Geschichte des Tages: Andrea Riemer: Rebellin – auf immer

Geschichte des Tages: Andrea Riemer: Rebellin – auf immer

20.03.2017

Rebellin – auf immer

Das Anderssein und Nichtdazugehören ist mir in die Wiege gelegt. … Jahrzehnte habe ich dafür gebraucht, um dies anzunehmen. Erkannt hatte ich es bereits vor vielen Jahren. Jedoch – was tun mit all den Generationenfixierungen, mit den gutgemeinten Ratschlägen, sich anzupassen. Und es rebellierte in mir mehr und mehr.

„Derjenige, der der Masse folgt, wird normalerweise nicht weiter kommen als die Masse selbst. Derjenige, der alleine läuft, wird wahrscheinlich an Orte kommen, an denen zuvor noch niemand gewesen ist.” Die Sätze stammt von einem der wohl eigenwilligsten Menschen, Albert Einstein – und ich liebe seine Gedanken und Impulse, nicht nur weil ich ein Quantentheoriefreak seit 30 Jahren bin. Sie sind meine Lebensmaxime – Erkenntnisse und Erfahrungen aller Art inbegriffen.

Also – wie lief das mit dem Masken fallen lassen, seit ich allen Mut dazu gefasst hatte? Nun ja, einfach war es gewiss nicht. Es war manches Mal ein schmerzhaftes Spiel, alle Verletzungen, die man sich so vorstellen kann, inbegriffen. Doch ich trage diese Narben mit Stolz. Sie erinnern mich, wer ich geworden bin.

Denn – wo ich hinkomme – die Etikette war bereits vorbereitet: Unangepasst, Pionierin, anders, neugierig, mutig, ungeduldig, neugierig über alle Grenzen gehend, alleine und allein gelassen, beneidet, bewundert, immer kritisch, fragend, in der Antwort zögernd, scheiternd, fallend und das eine Mal öfter aufstehend als die Meute, die mich jagt.

Unwillkommen, nicht ernst genommen, leise und laut zu gleich, weil Stimmen unterschiedliche Dimensionen annehmen können, anders, Vorreiterin, mutig, uneinnehmbar und unvereinnahmbar, grenzüberschreitend, alleine und allein gelassen, beneidet, ver-nadert, gescholten, bewundert, enthusiastisch, wagend, scheiternd, fallend und das eine Mal öfter aufstehend als die Meute, die sie jagt.

Wagen, wo keiner es wagt, nein zu sagen, wo keiner nein sagt, zweifeln wo alle anderen gläubig mit den Lemmingen nachlaufen, alleine dastehen, wo alle anderen gefällig mittun, loben wo andere Bedenkenträger sind, schenken und geben, wo der Rest wartet und geizt, anfangen wo alle andere stehen und warten, was geschieht, ja sagen, wo der Rest nur schweigen übrig hat, staunen wo alle anderen nur achtlos vorbeilaufen, aufstehen wo die Mehrheit sitzen bleibt und schweigt, riskieren wo man feig sich zurücknimmt, das Wort erheben wo alle sich ducken, Fehler machen und dazu – meine Devise.

Aufbrechen und die Welt verändern, jetzt, gleich, Ich weiß was ich will, jetzt, gleich, weg aus dem Zirkus und der Übertreibung, weg aus der Verzerrung, hin in die Stille, die Ruhe, den Frieden, die Seele, …

Ich kann nicht anders. Es ist mir offenbar in die Hand geschrieben. Das ist die Rebellin, bleibt die Rebellin … Gottseidank.

Alles drängt in mir, drängt in dir. Wo laufen wir hin? Weg ist nicht möglich. Wir drehen uns im Kreis. Ich gemeinsam mit diesen Gedanken, die hämmern, bohren, ziehen, drücken, in alle Richtungen laufen und doch im Rondo bleiben.

Gedanken ohne Ziel, ohne Ende, endlos – ohne Wenn und Aber – kompromisslos, aus dem Sein gelebt. Stehen. Das ist die Rebellin, bleibt die Rebellin … und kann auch der Rebell sein … jenseits dieser Gedanken.

Und … Was ist in Deine Hand geschrieben?

(c) 2017 Andrea Riemer

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