Geschichte des Tages: Tina Wolff – Warum Männer Männer und Frauen Frauen sind

Geschichte des Tages

24.02.2017

Warum Männer Männer und Frauen Frauen sind

Geht mir das auf den Zwirn, diese ewige Diskussion, dass die Geschlechter so unterschiedlich sind. Na und? Lass sie doch. Es ist doch ein Luxusproblem sich damit auseinander zu setzen. Jammern auf hohem Niveau. Meine Güte. Die ganze schöne Zeit, die man in einer solchen Diskussion verplempert, für nix und wieder nix.
Man möchte meinen, den Menschen sei langweilig und aus lauter Frust suchen sie sich Diskussionsthemen, die zu nichts führen. In anderen Ländern völlig undenkbar. Da heißt es: Ich Mann – du Frau. Fertig. Das stellt auch keiner in Frage. Wozu auch? Wie angenehm.
Aber wir, hierzulande heutzutage mit unseren von Kleinkind an hoch geförderten und mit Intelligenz vollgestopften Köpfen, müssen über Dinge reden, die gar keinen Grund zum Reden hergeben. Wie abstrakt!
Manchmal denke ich: Die armen Männer. Seitdem Frauen zur Schule gehen, studieren dürfen und ihre Klappe nicht halten brauchen, haben die es echt nicht leicht. Das damit einhergehende individuelle Auseinanderdividieren der Geschlechter findet nur ein abruptes Ende, wenn der Kinderwunsch da ist. Spätestens dann müssen sich alle auf einen Nenner einigen. Männer können keine Kinder kriegen, Frauen können keine Kinder zeugen. Tja.
Und weil alle zur Schule gegangen sind und im Biounterricht gut aufgepasst haben, wissen auch alle, wie das geht.
Für Männer ist es glasklar. Die sagen: Ich war mal ein Spermium und bin mit zig Trillionen anderen los geschwommen, habe den Wettlauf zum Ei gewonnen und habe mich erfolgreich als Erster hindurch geknabbert, um mich dann in dem Ei so lange zu teilen, bis ich neun Monate später geboren wurde.
OK. Jungsmeinung. Ich persönlich aber kenne keine Frau, keine einzige, die behauptet, sie sei ein Spermium gewesen und hätte einen Wettlauf gewonnen. Nein, Frauen sind das Ei. Sie sind das Ganze. Geringer beginnen sie ihr Leben nicht.
Nochmal klargestellt: Es lernen alle in der Schule das Selbe. Die Auslegung des Erlernten ist aber recht unterschiedlich. Und da sag noch einer: Das läge nicht in den Genen!
Und nun raten Sie mal, wer von den Geschlechtern wohl mit den größeren Rosinen im Kopf aufwächst. Hmmh? Denken Sie heroisch, meine Damen!
Das ist wie mit den Wissenschaftlern und den Christen. Für die Intelligenzbestien beginnt alles mit dem Urknall, da muss die Erde noch entstehen. Für die Gläubigen beginnt das Leben mit der Vertreibung aus dem Paradies. Da war die Erde aber schon längst fertig. Ins gemachte Nest gesetzt sozusagen, nix mit Wettlauf und so.
Dass dieses permanent heroische Denken der Frauen die Männer zu ständigem Wettkampf herausfordert ist doch klar. Und weil Männer um-die-Wette-laufen von Spermium-klein an kennen, pesen sie sofort los.
Stellen Sie sich mal ein Pärchen vor, was sich streitet. Der Mann ganz körperbewusst, geht auf und ab, gestikuliert, monologisiert und als Topping setzt er obendrauf, dass er als Spermium einen Wettlauf gewonnen habe und als Erster zum Ei gekommen sei. Und die Frau so gelangweilt auf dem Sofa sitzend, sich die Fingernägel betrachtend : „Schatz, ich bin das Ei.“
Puff, Weltbild zerstört. Das ist wie wenn man einem 100Meter-Sprinter kurz vorm Ziel die Tartanbahn unter den Füßen wegzieht. Da wird es doch verständlich, dass mir die Männer oft Leid tun. Die können ja nix dafür, dass wir Frauen die besseren Argumente haben.
Deshalb finde ich solche Geschlechter-Diskussionen so zeitverplempernd. Unnütz. Wie bei Hase und Igel. Der eine rennt und rennt und die andere so: Ick bün all dor.
Liebe Männer: Es hat keinen Zweck mit einer Frau über einen Wettlauf zu diskutieren, die meint, sie sei das Ziel. Entscheidet euch. Entweder ihr kommt an und seid zufrieden, oder ihr macht kurz vor der Ziellinie kehrt, schießt drüber hinweg, oder ihr rennt gar nicht erst los. Manche vielleicht auch in die andere Richtung, wer weiß.
Aber hört auf zu diskutieren. Man kann sich doch mit viel schöneren Dingen beschäftigen. Bienen und Blumen, oder so.

von Tina Wolff

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