein erstes Buch angekommen, wenn man fragen darf?

Bei denen, die es gelesen haben, gut.

Schön, dass das Buch gut ankommt. Hast Du auch Rückmeldungen aus der Zielgruppe bekommen, von den jüngeren Lesern?

Leider hat sich die Kunde von dem Buch noch nicht sehr weit verbreitet. Aber einem Mädel schien es zu gefallen.

Was brauchst Du unbedingt zum Schreiben?

Eigentlich höre ich dabei Musik, dann sehe ich andere Welten vor mir.

Gibt es ein Genre, das Du nie schreiben würdest?

Vielleicht Erotik und Liebesromane … aber wer weiß … Natürlich nie rechtes Zeug.

Hast Du Kunst studiert für die Illustrationen?

Nein, Kommunikationsdesign.

Isst und trinkst Du beim Schreiben?

Meistens esse ich nicht, aber trinken muss ich, sonst trocknet das Gehirn aus.

Woher holst Du Dir Deine Inspiration?

Aus der Musik, die ich gerne höre. In letzter Zeit laufe ich auch viel draußen herum. Ich mag Gegenden, die schon so ein bisschen verlassen sind und Ruinen. Ruinen sind toll. Die reinsten Inspirationsquellen, besonders, wenn es neblig ist, wie letztes Wochenende.

Wie stehst Du Selfpublishing gegenüber, und wäre das etwas für Dich?

Das wäre nichts für mich, für mein letztes Buch habe ich sogar nur ein Exposé und ein illustriertes Probekapitel geschrieben und mir einen Verlag gesucht, bevor ich es schreiben wollte. Da ich auch mit der Illustration noch um Aufträge kämpfe, hätte ich für Selfpublishing keine Zeit.

Machst Du Deine Buchcover selber?

Ich habe wegen der Schrift eine Designerin gefragt, den Rest habe ich selbst gemacht. Bei Schriftfonts bin ich mir sehr unsicher.

Hast Du schon einmal über Lesungen an Schulen nachgedacht? Ich meine, um die Zielgruppe besser zu erreichen.

Habe ich schon mal gemacht, allerdings mit dem anderen Kinderbuch, „Der Traum vom großen Paradies“. Es kam gut an. „Der Traum vom großen Paradies“ ist 2015 erschienen und geht um Kulturenvielfalt. Es ist mit größeren Illus und für jüngere Leser ab 6 (auch für die Eltern).

Nur mal als Hinweis – hier kann man sich Tipps von anderen Kinderbuchautoren holen – Facebook-Gruppe ‚Kinderbuchautoren unter sich‘

Wie kommst Du mit Störungen klar? Kommst Du dann schnell wieder rein?

Oh, hmmm, ich glaube, ich lenke mich selbst genug ab. Kommt auf die Störung an. Ich hatte mal private Probleme, da war es gut, mich mit dem Schreiben davon abzulenken.

Hast Du feste Schreibzeiten?

Nein, mein Leben ist manchmal sehr chaotisch. Ich habe eine Schreibgruppe, montags, da bin ich heute aber nicht hingegangen.

Wer liest außer Dir Deine Sachen als erstes?

Beim Ersten war es meine Schwester, beim Zweiten mein Onkel. Und die Verleger natürlich.

Was ist Dir wichtiger, die Illustrationen oder die Sprache?

Für mich ist Illustration eine Sprache. Also beides.

Wo holst Du Dir Deine Ideen?

Das erste Buch „Der Traum vom großen Paradies“ war eine Antwort auf dieses ganze Gestreite wegen der Religion. Das Projekt fing schon während des Studiums an und damals war das mit Thilo Sarrazin. Ich hab mir einfach gedacht, warum können Kinder nicht in irgendeiner Situation sich über diese Trennung hinwegsetzen und sich dafür einsetzen, dass sie einfach miteinander etwas erleben können? Religion ist für mich Kultur und ohne Einwanderer müssten wir erst sonst wohin fahren, um all das zu sehen und zu essen (ja, ich mag gutes Essen). Beim zweiten hab ich mich hingesetzt und mir gesagt, so, ich will jetzt ein Buchprojekt machen, etwas mit Reisen in eine andere Welt. Und dann habe ich mir das ausgedacht, geplottet, der Illustrationsstil stand eigentlich auch schon fest.

Welche Autoren/innen liest Du selber?

Oha, Frank McCourt (Angela’s Ashes), Janet Evanovich, eigentlich habe ich keine Lieblingsautoren in dem Sinne.

Hattest Du schon negative Kritiken? Und wenn ja, wie bist/würdest Du damit umgegangen/umgehen?

Leider ist die „Anderswelt“ noch nicht so oft gelesen worden, meistens bin ich selbst mein größter Kritiker. Wie es ist, wenn andere schlecht kritisieren, weiß ich nicht. Bei dem „Traum vom großen Paradies“ gab es genug Positives, da könnte ich drüber stehen, ist ja Geschmackssache.

Was machst Du, wenn du keine Illustrationen erstellst oder Bücher schreibst? Hast Du Hobbys?

Ich lerne Sprachen, momentan Englisch und Portugiesisch und habe seit einigen Monaten ein Keyboard, auf dem ich täglich übe. Sonst Ruinen gucken und Musik hören, Fußball gucken. Ist manchmal etwas zuviel.

Ist der „Der Traum vom großen Paradies“ auch über einen Verlag erschienen?

Es ist beim Abentheuer Verlag erschienen.

Ist ein neues Buch in Planung, Vorbereitung oder Arbeit?

Ja. Im Moment illustriere ich die Biene Maja, auch beim Brokatbook Verlag. Ansonsten plane ich ein Projekt mit einer portugiesischen Musikgruppe namens Lavoisier, die portugiesische Volkslieder aufsuchen und ich will die Texte übersetzen und die Hintergründe aufschreiben. Ich mag die Beiden sehr.

Hast Du selber Kinder in dem Alter und schreibst Du für sie, oder einfach für alle Kinder der Welt?

Nein, ich habe keine Kinder, aber irgendwo bin ich selber Kind geblieben und irgendwie ist das gar nicht so, dass ich immer Kinderbücher schreiben will, es hat sich nur ergeben. Passt wohl noch am besten mit Illustration zusammen. Und ich möchte Bücher schreiben, die zum Nachdenken anregen. Ich glaube, man traut Kindern weniger zu, als sie sich in ihren Köpfen ausmalen.

Hast Du schon einmal etwas geschrieben, was Dir peinlich ist?

Bestimmt, aber noch nicht veröffentlicht.

Bist Du eher ein Hunde- oder Katzenmensch? Oder lieber keine Tiere?

Katze!

Recherchierst Du? Und wenn ja, wie?

Hmmm, deswegen schreibe ich ja Bücher über unbekannte Welten. Also, bis jetzt habe ich noch nicht viel recherchiert, ein bisschen über Religionen für das erste Buch, aber nur wenig, weil das, was ich da schreibe, sowieso unrealistisch ist und nur als meine Auffassung oder eine Metapher verbucht werden kann.

Gibt es auch ein Buch nur mit Illustrationen von Dir? Oder einen Kalender? Oder hast Du Illustrationen auf einer Homepage?

Noch nicht.

Illustrierst Du auch für andere? Und wie illustrierst Du? Ich meine Bleistiftzeichnungen z. B. oder wie sonst?

Meist am Rechner inzwischen. Ja, ich suche Aufträge. Mit den Büchern nehme ich kaum was ein. Sonst mache ich Vorzeichnungen, entwerfe mit dem Bleistift die Figuren, schicke es dem Auftraggeber und wenn er zufrieden ist, überlege ich, wie ich es umsetze. Ich habe aber auch einen Auftrag, den ich nur am Rechner mache. Da zeichne ich dann auf einer Ebene in Photoshop vor.

Hier schon versucht?Facebook-Gruppe ‚Coverdesigner.Lektorat.Korrektorat‘

Was sagt Deine Familie dazu, dass Du schreibst?

Mein Vater findet es gut, meine Mutter sagt oft, such dir doch was Sicheres!

Was ist das eine Ziel in Deinem Leben, das Du unbedingt erreichen möchtest?

Bücher machen, ich habe die Möglichkeit, beim Brokatbook Verlag mitzuarbeiten und es wäre toll, davon leben zu können. Sonst möchte ich unbedingt mal Musik machen. Ich glaube, ich kann auch Songs schreiben, deswegen ja das Keyboard. Eine Rentnerband irgendwann. Es muss toll sein, Teil einer Band zu sein.

Standardfrage schlechthin – ich kann sie mir nicht verkneifen: Du musst ins Packeis, respektive Wüste- 3 Dinge, keine Menschen, die Du mit nimmst.

Keyboard, Rechner, bei dem die Boxen nicht dauernd abkacken (oder mit Boxen, wenn das nicht als Extra-Ding zählt), Grafiktablett.

Und wo wir schon mal dabei sind … eine gute Fee erfüllt Dir drei Wünsche.

Och … ich hab schon die ganze Woche an der Drei-Dinge-Frage überlegt! Ich weiß nicht. Gesundheit, keine Gewalt mehr, und dass alles, was ich mache, auch mal was bringt.

Wenn’s am schönsten ist, soll man aufhören – LETZTE FRAGE: Könntest Du Dir vorstellen, irgendwann nicht mehr zu schreiben?

Nein.

Ich bedanke mich recht herzlich für das tolle offene Interview, Martina Sophie Pankow, wünsche Dir alles Gute und noch viel Erfolg mit Deinen Büchern und Illustrationen. PS: Mit der Rentnerband natürlich auch.

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